Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
»Ich habe viele Äonen lang geschlafen«, sagte der Gott. »Meine Träume waren dunkel. Ich fahre ohne Grund aus dem Schlaf hoch, und die wachen Phasen werden immer kürzer. Jetzt sind wir dem Ende nahe.«
»Was?«, rief Grover. »Nein! Ihr seid doch hier!«
»Mein lieber Satyr«, sagte Pan. »Ich habe versucht, es der Welt zu sagen, vor zweitausend Jahren. Ich habe es Lysas gesagt, einem Satyr, der große Ähnlichkeit mit dir hatte. Er lebte in Ephesos und versuchte, meine Nachricht zu verbreiten.«
Annabeth machte große Augen. »Die alte Geschichte. Ein Seemann, der an der Küste von Ephesos entlangfuhr, hörte eine Stimme vom Ufer her rufen: ›Sagt ihnen, dass der große Gott Pan tot ist!‹«
»Aber das hat doch nicht gestimmt!«, sagte Grover.
»Deinesgleichen hat das niemals glauben wollen«, sagte Pan. »Ihr süßen sturen Satyrn wolltet meinen Tod nicht akzeptieren. Und deshalb liebe ich euch, aber ihr habt das Unvermeidliche nur aufgeschoben. Ihr habt mein langes, schmerzliches Ende, meinen dunklen Schlaf im Zwielicht nur verlängert. Das muss ein Ende haben.«
»Nein!« Grovers Stimme zitterte.
»Lieber Grover«, sagte Pan. »Du musst die Wahrheit akzeptieren. Dein Gefährte, Nico, der versteht es.«
Nico nickte langsam. »Er stirbt. Er hätte schon vor langer Zeit sterben müssen. Das hier … das ist eher wie eine Erinnerung.«
»Aber Götter können nicht sterben«, sagte Grover.
»Sie können verbleichen«, sagte Pan, »wenn alles, wofür sie standen, verschwunden ist. Wenn sie keine Macht mehr haben und ihre heiligen Orte vergehen. Die Wildnis, mein lieber Grover, ist jetzt so klein, so verstreut, dass kein Gott sie retten kann. Mein Reich gibt es nicht mehr. Deshalb brauche ich dich, um für mich eine Nachricht zu überbringen. Du musst zum Rat zurückkehren. Du musst den Satyrn und den Dryaden und den anderen Naturgeistern sagen, dass der große Gott Pan wirklich tot ist. Erzähl ihnen von meinem Ende. Sie dürfen nicht mehr darauf warten, dass ich sie rette. Das kann ich nicht. Die einzige Rettung liegt bei euch selbst. Jeder von euch muss …«
Er unterbrach sich und sah stirnrunzelnd den Dodo an, der wieder angefangen hatte zu summen.
»Dede, was machst du da?«, fragte Pan. »Singst du schon wieder Kumbaya?«
Dede schaute mit Unschuldsmiene auf und plinkerte mit ihren gelben Augen.
Pan seufzte. »Überall Zyniker. Aber wie gesagt, mein lieber Grover, ihr müsst alle meinem Ruf folgen.«
»Aber … nein!«, wimmerte Grover.
»Seid stark«, sagte Pan. »Ihr habt mich gefunden. Und jetzt müsst ihr mich freigeben. Ihr müsst meinen Geist weitertragen. Er kann nicht länger nur einem Gott innewohnen. Ihr alle müsst ihn übernehmen.«
Pan sah mich mit seinen klaren blauen Augen an, und mir ging auf, dass er nicht nur über die Satyrn sprach. Er meinte auch Halbblute und Menschen. Alle eben.
»Percy Jackson«, sagte der Gott. »Ich weiß, was du heute gesehen hast. Ich kenne deine Zweifel. Aber ich gebe dir Folgendes mit auf den Weg: Wenn die Zeit gekommen ist, wirst du nicht von Furcht beherrscht werden.«
Er wandte sich Annabeth zu. »Tochter der Athene, deine Zeit wird kommen. Du wirst eine große Rolle spielen, auch wenn es vielleicht nicht die Rolle ist, die du dir vorgestellt hast.«
Dann sah er Tyson an. »Junger Zyklop, verzage nicht. Heroen erfüllen nur selten unsere Erwartungen. Aber du, Tyson – dein Name wird noch viele Generationen unter den Zyklopen weiterleben. Und Miss Rachel Dare …«
Rachel zuckte zusammen, als er ihren Namen nannte. Sie wich zurück, als ob sie an irgendetwas schuld wäre, aber Pan lächelte nur. Er hob seine Hand zum Segen.
»Ich weiß, du glaubst, du kannst es nicht wiedergutmachen«, sagte er. »Aber du bist genauso wichtig wie dein Vater.«
»Ich …« Rachels Stimme versagte. Eine Träne lief über ihre Wange.
»Ich weiß, dass du das jetzt nicht glaubst«, sagte Pan. »Aber halte Ausschau nach Gelegenheiten. Sie werden sich einstellen.«
Dann wandte er sich wieder Grover zu. »Mein lieber Satyr«, sagte Pan freundlich. »Wirst du meine Nachricht überbringen?«
»Ich … ich kann nicht.«
»Du kannst«, sagte Pan. »Du bist der Stärkste und Tapferste. Dein Herz ist treu und beständig. Du hast mehr an mich geglaubt als irgendwer sonst zu irgendeiner Zeit, und deshalb musst du die Botschaft überbringen und der sein, der mich erlöst.«
»Ich will das nicht.«
»Ich weiß«, sagte der Gott. »Aber mein Name, Pan … ursprünglich hat er ländlich bedeutet. Hast du das gewusst? Aber dann hat er im Laufe der Zeit die Bedeutung alle angenommen. Der Geist der Wildnis muss jetzt auf euch alle übergehen. Ihr müsst es allen sagen, die euch begegnen. Wenn ihr Pan finden wollt, dann nehmt Pans Geist an. Stellt die Wildnis wieder her, Stück für Stück, jeder in seinem eigenen Winkel der Welt. Ihr dürft nicht darauf warten, dass irgendwer das für euch tut, und sei es ein Gott.«
Grover wischte sich die Augen. Dann richtete er sich langsam auf. »Ich habe mein Leben lang nach Euch gesucht. Und jetzt … gebe ich Euch frei.«
Pan lächelte. »Danke, mein lieber Satyr. Mein letzter Segen.«
Er schloss die Augen und löste sich auf. Weißer Nebel verdichtete sich zu Funken aus Energie, aber diese Energie war nicht unheimlich wie die blaue Kraft, die ich bei Kronos gesehen hatte. Sie füllte den Raum. Ein Rauchkringel schwebte in meinen Mund und in Grovers und in die der anderen. Aber ich glaube, bei Grover war er ein wenig größer. Die Kristalle wurden trübe und die Tiere schauten uns traurig an. Dede der Dodo seufzte. Dann wurden sie alle grau und zerfielen zu Staub. Die Ranken verwelkten. Und wir standen allein in einer leeren Höhle vor einem leeren Bett.
Ich schaltete meine Taschenlampe ein.
Grover holte tief Luft.
»Alles in Ordnung?«, fragte ich ihn.
Er sah älter und trauriger aus. Er nahm Annabeth seine Mütze ab, klopfte den Schmutz ab und drückte sie energisch auf seinen Lockenkopf.
»Wir sollten jetzt gehen«, sagte er. »Und es ihnen sagen. Der große Gott Pan ist tot.«
Grover löst eine Massenpanik aus
Im Labyrinth waren die Entfernungen kürzer, aber als Rachel uns zum Times Square zurückgelotst hatte, hatte ich trotzdem das Gefühl, so ungefähr den ganzen Weg aus New Mexico gerannt zu sein. Wir verließen den Keller des Marriott, standen im hellen Sommerlicht am Straßenrand und musterten Verkehr und Menschenmengen aus zusammengekniffenen Augen.
Ich konnte nicht sagen, was mir weniger wirklich vorkam – New York oder die Kristallhöhle, in der gerade vor meinen Augen ein Gott gestorben war.
Ich führte die anderen in eine schmale Seitengasse, die ein gutes Echo hatte. Dann pfiff ich fünfmal, so laut ich konnte.
Eine Minute darauf keuchte Racheclass="underline" »Sind die schön!«
Eine Schar von Pegasi schwebte über uns vom Himmel herab und drehte zwischen den Wolkenkratzern ihre Runden. Blackjack führte sie an, gefolgt von vier seiner weißen Freunde.
Yo, Boss!, sagte er in meinen Gedanken. Du hast überlebt!
»Ja«, sagte ich zu ihm. »In der Hinsicht habe ich immer Glück. Hör mal, wir müssen ins Camp, und zwar ganz schnell!«
Das ist meine Spezialität. O Mann, du hast diesen Zyklopen bei dir? Yo, Guido! Wie steht’s mit deinem Rücken?
Der Pegasus Guido stöhnte und jammerte, aber am Ende war er dann doch bereit, Tyson zu tragen. Alle schwangen sich in die Sättel – nur Rachel nicht.
»Okay«, sagte sie zu mir. »Das war’s dann ja wohl.«
Ich nickte unbehaglich. Wir wussten beide, dass sie nicht mit ins Camp kommen konnte. Ich schaute zu Annabeth hinüber, die vorgab, schwer mit ihrem Pegasus beschäftigt zu sein.
»Danke, Rachel«, sagte ich. »Ohne dich hätten wir das nicht geschafft.«
»Ich hätte es auch nicht verpassen wollen. Ich meine, abgesehen davon, dass wir fast umgekommen sind und dass Pan …« Ihre Stimme versagte.