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Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]

Электронная книга - «Die Jahre des Schwarzen Todes [Doomsday Book - de]». Краткое содержание книги:

Eine faszinierende Reise in die finsterste Zeit des Mittelalters.
Es sollte das größte Abenteuer ihres Lebens werden: Die junge Kivrin wird aus dem Jahr 2054 ins mittelalterliche England geschickt. Doch bei der Übertragung kommt es zu Problemen, und so landet die Geschichtsstudentin nicht wie geplant im Jahr 1320, sondern im Jahr 1348 — dem Todesjahr, in dem die Pest England entvölkerte. Und eine Rückkehr in die Zukunft scheint unmöglich zu sein …
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Nein, das ist nicht ganz richtig. Ich weiß, warum Eliwys so wachsam und unbehaglich aussah, als er hereinkam, und warum er eine Geschichte über eine Räuberbande erzählte. Und warum über Ehebrecherinnen gesprochen wurde.

Ich sah ihn dort im Durchgang stehen und Eliwys ansehen und ich brauchte keinen Dolmetscher, um in seinem Gesicht zu lesen. Er liebt offensichtlich die Frau seines Herren und Freundes.

14

Dunworthy schlief bis zum Morgen durch.

»Ihr Sekretär wollte Sie wecken, aber ich ließ ihn nicht«, sagte Colin. »Er sagte, ich solle Ihnen diese geben.« Er hielt ihm ein unordentliches Bündel Papiere hin.

»Wie spät ist es?« sagte Dunworthy und setzte sich ächzend im Bett aufrecht.

»Halb neun«, sagte Colin. »Alle Schellenläuter und Quarantäneopfer sind im Speisesaal und frühstücken Haferbrei.« Er machte ein würgendes Geräusch. »Absolut nekrotisch. Ihr Sekretär sagt, die Eier und der Speck müßten wegen der Quarantäne rationiert werden.«

»Halb neun Uhr früh?« fragte Dunworthy und blinzelte kurzsichtig zum Fenster. Draußen war es so düster und trübe wie am Nachmittag, als er eingeschlafen war. »Großer Gott, ich hätte ins Krankenhaus gehen und Badri aufsuchen sollen!«

»Ich weiß«, sagte Colin. »Großtante Mary sagte, ich solle Sie schlafen lassen, und Sie könnten ihn sowieso nicht befragen, weil Untersuchungen vorgenommen werden.«

»Sie rief an?« Dunworthy tastete auf dem Nachttisch nach seiner Brille.

»Ich war vorhin drüben in der Klinik. Wegen der Blutuntersuchung. Großtante Mary sagte, ich solle Ihnen ausrichten, daß wir nur einmal am Tag zu den Blutsenkungen kommen müssen.«

Er hakte die Brille über die Ohren und sah Colin an. »Hat sie gesagt, ob das Virus identifiziert ist?«

»Nhn nhn«, sagte Colin um einen Klumpen in seiner Wange. Dunworthy fragte sich, ob er das Ding die ganze Nacht im Mund gehabt hatte. »Sie schickt Ihnen die Liste der Kontakte.« Er streckte ihm wieder die Papiere hin. »Auch die Dame, die wir vor der Klinik sahen, rief an. Die mit dem Fahrrad.«

»Montoya?«

»Ja. Sie wollte wissen, ob Sie eine Ahnung haben, wie man mit Mr. Basingames Frau in Verbindung kommen kann. Ich sagte ihr, Sie würden zurückrufen. Wissen Sie, wann die Post kommt?«

»Die Post?« Dunworthy blätterte in den Papieren.

»Mama hatte meine Geschenke nicht rechtzeitig gekauft, um sie mir mitzugeben«, sagte Colin. »Sie sagte, sie würde sie mit der Post schicken. Glauben Sie, daß die Quarantäne es verzögern wird?«

Einige der Blätter, die Colin ihm gegeben hatte, klebten aneinander, zweifellos bedingt durch Colins periodische Untersuchungen der Kaugummis und Bonbons, die er ständig im Mund hatte, und die meisten schienen nicht die Kontaktblätter zu sein, sondern verschiedene Mitteilungen und Notizen von Finch. Ein Belüftungsschacht der Warmluftheizung im Studentenheim Salvin war verstopft. Das Gesundheitsamt forderte alle Bewohner von Oxford und Umgebung auf, Kontakt mit infizierten Personen zu meiden. Mrs. Basingame war über Weihnachten in Torquay. Der Bestand an Toilettenpapier ging zur Neige.

»Das glauben Sie nicht, oder? Daß es deswegen Verzögerungen gibt?« fragte Colin.

»Was für Verzögerungen?«

»Bei der Post!« sagte Colin. »Die Quarantäne wird das Paket nicht verzögern, oder? Um welche Zeit wird die Post zugestellt?«

»Der Briefträger kommt um zehn«, sagte Dunworthy. Er sortierte alle Notizen und Mitteilungen aus und öffnete einen großen Manilaumschlag. »Um die Weihnachtszeit wird es gewöhnlich etwas später, wegen all der Weihnachtskarten und Pakete.«

Die zusammengehefteten Blätter im Umschlag waren auch nicht die Kontaktlisten. Sie waren William Gaddsons Bericht über Badris und Kivrins Aufenthalte, sauber getippt und unterteilt in den Vormittag, Nachmittag und Abend eines jeden Tages. Es sah viel sauberer aus als jede Arbeit, die er bisher eingereicht hatte. Erstaunlich, was für einen begrüßenswerten Einfluß eine Mutter haben konnte.

»Ich sehe nicht, warum es bei der Post Verzögerungen geben sollte«, meinte Colin. »Schließlich sind Postsendungen keine Leute, nicht, also können sie nicht ansteckend sein. Wohin wird sie gebracht, in den Speisesaal?«

»Wer?«

»Die Post.«

»Zum Pförtnerhaus«, sagte Dunworthy, schon vertieft in den Bericht über Badri. Am Dienstagabend war er vom Balliol College zurück zum Netz gegangen. Finch hatte um zwei Uhr mit ihm gesprochen, als er gefragt hatte, wo Mr. Dunworthy sei, und noch einmal kurz vor drei, als Badri ihm die Notiz gegeben hatte. Irgendwann zwischen zwei und drei hatte John Yi, ein Student im sechsten Semester, ihn über den Hof zum Laboratorium gehen sehen, anscheinend auf der Suche nach jemandem.

Um drei hatte der Portier vom Brasenose College Badris Ankunft eingetragen. Er hatte bis halb acht am Netz gearbeitet und war dann nach Hause gegangen, um sich für die Tanzveranstaltung umzuziehen.

Dunworthy rief Latimer an. »Wann waren Sie Dienstagnachmittag am Netz?«

Aus dem Bildschirm zwinkerte er Dunworthy verwirrt an. »Dienstag?« Er blickte umher, als hätte er etwas verlegt. »War das gestern?«

»Am Tag vor dem Absetzen«, antwortete Dunworthy. »Sie gingen am Nachmittag in die Bodleian-Bibliothek.«

Er nickte. »Richtig. Ich überprüfte verschiedene Wendungen, die sie gebrauchen wollte. Zum Beispieclass="underline" ›Helft mir, denn ich bin von Räubern überfallen worden.‹«

Dunworthy vermutete, daß er mit »sie« Kivrin meinte. »Sind Sie in der Bibliothek oder im Brasenose mit Kivrin zusammengekommen?«

Er rieb sich grübelnd das Kinn. »Wir mußten bis spät am Abend arbeiten, um eine Entscheidung über die geeignete Form der Pronomen zu finden. Der Verfall der pronominalen Beugung war um 1300 schon fortgeschritten, aber noch nicht vollständig. Außerdem waren die hier gebräuchlichen Dialektformen zu berücksichtigen.«

»Kam Kivrin zum Netz, um Sie zu sprechen?«

»Zum Netz?«

»Zum Laboratorium im Brasenose«, sagte Dunworthy ungeduldig.

»Brasenose? Die Christmette findet nicht im Brasenose statt, nicht wahr?«

»Die Christmette?«

»Der Vikar bat mich, das Dankgebet zu lesen«, sagte Latimer. »Wird sie im Brasenose gehalten?«

»Nein. Sie kamen am Dienstagnachmittag mit Kivrin zusammen, um an ihrer sprachlichen Vervollkommnung zu arbeiten. Wo trafen Sie mit ihr zusammen?«

»Das Wort ›Räuber‹ ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Ursprünglich wohl roubari, entwickelte es verschiedene landschaftlich bedingte Formen…«

Es war zwecklos. »Die Christmette findet um sieben in St. Mary statt«, sagte er und legte auf.

Er rief den Pförtner vom Brasenose College an, der noch immer mit dem Aufputzen seines Weihnachtsbaumes beschäftigt war, und ließ ihn nachsehen, ob er Kivrin eingetragen hatte. Sie war am Dienstagnachmittag nicht dort gewesen.

Er gab die Kontaktlisten in die Konsole ein und fügte die Ergänzungen aus Williams Bericht hinzu. Kivrin hatte Badri am Dienstag nicht gesehen. Dienstagfrüh war sie in der Klinik gewesen und dann bei Dunworthy. Den Nachmittag hatte sie bei Latimer verbracht, und Badri mußte zur Tanzveranstaltung nach Headington gefahren sein, bevor die beiden die Bodleian-Bibliothek verließen. Am Montag war sie von drei Uhr an in der Klinik gewesen, aber zwischen zwölf und halb drei konnte sie an diesem Tag mit Badri zusammengetroffen sein, weil für diesen Zeitraum keine Beobachtung vorlag.

Er überflog noch einmal die Kontaktlisten, die sie ausgefüllt hatten. Montoyas war nur ein paar Zeilen lang. Sie hatte ihre Kontaktpersonen vom Mittwochvormittag eingetragen, aber keine für Montag und Dienstag, und Information über Badri fehlte ganz. Er fragte sich, warum, dann erinnerte er sich, daß sie erst hereingekommen war, nachdem Mary die Instruktionen zum Ausfüllen der Formblätter gegeben hatte.

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