Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
Ethan ließ sich auf den Boden fallen. »Ihr seid doch verrückt.« Er nahm sich den Helm ab. Sein Gesicht glänzte vor Schweiß.
Annabeth keuchte auf. »An dich erinnere ich mich. Du warst einer der Undefinierbaren in der Hermes-Hütte, aber das ist Jahre her.«
Er starrte sie wütend an. »Ja, und du bist Annabeth. Ich erinnere mich auch.«
»Was – was ist mit deinem Auge passiert?«
Ethan schaute weg und ich hatte das Gefühl, dass er über dieses Thema nicht sprechen wollte.
»Du musst das Halbblut aus meinem Traum sein«, sagte ich. »Das Lukes Leute in die Enge getrieben hatten. Es war also gar nicht Nico.«
»Wer ist Nico?«
»Das ist jetzt egal«, sagte Annabeth eilig. »Warum wolltest du dich der falschen Seite anschließen?«
Ethan feixte. »Es gibt keine richtige Seite. Die Götter haben sich doch nie für uns interessiert. Warum sollte ich …«
»Dich von einer Armee anwerben lassen, die dich zu ihrer Unterhaltung um dein Leben kämpfen lässt?«, fragte Annabeth. »Ja, gute Frage.«
Ethan kam mühsam auf die Beine. »Ich will mich nicht mit dir streiten. Danke für die Hilfe, aber ich steige jetzt aus.«
»Wir sind auf der Suche nach Dädalus«, sagte ich. »Komm mit uns. Wenn wir das erst mal hinter uns haben, dann bist du im Camp wieder willkommen.«
»Du bist wirklich verrückt, wenn du glaubst, dass Dädalus dir hilft.«
»Muss er aber«, sagte Annabeth. »Wir werden ihn dazu bringen, dass er uns zuhört.«
Ethan schnaubte. »Na, von mir aus. Viel Glück jedenfalls.«
Ich packte seinen Arm. »Du willst allein ins Labyrinth gehen? Das ist Selbstmord.«
Er sah mich mit kaum unterdrücktem Zorn an. Seine Augenklappe war am Rand ausgefranst und der schwarze Stoff war verschossen, als ob er die Klappe schon sehr lange trug. »Du hättest mich nicht verschonen dürfen, Jackson. In diesem Krieg gibt es keinen Platz für Gnade.«
Dann rannte er in die Dunkelheit, in die Richtung, aus der wir gekommen waren.
Annabeth, Rachel und ich waren so erschöpft, dass wir unser Lager direkt dort in diesem riesigen Saal aufschlugen. Ich suchte Reisig zusammen und wir machten ein Feuer. Schatten tanzten zwischen den Säulen, die uns umgaben wie Bäume.
»Mit Luke hat irgendetwas nicht gestimmt«, murmelte Annabeth und stocherte mit ihrem Messer im Feuer herum. »Ist euch aufgefallen, wie er sich verstellt hat?«
»Ich fand, er hat ganz schön zufrieden ausgesehen«, sagte ich. »Als ob er gerade einen netten Tag mit dem Foltern von Heroen verbracht hätte.«
»Das stimmt nicht! Irgendetwas hat mit ihm nicht gestimmt. Er sah … nervös aus. Er hat seinen Monstern gesagt, sie sollen mich verschonen. Er wollte mir etwas sagen.«
»Ja, vermutlich Hallo, Annabeth, setz dich doch zu uns und sieh zu, wie deine Freunde in Stücke gerissen werden. Das wird lustig.«
»Du bist unmöglich«, sagte Annabeth wütend. Sie steckte ihren Dolch in die Scheide und sah Rachel an. »Und wie jetzt weiter, Sacajawea?«
Rachel antwortete nicht sofort. Sie war stiller geworden, seit wir die Arena verlassen hatten. Wenn Annabeth eine sarkastische Bemerkung machte, ließ Rachel sich kaum noch zu einer Antwort herab. Sie hatte die Spitze eines Stocks im Feuer verbrannt und zeichnete damit Figuren auf den Boden, Bilder der Monster, die wir gesehen hatten. Mit wenigen Strichen hatte sie eine perfekte Dracaena erschaffen.
»Wir folgen dem Pfad«, sagte sie. »Dem Licht auf dem Boden.«
»Dem Licht, das uns direkt in die Falle gelockt hat?«, fragte Annabeth.
»Lass sie in Ruhe, Annabeth«, sagte ich. »Sie tut schließlich ihr Bestes.«
Annabeth stand auf. »Das Feuer ist fast runtergebrannt. Ich suche noch ein paar Holzreste, so lange könnt ihr hier ja über unsere Strategie sprechen.« Und sie verschwand in den Schatten.
Rachel zeichnete mit ihrem Stock eine weitere Figur – einen aschenen Antaios, der an seinen Ketten hing.
»Annabeth ist sonst nicht so«, sagte ich zu ihr. »Ich weiß nicht, was mit ihr los ist.«
Rachel hob die Augenbrauen. »Bist du sicher, dass du das nicht weißt?«
»Wie meinst du das?«
»Jungs«, murmelte sie. »Einfach blind.«
»He, mach du mich nicht auch noch an. Hör mal, es tut mir leid, dass ich dich in diese Sache hineingezogen habe.«
»Nein, das war schon richtig so«, sagte sie. »Ich kann den Pfad sehen. Ich kann das nicht erklären, aber er ist wirklich deutlich.« Sie zeigte auf die andere Seite des Saals, in die Dunkelheit. »Die Werkstatt liegt in dieser Richtung. Im Herzen des Labyrinths. Wir sind jetzt sehr dicht davor. Ich weiß nicht, warum der Pfad durch die Arena geführt hat. Ich – es tut mir leid. Ich dachte schon, du müsstest sterben.«
Sie schien mit den Tränen zu kämpfen.
»He, ich muss oft fast sterben«, sagte ich beruhigend. »Mach dir keine Gedanken.«
Sie musterte mein Gesicht. »Du machst das also jeden Sommer? Mit Monstern kämpfen? Die Welt retten? Kannst du nie, du weißt schon, normalen Kram machen?«
Ich hatte noch nie darüber nachgedacht. Ein normales Leben hatte ich zuletzt gehabt, als … na ja, eigentlich nie. »Halbblute müssen sich wohl daran gewöhnen. Vielleicht auch nicht direkt gewöhnen, sondern …« Ich rutschte unbehaglich hin und her. »Was ist mit dir? Was machst du denn normalerweise so?«
Rachel zuckte mit den Schultern. »Ich male. Und ich lese viel.«
Na gut, dachte ich. Bisher null Punkte auf der Tabelle der Gemeinsamkeiten. »Was ist mit deiner Familie?«
Ich konnte sehen, wie sie ihren inneren Schild hob, als sei das ein gefährliches Thema. »Ach … Familie eben, du weißt schon.«
»Du hast gesagt, es würde ihnen gar nicht auffallen, wenn du verschwindest.«
Sie legte ihren Zeichenstock hin. »Meine Güte, bin ich hundemüde. Ich schlaf mal ein bisschen, okay?«
»Klar. Tut mir leid, wenn …«
Aber Rachel rollte sich schon zusammen und nahm ihren Rucksack als Kissen. Sie schloss die Augen und lag sehr still da, aber ich hatte das Gefühl, dass sie gar nicht schlief.
Einige Minuten darauf kam Annabeth zurück und warf ein paar Stöcke ins Feuer. Sie sah Rachel und dann mich an.
»Ich halte die erste Wache«, sagte sie. »Du solltest auch schlafen.«
»Du brauchst dich nicht so aufzuführen.«
»Wie denn?«
»Wie … ach, egal.« Ich legte mich hin und fühlte mich elend. Ich war so müde, dass ich einschlief, sobald ich die Augen zumachte.
In meinen Träumen hörte ich Lachen. Kaltes, grobes Lachen. Wie Messer, die gewetzt werden.
Ich stand am Rand einer Grube in den Tiefen des Tartarus. Unter mir brodelte die Dunkelheit wie eine tintenschwarze Suppe.
»So nah deiner eigenen Vernichtung, kleiner Heros«, höhnte die Stimme des Kronos. »Und noch immer bist du blind.«
Die Stimme war anders als bisher. Sie kam mir jetzt physisch vor, als ob sie aus einem richtigen Körper ertönte und nicht aus … was immer er in seinem zerstückelten Zustand gewesen war.
»Ich habe dir vieles zu verdanken«, sagte Kronos. »Du hast für meine Auferstehung gesorgt.«
Die Schatten in der Höhle wurden tiefer und schwerer. Ich versuchte, vom Rand der Grube zurückzutreten, aber es war, wie durch Öl zu schwimmen. Die Zeit wurde langsamer. Mein Atem hörte fast auf.
»Einen Gefallen erweise ich dir noch«, sagte Kronos. »Der Herr der Titanen bezahlt immer seine Schulden. Vielleicht einen Blick auf die Freunde, die du im Stich gelassen hast …«
Die Dunkelheit flimmerte um mich herum und ich befand mich in einer anderen Höhle.
»Beeil dich!«, sagte Tyson. Er kam in den Raum gestürzt, Grover stolperte hinter ihm her. Aus dem Gang, den sie eben verlassen hatten, ertönte ein Dröhnen, und der Kopf einer riesigen Schlange erschien in der Höhle. Wirklich, sie war so riesig, dass ihr Körper nur haarscharf durch den Tunnel passte. Ihre Schuppen sahen aus wie aus Kupfer. Sie hatte einen eckigen Kopf wie eine Klapperschlange, und ihre gelben Augen loderten vor Hass. Als sie das Maul öffnete, kamen Giftzähne so groß wie Tyson zum Vorschein.