Im Anfang war der Mord
- Автор: Джордж Элизабет
- Год: 2005
- Язык: немецкий
- Год: Goldmann Verlag
- ISBN: 3442459532
- Переводчик: Mechtild Sandberg-Ciletti
- Жанр: Другие детективы
Электронная книга - «Im Anfang war der Mord». Краткое содержание книги:
Erstmals präsentiert sich hier Bestsellerautorin Elizabeth George,»die Meisterin des englischen Kriminalromans «als Herausgeberin: 26 spannende und raffinierte Kriminalgeschichten von den besten Autorinnen der Welt, wie Dorothy L. Sayers, Ruth Rendell, Sara Paretsky, Minette Walters, Marcia Muller, Nadine Gordimer, Joyce Carol Oates und vielen anderen. Mit einer Einführung von Elizabeth George!
«Ich habe Murray am Samstagabend von Little Rock aus angerufen. Als er hier nichts herausfand, machte ich mich auf nach North Carolina. Nach Havelock, wo Griffen und Lewis Caudwell aufwuchsen und wo Mrs.
Caudwell immer noch lebt. Ich habe das Haus gesehen, wo Griffen wohnt, und mit dem Arzt gesprochen, bei dem Mrs. Caudwell in Behandlung ist, und — « «Sie sind ja wirklich ein Superschnüffler«, meinte Steve.
«Superschnüffler, Superschnüffler«, sang Deborah.»Ihr eigenes Leben ist wohl nicht aufregend genug, da müssen Sie noch in der Scheiße von anderen Leuten rumwühlen.« «Ja, über Sie beide haben mir die Nachbarn auch was erzählt.« Victoria sah sie mit verächtlicher Nachsicht an.»Sie waren ein zweiköpfiges Wolfsrudel; die meisten ihrer Mitmenschen versetzen Sie in Angst und Schrecken, seit Sie drei Jahre alt sind. Aber die Leute in Havelock haben immer bewundert, wie Sie sich für Ihre Mutter einsetzen.
Sie beide meinten, Ihr Vater hätte sie in die Tablettensucht getrieben und dann einfach hängen lassen. Also haben Sie ihr zuletzt verordnetes Beruhigungsmittel mitgebracht, und dann konnte es losgehen — Sie mussten nur noch entscheiden, wann Sie es ihm verpassen sollten.
Dr. Herschels Wutanfall wegen der Skulptur kam Ihnen gerade gelegen. Sie dachten, dass Ihr Vater sie von Ihrem Onkel gestohlen hatte — also war es nur logisch, dass Sie sie an Ihren Onkel zurückschickten und Dr. Herschel die Geschichte ausbaden ließen.« «So war es gar nicht«, sagte Steve mit hektischen roten Flecken auf den Wangen.
«Wie war es denn dann, Bürschchen?«, McGonnigal stand nun direkt neben ihm.
«Red nicht mit ihnen — die legen dich rein!«, kreischte Deborah.
«Die Superschnüfflerin mit ihrer Bullensau.« «Sie — ich meine, Mommy hat uns echt geliebt, bevor Daddy sie dazu gebracht hat, dieses ganze Zeug zu nehmen. Dann ist sie weggegangen. Wir wollten bloß, dass er sieht, wie das ist. Wir haben angefangen, ihm Beruhigungsmittel in den Kaffee zu schütten. Wir wollten sehen, ob er bei einer Operation pfuscht und sich damit das Leben ruiniert. Aber wie er dann nach dieser bescheuerten Party im Arbeitszimmer geschlafen hat, haben wir uns gedacht, wir lassen ihn einfach seine Operation am nächsten Morgen verpennen. Schlafe süß in alle Ewigkeit, wissen Sie, es war ja so einfach. Wir haben es mit seiner eigenen Harvard-Krawatte gemacht. Ich hatte die Schnauze so voll, immer diese Sprüche wie
›Morgenstund hat Gold im Mund‹. Und die Skulptur haben wir an Onkel Grif geschickt. Da hat die Superschnüfflerin sie wahrscheinlich gefunden. Jetzt kann er sie verkaufen, und Mutter kann wieder gesund werden.« «Grandpa hat sie den Juden geklaut, und Daddy hat sie Grif geklaut, da dachten wir uns, dann klauen wir sie doch einfach von Daddy«, rief Deborah. Sie lehnte ihren Blondschopf gegen den ihres Bruders und kreischte vor Lachen.
Max betrachtete Lottys Beine, als sie sich auf die Zehenspitzen stellte, um nach einem Cognacschwenker zu greifen. Kurz waren sie und muskulös, weil sie damit schon seit Jahren in Höchstgeschwindigkeit von einem Ort zum anderen raste. Sie waren vielleicht nicht so grazil wie die langen Beine moderner junger Amerikanerinnen, aber ihm waren sie lieber. Er wartete, bis sie wieder sicher auf dem Boden stand, bevor er ihr seine Neuigkeit mitteilte.
«Die Kommission hat gerade Justin Hardwick zum letzten Vorstellungsgespräch für den Posten des Chefarzts eingeladen.« «Max!«Sie wirbelte herum, und in ihren Augen funkelte bengalisches Feuer.»Ich kenne diesen Hardwick, der ist ein zweiter Caudwell. Der will bloß Ausgaben kürzen und keine bedürftigen Patienten aufnehmen. Das lasse ich nicht zu.« «Wir haben ja schon dich und Gioia und noch ein Dutzend andere, die uns so viele bedürftige Patienten bringen, dass wir die nächsten fünf Jahre nicht überstehen, wenn es so weitergeht wie bisher. Ich denke, das ist jetzt ein Balanceakt. Wir brauchen jemanden, der das Krankenhaus am Leben hält, damit du mit Arthur so praktizieren kannst, wie du willst. Und wenn Hardwick erfährt, was mit seinem Vorgänger passiert ist, wird er den Teufel tun und sich mit unserer Haustigerin anlegen.« «Max!«Sie war gleichzeitig verletzt und verwundert.
«Ach, verstehe, das soll ein Witz sein. Ich finde das nicht besonders witzig.« «Mein Liebes, wir müssen lernen, darüber zu lachen, anders werden wir es nie schaffen, uns unsere schrecklichen Fehleinschätzungen zu verzeihen. «Er trat zu ihr und legte ihr den Arm um die Taille.»Und wo ist jetzt die große Überraschung, die du mir zeigen wolltest?« Sie sah ihn schelmisch an — Trotzkopf Lotty, genau wie damals mit achtzehn, als er sie kennen gelernt hatte. Er nahm sie fester in den Arm und folgte ihr ins Schlafzimmer. In einer Vitrine in der Ecke, mit eingebautem Feuchtigkeitskontrollgerät, stand die Andromache von Pietro.
Max betrachtete ihr schönes, gequältes Gesicht. Ich verstehe deinen Kummer, schien sie ihm zu sagen. Ich verstehe deine Trauer um deine Mutter, deine Familie, deine Geschichte, aber du darfst jetzt loslassen, in der Gegenwart leben und auf die Zukunft hoffen. Das ist kein Verrat.
Tränen brannten ihm in den Augen, doch er fragte:»Wie bist du dazu gekommen? Soviel ich weiß, wollte die Polizei sie unter Verschluss halten, bis die Anwälte Caudwells Nachlass geregelt hätten.« «Victoria«, sagte Lotty knapp.»Ich habe ihr mein Problem geschildert, und sie hat sie mir besorgt. Unter der Bedingung, dass ich nicht frage, wie sie es gemacht hat.
Und, Max, du weißt verdammt genau, dass es nicht Caudwell war, der darüber zu verfügen hatte.« Diese Entscheidung stand allein Lotty zu. Schließlich gehörte ihr die Skulptur ja. Max fragte sich kurz, wie Joseph II. überhaupt zu ihr gekommen war. Und was hatte Lottys Urururgroßvater dem Kaiser dafür wohl für einen Gefallen getan? Max sah in Lottys Tigerinnenaugen und behielt diese Überlegungen für sich. Stattdessen untersuchte er Hektors Fuß, wo man sorgfältig den Kleber weggekratzt hatte und die alte Macke wieder deutlich zu sehen war.
Die ganze Zeit Angst
von NANCY PICKARD
Nancy Pickard (*1945) wurde in Kansas City, Missouri, geboren, absolvierte die Missouri School of Journalism und arbeitete einige Zeit als Berichterstatterin und Redakteurin, bevor sie sich ganz der freien Schriftstellerei zuwandte. Ihre Serie über Jenny Cain, Stiftungsdirektorin in einer Kleinstadt in Massachusetts, begann mit der Taschenbuch-Originalausgabe Generous Death (1984) und gelangte dann mit dem dritten Buch unter dem Titel No Body (1986) als gebundene Ausgabe zu höheren Ehren. Anfangs bekannt für ihren Humor, wurden die Cains-Romane allmählich düsterer in Ton und Inhalt. In einem Interview mit Robert J. Randisi (Speaking of Murder, Band II, 1999) erläuterte Pickard den Grund dafür, wobei sie sich Susan Wittig Alberts Begriff der» Mega-Buch-Detektivserie «bediente:»ein neues Phänomen … das eine Romanserie beschreibt, die im Grunde aus einem einzigen langen Buch besteht. Jeder Roman in der Serie ist wie ein ›Kapitel‹ im Mega-Buch.« Anders als in den Serien von Autoren wie Agatha Christie oder John D. MacDonald, in denen sich die Detektive vom Schlage einer Miss Marple und eines Travis McGee von Buch zu Buch eigentlich immer gleich bleiben,»kann man in einer ›Mega-Buch‹-Serie nicht darauf zählen, dass das folgende Buch dem vorhergegangenen sonderlich ähnelt… Es ist eher wie im echten Leben (falls … ein Amateurdetektiv überhaupt wie im echten Leben ist), denn der Protagonist durchläuft echte Wandlungen…
Während wir (und sie) reifen, gewinnen die Dinge mit der Zeit einen wesentlicheren Charakter, eine Gewichtigkeit, die bisweilen eine Stimmung von größerer ›Düsternis‹ vermitteln kann.« In mehreren Büchern, angefangen bei The 27 Ingredient Chili Con Carne Murders (1993), lässt Pickard eine gewisse Eugenia Potter auftreten, die bereits in drei Romanen der verstorbenen Virginia Rich erschien.