Die Meisterin
- Автор: Канаван Труди
- Серия: Die Gilde der Schwarzen Magier #3
- Год: 2006
- Язык: немецкий
- Переводчик: Michaela Link
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:
»Und die anderen in der Gruppe?«
»Ich bin mir nicht sicher. Einige haben es wahrscheinlich versucht. Andere sind nur aus Sensationslust zu den Treffen gekommen, denke ich. Meine Schwester war dabei, weil Royend und ich zu der Gruppe gehörten.«
»Gibt es sonst noch etwas, das Ihr gern hinzufügen würdet?«
Farand schüttelte den Kopf.
Kito nickte, dann wandte er sich den übrigen Menschen in der Halle zu. »Ich möchte hinzufügen, dass ich Farand einer Wahrheitslesung unterzogen habe und bestätigen kann, dass er in allen Punkten die Wahrheit gesagt hat.«
Ein leises Raunen ging durch die Halle. Dannyl sah Farand überrascht an. Die Tatsache, dass er eine Wahrheitslesung zugelassen hatte, bewies seine Bereitwilligkeit, mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Kito blickte zu den höheren Magiern auf. »Gibt es noch weitere Bemerkungen oder Fragen?«
Die höheren Magier schüttelten den Kopf.
»Kehrt an Euren Platz zurück, Farand von Darellas. Ich rufe Royend von Marane zur Befragung auf.«
Der Dem trat vor.
»Royend von Marane, schwört Ihr, bei dieser Anhörung die Wahrheit zu sagen?«
»Das tue ich.«
»Entspricht Botschafter Dannyls Geschichte, was Euren Anteil daran betrifft, den Tatsachen?«
»Nein.«
Dannyl unterdrückte einen Seufzer und wappnete sich gegen das Unvermeidliche.
»In welcher Hinsicht sind seine Schilderungen unrichtig?«
»Er behauptet, er habe diese Geschichte über seine heimliche Affäre mit seinem Assistenten erfunden. Ich glaube, dass das eine Lüge ist. Jeder, der die beiden zusammen gesehen hat, konnte erkennen, dass mehr dahintersteckte als nur… nur eine List. Niemand kann sich so gut verstellen.«
»Ist das der einzige Teil seiner Geschichte, der nicht den Tatsachen entspricht?«
Der Dem starrte Dannyl an. »Selbst Dem Tremmelin, Tayend von Tremmelins Vater, glaubt, dass dieses angebliche Gerücht wahr ist.«
»Dem Marane, bitte, beantwortet meine Frage.«
Der Dem beachtete Kito nicht. »Warum fragt Ihr ihn nicht, ob er ein ›Junge‹ ist? Er hat geschworen, die Wahrheit zu sagen. Ich möchte hören, wie er es abstreitet.«
Kitos Augen wurden schmal. »Diese Anhörung dient einzig dem Zweck, zu einem Urteil darüber zu kommen, ob das Gesetz gegen das Studium von Magie außerhalb der Gilde gebrochen wurde. Die Frage, ob Botschafter Dannyl unehrenhaften und perversen Praktiken nachgeht, steht hier nicht zur Debatte. Bitte, antwortet auf die Frage, die Euch gestellt wurde, Dem Marane.«
Dannyl gelang es mit knapper Not, eine ausdruckslose Miene beizubehalten. Unehrenhaft und pervers. Wenn die Gilde die Wahrheit erführe, würde sie ihre Meinung über ihn – und seine Geschichte – gewiss gründlich ändern. Und der Dem wusste es.
»Wenn er in diesem Punkt gelogen hat, dann könnte er auch in allen anderen Dingen gelogen haben«, zischte der Dem. »Denkt daran, nachdem Ihr mich in mein Grab gelegt habt. Ich werde Eure Fragen nicht beantworten.«
»Nun gut«, sagte Kito. »Kehrt an Euren Platz zurück. Ich rufe Kaslie von Marane zur Befragung auf.«
Die Frau des Dem war nervös, zeigte sich jedoch bereit, Rede und Antwort zu stehen. Sie offenbarte, dass sich die Rebellen seit zehn Jahren trafen, versicherte der Gilde jedoch, dass das Interesse der Gruppe rein akademischer Natur gewesen sei. Während die anderen Rebellen befragt wurden, kamen nur unbedeutende Einzelheiten über die Gruppe ans Licht. Sie alle behaupteten, nicht die Absicht gehabt zu haben, selbst Magie zu erlernen, sondern lediglich mehr darüber zu erfahren.
Ein kurzes Gespräch folgte, in dem Farands Vergiftung zur Sprache kam. Dannyl war nicht überrascht zu erfahren, dass es den Elynern mit ihren Nachforschungen nicht gelungen war, den Täter zu ermitteln. Nach Lady Vinaras Gesichtsausdruck zu urteilen, vermutete Dannyl, dass die Angelegenheit hiermit noch nicht zu Ende war.
Kito bat darum, dass die Angeklagten in einer Barriere des Schweigens eingeschlossen werden sollten, während die Gilde ihre Bestrafung erörterte. Stimmengewirr wurde laut. Nach einer langen Pause bat Kito alle Magier, auf ihre Plätze zurückzukehren und die Barriere des Schweigens zu entfernen.
»Es ist Zeit, unser Urteil zu fällen«, erklärte er. Er hob die Hand, und eine Lichtkugel erschien darüber, die dann langsam nach oben schwebte. Dannyl schuf seine eigene Lichtkugel und sandte sie zur Decke hinauf zu den Kugeln der übrigen Mitglieder der Gilde.
»Seid Ihr zu dem Urteil gekommen, dass Farand von Darellas zweifellos schuldig ist, außerhalb der Gilde Magie erlernt zu haben?«
Alle Lichtkugeln wurden rot. Kito nickte.
»Traditionellerweise ist die Strafe für dieses Vergehen die Hinrichtung«, sagte er, »aber die höheren Magier sind der Meinung, dass unter den gegebenen Umständen eine Alternative angeboten werden sollte. Farand von Darellas ist das Opfer von Umständen und der Manipulationen anderer. Er hat unsere Nachforschungen zu jeder Zeit unterstützt und sich einer Wahrheitslesung unterzogen. Ich empfehle, ihm einen Platz in der Gilde anzubieten, unter der Bedingung, dass er während seines restlichen Lebens das Gelände der Gilde nicht mehr verlässt. Bitte, lasst Eure Lichtkugeln weiß werden, wenn Ihr Euch meiner Empfehlung anschließen wollt.«
Langsam verblassten die Lichtkugeln von Rot nach Weiß. Nur einige wenige blieben rot. Dannyl stieß einen Seufzer der Erleichterung aus.
»Farand von Darellas wird ein Platz in der Gilde angeboten werden«, erklärte Kito.
Als er zu Farand hinüberblickte, sah er, dass der junge Mann vor Erleichterung und Aufregung grinste. Aber als Kito weitersprach, erlosch das Lächeln.
»Nächster Punkt: Seid Ihr zu dem Urteil gekommen, dass Royend von Marane zweifellos schuldig ist, außerhalb der Gilde nach Kenntnissen der Magie getrachtet und sich in Besitz von Kenntnissen der schwarzen Magie gebracht zu haben?«
Ein geradezu unheimliches Leuchten erfüllte die Halle, als die Lichtkugeln allesamt rot wurden.
»Wieder haben die höheren Magier das Gefühl, sie müssten eine Alternative zur Hinrichtung anbieten«, sagte Kito. »Das Verbrechen ist jedoch ein sehr schwerwiegendes, und wir glauben, dass nichts Geringeres als eine lebenslängliche Einkerkerung angemessen wäre. Bitte, lasst Eure Lichtkugeln weiß werden, wenn Ihr wünscht, die Strafe auf Einkerkerung zu mildern.«
Dannyl ließ seine Lichtkugel sofort weiß werden, aber ein Frösteln durchlief ihn, als ihm klar wurde, dass weniger als die Hälfte der Magier das Gleiche getan hatte. Es muss viele Jahre her sein, seit die Gilde für die Hinrichtung eines Menschen gestimmt hat, dachte er.
»Royend von Marane wird hingerichtet werden«, erklärte Kito bedrückt.
Ein Keuchen kam von den Rebellen. Ein Gefühl der Schuld stieg in Dannyl auf, und er zwang sich, die Gruppe anzusehen. Das Gesicht des Dem war weiß. Seine Frau umklammerte seinen Arm.
Kito sah die höheren Magier an, dann wandte er sich wieder an die Gerichtsversammlung und nannte den Namen eines weiteren Rebellen. Die anderen Rebellen kamen schließlich mit Einkerkerung auf begrenzte Zeit als Strafe davon. Offensichtlich sah die Gilde in Dem Marane den Führer der Gruppe und wollte an ihm ein Exempel statuieren. Seine Weigerung, mit uns zusammenzuarbeiten, hat seine Chancen auch nicht gerade verbessert, dachte Dannyl.
Als die Reihe an Kaslie kam, überraschte Kito Dannyl, indem er Argumente zu ihrer Verteidigung vorbrachte. Er drängte die Gilde, auch an ihre beiden Kinder zu denken. Seine Worte mussten die Magier hinreichend berührt haben, denn sie gewährten der Frau des Dem einen Straferlass und gestatteten ihr, in ihre Heimat zurückzukehren.
Im Anschluss daran fragten die elynischen Magier, ob sie ihrem König mittels Gedankenrede das Urteil mitteilen dürften. Lorlen stimmte zu, unter der Bedingung, dass keine anderen Informationen übermittelt wurden. Dann erklärte er die Anhörung für beendet.
Endlich erlöst von seiner Rolle, verspürte Dannyl überwältigende Erleichterung. Er hielt in der Menge der Magier, die jetzt von ihren Sitzen nach unten gingen, Ausschau nach Rothen, aber bevor er seinen Freund entdeckt hatte, hörte er, wie sein Name genannt wurde. Als er sich umdrehte, kam Administrator Kito auf ihn zu.