Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие детективы » Im Anfang war der Mord
Im Anfang war der Mord - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Im Anfang war der Mord

Электронная книга - «Im Anfang war der Mord». Краткое содержание книги:

Ein exklusiver Cocktail aus dem Besten, was weibliche Kriminalliteratur zu bieten hat!
Erstmals präsentiert sich hier Bestsellerautorin Elizabeth George,»die Meisterin des englischen Kriminalromans «als Herausgeberin: 26 spannende und raffinierte Kriminalgeschichten von den besten Autorinnen der Welt, wie Dorothy L. Sayers, Ruth Rendell, Sara Paretsky, Minette Walters, Marcia Muller, Nadine Gordimer, Joyce Carol Oates und vielen anderen. Mit einer Einführung von Elizabeth George!
1 ... 75 76 77 78 79 80 81 82 83 ... 151
Перейти на страницу:

Hazel und Henry hörten es, und so erfuhren es natürlich alle. Damals sagte ihm Tina, sie würde sich scheiden lassen und sich ab sofort mit Miss Izzy zusammentun. Ich fürchte, mein Bruder ist ein ziemlich extremer Mensch – jedenfalls hat er ein extremes Temperament. Er hat sie bedroht — « «Aber die Polizei glaubt doch wohl nicht — «Jemima verstummte. Es war klar, was sie damit sagen wollte.

Coralie schwang die Beine vom Barhocker. Jemima reichte ihr die riesige Strohtasche mit dem Bogenschützen-Emblem, die sie sich in typischer Bo’länder Manier über die Schulter hängte.

«Wie hübsch«, bemerkte Jemima höflich.

«Die verkaufe ich in dem Hotel am North Point. Damit verdiene ich mir meinen Lebensunterhalt. «Die Bemerkung klang etwas scharf.»Nein«, fuhr Coralie rasch fort, bevor Jemima zu dem Thema noch etwas sagen konnte,»die Polizei glaubt es natürlich nicht, wie Sie es ausdrücken. Greg hätte vielleicht Tina angreifen können – aber Miss Izzy umbringen, wo er doch haargenau weiß, dass er seiner Exfrau dadurch ein Vermögen sichert? Nie und nimmer. Das würde nicht mal die Bo’länder Polizei glauben.« In jener Nacht traf Jemima Shore Joseph Archer wieder am Strand unter den Sternen. Der Mond hatte seit ihrer ersten Begegnung jedoch zugenommen und begann nun, einen silbernen Pfad auf das nächtliche Wasser zu werfen.

Anders als das erste war dieses Treffen nicht ungeplant.

Joseph hatte sie benachrichtigt, dass er Zeit habe, und sie hatten vereinbart, sich unten an der Bar zu treffen.

«Was halten Sie davon, wenn ich mit Ihnen eine Nachtfahrt rund um unsere Insel mache, Jemima?« «Nein. Machen wir es wie richtige Bo’länder, gehen wir am Strand spazieren. «Jemima wollte mit ihm allein sein, nicht an Reihen hell erleuchteter Touristenhotels vorbeifahren und dem unablässigen Rhythmus der Steelbands lauschen. Sie fühlte sich so verwegen, dass es ihr egal war, was Joseph von dieser Änderung des Plans hielt.

Eine Weile spazierten sie schweigend am Meer entlang, nur das sanfte Plätschern der Wellen war zu hören. Dann zog Jemima ihre Sandalen aus und hüpfte durch das warme, zurückweichende Wasser, und ein Weilchen später nahm Joseph sie an der Hand und führte sie wieder auf den Sandstrand. Der Wellengang wurde deutlich rauer, als sie die Spitze der ersten breiten Bucht umrundeten. Einen Augenblick blieben sie nebeneinander stehen, Joseph und Jemima, er den Arm kameradschaftlich um ihre Taille gelegt.

«Jemima, auch ohne jungen Mond wünsche ich mir — « Joseph verkrampfte sich plötzlich. Er ließ den Arm sinken, packte sie an der Schulter und wirbelte sie herum.»Herr im Himmel, sehen Sie das?« Seine heftige Bewegung ließ Jemima zusammenzucken.

Einen Augenblick wurde sie vom unstet glitzernden Mondlicht auf der dunklen Wasseroberfläche abgelenkt.

Fernab des Ufers waren Heerscharen weißer — silberner – Pferde zu sehen, wo hohe Wellen über eine Felsengruppe brachen. Sie glaubte, Joseph würde aufs Meer hinaus deuten. Dann sah sie die Lichter.

«Das Archer-Haus!«, rief sie.»Ich dachte, es wäre abgesperrt!« Es sah aus, als ergössen sich sämtliche Lichter des Hauses über die erhöhte Landzunge, auf der das Haus lag.

So hell war die Beleuchtung, dass man hätte meinen können, es fände ein großer Ball statt, als wären wie zu Zeiten von Gouverneur Archer Tausende von Kerzen angezündet. In einer melancholischen Anwandlung stellte Jemima sich vor, dass das Plantagenhaus in Miss Izzys Todesnacht so ausgesehen haben musste. Tina Archer und andere hatten bezeugt, mit welcher Hartnäckigkeit die alte Dame darauf bestanden hatte, dass ihr Haus niemals im Dunkeln lag. In der Nacht, in der ihr Mörder übers Meer gekommen war, musste sich ihm dieser Anblick geboten haben.

«Kommen Sie!«, sagte Joseph. Der kurze Moment der Unbeschwertheit — oder vielleicht der Liebe? — war vorüber. Er klang grimmig und entschlossen.

«Zur Polizei?« «Nein, zum Haus. Ich muss wissen, was dort vor sich geht.« Während sie fast über den Sand rannten, sagte Joseph:

«Dieses Haus hätte uns gehören sollen.« Uns: den Leuten von Bow Island.

Seit sie mit Coralie Harrison gesprochen hatte, fiel Jemima seine Unruhe wegen des Museums wieder verstärkt auf. Wie weit würde ein Mann — oder auch eine Frau — für eine Erbschaft wohl gehen? Und hier hatten sie es mit mehr als einer Art von Erbschaft zu tun. War ein Nationalerbe für manche Leute nicht ebenso wichtig wie für andere ein privates? Vor allem anderen war Joseph Archer patriotischer Bo’länder. Und am Morgen nach Miss Izzys Tod hatte er noch nichts von der Testamentsänderung gewusst. Das konnte sie selbst bezeugen. Würde ein Mann wie Joseph Archer, der den Aufstieg in seiner Welt durch pure Entschlossenheit geschafft hatte, sich wohl dazu entschließen, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen, um das Museum für seine Leute zu sichern, solange noch Zeit dazu war?

Doch die alte Dame umzubringen, die sich seiner angenommen hatte, als er noch ein Kind war? Sie totzuprügeln? Während Joseph hoch aufgerichtet im Mondlicht dahinschritt, wurde er für Jemima plötzlich zu einem vollkommenen und daher bedrohlichen Rätsel.

Sie hatten den Felsvorsprung erreicht, waren hochgeklettert und bis zur ersten Terrasse gekommen, als im Haus auf einmal sämtliche Lichter erloschen. Es war, als wäre ein einziger Schalter betätigt worden. Nun blieb nur noch das kalte, unheimliche Schimmern des Mondes über dem Meer hinter ihnen, das die wild überwucherten Büsche und hängenden Balustraden beleuchtete.

Joseph schritt jedoch unbeirrt weiter und half Jemima die steinernen Stufen hinauf, von denen einige uneben waren und tiefe Sprünge hatten. Im Dunkeln konnte Jemima undeutlich erkennen, dass die Fenster des Salons noch offen standen. Jemand musste dort drin sein, hinter den ramponierten, von Miss Izzys Blut befleckten Vorhängen aus rotem Brokat.

Joseph, der Jemima bei der Hand hielt, zog sie durch das mittlere Fenster herein.

Es ertönte ein kurzer Schrei, eine Art unterdrücktes Kreischen, dann folgte ein leises Geräusch, als ob im Dunkeln jemand über sie lachte. Gleich darauf wurden sämtliche Lichter gleichzeitig angeknipst.

Tina stand an der Tür, die Hand am Schalter. Sie trug einen weißen Kopfverband wie einen Turban — und lachte auch nicht, sondern schluchzte.

«Ach, ihr seid es, Jo-seph und Je-mi-ma Shore. «Zum ersten Mal fiel Jemima der Bo’länder Singsang in Tinas Stimme auf.»Ich hatte sol-che Angst.« «Alles in Ordnung, Tina?«, fragte Jemima hastig, um die Tatsache zu überspielen, dass sie selbst auch ganz schön Angst gehabt hatte. Die Atmosphäre wütender Anspannung zwischen den beiden Leuten im Raum, die so unterschiedlich aussahen, jedoch zufällig beide Archer hießen, war fast mit Händen zu greifen. Jemima fühlte sich praktisch zu dem Versuch verpflichtet, die Spannung zu lösen.»Sind Sie ganz allein hier?« «Die Polizei meinte, ich könnte herkommen. «Tina ignorierte die Frage.»Die sind hier mit allem fertig.

1 ... 75 76 77 78 79 80 81 82 83 ... 151
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)