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Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]

Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:

Eine faszinierende Reise in die finsterste Zeit des Mittelalters.
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
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Die Glocke im Südwesten ist Swindone. Agnes kann alle Glocken nach ihrem Klang bestimmen. Die entfernte Glocke, die immer zuerst läutet, ist die von Osney, die zwei Glocken sind in Courcy, wo Sir Bloet wohnt, und die beiden nächsten sind Witenie und Esthcote. Das heißt, daß ich nahe bei Skendgate bin, daß dieser Ort sehr gut Skendgate sein kann. Er hat die Eschenbäume, ist ungefähr von der richtigen Größe, und die Kirche steht an der richtigen Stelle. Die Kirche der Ausgrabung hatte keinen Glockenturm, aber vielleicht hat Mrs. Montoya seine Fundamentreste einfach noch nicht gefunden. Unglücklicherweise ist der Name des Dorfes der eine Punkt, über den Agnes mir nichts sagen kann.

Sie wußte aber, wo Gawyn war. Sie sagte mir, er sei ausgeritten, um meine Angreifer zu jagen. »Und wenn er sie findet, wird er sie mit seinem Schwert erschlagen. So«, sagte sie und demonstrierte es mit Blackie. Natürlich bin ich nicht sicher, daß ihre Auskünfte immer verläßlich sind. Sie erzählte mir, König Eduard sei in Frankreich, und daß Pater Roche den Teufel gesehen habe, ganz in Schwarz gekleidet und auf einem Rappenhengst.

Dieses letztere ist möglich. (Daß Pater Roche ihr das erzählt hat, nicht daß er den Teufel sah.) Die Grenze zwischen der geistigen und der physikalischen Welt erfuhr erst in der Renaissance eine genaue Festlegung, und die Zeitgenossen hatten ständig Visionen von Engeln, dem Jüngsten Gericht, der Jungfrau Maria.

Frau Imeyne beklagt bei jeder Gelegenheit die Unwissenheit, das Analphabetentum und die Unfähigkeit Pater Roches. Nach wie vor versucht sie Eliwys zu überzeugen, daß Gawyn nach Osney geschickt werden muß, um einen Mönch zu holen.

Als ich sie fragte, ob sie nach ihm schicken würde, damit er mit mir beten könne (Ich fand, daß diese Frage nicht als unziemlich oder frech betrachtet werden könne), hielt sie mir einen halbstündigen Vortrag über die Unzulänglichkeiten des Dorfpfarrers: wie er einen Teil der Epistel vergessen habe, die Altarkerzen, statt sie am brennenden Docht auszudrücken, auszublasen pflege, wobei »viel Wachs vergeudet« werde, und die Köpfe der Knechte und Mägde mit abergläubischem Geschwätz fülle (zweifellos über den Teufel und sein Pferd).

Mittelalterliche Dorfpfarrer waren Bauern, denen die Messe durch bloße Übung und Auswendiglernen der lateinischen Liturgie vertraut gemacht worden war. Für mich riechen sie alle gleich, aber der Adel betrachtete seine Diener und leibeigenen Bauern als Menschen einer völlig anderen Art, und ich bin überzeugt, daß der tiefere Grund von Imeynes Mißvergnügen ihre Abneigung ist, vor diesem gesellschaftlich unter ihr stehenden »Schelm« die Beichte abzulegen.

Er ist sicherlich abergläubisch und analphabetisch wie sie behauptet. Aber er ist nicht unfähig. Er hielt mir die Hand und tröstete mich, als ich im Sterben lag. Er sagte mir, es sei nichts zu fürchten. Und ich fürchtete mich nicht.

(Unterbrechung)

Mein Befinden bessert sich geradezu sprunghaft. Heute nachmittag saß ich eine halbe Stunde aufrecht, und heute abend ging ich zum Essen hinunter. Eliwys brachte mir einen braunen Frauenrock aus grober Wolle, einen senffarbenen Überrock und eine Art Kopftuch, um mein abgeschnittenes Haar zu bedecken (keine Haube mit Schleier, also muß sie mich noch immer für eine unverheiratete Jungfrau halten, trotz Imeynes Reden über Ehebrecherinnen). Ich weiß nicht, ob meine eigenen Kleider unpassend oder einfach zu schön waren, um jeden Tag getragen zu werden. Eliwys sagte nichts. Sie und Imeyne halfen mir beim Ankleiden. Ich wollte fragen, ob ich mich waschen könne, bevor ich die neuen Kleider anlegte, möchte aber alles vermeiden, was Imeyne noch argwöhnischer machen kann.

Sie beobachtete mich beim Binden des Kopftuches und beim Anziehen der Schuhe und behielt mich während der ganzen Mahlzeit im Auge. Ich saß zwischen den Mädchen und teilte ein Schneidbrett mit ihnen. Der Verwalter wurde ans Ende der Tafel verbannt, und Maisry war nicht zu sehen. Nach Mr. Latimers Feststellungen pflegte der Priester der Pfarrei am Tisch des Grundherren zu essen, aber Frau Imeyne schätzt wahrscheinlich auch Pater Roches Tischsitten nicht.

Es gab Fleisch, ich glaube Wild, und Brot. Das Wildbret schmeckte nach Zimt, Salz und längerer Lagerung, und das Brot war steinhart, aber es war besser als Gerstengrütze, und ich glaube nicht, daß ich gegen die Tischsitten verstieß.

Andererseits ist mir klar, daß ich die ganze Zeit Fehler machen muß, und sie sind es, die Frau Imeyne so mißtrauisch machen. Meine Kleider, meine Hände, wahrscheinlich auch mein Satzbau sind ein wenig (oder nicht nur ein wenig) abweichend von der Norm dieser Zeit, und alles zusammen läßt mich ausländisch, eigenartig und verdächtig erscheinen.

Eliwys ist zu sehr in Sorge um ihren Mann und sein Gerichtsverfahren, um meine Fehler zu bemerken, und die Mädchen sind zu jung. Imeyne aber bemerkt alles und legt wahrscheinlich eine Liste wie jene an, die sie von den Fehlern Pater Roche zusammengestellt hat. Es ist ein Glück, daß ich mich nicht als Isabel de Beauvrier ausgab. Sie wäre selbst nach Yorkshire geritten, Winter oder nicht, nur um mich zu überführen.

Gawyn kam nach dem Abendessen herein. Maisry, die schließlich mit einem feuerroten Ohr und einer hölzernen Schale Bier hereingeschlüpft war, hatte die Bänke zur Herdstelle gezogen und mehrere Scheite harzreiches Kiefernholz ins Feuer gelegt, und die Frauen nähten in seinem gelben, flackernden Licht.

Gawyn hängte seinen Umhang und die Mütze in den Durchgang neben der inneren Schutzwand. Anscheinend war er gerade von einem Ausritt zurückgekehrt, und zuerst bemerkte ihn niemand. Rosemund saß über ihre Stickerei gebeugt, Agnes schob ihren Karren mit dem hölzernen Ritter darin hin und her, und Eliwys sprach mit Imeyne über den kranken Häusler, dessen Zustand offenbar nicht sehr gut ist. Der Rauch vom Feuer zog in meine Richtung und schmerzte in den Bronchien, und um nicht husten zu müssen, wandte ich den Kopf weg und sah Gawyn neben dem Durchgang stehen und zu Eliwys blicken.

Kurz darauf fuhr Agnes mit ihrem Karren gegen Imeynes Fuß, und die alte Frau sagte ihr, sie sei des Teufels eigenes Kind, und Gawyn kam in die Diele. Ich schlug den Blick nieder und hoffte, er werde mich ansprechen.

Das tat er, nachdem er vor meinem Platz das Knie gebeugt hatte. »Gnädiges Fräulein«, sagte er, »ich bin froh, Euch wiederhergestellt zu sehen.«

Ich hatte keine Ahnung, was ich darauf sagen sollte oder ob eine Erwiderung überhaupt schicklich war. So beugte ich den Kopf tiefer und schwieg.

»Ich hörte, daß Ihr Euch nicht an die Angreifer erinnert, Fräulein Katherine. Ist es so?«

»Ja«, murmelte ich.

»Noch an Eure Diener, und wohin sie geflohen sein mögen?«

Ich schüttelte den Kopf, den Blick niedergeschlagen.

Er wandte sich zu Eliwys. »Ich habe Neuigkeit von den Räubern, Eliwys. Ich habe ihre Fährte gefunden. Es waren viele von ihnen, und sie hatten Pferde.«

Ich hatte befürchtet, er würde sagen, daß er irgendeinen armen Bauern beim Holzsammeln gefangen und aufgehängt habe.

»Ich bitte um Erlaubnis, sie zu verfolgen und Fräulein Katherine zu rächen«, sagte er, zu Eliwys gewandt.

Eliwys sah unbehaglich und wachsam aus. Ich hatte diesen Ausdruck vorher schon bei ihr gesehen, wenn er gekommen war. »Mein Mann bat uns, hierzubleiben, bis er kommt«, sagte sie, »und er bat dich, zu unserem Schutz bei uns zu bleiben.«

»Du hast noch nicht gegessen«, sagte Frau Imeyne in einem Ton, der die Angelegenheit erledigte.

»Ich danke Euch für Eure Freundlichkeit, Gawyn«, sagte ich schnell, bevor er sich abwandte. »Ich weiß, daß Ihr es wart, der mich im Wald fand.« Ich holte Atem und hustete. »Wollt Ihr mir bitte sagen, an welcher Stelle Ihr mich fandet?« Ich hatte versucht, zu viel zu schnell zu sagen. Nun begann ich zu husten, holte dabei zu tief Luft und krümmte mich vor Schmerzen.

Als der Hustenanfall endlich vorüber war, hatte Imeyne Fleisch und Käse auf den Tisch gebracht und Gawyn vorgesetzt, und Eliwys hatte sich wieder an ihre Näharbeit gemacht, und so weiß ich noch immer nichts.

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