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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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Endlich hatte er es geschafft, den ersten Haken zu befestigen, angelte nach einem der Taue und zog es durch die große Öse am Hakenende.

Trotzdem hätte er es niemals geschafft, wären nach einigen Augenblicken nicht zwei weitere Männer aus der Dragon herabgeklettert, um ihm zu helfen. Schließlich hatten sie es geschafft, das Schiff wenigstens notdürftig zu verankern. Die Dragon hüpfte und sprang noch immer am Ende der sechs Haltetaue, die er im Eis befestigt hatte, und trotz aller Beschädigungen war der Auftrieb der gasgefüllten Hülle immer noch viel zu stark, als daß sie auch nur daran denken konnten, das Schiff ganz auf das Eis herabzuziehen. Aber zumindest schwebte die zertrümmerte Gondel jetzt in einer Höhe von nur mehr zehn oder fünfzehn Metern über ihnen, so daß es den Überlebenden gelingen konnte, das rettende Eis zu erreichen, ohne sich zu Tode zu stürzen.

Indiana blickte gehetzt um sich, während aus dem zerschmetterten Heck der Passagiergondel eine Strickleiter heruntergelassen wurde, an deren oberem Ende eine Gestalt erschien. In die schwarze Wolkenwand, die Odinsland nach allen Richtungen einschloß, war Bewegung gekommen. Offensichtlich hatte der Orkan sich entschlossen, jetzt doch weiterzuziehen. Aber er tat es sehr langsam. Vielleicht hatten sie eine Chance, dachte er verzweifelt. Vielleicht würden wenigstens die meisten der Männer noch aus dem Schiff herauskommen, ehe der Orkan da war und die Dragon in Fetzen riß. Vielleicht -

Sein Blick verharrte auf einem Punkt im Meer, vielleicht einen Kilometer entfernt, scheinbar unmittelbar vor der schwarzen Wolkenwand. Irgend etwas dort erregte seine Aufmerksamkeit. Im ersten Moment fiel es ihm etwas schwer, es zu erkennen, denn der wabernde Hintergrund machte es unmöglich, Einzelheiten wahrzunehmen. Irgend etwas… tauchte aus dem Meer auf, etwas Großes, Dunkles, Wuchtiges. Es wuchs heran, wurde größer, wie die Spitze eines Turms, der direkt aus dem Meeresgrund emporstieg, und wurde schließlich zu einer langgestreckten, gedrungenen Masse; ein stählerner Hai aus grauem Eisen, auf dessen Flanke ein blutroter Kreis mit einem Hakenkreuz prangte!

Ein Unterseeboot!

Seltsamerweise empfand Indiana keinerlei Erleichterung; ganz im Gegenteil. Daß dieses Boot ausgerechnet hier und ausgerechnet jetzt auftauchte, konnte kein Zufall mehr sein. Er hatte plötzlich eine ganz bestimmte Vorstellung davon, wer die Signale des Peilsenders verfolgt hatte, den sie an Bord der Dragon gefunden hatten.

Und warum.

Und seine Befürchtungen erwiesen sich als nur zu berechtigt. Das Unterseeboot tauchte völlig auf, nahm langsam Fahrt auf und richtete den Bug auf Odinsland. Es bewegte sich nicht allzu schnell, aber Indiana konnte trotz der großen Entfernung erkennen, wie das Turmbug geöffnet wurde und Gestalten in dunkelblauen Uniformen auf das Deck strömten. Gehetzt blickte er um sich. Ein Großteil der Männer hatte die Dragon bereits verlassen, unter ihnen auch Bates, Browning und — wie er mit einem Gefühl unendlicher Erleichterung feststellte — auch Dr. Rosenfeld. Einige andere waren dabei, große Bündel mit ihrer Notausrüstung von Bord zu werfen. Die meisten davon prallten auf das Eis auf und verschwanden sofort auf Nimmerwiedersehen, weil sie auf dem abschüssigen Untergrund keinen Halt fanden.

Aber wo war Quinn?

Indiana rannte los. Aus den Augenwinkeln sah er, wie Dr. Rosenfeld entsetzt zusammenfuhr, und er hörte, wie auch Bates und Browning ihm zuschrien, zurückzukommen, aber er lief nur noch schneller.

Mehr schlitternd als laufend erreichte er die wild pendelnde Strickleiter, ergriff sie und begann in fliegender Hast hinaufzuklettern. Mehr als einmal mußte er ausweichen und sich nur mit einer Hand oder einem Fuß festhalten, um einem Mann Platz zu machen, der von oben zu ihm herabgeklettert kam, und einmal sauste eines der verschnürten Bündel mit der Überlebensausrüstung so dicht an ihm vorbei, daß er um ein Haar in die Tiefe gerissen worden wäre.

«Indiana! Komm zurück!« schrie ihm Dr. Rosenfeld hinterher. Und auch Bates brüllte: »Jones! Sind Sie wahnsinnig geworden!!«

Vermutlich war er das. Aber er würde seinen Freund niemals im Stich lassen, und er hatte auch gar keine Zeit, wirklich über das nachzudenken, was er tat. Zitternd vor Erschöpfung und Kälte erreichte er die Gondel, zog sich ins Innere des zertrümmerten Wracks und hastete an den Männern vorbei, die ihm entgegenströmten.

«Quinn!«brüllte er.»Wo bist du?«

Wie als Antwort drang ein ungeheures Dröhnen und Knirschen aus der Höhe zu ihm herab, und eine Sekunde später hörte er das schrille Jaulen eines Hundes. Indiana lief noch schneller, stolperte über Trümmer und reglos daliegende menschliche Körper und erreichte die Leiter nach oben. Das Hundegebell und — heulen wurde lauter und schriller, und auch das schreckliche Mahlen und Knirschen des zerberstenden Luftschiffrumpfes nahm zu.

Indiana kletterte nach oben, dabei unentwegt Quinns Namen brüllend, stieß einen Mann beiseite, der ihn aus großen Augen anstarrte und ihn zurückzuhalten versuchte, und zog sich mit einer verzweifelten Bewegung durch die Bodenklappe ins Innere des Zeppelinrumpfes.

Die Dragon war kaum mehr wiederzuerkennen. Hier oben schien es nichts zu geben, was noch heil war, und obwohl er all seine Aufmerksamkeit darauf konzentrierte, auf den Beinen zu bleiben und sich dem Laderaum mit den Hunden zu nähern, sah er doch, daß nur noch die Hälfte der Gastanks gefüllt war.

Er sprengte die Tür mit der Schulter auf, taumelte in den Raum und sah, wie Quinn einen der Hunde unter einem umgestürzten Schlitten hervorzuziehen versuchte. Das Tier mußte schwer verletzt und halb verrückt vor Schmerz und Angst sein, denn es schnappte unentwegt nach ihm. Quinns rechte Hand war voller Blut.

«Quinn! Wir müssen raus hier!«Indiana war mit einem Satz bei dem Eskimo, packte ihn bei der Schulter und versuchte ihn zurück-zuzerren. Aber das einzige Ergebnis war ein wütendes Knurren des Eskimos — und ein derber Stoß mit dem Ellbogen, der Indiana zurück — und gegen die Wand taumeln ließ. Ein weißes Fellbündel schoß an ihm vorbei, raste durch die offenstehende Tür und verschwand mit einem schrillen Jaulen in der Tiefe, weil es zu spät bemerkte, daß der Laufgang vor der Tür nicht mehr vorhanden war.

«Quinn!«brüllte Indiana.»Du kannst nichts mehr für sie tun!«

Quinn reagierte auch diesmal nicht, sondern versuchte weiterhin vergeblich, den eingeklemmten Hund zu befreien, ohne darauf zu achten, daß das Tier, das fast rasend vor Schmerz und Angst war, seine Zähne immer wieder in seinen rechten Arm grub. Indiana rappelte sich mühsam hoch, starrte den riesigen Eskimo eine Sekunde lang beinahe verzweifelt an und ballte die Fäuste. Wenn es sein mußte, würde er seinen Freund eher niederschlagen und aus dem Schiff tragen, als ihn seinem Schicksal zu überlassen.

Als er den ersten Schritt in Quinns Richtung machte, erscholl von draußen ein peitschendes, rasend schnelles Hämmern, und fast im gleichen Sekundenbruchteil erschien eine schnurgerade diagonale Linie faustgroßer, ausgezackter Löcher in der Außenwand der Kabine. Ein helles Schwirren und Heulen von Querschlägern mischte sich in das Jaulen der Hunde und den tobenden Lärm des sterbenden Luftschiffs, und irgend etwas surrte mit einem ekelhaften Geräusch so dicht an Indianas Gesicht vorbei, daß er den kochenden Luftzug spüren konnte.

Instinktiv warf er sich zu Boden, kam mit einer Rolle wieder auf die Füße und stürzte sich auf Quinn. Der Eskimo versuchte ihn abzuschütteln, aber die Angst verlieh Indiana schier übermenschliche Kräfte: Er zerrte seinen Freund einfach mit sich, nahm zwei, drei zornige Hiebe, die Quinn auf sein Gesicht abschoß, einfach hin und versetzte ihm einen Stoß, der ihn fast bis zur Tür taumeln ließ.

Wieder erscholl dieses peitschende Geräusch draußen auf dem Meer, und diesmal konnte Indiana hören, wie hoch über ihren Köpfen die Außenhülle ihres Luftschiffs zerriß und zischend das Gas ausströmte.»Sie schießen!«schrie er.»Diese verdammten Schweine feuern auf uns!«

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