Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Roger zerbröselte den letzten Rest seines Brotes zwischen den Fingern und warf die Krümel von sich. Eine Kohlmeise kam angeflogen, pickte zu, und innerhalb von Sekunden folgte ihr ein ganzer Schwarm, der aus den Bäumen angesegelt kam und die Krümel mit zwitschernder Gründlichkeit vertilgte. Er reckte sich seufzend und legte sich auf der Decke zurück.
Ihr Herzschlag kribbelte in ihren Brüsten, nicht länger sicher hinter dem Bollwerk ihres Brustbeins verwahrt, sondern frei, ihren Körper mit einem Knistern zu erfüllen, während kleine Stromschläge an ihren Brustwarzen zerrten. Sie wagte es nicht, an Jemmy zu denken; bei der kleinsten Andeutung würde ihre Milch nur so hervorschießen.
Bevor sie sich zu viele Gedanken darüber machen konnte, zog sie sich das Jagdhemd über den Kopf.
Rogers Augen waren offen, gebannt auf sie gerichtet, sanft und leuchtend wie das Moos unter den Bäumen. Sie löste den Knoten der Leinenbandage und spürte die kühle Berührung des Windes auf ihren nackten Brüsten. Sie umfasste sie mit den Händen und spürte, wie die Schwere aufstieg, kribbelnd, und den Gipfelpunkt erreichte.
»Komm her«, sagte sie sanft und sah ihm in die Augen. »Beeil dich. Ich brauche dich.«
Sie lagen halb bekleidet und gemütlich ineinander verschlungen unter der zerschlissenen Quiltdecke, schläfrig und klebrig von halb getrockneter Milch, immer noch umhüllt von der Hitze ihres Zusammenseins.
Die Sonne, die über ihnen durch die blattlosen Äste schien, warf hinter den Lidern ihrer geschlossenen Augen schwarze Wellen, als blickte sie auf ein dunkelrotes Meer hinab, während sie im blutwarmen Wasser watete und schwarzer Vulkansand zu ihren Füßen im Wasser wogte.
War er wach? Anstatt den Kopf zu wenden oder die Augen zu öffnen, um nachzusehen, versuchte sie, ihm im langsamen, trägen Puls ihres Herzschlags eine Botschaft zu schicken, eine Frage, die von Blutstrom zu Blutstrom rauschte. Bist du da?, fragte sie stumm. Sie spürte, wie sich die Frage durch ihre Brust hinauf und dann an ihrem Arm entlang bewegte; sie stellte sich den aufgekrempelten Leinenärmel vor, der die bleiche Unterseite ihres Armes und die blaue Vene darin freigab, als könnte sie vielleicht ein verräterisches Aufblitzen sehen, während sich der Impuls durch ihre Adern und über ihren Unterarm schlängelte, ihre Handfläche erreichte, dann ihren Finger, und dann ein kaum spürbares Pulsieren an seine Haut aussandte.
Zunächst kam keine Reaktion. Sie konnte seinen Atem hören, langsam und regelmäßig, ein Kontrapunkt zum Rauschen des Windes in den Bäumen und im Gras, wie die Brandung, die auf einen Sandstrand trifft.
Sie stellte sich vor, sie wäre eine Qualle und er eine andere. Sie konnte sie beide deutlich sehen, zwei transparente Körper, leuchtend wie der Mond, die mit rhythmisch pulsierenden Fransenschleiern von der Flut aufeinander zu getragen wurden, sich langsam berührten ….
Sein Finger strich über ihre Handfläche, so leicht, dass es die Berührung einer Flosse oder Feder hätte sein können.
Ich bin hier, sagte er. Und du?
Sie umschloss den Finger mit der Hand, und er drehte sich zu ihr herum.
Zu dieser fortgeschrittenen Jahreszeit verblasste das Licht früh. Es dauerte zwar noch einen Monat bis zur Wintersonnenwende, doch schon am frühen Nachmittag streifte die Sonne den Hang des Black Mountain, und ihre Schatten dehnten sich vor ihnen auf eine schier unmögliche Länge aus, als sie sich ostwärts nach Hause wandten.
Sie trug jetzt das Gewehr; der Unterricht war für heute vorbei, und obwohl sie eigentlich nicht auf der Jagd waren, würde sie sich keine Gelegenheit entgehen lassen, etwas zu schießen. Das Eichhörnchen, das sie vorhin erlegt hatte, war schon gesäubert und in ihrem Sack verstaut, aber es war kaum mehr als Würze für einen Gemüseeintopf. Ein paar mehr wären nicht schlecht. Oder ein Opossum, dachte sie verträumt.
Sie wusste allerdings nicht besonders viel über das Verhalten von Opossums; vielleicht hielten sie ja Winterschlaf, und wenn ja, dann waren sie möglicherweise schon verschwunden. Die Bären waren noch aktiv; auf dem Pfad hatte sie halb getrockneten Dung gesehen und Krallenspuren an einer Kiefer, aus denen noch gelbes Harz tropfte. Bären waren gutes Wild, aber sie hatte weder vor, nach einem Ausschau zu halten, noch auf einen zu schießen, es sei denn, er griff sie an – und das war kaum wahrscheinlich. Wenn man Bären in Ruhe ließ, ließen sie einen normalerweise ebenfalls in Ruhe; darin waren sich ihre beiden Väter einig gewesen, und sie hielt es für einen exzellenten Rat.
Ein Wachtelschwarm kam direkt vor ihnen aus einem Busch geschossen wie Schrapnell aus einem Kanonenrohr, und sie fuhr auf. Das Herz schlug ihr bis zum Hals.
»Die kann man doch gut essen, oder?« Roger wies kopfnickend auf die letzten gräulich-weißen Federbüschel, die gerade verschwanden. Er hatte sich auch erschrocken, jedoch weniger als sie, wie sie verärgert feststellte.
»Ja«, sagte sie, mürrisch, weil sie sich hatte überrumpeln lassen. »Aber man schießt sie nicht mit einer Muskete, es sei denn, man braucht nur Federn für ein Kopfkissen. Man benutzt eine Vogelflinte und Schrot.«
»Das weiß ich«, sagte er knapp.
Aus ihrer friedlichen Stimmung gerissen, hatte sie keine Lust, sich zu unterhalten. Ihre Brüste begannen wieder anzuschwellen; es war Zeit, nach Hause zu gehen, heim zu Jemmy.
Bei diesem Gedanken beschleunigten sich ihre Schritte wie von selbst, während ihr Kopf sich widerstrebend von der Erinnerung an den durchdringenden Duft des zerdrückten, trockenen Farns trennte, an das Glänzen des Sonnenlichts auf Rogers entblößten, braunen Schultern über ihr, das Zischen ihrer Milch, die seine Brust mit einem Film aus feinen Tröpfchen besprühte, schlüpfrig und abwechselnd warm und kalt zwischen ihren sich windenden Körpern.
Sie seufzte schwer und hörte ihn tief und kehlig lachen.
»Mm?« Sie wandte den Kopf, und er wies auf den Boden vor ihnen. Sie hatten sich beim Gehen allmählich aufeinander zu bewegt, ohne den unbewussten Sog der Anziehungskraft zu bemerken, die sie aneinander band. Jetzt waren ihre Schatten an der Spitze verschmolzen, so dass eine merkwürdige, vierbeinige Kreatur wie eine Spinne vor ihnen herschritt, ihre beiden Köpfe einander zugeneigt.
Er legte einen Arm um ihre Taille, und der eine Schattenkopf senkte sich und verschmolz mit dem anderen zu einem birnenförmigen Gebilde.
»Es war ein schöner Tag, aye?«, sagte er leise.
»Aye, das war es«, sagte sie und lächelte. Sie hätte vielleicht noch mehr gesagt, aber sie hörte unter dem Klappern der Äste ein Geräusch und trat unvermittelt zurück.
»Was –?« begann er, doch sie legte einen Finger an ihre Lippen, um ihn zum Schweigen zu bringen, winkte ihm zu und bewegte sich langsam auf ein Gebüsch aus Roteichenschösslingen zu.
Es war eine Truthahnschar, die friedlich unter einer großen Eiche am Boden scharrte, um aus der Matte zu Boden gefallener Blätter und Eicheln Winterinsekten zutage zu fördern. Das Sonnenlicht stand tief und ließ ihre irisierenden Brustfedern aufleuchten, so dass winzige Regenbögen im schlichten Schwarz ihres Federkleides aufglitzerten, wenn sie sich bewegten.
Sie hatte das Gewehr schon geladen, aber noch nicht zündfertig. Sie griff nach dem Pulverhorn an ihrem Gürtel und füllte das Pfännchen, ohne die Vögel aus dem Auge zu lassen. Roger hockte sich neben sie, gebannt wie ein Meutehund, der die Fährte aufgenommen hat. Sie stieß ihn an, hielt ihm das Gewehr einladend hin und zog eine Augenbraue hoch. Die Truthähne waren nicht mehr als zwanzig Meter von ihnen entfernt, und selbst die kleineren Exemplare hatten die Größe eines Footballs.