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The Mysterious Mr Quin

Электронная книга - «The Mysterious Mr Quin». Краткое содержание книги:

Der undurchdringliche Mr. Quin, der Gentleman mit dem Gespür für Dinge, die nicht ganz sauber sind, und sein kauziger Gehilfe, Mr. Sattersway, scheinen auf den ersten Blick ein unmögliches Gespann zu sein. Und doch lösen die beiden Fälle, wie sie sich nur eine Agatha Christie ausdenken kann.
Und nur eine Agatha Christie bringt es fertig ihren Geschichten so brilliante Pointen aufzusetzen . . .
The Mysterious Mr Quin was first published in 1930.
Aus dem Englischen von Günter Eichel, Rolph Gail, Adi Oes und Ute Forsyte-Jauch.
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Gemütlich wanderten die beiden Männer durch den Wald. Porter war wie immer schweigsam.

»Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren«, sagte Mr Sattersway gesprächig, »dass unsere Fantasie gestern etwas mit uns durchgegangen ist. Ich meine, als wir – hm – Schwierigkeiten witterten. Schließlich bleibt den Leuten nichts anderes übrig, als sich ordentlich zu benehmen – sie müssen ihre Gefühle unterdrücken und all so was.«

»Vielleicht«, antwortete Porter. Und fügte nach ein oder zwei Minuten hinzu: »Zumindest zivilisierte Leute.«

»Wie meinen Sie das?«

»Wenn jemand lange außerhalb jeder Zivilisation gelebt hat, ändert er sich manchmal. Er kehrt zu den Ursprüngen zurück, oder wie immer Sie es nennen wollen.«

Sie traten auf den grasbewachsenen Hügel hinauf. Mr Sattersway atmete ziemlich schnell. Bergan zu laufen missfiel ihm stets.

Er blickte zum Fenster hin. Das Gesicht war noch da, lebendiger denn je.

»Unsere Gastgeberin hat sich anders besonnen, wie ich sehe.«

Porter streifte das Fenster nur mir einem flüchtigen Blick. »Unkerton ist vermutlich grob geworden«, bemerkte er gleichgültig. »Er gehört zu dem Typ Menschen, der auch auf den Geist einer fremden Familie stolz ist und nicht riskieren möchte, dass er verschwindet, weil er schließlich dafür bar bezahlt hat.«

Wieder schwieg er ein oder zwei Minuten und starrte – statt auf das Haus – auf das dichte Unterholz, das die Lichtung umgab. »Ist Ihnen jemals aufgefallen«, sagte er dann, »dass die Zivilisation verdammt gefährlich ist?«

»Gefährlich?« Eine solche revolutionäre Bemerkung erschütterte Mr Sattersway bis ins Mark.

»Ja. Es gibt keine Sicherheitsventile, verstehen Sie?«

Er wandte sich ruckartig um, und sie gingen den Weg hinunter, den sie gekommen waren.

»Wirklich, Ihre Bemerkung hat mich etwas verwirrt«, sagte Mr Sattersway, eilig neben seinem Begleiter hertrippelnd, um mit dessen weit ausholenden Schritten mithalten zu können. »Vernünftige Leute…«

Porter lachte, ein kurzes, beunruhigendes Lachen. Dann blickte er auf den korrekten kleinen Gentleman an seiner Seite hinunter.

»Sie halten das alles für ein leeres Gerede von mir, Mr Sattersway? Aber es gibt Leute, wissen Sie, die erkennen die Vorboten eines Sturms. Sie spüren, dass etwas in der Luft liegt. Und andere Leute wieder können Schwierigkeiten vorhersagen. Es wird etwas passieren, Mr Sattersway, etwas sehr Schlimmes. Vielleicht schon in den nächsten Minuten. Vielleicht…«

Er brach ab und ergriff Mr Sattersway am Arm. Und in den folgenden angespannten Sekunden des Schweigens hörten sie es: zwei Schüsse und dann einen Schrei. Den Schrei einer Frau.

»Mein Gott!«, rief Porter. »Da haben wir es!«

Er lief den Pfad hinab, Mr Sattersway folgte ihm keuchend. Eine Minute später erreichten sie die Wiese, dicht bei der Hecke des »Verschwiegenen Gartens«. Gleichzeitig tauchten Richard Scott und Mr Unkerton an der gegenüberliegenden Hausecke auf. Sie blieben stehen und sahen sich an.

»Es – es kam von dort«, sagte Unkerton und wies mit einer fleischigen Hand auf die Hecke.

»Wir müssen hineingehen und nachsehen«, antwortete Porter. Er schritt den andern voran den gewundenen Weg zum Eingang entlang. Als er die letzte Biegung der Hecke erreichte, blieb er wie erstarrt stehen. Mr Sattersway spähte ihm über die Schulter. Richard Scott stieß einen gellenden Schrei aus.

Drei Menschen befanden sich im »Verschwiegenen Garten«. Zwei von ihnen lagen bei der Steinbank im Gras, ein Mann und eine Frau. Die dritte Person war Mrs Staverton. Sie stand dicht bei ihnen, in der Nähe der Stechpalmenhecke, und blickte mit schreckgeweiteten Augen ins Leere. Sie hielt etwas in der rechten Hand.

»Iris!«, rief Porter. »Iris! Um Gottes willen! Was hältst du da in der Hand?«

Sie blickte sie an – mit einer Art Erstaunen, einer unfassbaren Gleichgültigkeit.

»Es ist eine Pistole«, antwortete sie erstaunt. Und fügte nach ein paar Sekunden, die sich endlos zu dehnen schienen, hinzu: »Ich habe sie aufgehoben.«

Mr Sattersway war zu Unkerton und Scott getreten, die im Gras knieten.

»Einen Arzt«, murmelte der Letztere. »Wir brauchen einen Arzt.«

Doch es war zu spät für jede ärztliche Hilfe. Jimmy Allenson, der sich über die Schweigsamkeit der ägyptischen Wahrsager beschwert hatte, und Moira Scott, der die Zigeunerin den Shilling zurückgegeben hatte, lagen leblos da, eingetreten in das letzte große Schweigen. Es war Richard Scott, der eine kurze Untersuchung der Toten vornahm. Seine eisernen Nerven bewiesen sich auch in dieser Krise. Nach einem ersten Schrei des Schmerzes war er wie immer gewesen. Vorsichtig ließ er seine Frau wieder ins Gras zurückgleiten. »Von hinten erschossen«, sagte er knapp. »Die Kugel ist direkt durch sie hindurchgegangen.«

Dann kümmerte er sich um Jimmy Allenson. Die Wunde befand sich in der Brust, die Kugel steckte noch im Körper.

John Porter mischte sich ein. »Es sollte nichts berührt werden«, sagte er ernst. »Die Polizei muss es sehen, wie es ist.«

»Die Polizei!«, sagte Richard Scott. In seinen Augen blitzte ein Funke auf, und er sah zu der Frau bei der Hecke hinüber. Er machte einen Schritt in ihre Richtung, doch Porter trat vor ihn, als wollte er ihm den Weg verstellen. Einen Augenblick schien es, als würden die beiden Freunde ein Duell mit den Augen ausfechten.

Sehr langsam schüttelte Porter den Kopf. »Nein, Richard«, sagte er. »Es sieht zwar so aus – aber du täuschst dich!«

Es bereitete Scott Mühe, zu sprechen. Immer wieder befeuchtete er sich mit der Zunge die Lippen. »Aber warum«, sagte er, »warum hat sie das Ding in der Hand?«

Im gleichen ausdruckslosen Ton wie vorhin wiederholte Iris Staverton: »Ich habe sie aufgehoben.«

»Die Polizei«, sagte Unkerton und erhob sich. »Wir müssen die Polizei holen – sofort! Würden Sie wohl anrufen, Scott? Jemand sollte hier Wache halten. Ja, ich finde, jemand sollte hier bleiben.«

Auf seine ruhige, feine Art erbot sich Mr Sattersway, diese Aufgabe zu übernehmen. Sein Gastgeber nahm das Anerbieten mit sichtlicher Erleichterung an. »Die Damen!«, rief er. »Ich muss den Damen die Nachricht überbringen, Lady Cynthia und meiner Frau.«

Mr Sattersway blieb im »Verschwiegenen Garten« allein zurück und blickte auf die Tote hinab, die einmal Moira Scott gewesen war. Armes Kind, dachte er, armes Kind!

Er erinnerte sich an das Sprichwort, dass der schlechte Mensch immer überlebte. Denn war Richard Scott nicht in gewisser Weise für den Tod seiner unschuldigen Frau verantwortlich? Vermutlich würde Iris Staverton gehängt werden – der Gedanke gefiel ihm nicht sehr –, aber war es nicht zumindest teilweise die Schuld des Mannes? Das Schlechte, das Menschen tun können…

Und die junge Frau, diese unschuldige junge Frau, hatte dafür bezahlt.

Mit großem Mitleid sah er auf sie hinunter, auf ihr kleines Gesicht, so blass und sorgenvoll und trotzdem mit dem Anflug eines Lächelns um ihre Lippen: auf das wirre goldrote Haar, das zarte Ohr. Ein kleiner Blutfleck war auf dem Ohrläppchen zu erkennen. Mit dem Gefühl, dass er in gewisser Weise den Detektiv spielte, überlegte Mr Sattersway, dass er von einem Ohrring stammen musste, der durch den Sturz abgerissen worden war. Er reckte den Hals. Ja, er hatte sich nicht getäuscht. Im anderen Ohr steckte ein kleiner Perlohrring.

Armes Kind, dachte er wieder, armes Kind!

»Also, Sir!«, sagte Inspektor Winkfield.

Sie befanden sich in der Bibliothek. Der Inspektor, ein gerissen wirkender, kräftiger Mann von über vierzig, war zum Abschluss seiner Nachforschungen gekommen. Er hatte die meisten Gäste verhört und sich eine ziemlich genaue Meinung über den Fall gebildet. Er hatte sich Major Porters und Mr Sattersways Bericht angehört. Mr Unkerton saß zusammengesunken in einem Sessel und starrte mit vorquellenden Augen die gegenüberliegende Wand an.

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