Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
The Mysterious Mr Quin - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

The Mysterious Mr Quin

Электронная книга - «The Mysterious Mr Quin». Краткое содержание книги:

Der undurchdringliche Mr. Quin, der Gentleman mit dem Gespür für Dinge, die nicht ganz sauber sind, und sein kauziger Gehilfe, Mr. Sattersway, scheinen auf den ersten Blick ein unmögliches Gespann zu sein. Und doch lösen die beiden Fälle, wie sie sich nur eine Agatha Christie ausdenken kann.
Und nur eine Agatha Christie bringt es fertig ihren Geschichten so brilliante Pointen aufzusetzen . . .
The Mysterious Mr Quin was first published in 1930.
Aus dem Englischen von Günter Eichel, Rolph Gail, Adi Oes und Ute Forsyte-Jauch.
1 ... 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
Перейти на страницу:

Er schüttelte den Kopf, erinnerte sich dann plötzlich an seine Pflichten und ging hinaus.

»Eine düstere Geschichte«, wiederholte Mr Quin leise.

Seine Stimme klang in Mr Sattersways Ohren nach Herausforderung. »Wollen Sie behaupten, dass wir einen Fall klären können, bei dem sogar Scotland Yard aufgeben musste?«, fragte er.

Der andere machte eine charakteristische Geste.

»Warum nicht? Die Zeit vergeht. Nach drei Monaten sieht vieles anders aus.«

»Es ist schon merkwürdig, dass Sie glauben, im Nachhinein sehe man die Dinge besser als in der Gegenwart«, meinte Mr Sattersway zögernd.

»Je mehr Zeit verstrichen ist, umso schärfer zeigt sich alles in den richtigen Proportionen. Die eigentlichen Zusammenhänge werden deutlich.«

Für einige Minuten entstand ein Schweigen.

»Ich bin nicht sicher, dass ich mich noch genau an die Fakten erinnere«, sagte Mr Sattersway langsam.

»Doch, ich glaube schon«, erwiderte Mr Quin ruhig.

Auf diese Ermunterung hatte Mr Sattersway eigentlich nur gewartet. Meist fiel ihm im Leben die Rolle des Zuhörers und Zuschauers zu. Nur in Mr Quins Gesellschaft waren die Rollen vertauscht. Hier war Mr Quin der aufmerksame Zuhörer, und Mr Sattersway stand im Rampenlicht.

»Vor etwa einem Jahr ging Ashley Grange in den Besitz von Miss Eleanor Le Couteau über«, begann er. »Es ist ein wunderschönes, altes Haus, aber es war vernachlässigt und stand viele Jahre leer. Es hätte keine bessere Besitzerin finden können. Miss Le Couteau war Frankokanadierin. Ihre Vorfahren waren während der Französischen Revolution hinüber geflüchtet und hatten ihr eine Sammlung fast unbezahlbarer französischer Antiquitäten hinterlassen. Sie kaufte und sammelte selbst und hatte einen sehr guten und sicheren Geschmack. Das zeigte sich, als sie nach der Tragödie Ashley Grange samt der Einrichtung verkaufen wollte. Mr Cyrus G. Bradburn, der amerikanische Millionär, fackelte nicht lange und bezahlte ihr für das ganze Anwesen samt Möbeln und allem den fantastischen Preis von sechzigtausend Pfund.«

Mr Sattersway machte eine Pause. »Das ist zwar nicht wichtig für die Geschichte«, räumte er ein, »aber nützlich, um sich die Situation in Erinnerung zu rufen, sozusagen die Atmosphäre um die junge Mrs Harwell.«

Mr Quin nickte. »Atmosphäre ist immer wichtig«, warf er bedeutungsvoll ein.

»So bekommen wir ein Bild von dieser jungen Frau«, fuhr der andere fort. »Erst dreiundzwanzig, dunkelhaarig, schön, gebildet und reich – das dürfen wir nicht vergessen! Sie war Waise. Und Mrs St. Clair, eine Dame bester Herkunft, lebte als Gesellschafterin bei ihr. Eleanor Le Couteau hatte die alleinige Verfügungsgewalt über ihr Vermögen, und an Glücksrittern fehlte es nie. Mindestens ein Dutzend junge Habenichtse riss sich um sie bei jeder Gelegenheit, beim Jagen, auf Bällen, wo immer sie auftauchte. Der junge Lord Leccan, die beste Partie weit und breit, bat sie um ihre Hand, aber sie wollte lieber ungebunden bleiben. Das heißt, bis Captain Richard Harwell auftauchte.

Captain Harwell war im hiesigen Gasthof zur Jagdzeit abgestiegen. Er war ein glänzender Reiter, ein gut aussehender, strahlender Teufelskerl von einem Mann. Erinnern Sie sich an den alten Spruch ›Jung gefreit hat noch niemand gereut‹? Das Sprichwort hat sich hier wenigstens teilweise bewahrheitet. Schon nach zwei Monaten waren Richard Harwell und Eleanor Le Couteau verlobt.

Die Hochzeit folgte drei Monate später. Das glückliche Paar fuhr auf eine zweiwöchige Hochzeitsreise ins Ausland und kehrte dann zurück, um sich in Ashley Grange niederzulassen. Der Wirt hat uns eben gesagt, dass sie in einer Gewitternacht wie dieser zurückkehrten. Vielleicht ein Omen, wer weiß? Auf jeden Fall wurde am folgenden Morgen – etwa um halb acht – Captain Harwell von einem der Gärtner, John Mathias, gesehen, wie er im Garten umherging. Er war barhäuptig und pfiff. Da haben wir ein Bild von Sorglosigkeit, von heiterem Glück. Und doch wurde von diesem Augenblick an Captain Richard Harwell nie wieder gesehen, soviel man weiß.«

Mr Sattersway machte eine Pause. Er genoss die Dramatik des Augenblicks sichtlich. Mr Quins bewundernder Blick zollte ihm den notwendigen Tribut, und er fuhr fort:

»Dieses Verschwinden war auffallend – unerklärlich. Erst am nächsten Tag benachrichtigte seine Frau beunruhigt die Polizei. Wie Sie wissen, ist es nicht gelungen, das Rätsel zu lösen.«

»Vermutlich gab es einige Theorien?«, fragte Mr Quin.

»Ach, massenhaft! Theorie Nummer eins war, dass Captain Harwell ermordet wurde. Aber wo war dann die Leiche? Sie konnte sich kaum in Nichts aufgelöst haben. Und abgesehen davon, aus welchem Grund? Soweit bekannt, hatte Captain Harwell keinen einzigen Feind auf der Welt.«

Er hielt plötzlich inne, als sei er unsicher geworden: »Stephen Grant, falls ich mich richtig erinnere, hatte sich um Captain Harwells Pferde zu kümmern und war wegen einer Bagatelle von seinem Herrn entlassen worden. Am frühen Morgen nach der Rückkehr des Paares wurde Stephen Grant in der Nähe von Ashley Grange beobachtet, konnte aber keinen triftigen Grund für seine Anwesenheit angeben. Er wurde von der Polizei verhaftet wegen Verdachts auf Beteiligung am Verschwinden von Captain Harwell, aber man konnte ihm nichts nachweisen und musste ihn laufen lassen. Vielleicht hat er sich tatsächlich für seine Entlassung an Captain Harwell rächen wollen, aber als Motiv war dies zweifellos zu schwach. Vermutlich musste die Polizei einfach etwas unternehmen. Sie sehen, wie ich eben sagte, dass Captain Harwell nicht einen Feind auf der Welt hatte.«

»Wir kennen jedenfalls keinen«, berichtigte ihn Mr Quin nachdenklich.

Mr Sattersway nickte. »Darauf kommen wir noch. Was wissen wir denn überhaupt von Captain Harwell? Als die Polizei Nachforschungen über seine Vergangenheit anstellte, fand man nur äußerst wenig heraus. Wer war Richard Harwell? Wo kam er her? Er war wie aus dem Nichts aufgetaucht, wie es schien, ein hervorragender Reiter und offenbar gut betucht. In Kirtlington Mallet hatte sich niemand die Mühe genommen, Näheres über ihn zu erfahren. Miss Le Couteau hatte keine Eltern oder Verwandte, die in der Vergangenheit ihres Verlobten herumschnüffeln konnten. Sie war ihr eigener Herr und Meister. Die Polizei ließ da keinen Zweifel aufkommen. Ein reiches Mädchen und ein frecher Hochstapler, das alte Lied!

Aber ganz so war es nicht. Es stimmt, dass Miss Le Couteau keine Eltern oder Verwandte hatte, aber sie wurde von ausgezeichneten Anwälten in London beraten, die alles Geschäftliche für sie erledigten. Das macht die Geschichte noch verwirrender. Eleanor Le Couteau wollte ihrem zukünftigen Mann sofort eine Summe überschreiben, aber er schlug sie aus mit der Begründung, er habe keine finanziellen Sorgen. Es gab stichhaltige Beweise, dass Harwell nie einen Penny von seiner Frau bezog. Ihr Vermögen blieb unangetastet.

Er war also kein alltäglicher Schwindler, aber möglicherweise hatte er eine raffinierte Taktik. Vielleicht wollte er mit Erpressung drohen, sobald Eleanor Harwell später einen anderen Mann zu heiraten beabsichtigte. Ich gebe zu, dass mir diese Möglichkeit immer am glaubhaftesten erschien. Jedenfalls bis heute Abend.«

Mr Quin lehnte sich vor und fixierte ihn. »Bis heute Abend?«

»Seit heute Abend bin ich damit nicht mehr zufrieden. Wie konnte er zu dieser Tageszeit so plötzlich und spurlos verschwinden, wo alle Leute zur Arbeit unterwegs waren? Und auch noch barhäuptig?«

1 ... 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)