Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die wahre Lehre - nach Mickymaus. Internationale Science Fiction Erzählungen.
Die wahre Lehre - nach Mickymaus. Internationale Science Fiction Erzählungen. - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die wahre Lehre - nach Mickymaus. Internationale Science Fiction Erzählungen.

Электронная книга - «Die wahre Lehre - nach Mickymaus. Internationale Science Fiction Erzählungen.». Краткое содержание книги:

Die wahre Lehre - nach Mickymaus. Internationale Science Fiction Erzählungen.
1 ... 57 58 59 60 61 62 63 64 65 ... 124
Перейти на страницу:

»Rundum zog sich eine hohe Mauer mit einem Drahtgitter darauf, vermutlich war es elektrisch geladen, vor der Mauer ein breiter, immer frisch geharkter Streifen, den man nicht betreten durfte.«

»Innen oder außen?«

»Auf beiden Seiten.«

»Elektronische Alarmanlagen, Infrarotstrahler?«

»Das weiß ich nicht.«

»Wachen, Patrouillen?«

»Vielleicht draußen. Ich kenne nur die Wachen am Tor.«

»Uniformierte? Was für Uniformen trugen sie? Waren sie bewaffnet?«

»Ich glaube nicht. Es waren freundliche ältere Männer in dunkelgrauen Anzügen – ich merke, Sie wissen längst, was für ein Institut das war, nicht wahr?«

Ich sagte nein, alles wehrte sich in mir gegen meine Vermutungen. Nichts als Ausgeburten einer krankhaften Phantasie, wehrte ich mich, Spinnereien einer Geistesgestörten, die zu viele Horrorfilme gesehen hat und sich nun damit identifiziert. Wie oft schon waren Leute mit verrückten, absurden, entsetzlichen Geschichten an uns herangetreten, die unbedingt in FOKUS entlarvt werden müßten, und fast immer hatten sie sich als Phantasieprodukte herausgestellt. Fast. Und Maud war nicht zu mir gekommen …

»Ja«, sagte sie, »in diesem Institut werden genetische Experimente gemacht. Genmanipulation am Fötus. Wir waren nur dazu da, sie auszutragen. Lebende Gebärmaschinen. Eine künstliche Gebärmutter gibt es ja noch nicht.«

»Wo«, sagte ich, »wo soll das gewesen sein?«

»Irgendwo in Europa.«

»Genmanipulation ist überall in Europa verboten, alle Staaten haben die UN-Konvention unterzeichnet.«

»Wäre es das erste Mal, daß etwas verboten ist und trotzdem heimlich getan wird?« fragte sie zurück. »Wie oft haben Sie in FOKUS …«

»Wo?« unterbrach ich sie hart. »Sagen Sie mir, wo dieses Institut sein soll.«

»Ich weiß es nicht. Wirklich nicht. Frank muß mir ein Schlafmittel gegeben haben, bevor er mich hinbrachte, ich wachte erst auf, als wir schon vor dem Portal standen.«

»Und als Sie das Institut verlassen haben – wie? Wieder unter Betäubung?«

»Nein, aber nachts und im Kofferraum eines Autos.«

Ihre Story wurde immer wilder. Und unglaubwürdiger. »Dann beschreiben Sie mir die Landschaft, das Klima. In welcher Sprache wurde dort gesprochen, welche Fernsehprogramme haben Sie empfangen, welche Zeitungen bekommen? An welchen Universitäten wollen Sie Ihre Fernstudien gemacht haben, wenigstens das werden Sie doch wissen, oder?«

»Sie glauben mir nicht.«

»Nein.«

»Ja«, seufzte sie, »ich habe keine Beweise.«

»Was ist mit dem Vertrag, den Sie unterschrieben haben wollen?«

»Der ist dort deponiert.«

»Ihr Honorar natürlich auch?«

»Nein«, sagte sie wütend. »Zumindest sollte es auf ein Konto in der Schweiz überwiesen werden. Ich habe nie versucht, etwas abzuheben. Weil ich doch heimlich verschwunden bin und …«

»Und was?«

»Hören Sie, Herb, Sie müssen mir nicht glauben. Lassen wir es, ja?«

Daß sie jetzt plötzlich aufgab, irritierte mich. Das war nicht der Punkt, an dem ein Simulant aufgeben würde. War doch etwas an ihrer Geschichte? Immer wieder flammten Gerüchte über Geheimkliniken auf, in denen mit menschlichem Genmaterial manipuliert würde, über Experimente mit den ›freien Embryonen‹, die bei den legalen Retortenbabys abfielen und nicht, wie vorgeschrieben, vernichtet würden, abenteuerliche Gerüchte von Monsterzeugungen, von Versuchen, Supermenschen zu züchten. Oder das Gegenteiclass="underline" Paramenschen, menschliche Roboter. Science Fiction-Stories. Wie so viele Reporter war auch ich einmal einem derartigen Gerücht nachgegangen und hatte wie alle anderen nichts gefunden. Was nichts besagen mußte. Die Techniken waren ausgereift, Genchirurgie, Oozytengewinnung, In-vitro-Befruchtung, Embryotransfer … in jedem Tierzuchtinstitut wurde das täglich praktiziert, an jeder medizinischen Fakultät gelehrt. Menschenzüchtung war längst kein technisches Problem mehr, nur noch ein moralisches und rechtliches. Wie hatte Dr. Lederer, einer der namhaftesten Genchirurgen Europas, in meinem Interview gesagt?

»Wir tun es natürlich nicht, aber es bleibt eine ungeheure Versuchung. Gott spielen. Den Menschen verbessern. Der Mensch ist wahrlich unvollkommen konstruiert. Was ist das eigentlich: der Mensch? Es gibt keine exakte Definition. Kann es auch nicht geben. Die Spannweite reicht doch vom olympischen Athleten bis zum Spastiker, vom Steinzeitmenschen im Dschungel bis zu Genies wie Einstein. Wir haben uns so entschieden, aber werden spätere Generationen auch darauf verzichten, den Menschen neu zu entwerfen?«

Vielleicht war längst jemand der ›ungeheuren Versuchung‹ erlegen? War es nicht immer so gewesen, daß das technisch Machbare eines Tages auch getan wurde?

»Ich möchte Ihnen ja glauben, Maud«, lenkte ich ein, »aber da bleiben ungereimte Dinge, Fragen – Sie müssen Ihren Vertrag mit einem Partner abgeschlossen haben, mit wem? Wie können diese Leute sicher sein, daß keine der Frauen ausbricht und den Skandal publik macht? Oder nachdem sie, wann auch immer, aus dem Institut entlassen werden? Wie erklären Sie sich das? Man hat Ihnen sicher die Kontonummer in der Schweiz genannt, verraten Sie mir die Bank und Nummer, das wäre der Anfang einer Spur, vielleicht ein Beweis. Warum schweigen Sie?«

»Stimmt, ich habe mir alles nur ausgedacht«, sagte sie müde. »Ich denke mir oft Geschichten aus. Um die Wahrheit zu sagen, Herb, ich habe die dreißig Jahre in einer Heilanstalt verbracht.« Sie verzog ihr Gesicht zu einem dümmlichen Grinsen und begann vor sich hin zu trällern. »Lalala, dadada …«

Man kann nicht so lange in meinem Beruf erfolgreich sein, ohne eine Menge von Körpersprache und Physiognomie und Psychologie zu verstehen. Ihre Hände und Füße verrieten sie. Maud hatte die Zehen eingekrallt, die Hände gefaltet, die Knöchel traten weiß hervor, so preßte sie ihre Finger.

»Spielen Sie mir nichts vor«, herrschte ich sie an. »Sie sind ebensowenig verrückt wie ich, Maud. Ich glaube Ihnen, man hat Sie unmenschlich mißbraucht. Ihre Geschichte ist ungeheuer, sie muß an die Öffentlichkeit. Wollen Sie immer noch behaupten, das wäre keine Story für FOKUS?«

»Wollen Sie etwa behaupten, FOKUS würde das bringen?« fragte sie zurück. »Das ist selbst für Sie zu groß, Herb. Sie haben vorhin gesagt, ich würde ständig in Angst schweben. Ja. Aber Sie müßten mit Todesängsten leben, sobald Sie mit den Recherchen beginnen. Denken Sie an Richards.«

Richards war einer meiner Mitarbeiter gewesen, sein Fall hatte Schlagzeilen gemacht. Er glaubte, bei seinen Recherchen über Genchirurgie auf geheime Forschungen für biologische Waffen gestoßen zu sein. Innerhalb von zwei Tagen war er buchstäblich zerfallen. Zellauflösung. Ein Zufall, eine erstmals aufgetretene Virusmutation? Es wurde nie geklärt, obwohl wir sogar das kriminaltechnische Institut der Sorbonne einschalteten. Alle Welt vermutete, daß er versucht hatte, einen Beweis an sich zu bringen und dabei verunglückt war. Oder ermordet. Wir bekamen nicht einmal heraus, wo Richards sich am Tag vor seiner Erkrankung aufgehalten hatte.

Vielleicht hatte Maud recht, und die Story war ein paar Nummern zu groß. Wenn es dieses Sanatorium und das Institut gab, dann mußte es ein ausgedehnter, hermetisch abgeschlossener Komplex sein, wie ihn nur eine Armee oder ein Geheimdienst unterhalten konnte. Oder einer der Multikonzerne, und die würden ebenso skrupellos jeden, der in ihre Karten gucken wollte, abservieren. Wenn möglich, mit Ablenkung oder Bestechung, aber in diesem Fall würden sie auch vor Mord nicht zurückschrecken. Trotzdem, ich mußte wenigstens wissen, woran ich war.

»Verraten Sie mir die Kontonummer«, forderte ich noch einmal. Ich kannte jemand bei einer Schweizer Bank, der unauffällig prüfen konnte, ob es das Konto gab. Nach dreißig Jahren mußte eine beachtliche Summe darauf liegen.

Maud blickte mich kopfschüttelnd an. »Ich fürchte, Sie wären tatsächlich imstande, sich an die Story zu machen. Nein, Herb. Lassen Sie es so, wie es ist. Bitte. Ich lebe. Nicht gut, aber auch nicht schlecht, ich bin zufrieden. Ich kann den Leuten ein wenig Freude bringen. Sie haben selbst erlebt, wie sie gelacht haben, den Alltag für ein paar Minuten vergessen – ich flehe Sie an.«

1 ... 57 58 59 60 61 62 63 64 65 ... 124
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)