Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
Sie griff Grover an, aber Grover konnte beiseitespringen und die Schlange erwischte nur einen Mundvoll Erde. Tyson griff zu einem Steinquader, warf und traf das Monster damit zwischen den Augen, aber die Schlange fuhr nur zurück und zischte.
»Die wird dich fressen!«, brüllte Grover Tyson zu.
»Woher weißt du das?«
»Das hat sie mir gerade gesagt. Lauf!«
Tyson stürzte zur Seite, aber die Schlange benutzte ihren Kopf als Keule und schlug ihn zu Boden.
»Nein!«, schrie Grover. Aber noch ehe Tyson das Gleichgewicht zurückgewinnen konnte, wickelte sich die Schlange um seinen Körper und drückte zu.
Tyson wehrte sich mit aller Kraft, aber die Schlange drückte immer fester. Grover schlug wütend mit seiner Rohrflöte auf sie ein, doch da hätte er auch gleich eine Mauer angreifen können.
Der ganze Raum bebte, als die Schlange ihre Muskeln anspannte, um Tysons Kraft zu überwinden.
Grover fing an, auf seiner Flöte zu spielen, und es regnete Stalaktiten von der Decke. Die ganze Höhle schien kurz vor dem Einsturz zu stehen.
Ich wurde davon geweckt, dass Annabeth meine Schulter schüttelte. »Percy, aufwachen!«
»Tyson – Tyson hat Probleme«, sagte ich. »Wir müssen ihm helfen.«
»Eins nach dem anderen«, sagte sie. »Erdbeben!«
Und wirklich, der Raum dröhnte. »Rachel«, rief ich.
Sie riss sofort die Augen auf, schnappte sich ihren Rucksack und wir stürzten los. Wir hatten den Tunnel am gegenüberliegenden Ende des Saals fast erreicht, als eine Säule neben uns ächzte und nachgab. Schnell rannten wir weiter, während hundert Tonnen Marmor hinter uns zu Boden krachten.
Wir erreichten den Gang und schauten uns gerade rechtzeitig um, um zu sehen, wie auch die anderen Säulen einstürzten. Eine weiße Staubwolke blähte sich über uns, und wir rannten weiter.
»Weißt du was?«, fragte Annabeth. »Irgendwie gefällt mir dieser Weg doch.«
Schon bald sahen wir vor uns Licht – wie ganz normale elektrische Beleuchtung.
»Da«, sagte Rachel.
Wir folgten ihr in eine Halle aus rostfreiem Stahl, die aussah wie eine Art Raumstation oder so. Fluoreszierende Lampen glühten an der Decke. Der Boden bestand aus einem Metallgitter.
Ich war inzwischen so an die Dunkelheit gewöhnt, dass ich die Augen zusammenkneifen musste. Annabeth und Rachel sahen in dem grellen Licht bleich aus.
»Da lang«, sagte Rachel und rannte wieder los. »Wir sind bald da!«
»Das kann doch nicht sein!«, sagte Annabeth. »Die Werkstatt muss im ältesten Teil des Labyrinths liegen. Das hier kann nicht …«
Sie verstummte, denn wir hatten mehrere Doppeltüren aus Metall erreicht. Auf Augenhöhe war ein großes blaues Δ in den Stahl eingraviert.
»Da sind wir«, verkündete Rachel. »Die Werkstatt des Dädalus.«
Annabeth drückte auf das Symbol und die Türen öffneten sich zischend.
»Und so was nennt sich dann antike Architektur«, sagte ich.
Annabeth sah mich wütend an. Dann gingen wir weiter.
Als Erstes überraschte mich das Tageslicht – gleißende Sonne fiel durch riesige Fenster. Nicht gerade das, was man mitten in einem Kerker erwarten würde. Die Werkstatt sah aus wie das Studio eines Künstlers, mit zehn Meter hohen Wänden und künstlicher Beleuchtung, polierten Steinplatten auf dem Boden und Arbeitsbänken vor den Fenstern. Eine Wendeltreppe führte auf eine Art Dachboden. Auf einem halben Dutzend Staffeleien waren handgezeichnete Grundrisse von Gebäuden und Maschinen zu sehen, die aussahen wie Skizzen von Leonardo da Vinci. Mehrere Laptops waren auf die Tische verteilt. Glasgefäße voll mit grünem Öl – griechisches Feuer – standen in einem Regal. Es standen auch Erfindungen herum – seltsame Metallmaschinen, deren Sinn ich nicht erraten konnte. Darunter war ein Bronzestuhl, an dem mehrere Stromkabel befestigt waren und der aussah wie eine Art Foltergerät. In einer anderen Ecke stand ein ungefähr mannshohes Metallei. Es gab auch eine Standuhr, die ganz aus Glas zu bestehen schien, so dass man das Uhrwerk bei der Arbeit beobachten konnte. Und an der Wand hingen mehrere Flügel aus Silber und Bronze.
»Di immortales«, murmelte Annabeth. Sie rannte zur nächsten Staffelei und sah sich die Skizze an. »Er ist ein Genie. Seht euch nur die Konturen dieses Gebäudes an!«
»Und ein Künstler«, sagte Rachel überrascht. »Diese Flügel sind umwerfend!«
Die Flügel sahen um einiges kunstvoller aus als die, die ich in meinen Träumen gesehen hatte. Die Federn waren dichter miteinander verwoben und an Stelle von Wachssiegeln gab es an den Seiten Klettstreifen.
Ich legte die Hand auf Springflut. Dädalus war offenbar nicht zu Hause, aber die Werkstatt schien kürzlich benutzt worden zu sein. Auf den Laptops waren Bildschirmschoner zu sehen. Auf einer Werkbank standen ein halb gegessener Blaubeermuffin und eine Tasse Kaffee.
Ich ging zum Fenster. Der Ausblick war umwerfend. Ich erkannte die Rocky Mountains. Wir befanden uns hoch oben im Vorgebirge, mindestens hundertfünfzig Meter hoch, und unter uns lag ein Tal mit einer chaotischen Ansammlung von roten Tafelbergen, Quadern und Steinsäulen. Es sah aus, als ob ein riesiges Kind eine Spielzeugstadt aus Wolkenkratzerbausteinen errichtet und dann beschlossen hätte, alles umzuwerfen.
»Wo sind wir?«, fragte ich.
»Colorado Springs«, sagte hinter uns eine Stimme. »Im Garten der Götter.«
Auf der Wendeltreppe über uns stand mit gezogener Waffe unser verschollener Schwertkampflehrer Quintus.
»Sie«, sagte Annabeth. »Was haben Sie mit Dädalus gemacht?«
Quintus deutete ein Lächeln an. »Glaub mir, meine Liebe, du willst ihn gar nicht sehen.«
»Hören Sie mal, Sie Verräter«, knurrte sie. »Ich habe nicht mit einer Drachenfrau und einem Mann mit drei Körpern und einer psychotischen Sphinx gekämpft, um jetzt ausgerechnet Ihnen zu begegnen. Also, wo steckt DÄDALUS?«
Quintus kam die Treppe herunter und hielt das Schwert seitlich von sich gestreckt. Er trug Jeans und Stiefel und sein Betreuer-T-Shirt aus dem Camp Half-Blood, was wie eine Beleidigung wirkte, jetzt, wo wir wussten, dass er ein Spion war. Ich hatte keine Ahnung, ob ich ihn in einem Schwertkampf besiegen könnte. Er war verdammt gut. Aber ich würde es wohl versuchen müssen.
»Du hältst mich für einen Agenten des Kronos«, sagte er. »Und glaubst, ich arbeite für Luke.«
»Ja, stellen Sie sich das mal vor«, sagte Annabeth.
»Du bist ein intelligentes Mädchen«, sagte er. »Aber du irrst dich. Ich arbeite nur für mich selbst.«
»Luke hat Sie erwähnt«, sagte ich. »Und Geryon wusste ebenfalls von Ihnen. Sie waren auf seiner Ranch.«
»Natürlich«, sagte er. »Ich war fast überall. Sogar hier.«
Er ging an mir vorbei, als sei ich nicht die geringste Bedrohung, und stellte sich ans Fenster. »Dieser Anblick ändert sich jeden Tag«, sagte er nachdenklich. »Es ist immer irgendein hoch gelegener Ort. Gestern war es ein Wolkenkratzer mit Blick auf Manhattan. Vorgestern gab es einen wunderbaren Ausblick auf den Michigan-See. Aber das Labyrinth kehrt immer wieder zum Garten der Götter zurück. Ich vermute, es gefällt ihm hier. Ein passender Name.«
»Sie waren schon einmal hier«, sagte ich.
»Allerdings.«
»Ist das da draußen eine Illusion?«, fragte ich. »Eine Projektion oder so etwas?«
»Nein«, murmelte Rachel. »Das ist echt. Wir sind in Colorado.«
Quintus musterte sie. »Du bist eine der Klarsichtigen, was? Du erinnerst mich an eine andere Sterbliche, die ich einmal gekannt habe. Eine andere Prinzessin, die ins Unglück geraten ist.«
»Genug geplaudert«, sagte ich. »Was haben Sie mit Dädalus gemacht?«