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Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
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– Vor der Angeberei dieses Spaniers, Namens Carpena, die dem Fischer Andrea Ferrato die Freiheit und einige Monate später das Leben kostete, hatten zwei Männer bereits das Geheimniß der Verschwörer von Triest verkauft.

– Ihre Namen? rief Peter Bathory ungeduldig.

– Frage zuerst, wie ihr Verrath aufgedeckt wurde, beschwichtigte der Doctor.

Er erzählte flüchtig, was in der Zelle des Thurmes vorgegangen war, wie ihm ein akustisches Phänomen die Namen der Verräther überliefert hatte.

»Ihre Namen, Doctor! rief Peter nochmals. Sie dürfen sie mir nicht verweigern.

– Ich werde sie Dir nennen.

– Wie lauten sie?

– Der Eine von den Verräthern, ist jener junge Buchhalter gewesen, der sich als Spion in das Haus Ladislaus Zathmar’s eingeschlichen hatte. Es ist derselbe, der Dich ermorden wollte – Sarcany!

– Sarcany! rief Peter und fand Kraft genug, auf den Doctor zuzugehen. Sarcany!… Dieser Schurke! Und Sie wußten es!… Und Sie, der Genosse Stephan Bathory’s, Sie, der Sie seinem Sohne Ihren Schutz anbieten, Sie, dem ich das Geheimniß meiner Liebe anvertraut habe, der mich ermuthigt hat, Sie haben diesen ehrlosen Menschen ruhig das Haus von Silas Toronthal betreten lassen, das Sie ihm mit einem Worte hätten verschließen können. Durch Ihr Schweigen haben Sie ihn zu diesem Verbrechen ermuthigt, ja, zu einem Verbrechen, denn nur durch ein solches ist das unglückliche Mädchen Jenem ausgeliefert worden.

– Ja, Peter, ich habe es gethan!

– Und warum?

– Weil sie nicht Deine Frau werden konnte.

– Sie nicht, sie nicht?

– Weil es ein noch abscheulicheres Verbrechen gewesen wäre, wenn Peter Bathory Fräulein Toronthal geheiratet hätte.

– Aber warum?… warum? fragte Peter, dem eine fürchterliche Angst fast die Kehle zuschnürte.

– Weil Sarcany einen Mitschuldigen hatte…. Ja, einen Genossen bei dieser gemeinen Machination, die Deinen Vater in den Tod getrieben hat. Und dieser Mitschuldige – Du mußt ihn endlich kennen lernen… ist der frühere Banquier von Triest, Silas Toronthal!«

Peter hatte gehört und begriffen!… Er konnte nichts erwidern. Ein Krampf schloß ihm die Lippen. Er hätte zu Boden sinken müssen, wenn nicht eine Starrheit seinen ganzen Körper gelähmt hätte. Durch die unförmig erweiterte Pupille schien sein Blick in eine unergründliche Finsterniß zu tauchen.

Brindisi.

Dieser Zustand hielt jedoch nur einige Secunden an, während welcher der Doctor sich mit Besorgniß fragte, ob der Patient dieser schrecklichen Operation, der er ihn unterzogen hatte, nicht unterliegen müßte.

Aber auch Peter Bathory war eine willensstarke Natur. Es gelang ihm, die Empörung seines Innern niederzuschlagen. Einige Thränen drangen aus seinen Augen… dann fiel er in seinen Sessel zurück und überließ seine Hand dem Doctor.

»Peter, sagte dieser mit ernster und sanfter Stimme, wir sind Beide für die ganze Welt gestorben. Ich stehe jetzt allein auf der Erde, ich habe keine Freunde, kein Kind mehr…. Willst Du mein Sohn sein?

– Ja!… Vater!« hauchte dieser.

Es war jedenfalls ein wahres väterliches und kindliches Gefühl zugleich, das sie Beide einander in die Arme führte.

Drittes Capitel.

Was in Ragusa geschah.

Während diese Ereignisse sich in Antekirtta vollzogen, spielten sich in Ragusa folgende Vorgänge ab.

Frau Bathory befand sich damals bereits nicht mehr in dieser Stadt. Nach dem Tode ihres Sohnes hatte Borik, unterstützt von mehreren Freunden, sie weit fort aus dem Hause der Marinella-Straße gebracht. Während der ersten Tage hatte man gefürchtet, daß der Verstand der unglücklichen Mutter unter diesem letzten Schicksalsschlage leiden würde. So energisch diese Frau auch war, so zeigte ihr Benehmen doch Anzeichen von Geistesgestörtheit, die selbst die Aerzte erschreckten. Auf ihren Rath wurde in Folge dieser Anzeichen Frau Bathory in den Flecken Vinticello, zu einem Freunde ihrer Familie, gebracht. Dort wurde ihr jede nur mögliche aufmerksame Pflege zu Theil. Doch welchen Trost konnte man dieser Mutter, dieser Gattin spenden, die zweimal in ihrer Liebe, zum Sohne wie zum Manne, tödtlich getroffen worden war?

Ihr alter Diener hatte sie nicht verlassen wollen. Nachdem er das Haus in der Marinella-Straße gut verschlossen, folgte er ihr, um ihr ein ergebener und pflichtgetreuer Vertrauter ihrer Schmerzen zu bleiben.

Von Sarah Toronthal, welcher die Mutter Peter Bathory’s geflucht hatte, war zwischen ihnen niemals wieder die Rede; sie wußten nicht einmal, daß deren Heirat auf eine spätere Zeit verschoben worden war.

Der Zustand, in welchem sich das junge Mädchen befand, nöthigte sie, das Bett zu hüten. Sie hatte einen ebenso unerwarteten, als furchtbaren Schlag erhalten. Der, den sie liebte, war todt… jedenfalls aus Verzweiflung gestorben…. Und sein Körper war es gewesen, den man gerade auf den Kirchhof getragen hatte, als sie das Hotel verließ, um jene verabscheuenswerthe Verbindung einzugehen.

Während zehn Tage, das heißt bis zum 16. Juli, war die Lage Sarah’s eine sehr bedenkliche. Ihre Mutter wich nicht von ihrer Seite. Es war übrigens die letzte Sorgfalt, die sie ihr angedeihen lassen konnte, denn sie selbst sollte tödtlich erkranken.

Welche Gedanken mochten wohl während der langen Stunden ungestörten Beisammenseins zwischen Mutter und Tochter ausgetauscht werden? Man ahnt es und es ist kaum nöthig, darauf näher einzugehen. Zwei Namen tauchten unaufhörlich zwischen Schluchzen und Thränen auf, derjenige Sarcany’s, um ihm zu fluchen – und der Name Peter’s, der wirklich nur noch ein auf dem Grabstein eingemeißelter Name war, um ihn zu beweinen.

Aus diesen Unterhaltungen, denen beizuwohnen Silas Toronthal sich versagte – er vermied es sogar, seine Tochter zu sehen – ging ein nochmaliger Versuch Frau Toronthal’s, ihren Gatten umzustimmen, hervor. Sie verlangte, daß er auf Schließung dieser Ehe verzichtete, deren bloßer Gedanke schon Sarah Schrecken und Abscheu einflößten.

Der Banquier verharrte unbeugsam bei seinem Entschlusse. Wenn er sich selbst überlassen und keinem Drucke unterworfen gewesen wäre, hätte er vielleicht den Vorstellungen, die ihm gemacht wurden und die er sich selbst machen mußte, nachgegeben. Doch da er mehr noch als man glauben sollte von seinem Mitschuldigen geleitet wurde, so verweigerte er Frau Toronthal jede weitere Unterhaltung. Die Heirat Sarah’s und Sarcany’s war einmal beschlossen und sollte vollzogen werden, sobald der Gesundheitszustand Sarah’s es gestatten würde.

Man kann sich leicht die Bestürzung Sarcany’s vorstellen, als jener unvorhergesehene Zwischenfall eintrat, mit welchem wenig versteckten Zorn er die Störung seines Spieles ansah und mit welchen Anklagen er Silas Toronthal zu Leibe ging. Es handelte sich, bei Licht besehen, hier schließlich nur um einen Aufschub, doch gerade dieser Aufschub drohte, wenn er sich verlängerte, das ganze System umzuwerfen, auf dem er seine Zukunft aufgebaut hatte. Andererseits verhehlte er es sich durchaus nicht, daß Sarah für ihn nur eine unbesiegbare Abneigung empfinden konnte.

Was wäre wohl aus dieser Abneigung geworden, wenn das junge Mädchen geahnt hätte, daß Peter Bathory unter dem Messer des Mannes gefallen war, den man ihr als Gatten aufdrängte?

Sarcany konnte sich allerdings nur Glück dazu wünschen, daß er bei dieser Gelegenheit seinen Rivalen hatte verschwinden lassen können. Keine Spur von Gewissensbissen drang in dieses jeder menschlichen Regung verschlossene Herz.

»Es trifft sich gut, sagte er eines Tages zu Silas Toronthal, daß dieser Jüngling Selbstmordgedanken hegte. Je weniger von diesem Geschlecht der Bathory’s am Leben bleiben, desto besser für uns. Der Himmel meint es wirklich nicht schlecht mit uns«

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