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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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Grell weißer Feuerschein vertrieb die Dunkelheit. In das Dröhnen und Bersten der explodierenden Bomben mischten sich das fürchterliche Splittern von Eis und die Schreie von Männern. Ein Geysir aus Wasser, kochendheißem Dampf und Trümmern stieg in die Höhe, wenige Sekunden später regneten Eissplitter und brennende Stoffet-zen auf Indiana und die anderen herab. Eine glühende Druckwelle fegte über sie hinweg, und Indiana preßte sich instinktiv noch dichter an Mabel, um sie mit seinem eigenen Körper vor den Trümmerstücken und der Hitze zu schützen. Plötzlich war die Nacht voller Schreie und hastender Gestalten, voller Flammen und einem unablässigen Bersten und Krachen, das aus der Tiefe des Eisbergs zu dringen schien. Indiana wartete, bis das Schlimmste vorüber war, dann erhob er sich unsicher auf die Knie und blickte zum Lager zurück.

Besser gesagt: zu dem, was davon übriggeblieben war. Die Bomben, die die Stukas abgeworfen hatten, hatten mit entsetzlicher Präzision getroffen. Das Wrack der Dragon stand in hellen Flammen, zwei der sechs Zelte brannten, und ein drittes war vollkommen verschwunden. Wo es gestanden hatte, gähnte ein gut zehn Meter weiter und halb so tiefer Krater in der Oberfläche der Eisinsel. Überall lagen brennende Trümmerstücke herum, aus dem Eis stieg Dampf auf, und Indiana bemerkte allein auf den ersten Blick ein gutes halbes Dutzend reglose Gestalten, die zwischen den zerstörten Zelten lagen.

«Sie kommen zurück!«

Bates’ Hand deutete heftig gestikulierend in die Richtung, in die die Sturzkampfbomber verschwunden waren. Indiana konnte die Flugzeuge auch jetzt nicht sehen, aber das schrille Heulen, das ihren Angriff begleitet hatte, wurde bereits wieder lauter. Dann waren sie da, noch ehe er einen klaren Gedanken fassen konnte.

Diesmal verzichteten die Piloten darauf, Bomben zu werfen. Vermutlich hatten sie es auch das erste Mal nur getan, weil die Oberfläche der Eisinsel in völliger Dunkelheit dalag und das Wrack der Dra-gon der einzige Orientierungspunkt gewesen war. Aber die Hülle des Luftschiffs brannte nun lichterloh und verbreitete gleißendes gelbes und orangerotes Licht, so daß die übriggebliebenen Zelte und die überlebenden Männer hervorragende Zielscheiben boten.

Indiana warf sich zum zweitenmal über Mabel, als zwei der vier Maschinen plötzlich herabstießen und das Feuer aus ihren Maschinengewehren eröffneten. Vier schnurgerade Reihen meterhoher Explosionen aus Dampf und Eissplittern rasten in irrsinnigem Tempo auf das Lager zu, zerfetzten eines der letzten Zelte und verfehlten Indiana und die anderen um weniger als zehn Meter. Zwei Jäger rasten wie riesige schwarze Todesvögel über sie hinweg und stiegen wieder auf, um zu einem neuerlichen Angriff anzusetzen, während die beiden anderen Flugzeuge das Lager unter Beschuß nahmen. Schreie und Gewehrfeuer mischten sich in das Rattern der MG-Salven. Zwei oder drei von Lestrades Elitesoldaten fielen getroffen zu Boden, während die anderen in heller Panik in alle Richtungen davonrann-ten. Fast gleichzeitig wehte vom Meer her der dumpfe Knall eines weiteren Kanonenschusses zu ihnen herauf, und eine halbe Sekunde später schoß eine zweite, noch höhere Feuersäule aus der Kante des Eisplateaus unmittelbar über dem Strand. Dann waren auch die beiden anderen Flugzeuge verschwunden, und für eine Sekunde senkte sich eine fast unheimliche Stille über das Lager; eine Stille, in der selbst das Prasseln der Flammen und das Stöhnen der Verwundeten sonderbar unwirklich klangen.

Indiana sprang mit einem Ruck auf die Füße und riß Mabel hoch.»Wir müssen hier weg!«schrie er.»Sie kommen wieder!«

«Wohin?«

Indianas Gedanken jagten fieberhaft. Es gab hier oben absolut nichts, wo sie sich verstecken konnten. Der einzige Weg von diesem Plateau hinunter führte über den Spalt im Eis, den Morton herauf geklettert war — und vor diesem lauerte das deutsche Unterseeboot, dessen Kanoniere wahrscheinlich nur auf ein Ziel warteten, auf das sie ihre Kanonen richten konnten… Zur Mitte des Plateaus, auf den gewaltigen Krater, den sie von Bord der Dragon aus gesichtet hatten!

Er wartete Mabels Antwort gar nicht erst ab, sondern rannte los, wobei er sie einfach hinter sich herzerrte. Bates schrie ihm etwas nach, was er nicht verstand. Er mußte all seine Aufmerksamkeit darauf konzentrieren, überhaupt auf den Füßen zu bleiben. Während der vergangenen Stunden hatte er sich an die bedrohliche Neigung des Bodens gewöhnt, aber da hatte er auch nicht um sein Leben rennen müssen. Ein einziger Fehltritt, und ihre Flucht würde zu einer rasenden Rutschpartie in den Tod werden.

Die Jäger griffen ein drittes Mal an, ehe sie den Eiskrater erreichten, aber sie waren jetzt weit genug vom Lager und dem Wrack des Luftschiffs entfernt, um nicht mehr in unmittelbarer Gefahr zu sein. Indiana warf im Laufen einen Blick über die Schulter zurück und erkannte, daß es auch zwischen den brennenden Zelten jetzt ununterbrochen aufblitzte. Offensichtlich hatten Lestrades Soldaten endlich ihre Schrecksekunde überwunden und schossen zurück — wenn dieser Widerstand auch eher symbolischen Charakter hatte. Mit einer Maschinenpistole einen angreifenden Sturzkampfbomber erwischen zu wollen war schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit. Trotzdem wünschte er, auch eine Waffe bei sich zu haben. Und sei es nur, um sich nicht ganz so hilflos zu fühlen.

Wie aus dem Nichts tauchte plötzlich eine Gestalt vor ihnen auf. Indiana lief noch ein paar Schritte weiter, ehe er die weiße Felljacke und die Maschinenpistole in den Händen des Mannes sah und begriff, wen er vor sich hatte. Instinktiv warf er sich zur Seite, riß Mabel mit sich und rollte an sie geklammert über das Eis, als der deutsche Soldat seine Waffe hob und abdrückte. Die Salve verfehlte sie um mehrere Meter, und Indiana gab ihm keine Gelegenheit, noch einmal zu zielen. Er sprang auf, warf sich mit weit ausgebreiteten Armen auf den Mann und warf ihn zu Boden. Der Soldat stieß ein überraschtes Keuchen aus und versuchte, die Knie an den Körper zu ziehen, um Indiana von sich zu stoßen, aber dieser ließ ihm keine Chance. Seine Faust traf die Schläfe des Mannes, und aus dem wütenden Knurren des Soldaten wurde ein halblautes Seufzen, als er das Bewußtsein verlor.

Indiana sprang auf und fuhr herum.»Mabel! Wo bist du?«

Er entdeckte sie nur wenige Meter neben sich. Sie wirkte benommen, stemmte sich aber aus eigener Kraft auf die Füße hoch und versuchte einen taumelnden Schritt. Hinter ihr erschienen eine zweite und eine dritte weißgekleidete Gestalt aus der Nacht.

«Mabel! Hinter dir!« brüllte Indiana.

Mabel drehte erschrocken den Kopf, erkannte die beiden als deutsche Soldaten und stieß einen spitzen Schrei aus, besaß aber trotzdem genug Geistesgegenwart, um sofort loszurennen. Einer der beiden hob seine Waffe, aber er schoß nicht, sondern setzte sofort zur Verfolgung an, und auch Indiana rannte los.

Er erreichte Mabel eine halbe Sekunde vor den beiden Deutschen. Einer der Soldaten hob wieder seine Maschinenpistole, und Indiana warf sich instinktiv zwischen ihn und Mabel, prallte dabei mit der Schulter gegen sie und sah, wie sie einen ungeschickten, torkelnden Schritt zur Seite machte -

— und plötzlich verschwunden war.

Unter ihren Füßen war kein Eis mehr, sondern nur noch ein bodenloses schwarzes Loch. Ein gellender Schrei erklang und einen Augenblick später ein dumpfer Aufprall. Auch Indiana schrie erschrocken auf, beugte sich vor und rang ein paar Sekunden lang mit verzweifelt rudernden Armen um sein Gleichgewicht, als er erkannte, daß das Eis vor ihm wie abgeschnitten endete. Tief unter ihm brach sich das Sternenlicht glitzernd auf Wasser. Im letzten Moment fand Indiana sein Gleichgewicht wieder. Aber nur kurz. Dann waren die beiden Deutschen neben ihm, und einer von ihnen rammte ihm den Lauf seiner MP mit solcher Wucht in den Rücken, daß Indiana vor Schmerz aufschrie und erneut nach vorne kippte.

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