Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
Quintus starrte mich an. »Lass dir Unterricht von deiner klarsichtigen Freundin geben, mein Junge. Ich bin Dädalus.«
Ich hätte dazu eine Menge sagen können, von »Ich hab’s ja gewusst« bis zu »LÜGNER!« und »Ja, klar, und ich bin Zeus«.
Doch das Einzige, was mir einfiel, war: »Aber Sie sind doch gar kein Erfinder! Sie sind Schwertkämpfer!«
»Ich bin beides«, sagte Quintus. »Und Architekt. Und Gelehrter. Ich bin auch ein ziemlich guter Baseballspieler für jemanden, der erst mit zweitausend Jahren damit angefangen hat. Ein echter Künstler muss vieles gut können.«
»Stimmt«, sagte Rachel. »Ich kann mit den Füßen und mit den Händen malen.«
»Seht ihr?«, sagte Quintus. »Ein Mädchen mit vielen Begabungen.«
»Aber Sie sehen nicht einmal aus wie Dädalus«, widersprach ich. »Ich habe ihn im Traum gesehen und …« Plötzlich kam mir ein entsetzlicher Gedanke.
»Genau«, sagte Quintus. »Endlich hast du die Wahrheit erraten.«
»Sie sind ein Automat, eine Maschine. Sie haben sich einen neuen Körper gemacht.«
»Percy«, sagte Annabeth unsicher, »das ist nicht möglich. Das da – das da kann kein Automat sein.«
Quintus schmunzelte. »Weißt du, was Quintus bedeutet, meine Liebe?«
»Der Fünfte, das ist Latein. Aber …«
»Dies ist mein fünfter Körper.« Der Schwertkämpfer streckte den Arm aus. Er drückte auf seinen Ellbogen und ein Stück seiner Haut sprang auf – in die Haut war ein rechteckiges Scharnier eingelassen. Darunter bewegten sich Bronzeteile. Drähte glühten.
»Umwerfend«, sagte Rachel.
»Seltsam«, sagte ich.
»Sie haben eine Möglichkeit gefunden, Ihren Animus in eine Maschine zu übertragen?«, fragte Annabeth. »Das ist … unnatürlich.«
»Ach, ich kann dir sagen, meine Liebe, ich bin es noch immer. Ich bin noch immer in hohem Maß Dädalus. Unsere Mutter, Athene, sorgt dafür, dass ich das niemals vergesse.« Er zog den Kragen seines Hemds zur Seite. Unten an seinem Hals lugte das Zeichen hervor, das ich schon einmal gesehen hatte – in seine Haut war der dunkle Umriss eines Vogels eingebrannt.
»Das Zeichen eines Mörders«, sagte Annabeth.
»Wegen Ihres Neffen Perdix«, tippte ich. »Der Junge, den Sie vom Turm gestoßen haben.«
Quintus’ Gesicht verdüsterte sich. »Ich habe ihn nicht gestoßen. Ich habe nur …«
»Dafür gesorgt, dass er das Gleichgewicht verliert«, sagte ich. »Ihn sterben lassen.«
Quintus starrte aus den Fenstern auf die lila Berge. »Ich bereue, was ich getan habe, Percy. Ich war wütend und verbittert. Aber ich kann es nicht rückgängig machen, und Athene wird dafür sorgen, dass ich es niemals vergesse. Als Perdix gestorben ist, hat sie ihn in einen kleinen Vogel verwandelt – ein Rebhuhn. Sie hat mir den Umriss dieses Vogels in den Hals eingebrannt, zur Erinnerung. Egal, welchen Körper ich auch annehme, immer erscheint dieses Zeichen auf meiner Haut.«
Ich sah in seine Augen und mir wurde klar, dass dies wirklich der Mann war, den ich in meinen Träumen gesehen hatte. Das Gesicht mochte vollkommen anders sein, aber in seinen Augen lag dieselbe Seele – dieselbe Intelligenz und die tiefe Traurigkeit.
»Sie sind wirklich Dädalus«, entschied ich. »Aber warum sind Sie ins Camp gekommen? Warum haben Sie bei uns spioniert?«
»Um festzustellen, ob euer Camp es verdient hat, gerettet zu werden. Luke hatte mir seine Version der Geschichte schon erzählt, aber ich wollte meine eigenen Schlüsse ziehen.«
»Sie haben also wirklich mit Luke gesprochen.«
»Natürlich. Mehrmals sogar. Er ist ziemlich überzeugend.«
»Aber jetzt haben Sie das Camp ja gesehen«, sagte Annabeth. »Also wissen Sie, dass wir Ihre Hilfe brauchen. Sie dürfen Luke nicht durch das Labyrinth ziehen lassen.«
Dädalus legte sein Schwert auf die Werkbank. »Ich habe das Labyrinth nicht mehr unter Kontrolle, Annabeth. Ich habe es geschaffen, das schon. Und es ist sogar mit meiner Lebenskraft verbunden. Aber ich habe ihm erlaubt, eigenständig zu existieren und zu wachsen. Das ist der Preis, den ich dafür bezahlen musste, in Ruhe gelassen zu werden.«
»Von wem?«
»Von den Göttern«, sagte er. »Und dem Tod. Ich lebe jetzt seit zwei Jahrtausenden, meine Liebe, und verstecke mich vor dem Tod.«
»Aber wie können Sie sich vor Hades verstecken?«, fragte ich. »Ich meine … Hades hat die Furien.«
»Die wissen aber auch nicht alles«, sagte er. »Und sehen nicht alles. Du bist ihnen begegnet, Percy. Du weißt, dass das stimmt. Ein kluger Mann kann sich ziemlich lange vor ihnen verstecken, und ich habe mich sehr tief begraben. Nur mein größter Feind ist mir auf der Spur geblieben, und selbst den habe ich an der Nase herumgeführt.«
»Sie meinen Minos«, sagte ich.
Dädalus nickte. »Er jagt unablässig nach mir. Und jetzt, als Richter der Toten, wünscht er sich nichts sehnlicher, als mich für meine Verbrechen zu bestrafen. Seit die Töchter des Kokalos ihn getötet haben, sucht Minos mich in meinen Träumen heim. Er hat geschworen, mich zur Strecke zu bringen. Ich habe das Einzige getan, was mir übrig blieb: Ich habe mich vollständig aus der Welt zurückgezogen und bin in mein Labyrinth hinabgestiegen. Ich sah es als meine größte Herausforderung: Ich wollte den Tod betrügen.«
»Und das ist Ihnen auch gelungen«, sagte Annabeth staunend. »Zweitausend Jahre lang.« Sie schien wirklich beeindruckt zu sein, trotz der schrecklichen Taten, die Dädalus begangen hatte.
In diesem Moment hörten wir aus dem Gang ein lautes Bellen. Ich hörte das Babum, Babum, Babum riesiger Pfoten, und Mrs O’Leary kam in die Werkstatt gerannt. Sie leckte einmal über mein Gesicht und warf Dädalus vor Begeisterung fast um.
»Da ist ja meine alte Freundin«, sagte Dädalus und kraulte Mrs O’Leary zwischen den Ohren. »Meine einzige Gesellschaft in diesen langen einsamen Jahren.«
»Sie haben dafür gesorgt, dass sie mich gerettet hat«, sagte ich. »Die Pfeife hat wirklich funktioniert.«
Dädalus nickte. »Natürlich hat sie das, Percy. Du hast ein gutes Herz. Und ich wusste, dass Mrs O’Leary dich leiden kann. Ich wollte dir helfen. Vielleicht – vielleicht habe ich mich auch schuldig gefühlt.«
»Weshalb denn schuldig?«
»Weil euer Einsatz umsonst sein wird.«
»Was?«, fragte Annabeth. »Aber Sie können uns doch immer noch helfen. Sie müssen! Geben Sie uns den Faden der Ariadne, damit Luke ihn nicht an sich bringen kann!«
»Ach ja … der Faden. Ich habe Luke gesagt, die Augen eines klarsichtigen sterblichen Menschen seien der beste Führer, aber er glaubte mir nicht. Er war so fixiert auf die Vorstellung eines magischen Gegenstandes. Und der Faden funktioniert ja auch. Vielleicht nicht ganz so gut wie eure sterbliche Freundin hier. Aber doch gut genug. Gut genug.«
»Wo ist er?«, fragte Annabeth.
»Luke hat ihn«, sagte Dädalus traurig. »Es tut mir leid, meine Liebe. Aber ihr kommt um einige Stunden zu spät.«
Mir wurde kalt, als mir aufging, warum Luke in der Arena so guter Laune gewesen war. Er hatte den Faden bereits von Dädalus bekommen. Sein einziges Hindernis war der Herr der Arena gewesen, und dieses Problem hatte ich gelöst, als ich Antaios getötet hatte.
»Kronos hat mir die Freiheit versprochen«, sagte Dädalus. »Sowie Hades besiegt ist, wird er mich zum Herrscher über die Unterwelt einsetzen. Ich werde meinen Sohn Ikarus wieder zu mir holen und den armen jungen Perdix entschädigen. Ich werde Minos’ Seele in den Tartarus werfen lassen, dann kann sie mich nie mehr belästigen. Und ich werde nicht mehr vor dem Tod davonlaufen müssen.«
»Das soll Ihr großartiger Plan sein?«, schrie Annabeth. »Sie lassen zu, dass Luke unser Camp zerstört, Hunderte von Halbgöttern umbringt und dann den Olymp angreift? Sie wollen die gesamte Welt vernichten, nur um zu bekommen, was Sie wollen?«
»Eure Sache ist verloren, meine Liebe. Das habe ich begriffen, sowie ich angefangen hatte, in eurem Camp zu arbeiten. Es gibt keine Möglichkeit für euch, der Macht des Kronos zu widerstehen.«