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Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]

Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:

Eine faszinierende Reise in die finsterste Zeit des Mittelalters.
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
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Hätte nicht das Glockenspiel »Vom Himmel hoch« gespielt, würde man keine Ahnung gehabt haben, daß Heiligabend war. Niemand trug Geschenke oder Weihnachtsbäume, überhaupt trug niemand ein Paket. Es war, als hätte die Quarantäne die Erinnerung an Weihnachten völlig aus den Köpfen verdrängt.

Nun, und war es nicht so? Er hatte nicht daran gedacht, Geschenke einzukaufen oder einen Baum zu besorgen. Er dachte an Colin, der zusammengekauert am Tor zum Balliol College saß, und hoffte, daß die Mutter des Jungen wenigstens nicht vergessen hatte, seine Geschenke zu schicken. Auf dem Heimweg mußte er Colin ein kleines Geschenk kaufen, ein Spielzeug oder eine Videokassette oder was, außer einem Schal.

Im Krankenhaus angelangt, wurde er sofort in die Isolierstation geführt und abgeordnet, die neuen Fälle zu befragen. »Es ist wesentlich, daß wir eine amerikanische Verbindung nachweisen«, sagte Mary. »Beim Grippezentrum hat es ein unerwartetes Hindernis gegeben. Wegen der Feiertage ist niemand im Dienst, der eine virologische Sequenz bearbeiten kann. Natürlich wird erwartet, daß sie zu allen Zeiten in voller Bereitschaft sind, aber anscheinend gilt das nicht für Weihnachten. Im Gesundheitsamt sagte man mir, daß sie die Probleme gewöhnlich erst nach Weihnachten bekommen — Lebensmittelvergiftungen und übermäßiger Verbrauch von Genußmitteln, die als Virusinfektionen erklärt werden. Darum geben sie den Leuten vorher frei. Jedenfalls hat man in Atlanta versprochen, dem Grippezentrum einen Vakzin-Prototyp ohne eine positive S-Identifikation zu schicken. Mit der Herstellung kann aber erst nach Vorliegen einer definitiven Verbindung begonnen werden.«

Sie führte ihn durch einen abgesperrten Korridor. »Die Fälle folgen alle dem Profil des South Carolina-Virus: hohes Fieber, Gliederschmerzen, sekundäre Lungenkomplikationen, aber unglücklicherweise ist das noch kein Beweis.« Sie blieb vor einem Krankenzimmer stehen. »Sie haben keine amerikanische Verbindung für Badri gefunden, oder?«

»Nein, aber es gibt immer noch einige Lücken. Soll ich auch mit ihm sprechen?«

Sie zögerte.

»Es geht ihm schlechter?«

»Er hat eine Lungenentzündung entwickelt. Ich weiß nicht, ob er in der Lage sein wird, Ihnen etwas zu sagen. Sein Fieber ist noch immer sehr hoch, was dem Profil folgt. Wir behandeln ihn mit Tetracyclin und begleitender Therapie, auf die das South Carolina-Virus angesprochen hat.« Sie öffnete die Tür zum Krankenzimmer. »Die Tabelle führt alle eingelieferten Fälle auf. Fragen Sie die Stationsschwester, wer in welchem Bett liegt.« Sie tippte etwas in die Konsole beim ersten Krankenbett, und der Bildschirm zeigte eine komplizierte tabellarische Übersicht, die wie ein Stammbaum verzweigt war. »Macht es Ihnen was aus, Colin noch eine Nacht bei sich zu behalten?«

»Nicht im mindesten.«

»Ach, wie gut! Ich bezweifle sehr, daß ich in der Lage sein werde, vor morgen nachmittag nach Hause zu kommen, und es wäre mir nicht recht, wenn er allein in der Wohnung bliebe. Anscheinend bin ich aber die einzige, die hier aushält«, sagte sie ärgerlich. »Endlich konnte ich Deirdre unten in Kent erreichen. Sie war nicht einmal besorgt. ›Ach, gibt es dort eine Quarantäne?‹ sagte sie. ›Ich bin so im Streß gewesen, daß ich keine Zeit hatte, die Nachrichten zu hören‹, und dann erzählte sie mir alles über die Pläne, die sie und ihr Untermieter haben, mit der klaren Implikation, daß sie überhaupt keine Zeit für Colin haben würde und froh ist, ihn los zu sein. Es gibt Zeiten, da bin ich überzeugt, daß sie nicht meine Nichte ist.«

»Wissen Sie, ob sie Colin Weihnachtsgeschenke geschickt hat? Er sagte, sie wollte sie ihm mit der Post schicken.«

»Ich bin überzeugt, daß sie viel zu sehr ›im Streß‹ war, um überhaupt welche zu kaufen, geschweige denn, ihm zu schicken. Als Colin letztes Mal Weihnachten bei mir war, kamen seine Geschenke erst zum Dreikönigsfest. Ach, was mich erinnert: Wissen Sie, was aus meiner Einkaufstasche geworden ist? Ich hatte meine Geschenke für Colin darin.«

»Ich habe sie bei mir abgestellt«, sagte er.

»Ah, gut. Ich wurde mit meinen Einkäufen nicht fertig, aber wenn Sie den Schal und die anderen Sachen einwickeln könnten, würde er wenigstens etwas unter dem Baum haben, nicht?« Sie stand auf. »Sollten Sie auf eine mögliche Verbindung stoßen, sagen Sie es mir gleich. Wie Sie sehen können, haben wir bereits mehrere der Sekundärkontakte auf Badri zurückgeführt, aber das könnten auch Querverbindungen sein, und die eigentliche Verbindung mag eine ganz andere Person sein.«

Sie ging, und er setzte sich neben das Bett, in dem die Eigentümerin des lavendelfarbenen Regenschirms lag.

»Mrs. Breen?« sagte er. »Ich fürchte, ich muß Ihnen ein paar Fragen stellen.«

Ihr Gesicht war stark gerötet, und ihre Atmung klang wie Badris, aber sie beantwortete seine Fragen prompt und klar. Nein, sie war im letzten Monat nicht in Amerika gewesen. Nein, sie kannte keine Amerikaner und niemanden, der in Amerika gewesen war. Aber sie war mit der U-Bahn von London heraufgekommen, um einzukaufen. »Bei Blackwells, wissen Sie«, und sie sei in ganz Oxford herumgelaufen, und dann in der U-Bahn-Station, und es gebe mindestens fünfhundert Menschen, mit denen sie Kontakt gehabt habe und die für die gesuchte Verbindung in Frage kämen.

Es war zwei Uhr vorbei, als er mit den Primärkontakten fertig war und sie der Liste hinzufügte, aber keine von ihnen war die Verbindung, nach der Mary Ausschau hielt, obwohl er herausgebracht hatte, daß zwei weitere Personen bei der Tanzveranstaltung in Headington gewesen waren.

Obwohl er nicht viel Hoffnung hatte, daß Badri in der Lage sein würde, seine Fragen zu beantworten, ging er zu ihm, und tatsächlich schien Badris Befinden sich gebessert zu haben. Er schlief, als Dunworthy seine schmale Kammer betrat, aber dann berührte Dunworthy seine Hand, und Badri öffnete die Augen und sah ihn an.

»Mr. Dunworthy«, sagte er. Seine Stimme war schwach und heiser. »Was machen Sie hier?«

Dunworthy setzt sich. »Wie fühlen Sie sich?«

»Es ist komisch, was man so träumt. Ich dachte… Ich hatte solche Kopfschmerzen…«

»Ich muß Ihnen ein paar Fragen stellen, Badri. Erinnern Sie sich, wen Sie bei der Tanzveranstaltung in Headington trafen?«

»Da waren so viele Leute«, sagte Badri und schluckte, als hätte er Halsschmerzen. »Die meisten waren mir unbekannt.«

»Erinnern Sie sich, mit wem Sie tanzten?«

»Elizabeth…«, krächzte er. »Ihren Nachnamen weiß ich nicht mehr«, flüsterte er. »Und Mira… Mira Bhai.«

Eine grimmig blickende Stationsschwester kam herein. »Zeit für die Röntgenaufnahme«, sagte sie, ohne Badri anzusehen. »Sie werden hinausgehen müssen, Mr. Dunworthy.«

»Könnte ich noch ein paar Minuten haben? Es ist wichtig«, sagte er, aber sie tippte schon an der Konsole.

Er beugte sich über das Bett. »Badri, als Sie die Fixierung bekamen, wieviel Verschiebung gab es?«

»Mr. Dunworthy!« sagte die Schwester.

Er beachtete sie nicht. »Gab es mehr Verschiebung als Sie erwartet hatten?«

»Nein«, sagte Badri heiser. Er faßte sich an die Kehle.

»Wie viel Verschiebung gab es?«

»Vier Stunden«, flüsterte Badri, und Dunworthy ließ sich hinausdrängen.

Vier Stunden. Kivrin war um halb eins durchgegangen. Das würde sie um halb fünf an Ort und Stelle gebracht haben, gegen Sonnenuntergang, aber noch bei ausreichendem Tageslicht, um zu sehen, wo sie war und wenn nötig nach Skendgate zu gehen.

Er machte sich auf die Suche nach Mary, um ihr die Namen der Mädchen zu geben, mit denen Badri getanzt hatte. Mary verglich sie mit der Liste der Neuzugänge. Keine der beiden befand sich unter ihnen, und Mary sagte ihm, er könne nach Hause gehen, maß seine Temperatur und machte eine Blutsenkung, so daß er nicht würde zurückkommen müssen. Er war im Begriff, heimzugehen, als sie Elizabeth Fairchild einlieferten, wie sich herausstellte, eine von Badris Tanzpartnerinnen. Er kam erst zum Nachmittagstee nach Hause.

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