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Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern

Электронная книга - «Das Ehrenwort. Verrat unter Rittern». Краткое содержание книги:

Noch immer wütet auf Krynn der mörderische Krieg zwischen den Heerscharen des Guten und des Bösen. Die Übermacht der tyrannischen Drachenkönigin Takhisis zwingt die Ritter von Solamnia, sich auf Burg Vingaard zurückzuziehen. Huma, einer der Ritter, erkennt in letzter Minute, daß sich sein bester Freund von Paladin, dem Gott des Lichts, abgewandt hat und auf Vingaard in dunkle Machenschaften verstrickt ist. Aber der Kampf gegen den Verräter ist nur ein weiterer Teil von Humas gefährlicher Prüfung...
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Dann kommt zu mir. Kommt in meine Arme.

»Ich biete dir dieselbe Chance an, die ich Galan Drakos geboten habe, Dunkle Königin. Ich biete dir an, dich zu ergeben.«

Du scherzt angesichts deines Todes, sterblicher Huma. Ich finde deinen Humor interessant. Ich werde mich eine ganze Ewigkeit lang amüsieren können.

Huma hielt die Drachenlanze so, daß sie direkt auf die Mitte der großen Gestalt der Drachenkönigin zeigte.

»Warte ab, ob ich scherze. Das hier ist Paladins Macht. Keine Waffe eines Sterblichen kann dich töten – aber die Drachenlanze ist nicht von Sterblichen gemacht.«

Aber du bist sterblich, Ritter von Solamnia.

Huma nickte zustimmend.

»Ich bin ein Ritter von Solamnia. In dieser Welt bin ich die Hand von Paladin, Kiri-Jolit und Habakuk. Du bist auf Krynn. Du gehörst mir, Königin der Finsternis.«

Er trat Gwyneth in die Seite, und sie stürmte nach vorn. Die Drachenlanze erstrahlte hell.

Etwas Seltsames geschah.

Huma kam es so vor, als würde seine Rüstung heller. Sie fühlte sich anders an. Dem Anschein nach war sie aus Platin. Fort waren die Beulen und Risse, die sich in den Gefechten angesammelt hatten. Sein Handschuh schien ebenso hell zu strahlen wie die Lanze. Da erinnerte er sich an seine Vision und an die Skulptur, der er die erste Lanze abgenommen hatte.

Gwyneth unter ihm hatte sich ebenfalls verändert. Sie war länger, schlanker und viel schöner. Sie war ein glänzend weißes Streitroß, ein Platindrache, ein majestätischer Eisvogel.

Alles, was er sah, konnte reine Illusion sein – aber sah die Drachenkönigin dasselbe?

Er war sich nicht sicher. Huma wußte nur, daß das riesige, vielfarbige Tier erneut zögerte. Dieses Mal traf Drache auf Drache. Klauen und Zähne wurden eingesetzt. Die Drachenlanze war nur kurz behindert. Huma rüstete sich für den Treffer.

Die Drachenkönigin hatte ihren eigenen, gewaltigen Schwung nicht einberechnet. Ihr Körper kippte nach vorn, so daß die Drachenlanze plötzlich den ungeschützten Hals des Kopfes in der Mitte traf.

Göttliches Blut spritzte über Huma. Ein Teil davon verbrannte sein verletztes Bein, was ihn kurz aus seinem tranceähnlichen Zustand riß. Huma verdrängte den Schmerz aus seinem Bewußtsein.

Takhisis erbebte, als sie der Schmerz durchzuckte.

Ihr Schrei erschütterte buchstäblich die Berge selbst und mußte meilenweit zu hören sein. Vier Köpfe drehten sich blind der Quelle dieses Schmerzes zu. Der fünfte, der Blaue, baumelte jetzt nutzlos herunter. Takhisis schlug wild mit den Klauen zu. Vergeblich versuchte sie, die Drachenlanze aus ihrer Verankerung zu reißen, aber der silberne Drache wich nicht zurück. Die vier übrigen Köpfe bissen nach dem silbernen Drachen, nach Gwyneth.

Huma wurde klar, daß die Königin der Finsternis noch nie Schmerz gespürt hatte.

In ihrer Qual schlug und biß Takhisis wild um sich. Huma gab Gwyneth das Zeichen zum Rückzug. Zu seinem Entsetzen stellte er fest, daß die Lanze sich nicht löste. Der silberne Drache blutete stark, und Huma sah, daß seine Freundin mit unzähligen tiefen, gefährlichen Wunden übersät war. Ihre löchrigen Flügel schlugen langsamer, und ihr Atem wurde flacher.

Die Drachenkönigin schrie unablässig weiter, und ihre Flügel peitschten vor und zurück. Die Halterung der Drachenlanze bog sich beträchtlich. Huma versuchte vergeblich, die Lanze gerade zu halten. Plötzlich schnellte das hintere Ende der Waffe nach oben und traf ihn kräftig am Kopf. Huma sackte benommen und blutend zusammen.

Er hörte etwas knacken.

Mit übergroßer Anstrengung zog er sich nach vorn und stellte dort fest, daß von der Halterung nur noch Splitter geblieben waren. Takhisis hatte ihnen die Lanze entrissen.

Wo war sie?

»Hu-uma.«

»Gwyneth!« Er beugte sich vor. Sie atmete unregelmäßig. Bei jeder Mundbewegung tropfte Blut heraus.

»Sie – ich – runter. Ich – kann nicht – «

Ihre Flügel blieben mitten in der Bewegung stehen.

Sie begannen, auf die Bergflanke zuzurasen. Er schrie einmal ihren Namen, bevor sie aufschlugen. Dann merkte er, daß sein Körper aus dem Sattel geworfen wurde. Um ihn herum wurde es dunkel.

Als er aufwachte, war die Welt rot. Blut. Blut und Schmerz. Es kam ihm vor, als läge er seit Stunden da. Seine Augen brannten und er konnte nichts genau erkennen. Alles, was er überhaupt erkennen konnte, waren Schemen. Immer noch heulte der Wind.

Er konnte nichts gegen den Schmerz tun. Er raste durch seinen Körper. Sein verwundetes Bein war taub.

Mit großer Anstrengung richtete sich Huma zum Sitzen auf.

Danach versuchte er aufzustehen, aber er fiel wieder aufs Gesicht, auf die kühle Erde des Berghangs. Wieder benebelte der Schmerz seinen Verstand.

Dann kroch er vorwärts. Von Gwyneth oder der Drachenkönigin gab es keine Spur. Es gelang dem Ritter, Stückchen für Stückchen weiter zu kriechen.

Als er damit kämpfte, erregte etwas an der Bergspitze seine Aufmerksamkeit.

Eine Hand. Eine menschliche Hand.

Er war nicht ganz sicher, wo die Energiereserven herkamen, aber er schaffte es, sich zu der Gestalt zu ziehen, die an einem Felsvorsprung lag.

»Gwyneth.«

Sie hatte ihre menschliche Gestalt angenommen. Die Wunden, die ihren nackten Körper bedeckten, waren nicht weniger schrecklich als seine. Ihr Gesicht war jetzt so bleich wie ihr silbernes Haar. Ihr Atem kam in kurzen Zügen. Hin und wieder zuckte sie unvermittelt, und leise Wimmerlaute wie die eines Tieres entrangen sich ihren aufgesprungenen, blutigen Lippen. Ihr ganzer Körper war mit blutenden Wunden und dunklen Blutergüssen bedeckt. Es war ein Wunder, daß sie lebte.

Während sein Mund sich zu einem unhörbaren Schrei öffnete, zog Huma sich an ihre Seite, wobei er seine aufgerissenen, blutigen Hände und den Schmerz, der ständig in ihm tobte, nicht beachtete.

Als er sie berührte, merkte er zu guter Letzt, daß sie mit ihrem unversehrten Arm die Drachenlanze des Fußsoldaten umklammert hielt, als wäre sie das Leben selbst. Trotz ihrer Verletzungen hatte Gwyneth die kleinere Drachenlanze gerettet, weil sie wußte, daß es die einzige Waffe war, die sie retten konnte, falls die Drachenkönigin zurückkam.

Er wiederholte ihren Namen.

Etwas brüllte. Gwyneth öffnete weit die Augen, und sie starrte ins Leere.

»Huma?«

»Bleib still liegen. Kaz oder irgend jemand wird kommen.«

»Nein!« Ihre Augen tränten. »Takhisis! Du darfst sie nicht fortlassen!«

Der Ritter sah nach oben. Hinter der Felsnase tobte etwas. Etwas Riesiges, das schreckliche Schmerzen litt. Das Gebrüll ertönte wieder.

»Sie – «, Gwyneth hustete Blut. »Früher oder später wird sie die Drachenlanze überwunden haben. Du mußt etwas tun – bevor ihr das gelingt.«

»Was kann ich denn tun?« Huma konnte sich kaum hochstützen.

»Nimm das hier.« Sie zeigte auf die kleine Drachenlanze. »Ich – es ist mir gelungen, sie zu retten.« Gwyneth klammerte sich plötzlich an ihn. »Bist du schwer verletzt? Laß mich dir helfen!«

»Vergiß mich. Vergiß die Drachenkönigin. Was ist mit dir? Warum bist du Mensch? Heilst du dich selber?«

»Das – das ist egal. Der Fall hat – den Schaden nur verschlimmert. Ich danke nur Paladin, daß – du noch lebst.«

»Sag jetzt nichts mehr.«

Sie konnte doch nicht sterben, dachte Huma erschüttert.

Ich – ich kann sie retten, Sterblicher!

Plötzlich war der Wind eisig. Huma schwieg regungslos, als die Worte in ihn eindrangen. ›Wie?‹ dachte er.

Sie – der Schmerz! Ich kann sie noch erreichen! Befreie mich von – von dieser Pein, dann werde ich euch gern beide heilen! Ich schwöre es bei – beim Allerhöchsten! Ich schwöre es, Gott der Götter!

Als Huma hinunter sah, merkte er, daß Gwyneth ihn durchdringend anschaute. Ihr Atem ging flach.

»Was ist los?«

»Sie bietet uns – dir – dein Leben an.«

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