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Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
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Die Schuld, die er an den wenige Monate nach seiner Verhaftung im Gefängniß von Stein verstorbenen Andrea Ferrato nicht mehr hatte abtragen können, hätte er gern dessen Kindern entrichtet. Unglücklicherweise wußte er, trotz der großen Mühe, die sich seine Agenten gegeben hatten, immer noch nicht, was aus Luigi und seiner Schwester geworden war. Nach dem Tode ihres Vaters hatten Beide Rovigno und Istrien verlassen und sich somit zum zweiten Male einer Heimat beraubt. Wohin waren sie gegangen? Niemand konnte es wissen, Niemand wußte es zu sagen. Den Doctor betrübte sein Mißerfolg auf diesem Felde sehr. Doch gab er die Hoffnung noch nicht auf, die Kinder des Mannes wiederzufinden, der sich für ihn geopfert hatte und auf sein Betreiben wurden die Nachforschungen unermüdlich fortgesetzt.

Am selben Abend noch ging die Abfahrt von Statten. (S. 331.)

Peter’s sehnsüchtiger Wunsch war es, Frau Bathory nach Antekirtta kommen lassen zu können. Der Doctor aber, der aus dem vorgeschobenen Tode Peter’s gerade wie aus dem seinigen Nutzen ziehen wollte, machte ihm begreiflich, daß nur mit ganz besonderer Vorsicht zu Werke gegangen werden dürfte. Im Uebrigen wollte er warten, einerseits, bis sein Genesender so viele Kräfte gesammelt haben würde, um ihn in den vorbereiteten Feldzug begleiten zu können, andererseits, bis die Heirat Sarcany’s und Sarah’s – von deren Aufschiebung durch den erfolgten Tod der Frau Toronthal er Kenntniß hatte – vollzogen sein würde. Einer seiner Agenten in Ragusa gab ihm von allen dortigen Vorgängen Nachricht und überwachte ebenso sorgfältig das Haus der Frau Bathory als dasjenige im Stradone.

So lagen die Dinge. Der Doctor wartete mit Ungeduld darauf, daß die ganze Verzögerung zu Ende war. Wenn er auch noch nicht wußte, was aus Carpena geworden war, dessen Spur man, nachdem er Rovigno verlassen, verloren hatte, so konnten ihm doch Silas Toronthal und Sarcany nicht entgehen, die sich noch immer in Ragusa befanden.

Man kann sich denken, wie sehr der Doctor unter dieser ungünstigen Stellung der Parteien litt. Da kam, am 20. August, eine Depesche seines Agenten in Ragusa über Malta im Stadthause von Antekirtta an. Der Inhalt derselben besagte, daß Silas Toronthal mit Sarah und Sarcany abgereist und daß auch Frau Bathory

Als die Passagiere am folgenden Morgen das Deck betraten…(S. 332.)

mit Borik aus Ragusa verschwunden wären, ohne daß es möglich gewesen, zu entdecken, wohin sie gegangen.

Der Doctor konnte nun nicht länger zögern. Er ließ Peter zu sich kommen. Er verheimlichte ihm nichts von dem Gemeldeten. Was für ein Schlag war diese Nachricht für Peter! Seine Mutter verschwunden, Sarah von Silas Toronthal, wer weiß wohin, entführt und immer noch in den Händen Sarcany’s, woran er nicht zweifeln konnte.

»Wir werden morgen bereits abfahren, sagte der Doctor.

– Heute noch! rief Peter. Doch wo sollen wir meine Mutter finden?… Wo sie suchen?«

Er konnte diesen Gedanken nicht zu Ende führen. Der Doctor Antekirtt hatte ihn unterbrochen und zu ihm gesagt:

»Ich kann in diesen Vorfällen nur ein zufälliges Zusammentreffen gleicher Absichten erkennen. Wenn Silas Toronthal und Sarcany bei dem Verschwinden Deiner Mutter die Hand im Spiele gehabt haben, erfahren wir es noch zeitig genug. Diese beiden Schurken müssen wir vor allen Dingen aufsuchen.

– Wohin können sie sich gewandt haben?

– Nach Sicilien… vielleicht!«

Man wird sich erinnern, daß im Verlaufe des vom Grafen Sandorf im Wartthurme erlauschten Gespräches davon die Rede gewesen war, daß Sicilien der Schauplatz von Zirone’s erhabenen Thaten zu sein pflegte, auf den zurückzukehren er seinem Genossen vorgeschlagen hatte, wenn es eines Tages die Umstände erfordern würden. Der Doctor hatte diese Bemerkung ebenso wenig vergessen wie den Namen Zirone selbst. Es war ja nur ein schwacher Faden, an dem man sich hierbei halten konnte, doch da andere Merkzeichen fehlten, konnte er vielleicht auf die Fährte von Sarcany und Silas Toronthal verhelfen.

Die unverzügliche Abreise wurde also beschlossen. Pointe Pescade und Kap Matifu, davon benachrichtigt, daß sie den Doctor begleiten sollten, mußten sich reisefertig machen. Pointe Pescade erfuhr bei dieser Gelegenheit, wer Silas Toronthal, Sarcany und Carpena eigentlich wären.

»Drei Schufte! sagte er. Ich zweifelte nie daran.«

Dann wendete er sich an Kap Matifu:

»Du wirst jetzt auf die Scene treten.

Bald?

– Ja, aber warte Dein Stichwort ab.«

Am selben Abend noch ging die Abfahrt von Statten. Der »Ferrato«, stets fertig in See zu stechen, erhielt vollen Proviant und gefüllte Kammern; seine Compasse waren regulirt, um acht Uhr ging es unter Dampf.

Man zählt vom inneren Ende der großen Syrte bis zum südlichsten Punkte auf Sicilien, Kap Portio di Palo, ungefähr neunhundertfünfzig Seemeilen. Die flinke Dampf-Yacht, welche bei mittlerer Geschwindigkeit achtzehn Meilen in der Stunde zurücklegte, gebrauchte für diese Ueberfahrt höchstens anderthalb Tage.

Der »Ferrato«, der Kreuzer der Flotte von Antekirtta, war ein prächtiges Fahrzeug. In Frankreich, auf den Werften der Loire erbaut, konnte er nahe an fünfzehnhundert effective Pferdekräfte entwickeln. Seine nach dem System Belleville hergestellten Kessel – ein System, nach welchem die Tuben Wasser anstatt Feuer enthalten – hatten den Vorzug, wenig Kohlen zu verzehren, eine schnelle Dampfentwicklung zu erzeugen, und die Spannkraft des Dampfes bis auf vierzehn und fünfzehn Kilogramme zu erhöhen, ohne Gefahr einer Explosion. Dieser, von Neuem durch Rechauffeure eingesogene Dampf wurde dadurch ein mechanisches Mittel von zauberhafter Wirkung und ermöglichte der Yacht, obwohl sie weniger lang war als die großen Avisos der europäischen Geschwader, es ihnen an Schnelligkeit gleichzuthun.

Es braucht wohl kaum noch gesagt zu werden, daß der »Ferrato« mit einem Comfort ausgestattet war, der seinen Passagieren jede Bequemlichkeit gewährte. Er führte überdies vier Hinterlader-Stahlgeschütze, die über die Brustwehr schossen, zwei Revolver-Kanonen nach dem System Hotchkiß und zwei Gatlings-Mitrailleusen; ferner am Bug ein Jagdrohr, das auf sechs Kilometer ein kegelförmiges Geschoß von dreizehn Centimetern schleudern konnte.

Der Stab des Schiffes bestand aus einem Kapitän, Namens Köstrik, einem Dalmatiner von Geburt, einem zweiten und zwei Lieutenants; zur Bedienung der Maschine waren da ein erster und zweiter Mechaniker, vier Heizer und zwei Gehilfen; die Equipage bestand aus dreißig Matrosen unter der Leitung eines Meisters und zweier Quartiermeister; den Dienst in der Küche und in den Salons versahen zwei Küchen-Chefs und drei Saïks, welche die Dienerschaft vorstellten – im Ganzen befand sich ein Personal von vier Officieren und dreiundvierzig Mann an Bord.

In den ersten Stunden ließ sich die Ausfahrt aus dem Golfe der Sidra ganz günstig an Obwohl ein widriger Wind wehte – eine ziemlich frische Brise aus Nordwesten – konnte der Kapitän den »Ferrato« auf eine ganz annehmbare Schnelligkeit bringen; doch unmöglich war es, das Tuch zu entfalten, die Fock-, Vorstags-und viereckigen Segel des Fockmastes und die einseitig angeschlagenen Segel des Haupt-und Besanmastes.

Während der Nacht konnte der Doctor und Peter in den beiden Cabinen, die nebeneinander lagen, und Pointe Pescade und Kap Matifu in den Cabinen unter Vorderdeck ungestört ausruhen, die Bewegungen der Dampf-Yacht, welche diejenigen eines jeden guten Seglers waren, brauchten sie nicht zu beunruhigen. Um wahrhaftig zu sein, muß gesagt werden, daß der Schlaf den beiden Freunden nicht abging, während der Doctor und Peter, eine Beute der lebhaftesten Sorgen, kaum etwas ruhten.

Als die Passagiere am folgenden Morgen das Deck betraten, waren in den zwölf Stunden seit der Abfahrt von Antekirtta bereits mehr als hundertzwanzig Meilen durchmessen. Der Wind wehte noch aus derselben Richtung mit wachsender Heftigkeit. Die Sonne hatte sich über einem Horizonte erhoben, der Sturm verkündete und die schon drückende Luft ließ den bevorstehenden Kampf der Elemente ahnen. Pointe Pescade und Kap Matifu wünschten dem Doctor und Peter einen guten Morgen.

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