Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die wahre Lehre - nach Mickymaus. Internationale Science Fiction Erzählungen.
Die wahre Lehre - nach Mickymaus. Internationale Science Fiction Erzählungen. - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die wahre Lehre - nach Mickymaus. Internationale Science Fiction Erzählungen.

Электронная книга - «Die wahre Lehre - nach Mickymaus. Internationale Science Fiction Erzählungen.». Краткое содержание книги:

Die wahre Lehre - nach Mickymaus. Internationale Science Fiction Erzählungen.
1 ... 61 62 63 64 65 66 67 68 69 ... 124
Перейти на страницу:

Janus bezahlte das Taxi und stieg aus. Im trüben Licht des Morgengrauens sah er dem Taxi nach, wie es sich entfernte. Mit gebeugtem Rücken, die Hände in den Taschen, stand er vor dem Schaufenster eines Geschäftes an der Ecke der Kreuzung. Der Geschäftsinhaber hatte dort ein Spiegelspiel aufgebaut: Die Silhouette desjenigen, der in die Spiegel schaute, vervielfachte sich ins Unendliche.

Ernüchtert hauchte Janus gegen die Scheibe. In dieser spöttischen Perspektive sahen all die Spiegelungen seiner Person wie vollkommen Unbekannte aus.

Originaltiteclass="underline" ›L’Agence‹

aus der Collection ›Les Insolites‹

Copyright © 1984 by Mitions Denoël

Copyright© 1991 der deutschen Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München

Aus dem Französischen übersetzt von Angelika Schlenk

Ian McDonald

Gardenien

Tod liegt heute abend über dem Barry-O[7], trotzdem kommen sie immer noch herunter aus dem Neon- und Laserlicht von Hy Brazyl, die fünf. Sie haben sich Namen gegeben wie jene, die noch herunterkommen werden: Namen wie Zed und Obi und Cassaday und Würger und Yoni. Kinder aus gutem Hause, schöne Menschen: ihre Väter sind Männer der Company, verbunden durch Blutsverwandtschaft und Vertrag; ihre Mütter sind Frauen der Company, hineingeboren in das Leben in vornehmer Höhe zwischen den Kristalltürmen von Hy Brazyl. Also: Warum haben sie ihre Modellbehausungen und Corporadas eingetauscht gegen die Elendshütten aus Teerpappe und Plastikplanen des Barry-O, wo die Gesichter keinen Zusammenhalt und keinen Bestand haben und der Regen die Namen von den Straßen wäscht?

Weil sie auf der Suche sind: die Dunkle, die Helle, die Schweigende, der Finstere, der Lachende; sie suchen nach einem Ort, den sie noch nie gesehen haben, den sie jedoch so gut kennen wie die glitzernden Türme ihrer Corporadas. Besser, denn seit dem Augenblick, als sie davon in einem finstern Flüstern unter den Arkaden und in den Bodegas, wo die jungen Leute verkehren, gehört haben, glüht er wie ein Stern in ihrer Phantasie. Die Strahlen ihrer Taschenlampen bohren sich durch die Nadeln des Regens, der immer immer immer in Strömen fällt, in Strömen auf das Barry-O und auf lichtscheue Gestalten, die, eingehüllt in Plastikplanen, hinter aufgetürmte Müllsäcke treiben, um sich zu schützen. Hier unten liegt Krankheit in der Luft. Ein schneller blitzender Tod lauert auf den Schneiden der Barry-O-Klingen, die aus alten Bierdosen gehämmert wurden, zusammengefaltet und gehämmert und wieder zusammengefaltet und wieder gehämmert. Die Leute des Barry-O bleiben in ihren Elendshütten und starren durch die Fenster; sie überlassen die Nacht und den Regen den Müllverkäufern und Messerstechern und den schillernden Figuren der Company. Deren Taschenlampenstrahlen bohren sich als Vorhut in das Elend, während sie spritzend durch die knöcheltiefen, reißenden Regenbäche waten, die den Hügel hinunter ins Barry-O stürzen. Und dort, aus dem Schattenland aufragend, ist der Ort, nach dem ihre Phantasie glühend verlangt.

In den Tagen, als die Straßen noch Fahrzeuge kannten, war es ein mehrstöckiges Parkhaus; zweiundzwanzig Etagen vermietbaren Raums. Jetzt, mit Streifen und Flecken vom sauren Regen, ist seine frühere Identität überwuchert von einem Dschungel aus Stromkabeln und Röhren und Leitungen und selbstgebastelten Parabolantennen aus Maschendraht. Das Netz der Kabel läßt krampfartig dicke blaue Funken auf das Straßenpflaster hinunterzucken.

Einen Moment lang zögern sie, diese Kinder des Lichts. Einen Moment lang spielen vielleicht einige mit dem Gedanken an Umkehr. Doch eins schritt voran durch die Kaskade des blauen Lichtbogens: das dunkle Mädchen, dasjenige, das sich Zed nennt, und die Energie, die es aus der Nacht und dem warmen Regen gewinnt, zieht die anderen hinterher; die Helle, die Schweigende, den Finsteren, den Lachenden. Die unteren Etagen sind bis zur Decke mit schwarzen Müllsäcken angefüllt. Ein Geflecht von Taschenlampenstrahlen enthüllt verstohlene Bewegungen von Schwarz auf Schwarz. Dinge, die die schwarzen Plastikschultern den sie streifenden Lichtstrahlen zuwenden.

»Ich weiß nichts über dieses …« Die Atemmaske verfälscht seine Stimme, seine Identität; nur die Augen des Jungen, der sich Yoni nennt, sind zu sehen, und sie lachen jetzt nicht.

Der endlose Regen hat kleine Kalkstalagtiten durch die Deckenverbindungen sickern lassen: die Scheinwerfer verwandeln die Wassertropfen an ihren Spitzen zu Perlen. Das dunkle Mädchen, dasjenige, das sich Zed nennt, streift sich die Atemmaske ab und schleudert sie weg. Sie rutscht klappernd über den von Tropfen fleckigen Beton. Sie atmet die Fäulnis und den Gestank und den Eiter ein.

»Dann kehr um. Mach nur! Kehr um!« Sie geht zu dem Jungen und streicht ihm mit dem Handrücken übers Haar. »Geh nur! Es ist schon in Ordnung. Das ist keine Schande. Es ist einfach nichts für dich. Wir machen dir deswegen keinen Vorwurf.« Seine Finger fahren über ihre streichende, streichelnde Hand. Wut, Demütigung flammen in den Augen über der Maske auf. Zed lächelt.

»Ich komme mit euch. Sieh mal …« Er nimmt sich die Atemmaske ab, wirft sie weg. Er füllt seine Lungen mit dem Abfallgestank des Barry-O.

»Ich freue mich.«

Und die Helle und die Schweigende und der Finstere werfen ihre Atemmasken weg und atmen den Gestank und die Verderbnis ein, und sie alle lächeln, alle Freunde alle Pilger alle Mitglieder der Company zusammen. Sie drängen weiter, und bei der Berührung des Scheins ihrer Taschenlampen fliehen und verschwinden die versammelten Schatten: Stockwerk um Stockwerk um Stockwerk voll schallender, tropfender Dunkelheit, erleuchtet von zuckenden blauen Blitzen; das Energienetz ist ruhelos. Erwartung. Zed bleibt stehen, mit erhobenen Händen, psst, seid still! Ihre Augen, ihre Nasenflügel sind weit geöffnet, sie schnuppert etwas, eine Ahnung, eine Erinnerung an Gardenien.

»Aurelian?«

Der Name jagt um die baufälligen viereckigen Betonpfosten.

»Aurelian?«

Sie hält einen kleinen Plastikzylinder hoch in die Luft. Sie schüttelt ihn, und die darin schwebenden Dinge fangen den blauen Lichtbogen ein. »Ich habe dir etwas mitgebracht, Aurelian! Eine Wohltat für dein brandiges Fleisch, alter humpeliger, schrumpeliger Mann, damit hat die Verwesung ein Ende. Gutes Zeug, Aurelian, Company-Qualität, hörst du mich, Aurelian?«

Ein Seufzen in der Dunkelheit. Verstärkt durch die uralte Akustik des Parkhauses. Taschenlampenstrahlen wirbeln zu einem Lichtrand herum: nichts. Nur ein Seufzen.

»Du bist auch nichts anderes. Na ja. Kühner als die meisten, vermute ich, aber nicht weniger dumm. Oder weniger eitel. Also gut, gib mir das Zeug!«

Zeds Hand schließt sich schnappend wie Rattenkiefer um das blaue Plastikfläschchen mit dem synthetischen Todeshormon-Stopper. »Gib uns Reinheit!«

»Reinheit.« Brummel-Grummel von der Hellen, der Schweigenden, dem Finsteren, dem Lachenden. Wie ein Gebet.

»Reinheit. Reinheit Reinheit Reinheit.« Natürlich. Das Energienetz zittert und knistert, und Aurelian ist da, aus dem Nichts, aus dem Überall. Er ist groß und stattlich wie ein Sohn der Corporadas. Er trägt einen weißen Leinenanzug und einen Panamahut und geflochtene Schuhe. In seinem Knopfloch steckt eine schwarze Nelke, seine Hand ruht lässig auf dem vergoldeten Knauf eines Malakkaspazierstocks. Er hat schöne Hände. Zed hat noch niemals so schöne Hände geschehen wie die Hände von Aurelian. Der Duft nach Gardenien überdeckt selbst den Gestank des Barry-O.

»Reinheit. Übermütige Jugend!« Er lächelt. Man stelle sich einen Engel vor, der vor langer Zeit durch Gottes Finger gerutscht ist und sich seiner früheren Schönheit erinnert. Man stelle sich vor, wie er lächeln würde. »Dann kommt!«

1 ... 61 62 63 64 65 66 67 68 69 ... 124
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)