Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #6
- Год: 2018
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
Er spürte, wie ich mich ergab, und auch sein Körper entspannte sich mit einem Seufzer; er hielt mich nicht länger gefangen, sondern hielt mich einfach nur. Dann hob er den Kopf und nahm mein Gesicht in seine Hand.
»Möchtest du wissen, was es wirklich ist?«, fragte er, und ich konnte der dunkelblauen Färbung seiner Augen ansehen, dass er es ernst meinte. Ich nickte wortlos.
»Von allen Geschöpfen auf dieser Erde«, flüsterte er, »bist du das treueste.«
Mein erster Gedanke war, eine Bemerkung über Bernhardiner zu machen, doch sein Gesicht war so von Zärtlichkeit erfüllt, dass ich nichts sagte und stattdessen nur zu ihm aufsah und in das grüne Licht blinzelte, das über uns durch die Nadeln fiel.
»Nun«, sagte ich schließlich und seufzte ebenfalls tief, »du aber auch. Und das ist doch eigentlich eine gute Sache, oder nicht?«
Kapitel 21
Es zündet
Mrs. Bug hatte Hühnerfrikassee zum Abendessen gemacht, doch das allein reichte nicht aus, um die unterdrückte Erregung zu erklären, die Brianna und Roger bei ihrem Eintreten mit sich brachten. Sie lächelten beide, Briannas Wangen waren rot, und seine Augen leuchteten mit den ihren um die Wette.
Als Roger daher verkündete, dass sie große Neuigkeiten hätten, war es vielleicht nur verständlich, dass Mrs. Bug ohne Umwege zu dem naheliegenden Schluss kam.
»Ihr bekommt wieder ein Kind!«, rief sie und ließ vor Aufregung den Löffel fallen. Sie klatschte in die Hände und blies sich auf wie ein Luftballon. »Oh, was für eine Freude! Und Zeit wurde es sowieso«, fügte sie hinzu und löste ihre Hände voneinander, um mit dem Finger auf Roger zu zeigen. »Und da hatte ich schon gedacht, ich müsste Euch Ingwer und Schwefel in den Porridge tun, junger Mann, um Euch auf die Sprünge zu helfen! Aber wie ich sehe, wusstet Ihr ja dann doch, wie es geht. Und du, a bhailach, was meinst du? Ein süßes Brüderchen für dich!«
Jemmy, an den diese Worte gerichtet waren, starrte mit offenem Mund zu ihr auf.
»Äh …«, sagte Roger und wurde rot.
»Oder es könnte natürlich auch ein Schwesterchen werden«, räumte Mrs. Bug ein. »Aber so oder so, gute Neuigkeiten, gute Neuigkeiten. Hier, a luaidh, nimm zur Feier ein Bonbon, und wir anderen trinken darauf!«
Jemmy, der sichtlich verwirrt, für etwas Süßes aber sofort zu haben war, nahm das Melassebonbon, das ihm angeboten wurde, und steckte es prompt in den Mund.
»Aber er hat doch noch –«, begann Brianna.
»Nanke, Missus Bug«, sagte Jem hastig und hielt sich die Hand vor den Mund, damit seine Mutter nicht versuchte, diese vor dem Essen ausdrücklich verbotene Köstlichkeit wieder an sich zu nehmen, weil er nicht höflich war.
»Oh, das eine Bonbon wird ihm schon nicht schaden«, versicherte ihr Mrs. Bug, während sie den hingefallenen Löffel aufhob und ihn an ihrer Schürze abwischte. »Ruft Arch, a muirninn, und wir erzählen es ihm auch. Bei der heiligen Bride, Liebes, ich dachte schon, Ihr würdet Euch nie dazu aufraffen! Und alle die anderen Frauen haben sich schon erzählt, sie wüssten nicht, ob Ihr nichts mehr für Euren Mann empfindet, oder ob bei ihm der Funke erloschen ist, aber so, wie die Dinge jetzt stehen –«
»Nun, so wie die Dinge jetzt stehen«, sagte Roger und hob die Stimme, damit man ihn hörte.
»Ich bin nicht schwanger!«, sagte Brianna sehr laut.
Die folgende Stille hallte wider wie ein Donnerschlag.
»Oh«, sagte Jamie in aller Seelenruhe. Er nahm sich eine Serviette, setzte sich und steckte sie in seinen Halsausschnitt. »Nun denn. Wollen wir essen?« Er hielt Jemmy die Hand hin, und der Junge, der inbrünstig auf seinem Melassebonbon herumlutschte, kletterte neben ihm auf die Bank.
Mrs. Bug, die für eine Sekunde versteinert war, erwachte mit einem nachdrücklichen »Hmpf!« wieder zum Leben. Massiv beleidigt wandte sie sich der Anrichte zu und ließ einen Stapel Zinnteller scheppernd darauf landen.
Roger, der immer noch ziemlich rot war, schien die ganze Situation komisch zu finden, zumindest dem Zucken seines Mundes nach. Brianna war außer sich und prustete wie ein Orca.
»Setz dich doch, Schatz«, sagte ich im zögernden Tonfall eines Menschen, der sich mit einer großen tickenden Bombe unterhält. »Du … äh … hast Neuigkeiten, sagtest du?«
»Ach, egal!« Sie blieb stehen und funkelte vor sich hin. »Es interessiert ja sowieso niemanden, weil ich nicht schwanger bin. Und was könnte ich schließlich sonst schon Nennenswertes tun?« Sie fuhr sich brutal mit der Hand durch das Haar, verhakte sich in dem Band, mit dem es zusammengehalten wurde, riss es los und schleuderte es zu Boden.
»Aber, mein Herz …«, begann Roger. Ich hätte ihm sagen können, dass das ein Fehler war. Ein Fraser in Rage gab nichts auf honigsüße Worte, sondern ging eher dem nächstbesten Beteiligten, der so unvorsichtig war, ihn anzusprechen, an die Kehle.
»Lass mich bloß mit deinem ›mein Herz‹ in Ruhe!«, schnappte sie. »Du findest das doch auch! Du hältst alles, was ich tue, für Zeitverschwendung, es sei denn, ich kümmere mich um die Wäsche, koche das Abendessen oder stopfe deine verdammten Socken! Und du schiebst mir die Schuld daran zu, dass ich nicht schwanger werde! Nun, es ist nicht meine Schuld, das weißt du ganz genau!«
»Nein! Das finde ich nicht, ganz und gar nicht. Brianna, bitte …« Er streckte ihr die Hand entgegen, dann überlegte er es sich anders und zog sie wieder zurück, weil er offensichtlich das Gefühl hatte, dass sie sie am Handgelenk abtrennen könnte.
»Lass essen, Mami!«, meldete sich Jemmy hilfsbereit zu Wort. Ein langer, melassebrauner Speichelfaden triefte aus seinem Mundwinkel auf die Brust seines Hemdchens. Bei diesem Anblick ging seine Mutter wie eine Tigerin auf Mrs. Bug los.
»Jetzt seht nur, was Ihr angerichtet habt, Ihr geschwätzige alte Vorwitznase! Das war sein letztes sauberes Hemdchen! Und wie könnt Ihr es wagen, mit allen hier über unser Privatleben zu reden, was in aller Welt geht Euch das überhaupt an, Ihr verflixtes altes Läster–«
Da er die Vergeblichkeit seiner Einwände einsah, legte Roger von hinten die Arme um sie, hob sie vom Boden auf und trug sie zur Hintertür hinaus. Sie entfernten sich unter unverständlichen Protestlauten von Briannas Seite und Rogers schmerzhaftem Aufstöhnen, da sie ihn wiederholt vor die Schienbeine trat, und zwar mit beträchtlicher Wucht und Zielsicherheit.
Ich ging zur Tür und schloss sie vorsichtig, so dass die weiteren Streitgeräusche auf dem Hof verstummten.
»Das hat sie von dir, weißt du«, sagte ich tadelnd und setzte mich Jamie gegenüber hin. »Mrs. Bug, das riecht wundervoll. Lasst uns wirklich essen!«
Mrs. Bug tischte das Frikassee, in beleidigtes Schweigen gehüllt, auf, lehnte es jedoch ab, sich zu uns zu setzen. Stattdessen legte sie ihren Umhang um und stampfte zur Haustür hinaus, so dass uns das Aufräumen überlassen blieb. Ein exzellenter Tauschhandel, wenn man mich fragte.
Wir aßen in seliger Stille, die nur vom Klappern der Löffel auf dem Zinn und gelegentlichen Fragen unterbrochen wurde, weil Jemmy wissen wollte, warum Melasse so klebte, wie die Milch in die Kuh kam und wann er seinen kleinen Bruder bekommen würde.
»Was sage ich nur zu Mrs. Bug?«, fragte ich in einer kurzen Pause zwischen seinen Fragen.
»Warum solltest du etwas sagen, Sassenach? Du warst doch nicht diejenige, die sie beschimpft hat.«
»Nun ja, nein. Aber ich möchte wetten, dass Brianna nicht vorhat, sich zu entschuldigen –«
»Warum sollte sie auch?« Er zuckte mit den Achseln. »Sie ist schließlich provoziert worden. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Mrs. Bug in ihrem langen Leben noch nie als geschwätzige Vorwitznase bezeichnet worden ist. Sie wird sich austoben, Arch alles erzählen, und morgen ist alles wieder gut.«