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Eine letzte Breitseite: Kommodore Bolitho im östlichen Mittelmeer

Электронная книга - «Eine letzte Breitseite: Kommodore Bolitho im östlichen Mittelmeer». Краткое содержание книги:

1798 — vor Korfu und Alexandria: Unter der Führung seines Flaggschiffs «Lysander» kreuzt Kommodore Richard Bolitho durch das Mittelmeer, während sich die französische Flotte vor Korfu sammelt. Bald ist er sich über die Absichten des Feindes im klaren: Die Franzosen wollen die Eroberung Ägyptens und damit den Zugang zum reichen Indien.
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Bolitho beugte sich über die Bordwand und sah einen hageren Offizier, einen Arm in der Schlinge, die Uniform blutüberströmt, der mit schmerzverzerrtem Gesicht zu ihm aufschaute.

«Der Kommodore. «Er hob die Hand, und der Begleiter des französischen Offiziers erwiderte den Gruß.»Ich weiß, wie es ist, wenn man verloren hat. Und was er in diesem Augenblick denkt. «Schroff wandte er sich ab.»Sobald wir klar zum Auslaufen sind, wünsche ich einen ausführlichen Bericht von Captain Probyn.»

«Aye. «Herrick spürte Bolithos Verbitterung, seinen Zorn.

Wieder sah Bolitho ihn an.»Aber jetzt soll mir nichts mehr die Freude an unserem Wiedersehen verderben, mein Freund!«Er lächelte, weil er sich in seiner Erschöpfung so hilflos vorkam.»Ich habe Ihnen übrigens Grüße auszurichten, Thomas. Von einer entzückenden Frau, die sich schon jetzt darauf freut, Sie in Kent willkommen zu heißen.»

Herrick geriet ins Stottern.»Verflucht — Pardon, Sir — ich…»

Dann grinste er.»Sie haben sie also kennengelernt?»

«Das sagte ich ja gerade, Thomas. «Er nahm ihn beim Arm.»Ich hoffe bei Ihrer Hochzeit dabei zu sein, so wie Sie bei. «Er hielt inne und wandte den Blick ab.

«Es wird mir eine große Ehre sein, Sir — falls es dazu kommt.»

Jetzt stürmte Veitch auf das Achterdeck, das Lachen und die Späße, die seinen wilden Auftritt begrüßten, mit fröhlichem Grinsen erwidernd.

Herrick freute sich.»Noch ein alter Lysander ist wieder zu Hause, Sir. Aber wenn Sie nichts dagegen haben, möchte ich ihn sofort zum Ersten Offizier befördern. Mr. Fitz-Clarence kann die Korvette übernehmen und Mr. Gilchrist den französischen Vierundsiebziger. Jedenfalls bis zu einer endgültigen Regelung.»

«Wie gesagt, Thomas, Sie sind der Flaggkapitän. Ihre Ansichten sind auch die meinen, wir haben es beide nur nicht gewußt, glaube ich. Aber was wird Captain Javal hinsichtlich seiner Offiziere dazu sagen?»

Herrick lächelte.»Wir haben uns nach dem Gefecht von Bord zu Bord verständigt, Sir. Er ist ohne Verluste durchgekommen, aber — «, er sah Bolitho in die Augen — ,»wir haben nur die eine Fregatte. Sie muß besser sein als jede feindliche Fregatte, auf die sie treffen könnte. Und Javal ist sowieso zufrieden, wenn er Prisengeld kriegt.»

Er wurde wieder ernst, als Fitz-Clarence eilig herbeikam und offensichtlich eine Menge Fragen hatte.»Wenn Sie mich bitte entschuldigen wollen, Sir?«sagte er.

Dann trat Pascoe herzu.»Ein seltsames Gefühl, wieder hier zu sein«, sagte er nachdenklich.

Bolitho nickte.»Für dich ganz besonders, Adam.»

Überraschung sprach aus Adams dunklen Augen.»Wieso gerade für mich?»

«Gilchrist und Fitz-Clarence sind vorläufig Prisenkommandanten — «, jetzt erhellte sich Pascoes Miene, denn er begriff — ,»da rückst du gleich zwei Stufen auf und bist Vierter Offizier. Mit achtzehn ist das ganz beachtlich.»

Guthrie fiel ihm dabei ein, Farquhars Zweiter. Wenigstens verdankte Pascoe seine Beförderung nicht dem Tod eines anderen oder war in eine solche Lücke getreten, wie sie Guthrie hinterlassen hatte, dessen Geist sich im Grauen der Schlacht verdunkelt hatte. Bolitho dachte auch an Probyn, der schon als Leutnant ein Trinker gewesen war. Wenn der am Tod all jener schuld war, die heute umgekommen waren, dann gab es keine Entschuldigung und keine höhere Stelle, die ihn retten konnte.

Er sah Pascoes veränderte Miene und wußte, daß man ihm seinen Zorn auf Probyn ansah.»Du hast es verdient und noch viel mehr«, sagte er und wandte sich um, denn eben kam ein Boot der Lysander mit der weißen Parlamentärsflagge vorbei.»Dein Vater wäre stolz auf dich gewesen.»

Damit ging Bolitho zu Herrick hinüber, der am Decksgang stand. Pascoes Gesicht konnte er nicht sehen, doch er wußte, daß er ihm soeben eine größere Belohnung gegeben hatte, als es die Beförderung war.

Bolitho saß in seiner Kajüte am Arbeitstisch und schrieb, als Herrick eintrat. Es war jetzt eine volle Woche her, daß sie Korfu mit seinen bitteren Erinnerungen hinter sich gelassen hatten. Auf Südund Ostkurs waren sie durch die zahllosen griechischen Inseln gesteuert und hatten schließlich einen sicheren Ankerplatz gefunden, wo sie die Schäden reparieren konnten.

Für die Jahreszeit war das Wetter überraschend schlecht. Wenn Bolitho mit intaktem Geschwader nach Syrakus zurückkehren wollte, dann mußte er dafür sorgen, daß seine Schiffe die Reise auch aushielten.

Die Buzzard war erheblich beschädigt; sie hatte mehrere Einschüsse unter der Wasserlinie. Einmal, in einer heftigen Sturmbö, als das Segelbergen besonders schwierig gewesen war, hatte er gedacht, sie würde sinken. Aber Javal hatte seine Fregatte unter ungeheuren Strapazen für Schiff und Besatzung retten können.

Der eroberte Zweidecker, die Immortalite, hatte in den Böen ebenfalls einiges durchgemacht. Den Hauptteil ihrer Besatzung bildeten die Überlebenden der Osiris. Der Rest kam von allen anderen Schiffen des Geschwaders, und die Männer hatten noch keine Zeit gehabt, zu einer Einheit zusammenzuwachsen. Die behelfsmäßige Ruderanlage war zweimal gebrochen, bevor das Schiff wieder steuerbar wurde, und Bolitho konnte die Entschlossenheit und Ausdauer Gilchrists, ihres vorläufigen Kommandanten, nur bewundern. Herrick hatte sicherlich die richtige Wahl getroffen. Man konnte sich nur schwer vorstellen, wie das Schiff bei den Schäden und Materialverlusten, die es im Kampf erlitten hatte, ohne Gilchrist überhaupt durchgekommen wäre.

Lächelnd sah Bolitho auf, als Herrick hereinkam.»Setzen Sie sich, Thomas, und trinken Sie ein Glas Wein.»

Herrick nahm Platz und wartete, bis Ozzard ihm einen Becher gebracht hatte.

«Ich bin bei meinem Bericht«, sagte Bolitho.»Sobald das Wetter besser wird, soll Fitz-Clarence nach Syrakus und dann nach Gibraltar segeln. Meinen Sie, daß er das schafft?»

Herrick grinste über seinem Glas.»Der findet den Weg schon, Sir. «Er verzog das Gesicht, denn eben klatschte ein Guß Spritzwasser gegen die Fensterscheiben.»Aber das kann noch eine Weile dauern. Gott sei Dank, daß wir diese kleine Insel gefunden haben. Major Leroux hat Patrouillen an Land geschickt und sie anscheinend unbewohnt gefunden. Hier haben wir wenigstens Schutz, bis Gilchrist und Javal mit ihren Reparaturen ein Stück weiter sind.»

Bolitho sah auf seinen dicken Bericht hinunter.»Mr. Gilchrist macht sich sehr gut, Thomas. «Versonnen blickte er in der Kajüte umher; ihm war, als sähe er allerlei Gesichter.»Ich habe empfohlen, ihm bei erster Gelegenheit ein eigenes Schiff zu geben. Eine Brigg am besten, da lernt er die menschlichere Seite eines Kommandos kennen: ein kleines Schiff, auf dem es sehr viel zu tun gibt!»

«Danke, Sir, das freut mich. Ich weiß, Sie konnten ihn nicht ausstehen, und das war mir sehr unangenehm. Aber er hatte schwer zu klettern, bis er da war, wo er jetzt ist, und seine Zähigkeit imponiert mir.»

«Gewiß.»

Bolitho dachte an die Briefe, die er für den Depeschenbeutel geschrieben hatte. An Farquhars verwitwete Mutter und an andere, die in absehbarer Zeit erfahren würden, daß ein Ehemann oder Vater nicht mehr heimkehren würde.

Nach kurzem Schweigen sagte Herrick:»Mr. Grubb fürchtet, daß der Wind noch tagelang so ungünstig bleibt, vielleicht noch Wochen. Wir liegen aber hier ganz gemütlich, und da dachte ich, Sie wollten vielleicht jetzt die andere Angelegenheit erledigen.»

«Sie tun recht daran, mich zu erinnern«, erwiderte Bolitho. Vielleicht hatte er es bloß vor sich hergeschoben, weil er die Konfrontation scheute.»Captain Probyn soll morgen an Bord kommen, wenn wir nicht gerade Sturm haben.»

Herrick war offensichtlich erleichtert.»Ich habe seinen Bericht gelesen, Sir: in einer auf der Karte schlecht ausgezeichneten Durchfahrt ist er auf Grund gelaufen. Als ich die Nicator erreichte, saß sie auf einer Sandbank. Nicht schlimm, aber wir mußten immerhin einen Warpanker verwenden.»

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