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Im Anfang war der Mord

Электронная книга - «Im Anfang war der Mord». Краткое содержание книги:

Ein exklusiver Cocktail aus dem Besten, was weibliche Kriminalliteratur zu bieten hat!
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Sie hatte den verrückten Einfall, sich alles noch mal anders zu überlegen. Nur so eine Anwandlung, wissen Sie.

Aber das ist vorbei. Möge sie in Frieden ruhen, die liebe alte Miss Izzy. Wir kriegen jetzt unser Nationalmuseum, so viel ist sicher, und es wird uns immer an sie erinnern.

Daraus wird ein gutes Museum für unsere Geschichte. Hat man Ihnen das in London nicht gesagt, Jemima?«Stolz lag in seiner Stimme, als er abschließend sagte:»In ihrem Testament hat Miss Izzy alles den Leuten von Bow Island vermacht.« Jemima musste schwer schlucken. Stimmte das? Oder besser gefragt: Stimmte es immer noch? Hatte Miss Izzy gestern wirklich ein neues Testament unterzeichnet? Sie hatte sich zu dem Thema ziemlich vorsichtig geäußert, nur einen gewissen Thompson erwähnt — zweifellos ihr Anwalt —, der glaubte, es würde»Ärger «nach sich ziehen.

«Joseph«, sagte sie,»Tina Archer war gestern Nachmittag im Archer Plantation House auch dabei.« «Ach, die, was die für Ärger gemacht hat, hat es jedenfalls versucht. Tina und ihr Geschwätz und ihre tolle Ausbildung und ihre Geschichte. Und sie ist ja so hübsch!«Josephs Stimme klang erst aggressiv, dann endete er etwas ruhiger.»Die Polizei wartet im Krankenhaus. Sie kann noch nicht sprechen, sie ist nicht einmal bei Bewusstsein. «Und dann noch ruhiger:»Wie ich höre, ist sie nicht mehr so hübsch. Der Einbrecher hat sie nämlich zusammengeschlagen.« In dem Büro in Bowtown war es inzwischen noch heißer, so dass sich selbst die Papiere auf dem Schreibtisch im Luftzug des Ventilators kaum noch bewegten. Jemima sah Josephs Gesicht ganz verschwommen vor sich. Sie durfte auf keinen Fall in Ohnmacht fallen — sie fiel doch nie in Ohnmacht.

Angestrengt konzentrierte sie sich auf das, was Joseph Archer sagte, auf das Bild, das er von der Mordnacht zeichnete. Ihr Schock, als sie hörte, dass Tina Archer zum Zeitpunkt von Miss Izzys Ermordung ebenfalls im Haus gewesen war, war irrational, das war ihr klar. Hatte Tina der alten Dame nicht versprochen, dass sie bei ihr bleiben würde?

Joseph erzählte ihr, Miss Izzys Leiche sei von Hazel, der Köchin, im Salon gefunden worden, als diese im Morgengrauen von der Hochzeit ihrer Schwester zurückgekehrt war. Der Gedanke war gruselig: Weil Miss Izzy einen roten Seidenpyjama — den von ihrem Daddy – getragen hatte und die Ausstattung im Salon ebenfalls dunkelrot war, hatte die arme Hazel das wahre Ausmaß der Verletzungen ihrer Herrin zunächst nicht erkannt.

Nicht nur war überall Blut, sondern auch Wasser — ganze Pfützen. Was auch immer — wer auch immer Miss Izzy getötet hatte, war aus dem Meer gekommen. Hatte Gummischuhe — oder Badeschlappen — getragen und vermutlich auch Handschuhe.

Einen Augenblick später hatte Hazel keinen Zweifel mehr, womit Miss Izzy niedergeschlagen worden war. Die Keule, immer noch blutbefleckt, war auf dem Fußboden in der Eingangshalle zurückgelassen worden. (Hazel war, nachdem Henry sie abgesetzt hatte, ursprünglich durch die Küchentür hereingekommen.) Die Keule, zwar nicht auf Bow Island hergestellt, gehörte ins Haus. Sie war eines der Andenken, vermutlich afrikanischer Herkunft, die Sir John Archer von seinen Reisen in die anderen Teile des ehemaligen Britischen Empire mitgebracht hatte, und hing schwer und mit kurzem Griff an der Wand im Salon.

Möglicherweise hatte Sir John vorgehabt, das Ding gegen unerlaubte Eindringlinge zu schwingen, doch für Miss Izzy war es bloß ein weiteres Familienerinnerungsstück gewesen. Sie fasste es nie an. Nun hatte es sie getötet.

«Nirgendwo Fingerabdrücke«, sagte Joseph.»Bis jetzt.« «Und Tina?«, fragte Jemima mit trockenen Lippen. Der Gedanke an die Pfützen auf dem Fußboden im Salon, vermischt mit Miss Izzys Blut, rief ihr die alte Dame bei ihrer ersten und letzten Begegnung höchst lebhaft in Erinnerung — wie sie sich klatschnass in ihrem bizarren Schwimmkostüm eigensinnig auf ihr Sofa gesetzt hatte.

«Der Einbrecher hat das Haus vollkommen auf den Kopf gestellt. Sogar den Keller. Die Champagnerkisten, von denen Miss Izzy gern erzählt hat, waren ihm aber anscheinend zu schwer. Er trank von dem Rum. Die Polizei weiß noch nicht, was er mitgenommen hat – silberne Schnupftabaksdosen vielleicht, davon standen jede Menge herum. «Joseph seufzte.»Dann ging er nach oben.« «Und fand Tina?« «In einem der Schlafzimmer. Er schlug aber nicht mit derselben Waffe auf sie ein — ein Glück für sie. sonst hätte er sie genauso umgebracht wie Miss Izzy. Das Ding ließ er unten und nahm etwas beträchtlich Leichteres zur Hand.

Hat wahrscheinlich nicht damit gerechnet, sie dort zu sehen, oder überhaupt jemanden. Außer natürlich Miss Izzy. Tina muss ihn überrascht haben. Vielleicht ist sie aufgewacht. Einbrecher — also, ich kann nur sagen, hier bei uns bringen Einbrecher die Leute im Allgemeinen nicht um, außer sie kriegen Angst.« Unverhofft sackte Joseph plötzlich vor ihr zusammen und nahm den Kopf zwischen die Hände. Er murmelte etwas, das ungefähr so klang:»Wenn wir den finden, der Miss Izzy das angetan hat …« Erst am nächsten Tag war Tina Archer in der Lage, mit der Polizei zu sprechen, wenn auch nur stockend. Wie der Großteil der übrigen Bevölkerung von Bow Island erfuhr Jemima Shore diese Tatsache fast umgehend. Claudette, die Geschäftsführerin ihres Hotels, eine sympathische, wenn auch etwas geschwätzige Person, hatte zufällig eine Nichte, die Krankenschwester war. Auf diese Art verbreiteten sich alle Neuigkeiten über die Insel — man brauchte keine Zeitungen und kein Radio, denn dieses private Telegrafensystem war viel effizienter.

Jemima hatte die vergangenen vierundzwanzig Stunden ziemlich planlos mit Schwimmen und Sonnenbaden verbracht und mit ihrem Mini kleine Spritztouren über die Insel unternommen. Sie überlegte, wann sie Megalith Television von der rabiaten Art, in der ihre geplante Sendung beendet worden war, informieren und Vorbereitungen für die Rückreise nach London treffen sollte. Nach einer Weile meldete sich ihr Forscherdrang, diese unausrottbare, unstillbare Neugier. Sie merkte, dass sie schon die ganze Zeit Spekulationen über Miss Izzy Tod anstellte. Ein Einbrecher? Ein Einbrecher, der auch versucht hatte, Tina Archer umzubringen? Oder ein Einbrecher, der lediglich von ihrer Anwesenheit im Haus überrascht worden war? Welche Verbindung gab es zwischen all dem und Miss Izzys Testament, wenn es überhaupt eine gab?

Wieder dieses Testament. Darüber brauchte Jemima allerdings nicht sehr lange zu spekulieren. Denn Claudette, die Geschäftsführerin, war zufällig auch mit dem Bruder von Miss Izzys Köchin Hazel verheiratet. Auf diese Weise erfuhr Jemima — bestimmt zusammen mit dem Rest von Bow Island —, dass Miss Izzy in der Tat am Morgen ihres Todestages in Bowtown ein neues Testament unterzeichnet hatte, dass Eddie Thompson, der Notar, sie inständig gebeten hatte, es nicht zu tun, dass Miss Izzy es aber doch getan hatte, dass Miss Izzy Hazel wie versprochen immer noch ganz ordentlich bedacht hatte (und auch Henry, der sogar noch länger in ihren Diensten gewesen war) und dass etwas Schmuck an eine Cousine in England gehen würde,»da die Juwelen von Miss Izzys Mutter sowieso schon seit ewigen Zeiten in einer englischen Bank liegen. «Im Übrigen, nun ja, würde es jetzt kein Bo’länder Nationalmuseum geben, so viel war sicher. Der Rest — das schöne alte Archer Plantation House, und Miss Izzys Vermögen, das ja enorm sein sollte, aber sicher wusste man es nicht — würde an Tina Archer fallen.

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