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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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«Okay«, sagte Indiana.»Wer immer noch Lust hat, sich auf Major von Ludolf zu stürzen, der kann es ja versuchen. «Er wartete, bis Quinn und die beiden Hunde neben ihn und die anderen getreten waren, und blickte herausfordernd in die Runde.

Niemand rührte sich, aber Indiana spürte, daß die Gefahr auch jetzt noch nicht vorüber war. Was mit diesen Männern geschehen war, schien sie auf einer tieferen Ebene ihres Bewußtseins in ebenso reißende Bestien verwandelt zu haben wie die Hunde.

Aber diesmal verging der gefährliche Moment, ohne daß es zur Katastrophe kam. Langsam, fast widerwillig, trat einer der Männer zurück und trottete davon, dann ein zweiter, ein dritter — und schließlich löste sich die ganze Gruppe auf.

Neben ihm atmete Browning erleichtert auf, während sich Bates und Mabel um von Ludolf bemühten, der noch immer auf den Knien hockte. Er hatte aufgehört zu stöhnen und die Hände heruntergenommen. Sein Gesicht war geschwollen und blutüberströmt, und in seinem Blick war ein Flackern, das Indiana an das von van Hesling erinnerte.

«Alles in Ordnung?«fragte er.

Es dauerte Sekunden, bis von Ludolf überhaupt auf die Worte reagierte. Mühsam hob er den Blick und sah Indiana an, dann versuchte er, etwas zu sagen, brachte im ersten Moment aber nur ein unverständliches Stammeln zustande.

«Laß ihn in Ruhe«, bat Mabel.»Du siehst doch, daß er kaum sprechen kann.«

Sie betrachtete besorgt von Ludolfs zerschlagenes Gesicht und fuhr mit den Fingerspitzen über seine Schläfen. Der Major sog schmerzerfüllt die Luft ein und machte eine Bewegung, als wolle er ihre Hand beiseite schlagen, führte sie aber nicht zu Ende.

«Ich… ich habe keine Ahnung«, stammelte er.»Ich weiß nicht, woher dieses Schiff kam. Ich weiß nicht, warum sie auf uns geschossen haben.«

Indiana glaubte ihm sogar. Von Ludolf war nicht in der Verfassung, um noch zu lügen. Und außerdem waren seine Worte die einzige Erklärung, die Sinn machte. Selbst die Deutschen opferten nicht zwei hochrangige Offiziere, nur um den Schein zu wahren.

«Wo, zum Teufel, ist dieses Schiff dann hergekommen?«fragte Ba-tes.

Von Ludolf stöhnte, als Mabel einen Streifen aus ihrer Bluse riß und damit das Blut von einer üblen Platzwunde auf seiner Schläfe zu tupfen begann.

«Ich weiß es nicht«, sagte er noch einmal.»Ich habe keine Ahnung, warum… warum sie das getan haben.«

«Vielleicht sollten wir uns später darum kümmern«, meinte Browning.»Im Moment interessiert mich eher, wo dieses Schiff jetzt ist, nicht, wo es hergekommen ist.«

«Auf der anderen Seite. «Quinn deutete nach Norden, zum entgegengesetzten Ende von Odinsland.»Ich habe gesehen, wie es beigedreht hat.«

Indiana sah den Eskimo zweifelnd an, aber er widersprach nicht; anscheinend war er länger unter den Trümmern begraben gewesen, als ihm bis jetzt klargewesen war.

«Aber warum haben sie uns beschossen?«fragte er.»Es war doch nicht einmal mehr nötig.«

«Vielleicht doch«, sagte Browning halblaut.

Indiana sah ihn fragend an, und auch von Ludolf und Mabel blickten auf.

«Ich meine… von ihrem Standpunkt aus«, ergänzte Browning hastig. Plötzlich wirkte er nervös, als bedaure er die Worte, die ihm so vorschnell herausgerutscht waren.

«Sie verheimlichen uns etwas, nicht wahr, Dr. Browning?«fragte Indiana geradeheraus.

Browning wich seinem Blick aus und antwortete nicht.

«Verdammt, was muß denn noch passieren, bis Sie uns die ganze Geschichte erzählen?«rief Bates aufgebracht.

«Es gibt nichts mehr zu erzählen«, verteidigte sich Browning. Die Lüge war so ungeschickt, daß sie wahrscheinlich nicht einmal mehr in seinen eigenen Ohren überzeugend klang. Trotzdem fuhr er fort:»Ich versuche ja nur, mich in den Kommandanten dieses U-Bootes zu versetzen. Wahrscheinlich… hatte er Befehl, uns am Betreten der Insel zu hindern. Und als er gesehen hat, daß die Dragon zur Landung ansetzte — «

«So ein Unsinn!«sagte Mabel.»Und wir sind nicht gelandet, sondern abgestürzt. Und warum sollte ein deutsches U-Boot uns daran hindern, auf Odinsland zu landen? Immerhin sind wir hier, weil die deutsche Regierung uns darum gebeten hat, diese Expedition durchzuführen.«

«Dann schwimmen Sie doch hin und fragen ihn, warum er das getan hat!«brüllte Browning. Sein Gesicht flammte vor Zorn, und plötzlich war auch in seinen Augen diese Wut.

Indiana trat hastig zwischen ihn und Mabel und hob besänftigend die Hand.»Bitte!«beschwor er sie.»Hört auf, euch zu streiten. Wir reden später über alles. Im Moment haben wir wirklich andere Sorgen. «Er deutete auf das Wrack der Dragon.»Vielleicht gibt es dort noch Überlebende.«

«Keine Überlebenden«, sagte Quinn.

Indiana sah den Eskimo eine Sekunde lang verwirrt an, ehe ihm wieder einfiel, daß Quinn das Wrack durchsucht hatte.»Bist du sicher?«fragte er.

Quinn nickte.»Niemand. «In seiner Stimme war ein unbestimmter Schmerz, den vielleicht nur Indiana zu deuten verstand. Mitfühlend blickte er seinen Freund an, dann die beiden Hunde, die sich wie schutzsuchend an ihren Herrn drängten und längst aufgehört hatten zu knurren.

Er war plötzlich sicher, daß Quinn das Wrack nicht durchsucht hatte, um nach menschlichen Überlebenden zu sehen.

Niedergeschlagen blickte er zu den zertrümmerten Überresten des Luftschiffs hinüber. Sie hatten trotz allem noch Glück gehabt. Es war das vordere Drittel der Dragon, das auf das Eis von Odinsland herabgestürzt war; der Teil des Schiffs, in dem sich ihre Polarausrüstungen und der Großteil der Lebensmittel befanden. Und — wenn sie sehr, sehr viel Glück hatten — vielleicht auch das Funkgerät, von dem Lestrade gesprochen hatte.

«Gut«, seufzte Indiana schweren Herzens.»Bates, Mabel und Dr. Browning bleiben hier und passen auf Major von Ludolf auf. Und schickt ein paar Männer zur anderen Seite der Insel hinüber, um nach diesem U-Boot Ausschau zu halten. Ich habe keine besondere Lust, plötzlich einem halben Dutzend schießwütiger deutscher Soldaten gegenüberzustehen.«

Er warf Quinn einen auffordernden Blick zu.»Ist der Frachtraum auch runtergekommen?«

Quinn nickte.»Das meiste ist zerstört«, sagte er.»Aber ich glaube, ein Teil hat es überstanden.«

«Dann sollten wir versuchen, zu retten, was zu retten ist«, erwiderte Indiana Jones und ging los.

Bis zum Abend hatten sie aus den Trümmern des Schiffs geborgen, was noch zu bergen war. Wie sich herausstellte, hatten sie tatsächlich Glück im Unglück gehabt: Der allergrößte Teil ihrer Ausrüstung war vernichtet oder auf Nimmerwiedersehen mit den übrigen zwei Dritteln der Dragon im Meer versunken, aber sie fanden eine Anzahl Zelte und genügend warme Kleidung, um sich wenigstens notdürftig vor der Kälte zu schützen. Browning hatte vorgeschlagen, ihr Lager im Wrack der Dragon aufzuschlagen, — die gewaltige Hülle des Luftschiffs war zwar zerfetzt und über und über von Einschußlöchern übersät, bot aber trotzdem noch hinreichend Schutz gegen den eisigen Wind, der über die Oberfläche des Berges fegte. Aber sowohl Indiana als auch Quinn waren dagegen gewesen. Der Orkan war zwar nicht wiederaufgelebt, aber sie wußten beide, wie tückisch selbst ein normaler Sturm in diesem Teil der Welt sein konnte. Eine einzige kräftige Windbö, und das gesamte Luftschiffwrack — samt allen, die sich darin aufhielten — konnte davongeweht und ins Meer geschleudert werden. Also hatten sie die restliche Ausrüstung aus dem Schiff getragen und sich eine gute Dreiviertelmeile von den Überresten der Dragon entfernt. Und als sich der Abend herabsenkte und sie ihr Lager aufgeschlagen, warme Kleidung und Lebensmittel verteilt und eine erste etwas gründlichere Bestandsaufnahme gemacht hatten, wurde Indiana erst das ganze schreckliche Ausmaß der Katastrophe bewußt. Von den sechzig Elitesoldaten, die zu Lestrades Truppe gehört hatten, lebten noch neunzehn. Bates, Morton und Browning waren nur leicht verletzt, aber von Ludolf hatte es übel erwischt; selbst ohne die Verletzungen, die ihm die Soldaten zugefügt hatten. Sie hatten Baldursons Leichnam im Wrack des Schiffes gefunden, aber von Erikson fehlte jede Spur. Wahrscheinlich war er wie alle anderen in dem abstürzenden Teil der Dragon gewesen. Und das Schlimmste von allem war: Sie hatten trotz intensivster Suche nicht einmal die Spur eines Funkgerätes gefunden. Wo die mit Schaumgummi ausgeschlagene Holzkiste mit dem tragbaren Sender gestanden hatte, gähnte ein gewaltiges Loch in der Außenwand des Laderaums.

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