Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Пост-апокалипсис » Leben ohne Ende [Earth Abides - de]
Leben ohne Ende [Earth Abides - de] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Leben ohne Ende [Earth Abides - de]

Электронная книга - «Leben ohne Ende [Earth Abides - de]». Краткое содержание книги:

»… und die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika wird hiermit ihres Amtes enthoben …«
Dies war die Botschaft, die ein paar Stunden vor dem unabwendbaren Ende die Welt erschütterte.
Die Viruspest raffte neunundneunzig Prozent aller Menschen hinweg. Die wenigen, welche die Weltkatatastrophe und den Zusammenbruch der Zivilisation überlebten, unternahmen den verzweifelten Versuch, zu retten, was zu retten war.
Der vorliegende Roman erschien erstmals 1950 in England. Er wurde vom Science Fiction-Buchclub zum Buch des Jahres erwählt und erhielt kurz darauf den internationalen Fantasy-Preis. Inzwischen wurde der Roman in England viermal neu aufgelegt und in fast alle Weltsprachen übersetzt.
1 ... 64 65 66 67 68 69 70 71 72 ... 92
Перейти на страницу:

Ish war ungefähr zehn Schritte von Charlie entfernt, als er es bemerkte. Er blieb stehen. Ein paar der Kinder hatten ihn erblickt, aber sie lauschten der Geschichte, und so schenkte ihm keiner irgendwelche Beachtung. Er stand da, als sei er gar nicht anwesend.

Er wartete. Die Zeit dünkte ihn lang. Aber er spürte, wie sein Herz pochte.

Er spürte, wie das Kältegefühl wich. Nun war er bereit, zu handeln. Er war beinahe glücklich. Das Problem hatte plötzlich Form gewonnen, und selbst das übelste Problem in unumstößlicher Form war besser als ein in den Winkeln lauernder Nebel. Gegen ein Trugbild des Bösen konnte man nicht ankämpfen.

Während der langen Zeitspanne einiger weiterer Herzschläge stand er da. Das Problem hatte sich enthüllt und war brennend geworden.

Er sah genau hin. Evie saß in der Mitte der Gruppe, während sie für gewöhnlich am äußeren Rande zu finden war. Gewöhnlich schenkte sie dem, was vor sich ging, nur flüchtige Beachtung; jetzt blickte sie zu Charlie auf und schien seine Worte in sich zu trinken, obwohl sie sicherlich nicht allzuviel von dem, was er sagte, verstand. Hier ging es um anderes und um mehr als um das Verlangen, seine Worte zu verstehen. Sie saßen dicht nebeneinander.

Hatten sie sich deswegen, dachte Ish bitter, Evies angenommen?

Er schaute wieder auf die Gruppe, und er nahm an Evie etwas wahr, das ihm nie zuvor so deutlich zum Bewußtsein gekommen war. Evie war, wie er jetzt merkte, eine voll entwickelte Frau, auffällig blond und auf eine besondere Weise schön. Natürlich mußte man von der Seltsamkeit ihrer Augen und der Leere ihres Gesichts absehen. Und dazu war er, Ish, niemals völlig imstande. Doch für einen Mann wie Charlie kam es auf dergleichen nicht an. Ja, Ezra hatte recht: Charlie wußte, was er wollte, und was er wollte, das wollte er schnell. Warum hätte er auch zaudern sollen?

Ish umklammerte den Hammerstiel. Das war tröstlich; aber es war ihm wohl bewußt, daß der Hammer keine Pistole war.

Auf irgend etwas hin, das Charlie gesagt hatte, brach lautes Gelächter aus. Als er wieder zu Evie hinschaute, sah Ish, daß sie ebenfalls lachte; es war ein hohes, unbeherrschtes Gekicher; als sie lachte, streckte Charlie die Hand aus und zwickte sie. Sie schrie auf wie ein kleines Mädchen, hoch und schrill. Als Ish dann näher trat, wurde seine Anwesenheit bemerkt, und alle Augen wandten sich ihm zu. Ish merkte sofort, daß sie auf ihn und einen Rat von ihm gewartet hatten, was nun getan werden sollte. Er ging ruhig auf Charlie zu; seine rechte Hand umklammerte nach wie vor den Hammerstiel, aber er war sorglich bedacht, die linke nicht zur Faust zu ballen, trotz seines aufwallenden Zornes.

Als Ish näher kam, streckte Charlie lässig den rechten Arm aus, umschlang Evie und zog sie eng an sich. Sie schien überrascht, gab aber willig nach. Charlie sah Ish an, und Ish wußte, daß die Entscheidung bevorstand.

Ish nahm die Herausforderung wortlos an; er war jetzt ruhiger. Der Augenblick war nicht danach, daß man sich den Kopf durch Zorn trüben lassen durfte. Nun es etwas zu tun galt, konnte er klarer denken.

»Ihr alle verschwindet jetzt für eine Weile!« sagte er laut. Es bedurfte keiner Höflichkeitsformeln und Entschuldigungen; alle wußten, daß etwas geschehen würde.

»Ich möchte hier ein paar Minuten etwas mit Charlie unter vier Augen besprechen. Ezra, du bringst Evie hinüber zu Molly; sie muß gekämmt werden.«

Es erhob sich kein Widerspruch; alle gingen so bereitwillig weg, daß man meinen konnte, sie seien ein bißchen erschrocken. Doch indem er Ezra fortschickte, verlor Ish seinen besten Bundesgenossen; aber wenn er ihn dabehalten hätte, wäre das ein Eingeständnis der Schwäche vor allen anderen gewesen, vor allem vor Charlie.

Nun waren die beiden allein. Charlie war sitzen geblieben. Er tat auch gar nicht, als wolle er aufstehen, und so setzte Ish sich gleichfalls. Charlie trug seine Weste, obwohl er keinen Rock anhatte.

Ish sah nicht ein, weshalb er erst lange auf den Busch klopfen sollte.

»Alles, was ich Ihnen sagen möchte, ist dieses: Finger weg von Evie!«

Auch Charlie gab sich unumwunden.

»Wer sagt das?«

Ish überlegte seine Worte, ehe er sprach.

»Ich sage das!« erklärte er schließlich.

Charlie gab keine Antwort; er saß einfach da. Er nahm ein paar kleine Steine vom Boden auf, rieb sie lässig in der linken Hand gegeneinander und warf sie hierhin und dorthin. Deutlicher hätte er seine Geringschätzung nicht zum Ausdruck bringen können.

Schließlich tat Charlie den Mund auf. »Es gibt einen Haufen alter Weisheitssprüche, die man herbeten kann, wenn einer zu einem sagt: Ich sage das! Sie kennen den Quatsch; also wollen wir darauf verzichten. Schließlich bin ich ein vernünftiger Mensch. Warum sagen Sie mir nicht rundheraus, warum ich die Finger von Evie lassen soll? Sie ist Ihr Mädchen, was?«

Ish antwortete auf der Stelle.

»Es handelt sich um folgendes«, sagte er. »Die Sache ist ziemlich einfach. Wir sind hier eine Schar von netten Leuten, vermutlich keine Geistesriesen, aber es ist auch keiner ein ausgesprochener Stumpfbold. Wir haben kein Verlangen danach, daß ein Haufen Schwachsinniger zwischen uns herumläuft, also die Art von Kindern, die Evie haben würde.«

Erst als er zu sprechen aufhörte, merkte er, daß er, indem er sich auf die Beantwortung von Charlies Frage beschränkte, einen Fehler begangen hatte. Wie jeder Intellektuelle war er nur zu froh gewesen, daß er mit dem Kommandieren aufhören und mit dem Argumentieren beginnen konnte, und damit hatte er zugestanden, daß sein Kommando unwirksam sei. Jetzt merkte er, daß er wider Willen an die zweite Stelle gerückt und daß Charlie der Führer war.

»Den Teufel auch!« sagte Charlie. »Wie kommen Sie eigentlich zu der Meinung, das Mädchen sei die ganze Zeit hier herumgelaufen und hätte nicht längst von all den Jungs hier haufenweise Kinder gehabt, wenn sie überhaupt welche bekäme?«

»Die Jungs haben Evie nie angerührt«, sagte Ish. »Sie sind mit ihr aufgewachsen; sie war tabu. Außerdem sind die Jungs so früh wie möglich verheiratet worden.«

Schon wieder argumentierte er, und vielleicht standen seine Argumente auf schwachen Füßen.

»Das sagen Sie!« Charlies Worte klangen selbstsicher; seine Stimme war die eines beherrschten Mannes. »Eigentlich können Sie von Glück sagen, daß ich mir gerade die herausgefischt habe — die einzige, die alt genug und die noch nicht verheiratet ist. Was wäre denn, wenn ich eine andere gemocht hätte, und sie mich? Dann wäre ein schönes Durcheinander entstanden. Freuen Sie sich lieber, daß ich so nett war.«

Ish rang wild nach Worten. Was konnte denn jetzt noch gesagt werden? Man konnte doch nicht mit der Polizei drohen und sagen, der Staatsanwalt würde sich der Sache annehmen.

Nein, hier waren alle Worte überflüssig. Ish stand auf, machte auf den Hacken kehrt und ging davon.

Er kostete alle Tiefen der Verbitterung aus, als er seinem Hause zuschritt.

Als er dann die Tür des alten Hauses durchschritt, wartete Em auf ihn. Er legte den Hammer nieder. Er nahm sie in die Arme, oder vielleicht nahm sie ihn in ihre Arme; er wußte es nicht sicher.

Aber danach fühlte er neues Selbstvertrauen in sich. Letzte Nacht waren sie über Charlie verschiedener Meinung gewesen; doch im Grunde wußte er, daß sich sein Selbstvertrauen durch ihre Nähe immer erneuern würde.

Sie setzten sich auf das Sofa, und er erzählte ihr, was geschehen war. Er wartete nicht ab, daß sie ihm sagte, was sie darüber dachte; er spürte, wie ihr Mitgefühl ihn überflutete und einhüllte.

Schließlich sagte sie:

»Das hättest du nicht tun sollen! Du hättest dir die Jungs als Rückendeckung holen sollen. Er hätte dich niederschießen können. Deine Stärke ist das Denken und das Wissen; solch einem Kerl gegenüber kannst du nichts ausrichten.«

Dann begann sie, die Sache in die Hand zu nehmen.

1 ... 64 65 66 67 68 69 70 71 72 ... 92
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)