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Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
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Am folgenden Tage stach die Schebecke in See und der Doctor konnte am Horizont den Leuchtthurm von Punta di Lucca, auf der äußersten Spitze verschwinden sehen, während auf der gegenüberliegenden Küste die Akrokeraunischen Berge im Nebel versanken. Einige Tage später, nach einer ungestörten Ueberfahrt, wurde Kap Matapan am äußersten Ende Süd-Griechenlands umsegelt und die Schebecke in den Hafen von Smyrna bugsirt.

Ich ergriff eine dieser Ketten. (S. 293.)

Der Doctor hatte Peter mit kurzen Worten diesen Theil seiner Reise erzählt, dann auch, wie er aus den Zeitungen den Tod seiner Tochter erfahren hatte, die ihn ganz allein auf Erden zurückließ.

»Endlich, fuhr er fort, befand ich mich auf dem Boden Kleinasiens, woselbst ich nun so viele Jahre unbekannt leben sollte. Die Studien der Medicin, Chemie und Naturwissenschaften, denen ich während meiner Jugend auf den Schulen und Universitäten Ungarns – an denen Dein Vater mit so ausgezeichnetem Rufe lehrte – obgelegen hatte, mußten jetzt herhalten, um meinen Unterhalt zu bestreiten.

Ich zog mich zwischen die Klippen zurück. (S. 294.)

– Das Glück war mir über Erwarten hold, und zuerst in Smyrna, wo ich sieben oder acht Jahre wohnen blieb, verschaffte ich mir einen bedeutenden Ruf als Arzt. Einige glücklich ausschlagende Curen brachten mich mit den reichsten Persönlichkeiten dieser Gegenden in Verbindung, in welchen die ärztliche Kunst sich noch in dem Urzustande befindet. Ich entschloß mich, die Stadt zu verlassen. Und wie die Professoren von ehedem, theils selbst heilend, theils Unterricht gebend in der Heilkunde, theils mich selbst belehrend über die mir unbekannte Therapie der Talebs Kleinasiens und der Panditen Indiens, durchzog ich die Provinzen, in denen ich hier einige Wochen, dort Monate hindurch mich aufhielt; ich wurde gerufen und befragt in Karahissar, Bender, Adama, Haleb, Tripoli, Damas; mein Ruf ging mir voran, wuchs ohne Unterlaß und verschaffte mir ein Vermögen, welches mit meinem Rufe sich vermehrte.

– Doch das genügte mir nicht. Ich mußte mir eine grenzenlose Macht verschaffen, eine solche, wie sie jene im Ueberflusse lebenden indischen Rajahs besitzen, deren Wissen ihrem Reichthume gleichkommt.

– Eine günstige Gelegenheit stellte sich ein:

– In Homs im nördlichen Syrien wohnte ein Mann, der an einer schleichenden Krankheit dahinsiechte. Kein Arzt war bis zu meiner Ankunft im Stande gewesen, die Natur derselben zu erkennen, es in Folge dessen eine Unmöglichkeit, ihr mit geeigneten Mitteln zu Leibe zu gehen. Dieser Mann mit Namen Faz-Rhat hatte hohe Stellungen bei der Pforte bekleidet. Er war erst fünfundvierzig Jahre alt und bedauerte es umsomehr, schon sterben zu müssen, als ein unermeßliches Vermögen ihm gestattete, alle Freuden des Lebens auszukosten. Faz-Rhat hatte von mir vernommen, denn mein Ruf war damals schon ein weitverbreiteter. Er ließ mich ersuchen, nach Homs zu kommen und ich folgte seiner Einladung.

– Doctor, sagte er zu mir, die Hälfte meines Vermögens gehört Dir, wenn Du mich dem Leben wiedergibst.

– Behalte die Hälfte Deines Vermögens, antwortete ich ihm. Ich werde Dich behandeln und heilen, wenn Gott es erlaubt.

– Ich studirte eifrig diesen Kranken, den die Aerzte aufgegeben. Sie hatten ihm auf nur wenige Monate noch Hoffnung gemacht. Ich war glücklich genug, eine sichere Diagnose stellen zu können. Ich blieb drei Wochen lang bei Faz-Rhat, um die Wirkungen der Behandlung, welche ich ihm angedeihen ließ, zu beobachten. Seine Heilung war eine vollständige. Als er sich mit mir abfinden wollte, beanspruchte ich nur den Lohn, der mir nach meinem Ermessen zukam. Dann verließ ich Homs.

– Drei Jahre später verlor Faz-Rhat in Folge eines Jagdunfalles sein Leben. Da er keine Verwandten und directen Erben besaß, bestimmte sein Testament mich als den alleinigen Erben aller seiner Güter, die einen wirklichen Werth von mindestens fünfzig Millionen Gulden repräsentirten.

– Dreizehn Jahre waren gerade verflossen, seitdem der Flüchtling von Pisino die Provinzen Kleinasiens betreten hatte. Der Name des Doctors Antekirtt, dessen sich schon die Sage bemächtigt hatte, war in ganz Europa bereits bekannt geworden. Ich hatte also den Erfolg erreicht, den ich mir gewünscht. Es blieb jetzt nur noch das übrig, was den einzigen Zweck meines Lebens bildet.

– Ich war entschlossen, nach Europa zurückzukehren, oder wenigstens nach einem Punkte des Mittelmeeres, auf seiner äußersten Grenze. Ich besuchte die afrikanische Küste und machte mich durch Erlegung einer bedeutenden Kaufsumme zum Besitzer einer wichtigen, reichen, fruchtbaren Insel, deren materielle Erträgnisse die Lebensbedürfnisse einer kleinen Kolonie befriedigen konnten, der Insel Antekirtta. Hier, Peter, bin ich Herrscher, unumschränkter Herr, König ohne Unterthanen, aber über ein Personal, das mir mit Leib und Seele ergeben ist, über Vertheidigungsmittel, die furchtbar sein werden, wenn ich sie vollendet habe, über Leitungsdrähte, die mich mit den verschiedenen Punkten des Mittelländischen Inselkreises verbinden, über eine Flottille von solcher Schnelligkeit, daß ich aus diesem Meer, sozusagen, meine Domäne gemacht habe.

– Wo liegt also die Insel Antekirtta? fragte Peter Bathory.

– In den Gewässern der großen Syrte, deren Ruf von Altersher allerdings nicht der beste ist, am äußersten Ende dieses Meeres, das die Nordwinde selbst für die neueren Schiffsgattungen so gefährlich machen, im Innern des Golfes von Sidra, welcher zwischen dem Tripolitanischen und Cyrenäischen Reiche die afrikanische Küste ausbuchtet.«

Dort liegt in der That, im Norden der Gruppe der Syrten-Inseln, Antekirtta. Viele, viele Jahre früher bereiste der Doctor die Cyrenäischen Küsten, Susa, den alten Hafen von Cyrene, das Land von Barcah, alle die Städte, welche aus dem alten Ptolemaïs, Berenike, Adrianopolis entstanden sind, mit einem Worte, die alte, einst griechische, macedonische, römische, persische, sarazenische und so weiter, jetzt arabische und vom Paschalik von Tripolis abhängige Pentapolis. Die Zufälligkeiten seiner Reise – er reiste eben dahin, wohin man ihn gerade rief – führten ihn bis auf die zahlreichen Inseln, die vor der lybischen Küste besonders stark ausgesät zu sein scheinen: auf Pharos und Anthírode, die Zwillingsinseln von Plinthine, Enesipte, die Tyndarienischen Felsen Pyrgos, Platea, Ilos, die Hyphalen, Pontienen, die Weißen Inseln und endlich auf die Syrten.

Dort, im Golfe von Sidra, dreißig Meilen südwestlich von dem türkischen Vilajet Ben-Ghazi, zog der dem Festlande zunächst gelegene Punkt, die Insel Antekirtta, besonders seine Aufmerksamkeit auf sich. Man nannte die Insel so, weil sie vor den anderen Inseln der Syrten-oder Kyrten-Gruppen gelegen ist. Der Doctor nahm sich von jenem Tage an vor, sie einstmals für sich zu erwerben, und gleichsam als Pfand für die spätere Besitzergreifung legte er sich den Namen Antekirtt bei, ein Name, dessen Bedeutung sich bald über ganz Kleinasien erstreckte.

Zwei sehr gewichtige Gründe hatten ihm diese Wahl vorgeschrieben: erstlich war Antekirtta geräumig genug – achtzehn Meilen im Umfange groß – um das Personal aufnehmen zu können, das er hier zu vereinigen gedachte; die Insel lag hoch genug, denn ein Felskegel, der sich zu einer Höhe von achthundert Fuß erhebt, gestattete es, den Golf bis zur Küste von Cyrene zu überschauen; ihre Erzeugnisse wechselten sehr ab und kleine Gewässer befeuchteten sie, so daß sie den Bedürfnissen von einigen tausend Einwohnern vollständig genügen konnte. Sodann war sie im Innern des Meeres gelegen, das furchtbar durch seine Stürme war, und in alten Zeiten den Argonauten gefährlich wurde; Apollonius von Rhodos, Horaz, Virgil, Properz, Seneca, Valerius Flaccus, Lucanus und viele andere Geographen und Dichter, Polybius, Sallust, Strabo, Mela, Plinius, Procopus schilderten und besangen die Gefahren, die aus den Syrten erwachsen, aus den »Hinunterziehenden«. – Diese Bedeutung liegt ihrem Namen zu Grunde.

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