Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
»Das ist nicht wahr!«, rief Annabeth.
»Ich tue, was ich tun muss, meine Liebe. Ein so verlockendes Angebot konnte ich nicht ablehnen. Tut mir leid.«
Annabeth stieß eine Staffelei um. Architekturzeichnungen verteilten sich auf dem Boden. »Ich habe Sie immer respektiert. Sie waren mein Held! Sie – Sie haben umwerfende Dinge erbaut. Sie haben Probleme gelöst. Aber jetzt … weiß ich nicht mehr, was ich von Ihnen halten soll. Kinder der Athene gelten doch als weise und nicht nur als schlau. Vielleicht sind Sie ja wirklich nur eine Maschine. Sie hätten vor zweitausend Jahren sterben sollen!«
Statt wütend zu werden, ließ Dädalus den Kopf hängen. »Ihr solltet das Camp warnen. Jetzt, wo Luke den Faden hat …«
Plötzlich spitzte Mrs O’Leary die Ohren.
»Da kommt jemand!«, sagte Rachel warnend.
Die Türen der Werkstatt sprangen auf und Nico wurde hereingestoßen. Seine Hände waren zusammengekettet. Hinterher marschierten Kelli und zwei Laistrygonen, gefolgt vom Geist des Minos. Er sah jetzt fast körperlich aus – ein bleicher bärtiger König mit kalten Augen und Gewändern, aus denen sich Nebelfäden lösten.
Er starrte Dädalus an. »Da bist du ja endlich, alter Freund.«
Dädalus biss die Zähne zusammen. Er sah Kelli an. »Was hat das zu bedeuten?«
»Luke lässt schön grüßen«, sagte Kelli. »Er dachte, du würdest deinen alten Arbeitgeber Minos gern mal wiedersehen.«
»So war das aber nicht abgemacht«, sagte Dädalus.
»Nein, das stimmt«, sagte Kelli. »Aber wir haben bekommen, was wir von dir brauchten, und wir müssen andere Abmachungen einhalten. Minos hat etwas anderes von uns verlangt, damit er diesen schönen jungen Halbgott ausliefert.« Sie tippte Nico mit dem Finger unter das Kinn. »Der wird überaus nützlich sein. Und als Gegenleistung hat Minos nur deinen Kopf erbeten, alter Mann.«
Dädalus erbleichte. »Verrat!«
»Gewöhn dich endlich daran«, sagte Kelli.
»Nico«, sagte ich. »Alles in Ordnung?«
Er nickte düster. »Ich – tut mir leid, Percy. Minos hat mir gesagt, du seist in Gefahr. Er hat mich überredet, ins Labyrinth zurückzugehen.«
»Du wolltest uns helfen?«
»Er hat mich ausgetrickst«, sagte Nico. »Er hat uns alle ausgetrickst.«
Ich starrte Kelli wütend an. »Wo ist Luke? Wieso ist er nicht hier?«
Die Dämonin lächelte mich verschwörerisch an. »Luke … hat zu tun. Er bereitet sich auf den Angriff vor. Aber keine Sorge. Es sind noch mehr Freunde unterwegs hierher. Und in der Zwischenzeit werde ich mir einen kleinen Snack genehmigen.« Ihre Hände verwandelten sich in Krallen, die Haare loderten in Flammen auf und ihre Beine nahmen ihre wahre Gestalt an – ein Eselsbein und ein Bronzebein.
»Percy«, flüsterte Rachel. »Die Flügel. Glaubst du …«
»Hol sie«, sagte ich. »Ich versuche, Zeit zu schinden.«
Und dann war der Hades los. Annabeth und ich griffen Kelli an. Die Riesen stürzten sich auf Dädalus, aber Mrs O’Leary warf sich vor ihn. Nico wurde zu Boden gestoßen und kämpfte mit seinen Ketten, während der Geist des Minos heulte: »Tötet den Erfinder! Tötet ihn!«
Rachel riss die Flügel von der Wand. Niemand achtete auf sie. Kelli schlug auf Annabeth ein. Ich versuchte, zu ihr zu gelangen, aber die Dämonin war schnell und tödlich. Sie warf Tische um, zerbrach Erfindungen und ließ uns nicht an sie herankommen. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Mrs O’Leary einem Riesen ihre Zähne in den Arm schlug. Er heulte vor Schmerz auf und schleuderte sie wild herum in dem Versuch, sie abzuschütteln. Dädalus streckte die Hand nach seinem Schwert aus, aber der zweite Riese zerschmetterte die Werkbank mit einem Faustschlag und das Schwert wurde davongeschleudert. Ein Tonbehälter mit griechischem Feuer zerbrach auf dem Boden und ging in grünen Flammen auf, die rasch um sich griffen.
»Zu mir, Geister der Toten!«, rief Minos. Er hob seine Geisterhände und die Luft um ihn herum begann zu summen.
»Nein!«, schrie Nico. Er stand jetzt aufrecht. Auf irgendeine Weise hatte er es geschafft, sich von seinen Fesseln zu befreien.
»Du hast mir nichts zu befehlen, du junger Tor«, sagte Minos verächtlich. »Die ganze Zeit lang habe ich dich gelenkt. Eine Seele für eine Seele, ja. Aber es ist nicht deine Schwester, die von den Toten zurückkehren wird. Sondern ich, wenn ich den Erfinder erschlage!«
Um Minos herum tauchten überall Geister auf – schimmernde Gestalten, die sich langsam vermehrten und zu kretischen Soldaten verdichteten.
»Ich bin der Sohn des Hades«, erklärte Nico. »Verschwinde!«
Minos lachte. »Du hast keine Macht über mich. Ich bin der Herr der Geister. Der Geisterkönig!«
»Nein.« Nico zog sein Schwert. »Der bin ich.«
Er stieß die schwarze Klinge in den Boden und sie durchschnitt den Stein wie Butter.
»Nie und nimmer!« Minos’ Gestalt wurde immer durchscheinender. »Ich werde nicht …«
Der Boden grollte. Die Fenster zersprangen in tausend Stücke und ließen einen frischen Luftzug herein. Im steinernen Boden der Werkstatt tat sich ein Spalt auf und Minos und alle seine Geister wurden mit entsetzlichem Geheul in die Tiefe gesaugt.
Die schlechte Nachricht: Um uns herum wurde weitergekämpft, und ich hatte mich ablenken lassen. Kelli stürzte so rasch auf mich zu, dass ich keine Zeit zur Gegenwehr hatte. Mein Schwert flog mir aus der Hand und ich fiel mit dem Kopf gegen einen Arbeitstisch. Vor meinen Augen verschwamm alles. Ich konnte die Arme nicht mehr heben.
Kelli lachte. »Du wirst köstlich schmecken!«
Sie bleckte ihre Fangzähne. Dann erstarrte sie plötzlich. Sie keuchte auf. »Kein … Schul … geist …«
Und Annabeth zog ihr Messer aus dem Rücken der Empusa. Mit grauenhaftem Kreischen löste Kelli sich in gelben Dampf auf.
Annabeth half mir auf die Füße. Mir war noch immer schwindlig, aber wir hatten keine Zeit zu verlieren. Mrs O’Leary und Dädalus kämpften weiter mit den Riesen, und ich konnte im Tunnel Geschrei hören. Immer mehr Monster näherten sich der Werkstatt.
»Wir müssen Dädalus helfen«, sagte ich.
»Keine Zeit«, sagte Rachel. »Es sind zu viele.«
Sie hatte bereits Flügel angelegt und half Nico, der nach seinem Kampf mit Minos blass und schweißnass war. Die Flügel hafteten sofort an seinem Rücken und seinen Armen.
»Jetzt du!«, sagte Rachel zu mir.
In Sekundenschnelle standen Nico, Annabeth, Rachel und ich mit kupfernen Flügeln da. Schon spürte ich, wie ich vom Wind hochgehoben wurde, der durch das Fenster strömte. Griechisches Feuer verzehrte die Tische und die übrigen Möbel und griff auf die Wendeltreppe über.
»Dädalus!«, schrie ich. »Kommen Sie!«
Er war an hundert Stellen verletzt – aber er blutete goldenes Öl an Stelle von Blut. Er hatte sein Schwert wieder und nutzte einen Teil eines zerbrochenen Tisches als Schild gegen die Riesen. »Ich kann Mrs O’Leary nicht alleinlassen«, sagte er. »Geht!«
Es gab keine Zeit für Diskussionen. Selbst wenn wir geblieben wären, hätten wir ihm wahrscheinlich nicht helfen können.
»Wir wissen doch gar nicht, wie man fliegt!«, rief Nico.
»Guter Zeitpunkt, das mal rauszufinden«, sagte ich. Und zusammen sprangen wir alle vier durch das Fenster in den offenen Himmel.
Ich öffne einen Sarg
Aus einer Höhe von über hundertfünfzig Metern aus dem Fenster zu springen ist nicht gerade mein Hobby, vor allem nicht, wenn ich Bronzeflügel trage und wie eine Ente damit flattere.
Ich fiel dem Tal und den roten Felsen dort unten entgegen. Ich war ziemlich sicher, dass ich als Fettfleck im Garten der Götter enden würde, doch dann schrie Annabeth irgendwo über mir: »Die Arme ausbreiten! Und ausgebreitet halten!«
Der kleine Teil meines Gehirns, der sich nicht mit Panik befasste, hörte sie und meine Arme gehorchten. Sowie ich sie ausgebreitet hatte, fingen die Flügel den Wind ein und mein Sturz verlangsamte sich. Ich fiel weiterhin abwärts, aber in einem kontrollierten Winkel, wie ein Papierdrachen bei der Landung.