Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Der heisse Himmel um Mitternacht
Der heisse Himmel um Mitternacht - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der heisse Himmel um Mitternacht

Электронная книга - «Der heisse Himmel um Mitternacht». Краткое содержание книги:

Der heisse Himmel um Mitternacht
1 ... 75 76 77 78 79 80 81 82 83 ... 103
Перейти на страницу:

»Aber er ist weg!«, sagte Enron. »Kluge hat es mir geschworen. Die ganzen Namen, die Hotelwechsel, und dann war er mit seinen Freunden in dem Shuttle zur Erde.«

»Vielleicht hat Kluge dich angelogen. Das solltest du in Betracht ziehen.«

Enron schlug sich zornig mit der flachen Hand auf die Stirn. »Ja. Sollte ich wohl. Kluge hat nach Davidov gesucht und ihn nicht gefunden, und dann hat er uns diese Märchen über sein Auftauchen und Verschwinden aufgebunden. Weshalb war es so schwer, Davidov aufzuspüren? Weshalb war er diesem angeblich so smarten und vertrauenswürdigen Kurier immer um eine Nasenlänge voraus? Entweder hat Kluge mich belogen, oder Davidov ist ein Zauberer und kann sich vor den ganzen Scannereinrichtungen, die es hier im Habitat gibt, unsichtbar machen. Gib mir seine Nummer, schnell!«

Davidov zu erreichen, war ein Kinderspiel. Enron wählte, und eine Minute später war er auf dem Visor: Stiernacken, farblose Haare, das screengefleckte Gesicht, die Eisaugen.

»Nett von dir zu hören«, sagte Davidov. Die Stimme war hell und weich, eine sanfte kalifornische Stimme, die ganz und gar nicht zu dem groben massigen slawischen Gesicht passte. »Jeder Freund von Jolanda ist mein Freund.«

»Ich würde mich gern direkt persönlich mit dir unterhalten«, sagte Enron.

»Na, dann komm doch einfach rüber«, sagte Davidov freundlich.

Mit Jolanda im Schlepp fuhr Enron zur Nabe und zurück zu Speiche A in eine der Agrarzonen, wo alles grün war und von Feuchtigkeit schimmerte, ein Land von Milch und Honig. Sie kamen an Weizenfarmen vorbei, Melonenplantagen, Reis- und Maisfeldern. Enron sah Bananengärten mit dicken schweren gelben Fruchtständen und Palmenhaine und einen Garten mit Zitrusfrüchten. Er fühlte sich sehr an die üppigen, das ganze Jahr über fruchtbaren Gärten und die reichen Regenfälle am östlichen Mittelmeer erinnert. Aber hier war alles künstlich, überlegte er. Die Bäume wuchsen auf Styroschaum, Vermiculit, Sand, Kies. Beachtlich. Enorm beachtlich.

Die von Davidov angegebenen Koordinaten führten sie zu einer Kaninchenfarm. In Alfalfafeldern huschten Scharen der pelzigen Tiere herum, graue, braune und weiße und alle möglichen buntgescheckten. Direkt mitten unter ihnen stand Davidov vor dem Haus und sprach mit einem schlanken Mann mit Brille und in Arbeitskleidung.

Davidov war ein Riese, ein Berg von einem Mann, fast so breit wie hoch. Seine Augen waren kalt und wild, aber sein Betragen war, wie Jolanda gesagt hatte, zuvorkommend, zumindest oberflächlich. Und Enron begriff, dass bei Davidov diese Höflichkeit ganz und gar gespielt war.

Er begrüßte Jolanda mit einer Umarmung, die ihren massigen Körper ganz umfing, presste sie an sich und hob sie sogar ein Stück in die Höhe.

Dann packte er Enrons Hand mit einem Griff, der seine Mannesstärke prüfen sollte. Enron wusste, wie dem zu begegnen war. Er ließ seine Finger schlaff werden, während Davidov ihm die Knochen zerquetschte, dann erwiderte er den Griff mit gleicher Stärke. Man musste kein Riese sein, um einen entsprechenden Händedruck zu bewerkstelligen.

Davidov stellte den Mann mit der Brille vor. Avery Jones, sagte er. Der Manager der Farm. Mit weit ausholender Geste beschrieb er die Größe der Farm, schwang seinen Keulenarm von einer Seite zur anderen. Gewiss, in Valparaiso Nuevo waren das keine gewaltigen Entfernungen. »Ist das nicht sagenhaft? Hier steckst du bis zum Hintern in Kaninchen. Und sie haben tausend Arten, die Biester zuzubereiten.« Die starren Slawenaugen richteten sich scharf auf Enron. »Komm mit rein und lass uns reden. Aus Israel bist du? Ich kannte mal eine Frau von da, aus Beersheba. Aviva hieß sie. Die konnte dich ganz schön fertigmachen, Mann, aber sie war auch höllisch gescheit. Aviva aus Beersheba. Wo in Israel kommst du her, Marty?«

»Aus Haifa.«

»Und du schreibst für eine Zeitschrift?«

»Gehen wir doch rein«, sagte Enron.

Der Kaninchenzucht-Manager entfernte sich taktvoll. Im Haus lehnte Enron das angebotene Bier ab und sagte rasch: »Könnten wir auf das gesellschaftliche Vorspiel verzichten? Ich bin ein offizieller Vertreter des Staates Israel und habe einen recht hohen Rang. Ich habe Kenntnis von dem Plan, den du ausführen willst.«

»Das habe ich mir gedacht.«

»Meine Regierung bringt diesem Plan großes Interesse entgegen.«

Davidov wartete.

Enron sprach weiter: »Wir sind effektiv bereit, diese Aktivitäten finanziell zu unterstützen. Mit einer beträchtlichen Finanzinvestition, möchte ich hinzufügen. Soll ich weitersprechen, oder interessiert es dich nicht, noch einen weiteren externen Investor hinzuzuziehen?«

»Einen weiteren Investor?«, fragte Davidov. »Wer soll denn der erste sein?«

Enron warf Jolanda einen beunruhigten Blick zu. Jolanda schien zu lächeln.

»Mir ist bekannt«, sagte er sehr langsam und bestimmt, »dass die Kyocera Merck Corporation bereits einen beachtlichen Beitrag zu dieser Operation geleistet hat.«

»Das ist dir bekannt? Mir nicht.«

Ein wenig aus der Fassung gebracht sagte Enron: »Ich habe darüber mit einem hochrangigen Vertreter von Kyocera Merck gesprochen, der mir versicherte …«

»Ja. Ich habe euch beide gesehen. Wenn er dir was von irgendwelchen Absprachen zwischen seiner Firma und uns gesagt hat, dann lügt er.«

»Ach, wirklich?«, sagte Enron. Es war ziemlich verwirrend. Er atmete tief durch und schaukelte sacht auf den Fußballen, um die Fassung wiederzugewinnen. »Also gibt es keine Kyocera Merck Connexion mit …?«

»Keine. Zero. Nix! Kyocera ist nicht drin. War's nie.«

»Aha«, sagte Enron. Jolanda grinste jetzt unübersehbar von einem Ohr zum anderen.

Aber er war der Situation gewachsen. Im ersten Moment der Verblüfftheit war ihm bruchstückhaft sein Gespräch mit Farkas am Morgen in den Sinn geschossen, und einen Augenblick lang war ihm, als treibe er schwimmend auf eine Stromschnelle zu, doch es gelang ihm rasch, aus dem Chaos Ordnung zu schaffen.

Er begriff, dass er die falschen Schlüsse gezogen hatte. Aber das hatte Farkas ebenfalls getan.

Sie hatten sich am Morgen gegenseitig unabsichtlich ausgetrickst. Der Ungar hatte Enron ganz und gar nicht ein Stück von dem Geschäft angeboten. Aus irgendeinem Grund glaubte Farkas offenbar, dass Israel bereits den Deal kontrolliere, und versuchte nur, für Kyocera Merck einen Brocken dabei herauszuholen. Auf einmal stand alles auf dem Kopf. Aber dies bot gewisse Möglichkeiten, dachte er.

Ruhig sagte er: »Dann sag mir doch eins. Bist du überhaupt an einer Finanzierung von außen interessiert?«

»Aber ganz stark.«

»Gut. Ich bin in der Lage, sie dir zu bieten.«

»Israelisches Geld?«

»Die Hälfte. Die andere von Kyocera Merck.«

»Du kannst Kyocera da mit reinbringen?«, fragte Davidov.

Es war, als stünde er vor einer tiefen Schlucht. Und Enron sprang unbekümmert hinüber.

»Absolut«, sagte er.

»Setz dich«, sagte Davidov. »Trinken wir ein Bier und reden wir etwas ausführlicher darüber. Und dann werden wir vielleicht auf die Erde zurück und dort weiter verhandeln müssen.«

Kapitel 22

Der Regen hörte auf, als Carpenter etwa fünfzig Meilen von San Francisco nach Osten gefahren war. Zwischen der Sintflut an der Küste und dem trockenen Landesinneren gab es eine scharfe Demarkationslinie. Hinter ihm lagen der dicke schwarze Regen und die überschwemmten Abflüsse; doch wenn er nach vorn schaute, in das geschwollene blutunterlaufene Auge der über den Sierravorbergen aufgehenden Sonne, erkannte er, dass da immer noch alles fest unter der Pranke der endlosen Dürre litt.

Er fuhr in einen Landstrich ausgetrockneter, unfruchtbarer Hügel, rund und fahl gelbgrau, mit verstreuten kugeligen grünen Wipfeln uralter Eichen, die wie Wachposten auf ihnen standen, und blauen Tälern, die von schimmernden Staubschatten erfüllt waren. Darüber breitete sich ein weiter unerbittlicher, nur hie und da von Schäfchenwolken gesprenkelter Himmel. Die merkwürdige Sintflut, die während der paar letzten Tage über die Gebiete um die Bucht und den restlichen Küstenstreifen niedergegangen war, würde keinen Vorteil für die Wasserversorgung in San Francisco bringen. Die hauptsächlichen Reservoirs lagen weit landeinwärts, hier in den Vorbergen und den Bergen selbst; und hier fiel kein Regen, und im Hochland lag kein Schneevorrat, der später genutzt werden könnte.

1 ... 75 76 77 78 79 80 81 82 83 ... 103
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)