Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
Für ein Museum machte es nicht viel her – ein kleines Haus, das aussah wie ein altmodischer Bahnhof, und davor ein paar Bohrmaschinen und Pumpen und alte Dampfhämmer.
»Da!« Rachel zeigte auf ein Loch in einem nahe gelegenen Hügel – einen Tunneleingang, der mit Brettern und einer Kette verschlossen war. »Ein alter Grubeneingang.«
»Das soll eine Tür zum Labyrinth sein?«, fragte Annabeth. »Wie kannst du da sicher sein?«
»Na, sieh sie dir doch an!«, sagte Rachel. »Ich kann es sehen, okay?«
Sie bedankte sich beim Fahrer und wir stiegen alle aus. Er fragte nicht nach Geld oder so. »Sind Sie sicher, dass alles in Ordnung ist, Miss Dare? Soll ich nicht doch Ihren …«
»Nein!«, sagte Rachel. »Wirklich nicht. Danke, Robert. Es ist alles in Ordnung.«
Das Museum schien geschlossen zu sein, deshalb bemerkte uns niemand, als wir den Hang zum Grubeneingang hochkletterten. Als wir ihn erreicht hatten, sah ich das ins Hängeschloss eingestanzte Zeichen des Dädalus, aber wie Rachel etwas so Winziges vom Highway her entdeckt hatte, konnte ich einfach nicht begreifen.
Ich berührte das Hängeschloss und die Ketten fielen auf die Erde. Wir traten ein paar Bretter beiseite und betraten den Tunnel. Was immer auch geschehen mochte, wir waren wieder im Labyrinth.
Die Lehmtunnel verwandelten sich in Stein. Sie führten im Kreis herum und teilten sich und versuchten, uns in die Irre zu führen, aber Rachel fand problemlos den Weg. Wir sagten ihr, wir müssten nach New York zurück, und sie hielt meistens nicht einmal an, wenn wir an eine Kreuzung kamen.
Zu meiner Überraschung begannen Rachel und Annabeth unterwegs, sich zu unterhalten. Annabeth erkundigte sich wieder nach Rachels Familie, aber Rachel wich aus, und deshalb sprachen sie über Architektur. Es stellte sich heraus, dass Rachel sich damit ziemlich gut auskannte, weil sie sich mit Kunst beschäftigte. Sie redeten über allerlei Gebäudefassaden in New York – »Hast du die gesehen«, bla, bla, bla –, deshalb ließ ich mich zurückfallen und ging in unbehaglichem Schweigen neben Nico her.
»Danke, dass du uns gefolgt bist«, sagte ich endlich.
Nico kniff die Augen zusammen. Er kam mir nicht mehr so wütend vor wie sonst – nur misstrauisch, auf der Hut. »Ich war dir das schuldig, Percy, wegen der Ranch. Und … ich wollte Dädalus mit eigenen Augen sehen. Minos hatte irgendwie Recht. Dädalus müsste wirklich sterben. Niemand darf dem Tod so lange entkommen. Das ist unnatürlich.«
»Darum ging es dir also die ganze Zeit«, sagte ich. »Du wolltest Dädalus’ Seele gegen die deiner Schwester eintauschen.«
Nico ging fast fünfzig Schritte weiter, ehe er sagte: »Das war nicht leicht, weißt du. Nur die Toten zur Gesellschaft zu haben. Zu wissen, dass die Lebenden mich niemals akzeptieren werden. Nur die Toten achten mich, und auch das nur aus Furcht.«
»Du könntest sehr wohl akzeptiert werden«, sagte ich. »Du könntest Freunde im Camp haben.«
Er starrte mich an. »Glaubst du das wirklich, Percy?«
Ich gab keine Antwort. Tatsache war, dass ich es nicht wusste. Nico war immer ein wenig anders gewesen als die anderen, aber seit Biancas Tod war er fast … unheimlich. Er hatte die Augen seines Vaters … dieses intensive, fast manische Feuer, als würde entweder ein Genie oder ein Irrer vor dir stehen. Und wie er Minos gebannt und sich selbst den König der Geister genannt hatte – das war schon beeindruckend gewesen, aber ich fühlte mich beim Gedanken daran gar nicht wohl in meiner Haut.
Ehe ich entschieden hatte, was ich antworten sollte, stieß ich mit Rachel zusammen, die vor mir stehen geblieben war. Wir hatten eine Weggabelung erreicht. Unser Tunnel führte weiter geradeaus, aber ein Nebentunnel bog nach rechts ab – ein runder Schacht, der in schwarzen vulkanischen Felsen gehauen war.
»Was ist los?«, fragte ich.
Rachel starrte in den dunklen Tunnel. Im trüben Licht der Taschenlampe sah ihr Gesicht aus wie eins von Nicos Geistern.
»Geht es da lang?«, fragte Annabeth.
»Nein«, sagte Rachel nervös. »Auf keinen Fall.«
»Warum bleiben wir dann stehen?«, fragte ich.
»Hört doch mal«, sagte Nico.
Ich hörte Wind, der durch den Tunnel fegte, als ob ein Ausgang in der Nähe wäre. Und ich roch etwas vage Bekanntes – etwas, das schlechte Erinnerungen mit sich brachte.
»Eukalyptusbäume«, sagte ich. »Wie in Kalifornien.«
Im vergangenen Winter, als wir auf dem Gipfel des Mount Tamalpais mit Luke und dem Titanen Atlas gekämpft hatten, hatte die Luft genauso gerochen.
»In diesem Tunnel ist etwas Böses«, sagte Rachel. »Etwas sehr Mächtiges.«
»Und der Geruch des Todes«, fügte Nico hinzu, und da fühlte ich mich doch gleich viel wohler.
Annabeth und ich wechselten einen Blick.
»Lukes Eingang«, vermutete sie. »Der zum Othrys – dem Palast der Titanen.«
»Da muss ich rein«, sagte ich.
»Percy, nein.«
»Luke könnte da drin sein«, sagte ich. »Oder … oder Kronos. Ich muss das herausfinden.«
Annabeth zögerte. »Dann gehen wir alle.«
»Nein«, sagte ich. »Das ist zu gefährlich. Wenn sie Nico erwischen, oder auch Rachel, dann könnte Kronos sie benutzen. Du bleibst hier und beschützt die beiden.«
Was ich nicht sagte: Ich machte mir auch Sorgen wegen Annabeth. Ich wusste ja nicht, was sie tun würde, wenn sie Luke wiedersähe. Er hatte sie schon viel zu oft an der Nase herumgeführt und manipuliert.
»Percy, nicht«, sagte Rachel. »Geh nicht allein da rein.«
»Ich beeile mich«, versprach ich. »Und ich mache keine Dummheiten.«
Annabeth zog ihre Yankees-Mütze aus der Tasche. »Nimm wenigstens die hier mit. Und sei vorsichtig.«
»Danke.« Mir fiel ein, wie Annabeth und ich uns das letzte Mal getrennt hatten, auf dem Mount St. Helens, als sie mir einen Kuss gegeben hatte, um mir Glück zu wünschen. Diesmal bekam ich nur die Mütze.
Ich setzte sie auf. »Hier kommt Niemand.« Und dann schlich ich unsichtbar in den stockdunklen Tunnel.
Noch ehe ich den Ausgang erreicht hatte, hörte ich Stimmen, die knurrenden, kläffenden Laute der Telchinen, der schmiedenden Seedämonen.
»Wenigstens haben wir die Klinge gerettet«, sagte die eine Stimme. »Da wird der Meister uns vielleicht doch belohnen.«
»Ja! Ja!«, kreischte eine andere. »Unvorstellbarer Lohn!«
Eine andere Stimme, die eher menschlich klang, sagte: »Äh, ja, großartig. Also, wenn ihr jetzt mit mir fertig seid …«
»Nein, Halbblut«, sagte ein Telchine. »Du musst uns bei der Vorstellung helfen. Das ist eine große Ehre.«
»Äh, danke«, sagte das Halbblut und ich erkannte die Stimme von Ethan Nakamura, dem Jungen, der weggelaufen war, nachdem ich in der Arena sein elendes Leben gerettet hatte.
Ich kroch zum Ende des Tunnels und rief mir in Erinnerung, dass ich unsichtbar war. Also dürften sie mich nicht sehen können.
Ein kalter Luftstoß traf mich, als ich nach draußen trat. Ich stand vor dem Gipfel des Mount Tam. Der Pazifik breitete sich unter mir aus, grau unter einem grauen Himmel. An die sieben Meter weiter unten legten zwei Telchinen etwas auf einen großen Felsblock – etwas Langes und Dünnes, das in schwarzes Tuch gewickelt war. Ethan half ihnen, das Tuch zu öffnen.
»Vorsichtig, du Trottel«, schimpfte der Telchine. »Eine Berührung, und die Klinge trennt dir die Seele vom Körper.«
Ethan schluckte nervös. »Vielleicht sollte ich das Auspacken dann doch lieber euch überlassen.«
Ich schaute zum Gipfel hoch, wo eine Festung aus schwarzem Marmor thronte, genau, wie ich es in meinen Träumen gesehen hatte. Sie kam mir vor wie ein überdimensionales Mausoleum, mit Wänden, die über fünfzehn Meter hoch waren. Ich hatte keine Ahnung, wie die Sterblichen diese Festung übersehen konnten. Für mich dagegen wirkte alles unterhalb des Gipfels verschwommen, als ob zwischen mir und der unteren Hälfte des Berges ein dicker Schleier hinge. Hier oben war Magie im Spiel – richtig mächtiger magischer Nebel. Über mir am Himmel wirbelte eine riesige Windhose. Ich konnte Atlas nicht sehen, aber ich konnte ihn in der Ferne stöhnen hören, noch immer quälte er sich unter dem Gewicht des Himmels, gleich hinter der Festung.