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Im Anfang war der Mord

Электронная книга - «Im Anfang war der Mord». Краткое содержание книги:

Ein exklusiver Cocktail aus dem Besten, was weibliche Kriminalliteratur zu bieten hat!
Erstmals präsentiert sich hier Bestsellerautorin Elizabeth George,»die Meisterin des englischen Kriminalromans «als Herausgeberin: 26 spannende und raffinierte Kriminalgeschichten von den besten Autorinnen der Welt, wie Dorothy L. Sayers, Ruth Rendell, Sara Paretsky, Minette Walters, Marcia Muller, Nadine Gordimer, Joyce Carol Oates und vielen anderen. Mit einer Einführung von Elizabeth George!
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Herschels Verhaftung am Dienstag befasse ich mich persönlich mit dem Fall.« Sie nahm einen Schluck Kaffee und stellte die Tasse mit Schwung auf den Tisch neben sich.»Ich kenne Dr.

Herschel schon fast zwanzig Jahre. Es ist unvorstellbar, dass sie so einen Mord begehen würde. Das hätte allen, die sie gut kennen, von vornherein klar sein müssen. Ich mache der Polizei keinen Vorwurf, aber andere hätten es eigentlich besser wissen müssen: Sie ist jähzornig. Ich behaupte nicht, dass ihr kein Mord zuzutrauen wäre — so etwas ist wohl jedem von uns zuzutrauen. Vielleicht hätte sie die Skulptur ja auch nehmen und Dr. Caudwell in ihrer Wut damit den Schädel einschlagen können. Es erscheint mir jedoch kaum glaubhaft, dass sie erst nach Hause ging, über die Ungerechtigkeit der Welt nachgrübelte, ein verschreibungspflichtiges Beruhigungsmittel einpackte und wieder an die Goldcoast zurückeilte, um einen Mord zu begehen.« Max spürte, wie er bei ihren Worten ganz heiße Wangen bekam. Er wollte schon etwas einwenden, hielt sich dann aber doch zurück.

«Dr. Herschel hat sich die ganze Woche geweigert, eine Aussage zu machen, aber als ich heute Nachmittag von meiner Erkundungsreise zurückgekehrt bin, hat sie sich endlich bereit erklärt, mit mir zu sprechen. Sergeant McGonnigal war dabei. Sie bestreitet nicht, abends um zehn noch einmal zu Dr.

Caudwells Wohnung zurückgekehrt zu sein — sie wollte sich für ihren Ausrutscher entschuldigen und ihn dazu bewegen, ihr die Skulptur zurückzugeben. Er antwortete nicht, als der Pförtner hinauftelefonierte, und auf einen Impuls hin ging sie um das Gebäude herum und zum Lieferanteneingang hinein. Sie wartete einige Zeit vor der Wohnungstür. Als er weder auf ihr Klingeln reagierte, noch nach Hause kam, ging sie gegen elf Uhr wieder weg. Die Kinder waren inzwischen natürlich in der Stadt unterwegs.« «Behauptet sie«, warf Gioia ein.

«Stimmt. «V.I. lächelte.»Ich will gar nicht abstreiten, dass ich parteiisch bin. Ich akzeptiere ihre Geschichte.

Und das umso mehr, als sie uns nur deswegen nicht schon vor einer Woche davon erzählt hat, weil sie selbst einen alten Freund schützen wollte. Sie meinte, vielleicht hätte dieser Freund Caudwell ihr zuliebe umgebracht, um die tödlichen Beleidigungen ihr gegenüber zu rächen. Erst als ich sie davon überzeugt hatte, dass dieser Verdacht ebenso unbegründet war wie — nun, die Anschuldigungen gegen sie selbst, hat sie eingewilligt, mit mir zu sprechen.« Max biss sich auf die Lippe und beschäftigte sich angelegentlich damit, den drei Frauen Kaffee nachzuschenken. Victoria wartete, bis er damit fertig war, bevor sie weitersprach.

«Als ich endlich ein genaues Bild davon hatte, was sich auf Caudwells Party abgespielt hatte, hörte ich von drei Leuten, die mit Caudwell noch ein Hühnchen zu rupfen hatten. Natürlich muss man immer nachfragen, wie groß dieses Hühnchen ist. Und genau damit habe ich das Wochenende verbracht. Ich kann Ihnen gleich verraten, dass ich dazu in Little Rock und in Havelock, North Carolina, gewesen bin.« Gioia begann wieder, mit den Münzen in seiner Tasche herumzuklimpern. Mrs. Caudwell sagte leise:»Grif, ich fühle mich ein bisschen schwach. Vielleicht sollte ich — « «Ab nach Hause mit dir, Mom«, rief Steve munter aus.

«Ein paar Minuten noch, Mrs. Caudwell«, sagte der Sergeant von der Tür aus.»Sie kann doch die Füße hochlegen, Warshawski.« Einen Augenblick hatte Max Angst, dass Steve oder Deborah Victoria angreifen würden, doch dann trat McGonnigal zum Sessel der Witwe hinüber, und die Kinder setzten sich wieder. Kleine Schweißperlen standen auf Griffens fast kahlem Kopf. Gioias Gesicht glänzte grünlich — wie Laub über seinem Redwood-Hals.

«Besonders auffällig fand ich«, fuhr Victoria ruhig fort, als hätte es keinerlei Unterbrechung gegeben,»was Caudwell zu Dr. Gioia gesagt hatte. Der Doktor war offensichtlich beunruhigt, aber die anderen Gäste waren so sehr von Lotty und der Skulptur in Anspruch genommen, dass sie es gar nicht bemerkten.

Also fuhr ich am Samstag nach Little Rock in Arkansas und suchte Paul Nierman auf, dessen Namen Caudwell Gioia gegenüber erwähnt hatte. Nierman und Gioia hatten vor fünfundzwanzig Jahren, als sie beide noch im Grundstudium waren, im selben Wohnheim gewohnt. Und er hatte für Dr.

Gioia die ersten Anatomie- und Physiologieprüfungen abgelegt, als bei Gioia die Gefahr bestand, dass er sie nicht bestehen würde. So konnte Gioia weiter im Footballteam bleiben.

Hm, das war natürlich ziemlich unappetitlich, vielleicht sogar ein Skandal. Aber anscheinend hat Gioia das Medizinstudium dann allein durchgezogen und auch alle seine Prüfungen bestanden. Ich glaubte daher nicht, dass die Kommission des Krankenhauses wegen dieses jugendlichen Fehlverhaltens seine Kündigung verlangen würde. Die Frage war jedoch, ob Gioia es glaubte und ob er Caudwell umgebracht haben könnte, um diesen daran zu hindern, es an die Öffentlichkeit zu tragen.« Als Victoria eine Pause machte, platzte der Immunologe heraus:»Nein, nein. Aber Caudwell — Caudwell wusste, dass ich gegen seine Einstellung war. Er und ich — wir unterschieden uns grundsätzlich in unserer Haltung zur Medizin. Und sobald er Niermans Namen erwähnte, wusste ich, dass er die Sache herausgefunden hatte und mich ewig damit quälen würde. Ich — ich bin am Sonntagabend noch mal zu seiner Wohnung zurückgegangen, um mit ihm darüber zu reden. Ich war entschlossener als Dr. Herschel und bin über die Küche hineingelangt, die er nicht abgeschlossen hatte.

Ich ging in sein Arbeitszimmer, aber er war schon tot.

Ich konnte es einfach nicht glauben. Ich hatte furchtbare Angst. Ich sah, dass er erdrosselt worden war, und — nun, jeder kann sehen, dass ich die Kraft dazu hätte. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Ich habe mich einfach aus dem Staub gemacht — seitdem renne ich eigentlich nur noch weg.« «Sie!«, rief McGonnigal aus.»Und wieso haben wir davon bis jetzt noch nichts erfahren?« «Weil ihr euch ja unbedingt auf Dr.

Herschel konzentrieren musstet«, sagte V.I. etwas giftig.»Ich wusste, dass er dort gewesen war, weil der Pförtner es mir gesagt hat. Und er hätte es dir auch gesagt, wenn du ihn danach gefragt hättest.« «Das ist ja furchtbar«, ließ sich Mrs.

Gildersleeve vernehmen.

«Ich werde gleich morgen bei der Kommission die Entlassung von Dr. Gioia und Dr. Herschel beantragen.« «Nur zu«, stimmte Victoria ihr freundlich zu.»Und sagen Sie auch gleich, dass Sie heute deswegen bei uns bleiben durften, weil Murray Ryerson vom Herald Star für mich hier in Chicago ein paar Nachforschungen angestellt hat. Er hat herausbekommen, dass Sie unter anderem deshalb so neidisch auf Caudwells Sammlung waren, weil sie bis über beide Ohren verschuldet sind. Ich werde Sie hier nicht öffentlich bloßstellen, indem ich verrate, wo Ihr ganzes Geld geblieben ist. Aber Sie mussten die Kunstsammlung Ihres Mannes verkaufen und eine dritte Hypothek auf Ihr Haus aufnehmen. Mit so einer wertvollen Skulptur ohne Dokumente wären Sie alle Probleme auf einen Schlag los gewesen.« Martha Gildersleeve versank in ihrem Zobel.»Sie wissen ja gar nichts über diese Sache.« «Murray hat mit Pablo und Eduardo gesprochen …

Mehr werde ich dazu nicht sagen. Jedenfalls hat Murray nachgeprüft, ob Gioia oder Mrs. Gildersleeve die Skulptur hat. Das war nicht der Fall, also — « «Sie waren in meinem Haus?«, kreischte Mrs. Gildersleeve.

V.I. schüttelte den Kopf.»Nicht ich. Murray Ryerson.« Sie warf dem Sergeant einen entschuldigenden Blick zu.

«Ich wusste, dass du mir nie einen Haussuchungsbefehl besorgen würdest, weil du ja schon jemanden verhaftet hattest. Und außerdem hättest du ihn auch nicht rechtzeitig bekommen.« Sie sah ihre Kaffeetasse an, merkte, dass sie leer war, und stellte sie wieder hin. Max nahm sie vom Tisch und füllte sie zum dritten Mal. Seine Fingerspitzen kribbelten vor Nervosität, so dass ein Teil des Kaffees auf seinem Hosenbein landete.

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