Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
»Percy!«, schrie Annabeth mir zu. »Seine Mutter ist Gaia. Gai…«
Ihr laistrygonischer Bewacher drückte ihr die Hand auf den Mund. Seine Mutter ist Gaia. Die Erdgöttin. Annabeth versuchte mir zu sagen, dass das wichtig war, aber ich wusste nicht, warum. Vielleicht, weil dieser Typ dann zwei göttliche Elternteile hatte. Das würde es noch schwerer machen, ihn umzubringen.
»Du bist verrückt, Antaios«, sagte ich. »Wenn du das hier für einen guten Tribut hältst, dann hast du keine Ahnung von Poseidon.«
Die Menge überschüttete mich mit Beschimpfungen, aber Antaios hob abermals die Hand, um sich Gehör zu verschaffen.
»Waffen«, beharrte er. »Und dann werden wir zusehen, wie du stirbst. Möchtest du Äxte? Schilde? Netze? Flammenwerfer?«
»Nur mein Schwert«, sagte ich.
Die Monster prusteten los, aber im nächsten Moment hielt ich Springflut in der Hand und einige der Stimmen in der Menge klangen nervös. Die Bronzeklinge glühte schwach.
»Erste Runde«, verkündete Antaios. Die Tore öffneten sich und eine Dracaena glitt herein. Sie hielt in der einen Hand einen Dreizack und in der anderen ein mit Gewichten versehenes Netz – der klassische Gladiatorenstil. Ich hatte im Camp jahrelang den Kampf gegen diese Waffen trainiert.
Sie hieb versuchsweise auf mich ein. Ich wich aus. Sie warf ihr Netz und hoffte, meine Schwerthand einzufangen, aber ich sprang problemlos zur Seite, hackte ihren Speer in zwei Teile und bohrte Springflut durch einen Spalt in ihrer Rüstung. Mit Schmerzensgeheul löste sie sich in nichts auf und das Gejohle der Menge verstummte.
»Nein!«, schrie Antaios. »Zu schnell! Du musst mit dem Töten warten. Nur ich kann den Tod befehlen!«
Ich schaute zu Annabeth und Rachel hinüber. Ich musste sie befreien, vielleicht, indem ich ihre Bewacher ablenkte.
»Gute Arbeit, Percy.« Luke lächelte. »Du bist mit dem Schwert besser geworden, das muss ich dir lassen.«
»Zweite Runde«, brüllte Antaios. »Und diesmal langsamer! Mehr Unterhaltung! Warte auf meinen Befehl, ehe du irgendwen tötest, SONST …!«
Wieder wurden die Tore geöffnet und diesmal kam ein junger Krieger zum Vorschein. Er war ein wenig älter als ich, um die sechzehn, hatte glänzende schwarze Haare und sein linkes Auge war hinter einer Augenklappe verborgen. Er war dünn und drahtig, und seine griechische Rüstung hing locker an ihm herab. Er bohrte sein Schwert in den Boden, zog seine Schildriemen gerade und setzte seinen Rosshaarhelm auf.
»Wer bist du?«, fragte ich.
»Ethan Nakamura«, sagte er. »Ich muss dich töten.«
»Warum?«
»He«, schrie ein Monster von der Tribüne herunter. »Hört auf zu quatschen und kämpft endlich!« Die anderen stimmten ein.
»Ich muss mich beweisen«, sagte Ethan zu mir. »Sonst werde ich nicht aufgenommen.«
Und mit diesen Worten griff er an. Unsere Schwerter trafen sich in der Luft und die Menge brüllte. Es kam mir nicht richtig vor, ich wollte keine Monstermeute unterhalten, aber Ethan Nakamura ließ mir keine Wahl.
Er griff wieder an. Und er war gut. Er war nie im Camp Half-Blood gewesen, soviel ich wusste, aber er hatte trainiert. Er erwiderte meinen Schlag und hätte mich fast mit seinem Schild getroffen, aber ich sprang zurück. Er stieß zu. Ich rollte mich auf die Seite. Wir tauschten Schläge und Stöße aus, und jeder bekam einen Eindruck vom Kampfstil des anderen. Ich versuchte, auf Ethans blinder Seite zu bleiben, aber das half mir nicht besonders. Offenbar kämpfte er schon lange als Einäugiger, denn er sicherte seine Linke ganz hervorragend. »Blut!«, kreischten die Monster.
Mein Widersacher schaute zu den Tribünen hoch. Das war sein Schwachpunkt, hoffte ich: Er musste sie beeindrucken. Ich musste das nicht.
Er stieß einen wütenden Kriegsruf aus und griff wieder an, aber ich schlug seine Klinge weg und wich zurück, so dass er mich verfolgen musste.
»Buuuh!«, sagte Antaios. »Bleib stehen und kämpfe!«
Ethan bedrängte mich, aber es fiel mir nicht schwer, mich zu verteidigen, sogar ohne Schild. Er war zur Verteidigung gekleidet – schwere Rüstung und Schild –, was es sehr ermüdend machte, den Angreifer zu spielen. Ich war ungeschützter, aber dadurch auch leichter und schneller. Die Menge drehte durch, kreischte Verwünschungen und schleuderte Steine. Wir kämpften seit fast fünf Minuten und kein Blut war geflossen.
Endlich machte Ethan einen Fehler. Er versuchte, meinen Bauch zu treffen, und ich hakte meine Klinge hinter seinen Schwertknauf und drehte ihm das Schwert aus der Hand. Ehe er es aufheben konnte, knallte ich den Schwertgriff auf seinen Helm und drückte ihn nach unten. Seine schwere Rüstung war dabei eher mir eine Hilfe als ihm. Benommen und erschöpft fiel er auf den Rücken. Ich legte die Schwertspitze an seine Brust.
»Bring es hinter dich«, stöhnte Ethan.
Ich schaute zu Antaios hoch. Sein Gesicht war wie versteinert vor Verärgerung, aber er hob die Hand und senkte den Daumen.
»Vergiss es.« Ich steckte mein Schwert in die Scheide.
»Sei nicht blöd«, stöhnte Ethan. »Dann bringen sie uns beide um.«
Ich reichte ihm meine Hand. Widerstrebend nahm er sie und ich half ihm auf die Beine.
»Niemand entehrt die Spiele«, brüllte Antaios. »Eure Köpfe werden beide dem Poseidon als Geschenk dargebracht werden!«
Ich sah Ethan an. »Wenn du eine Chance siehst, dann lauf.« Danach wandte ich mich wieder Antaios zu. »Warum kämpfst du nicht selbst gegen mich? Wenn Dad auf deiner Seite ist, dann komm runter und beweis es!«
Die Monster auf den Bänken murmelten. Antaios schaute in die Runde und begriff, dass er keine Wahl hatte. Er konnte nicht ablehnen, ohne als Feigling dazustehen.
»Ich bin der größte Ringer der Welt, Knabe«, warnte er mich. »Ich ringe schon seit dem ersten Pankration.«
»Pankration?«, fragte ich.
»Er meint, Kampf bis zum Tod«, sagte Ethan. »Keine Regeln. Alles ist erlaubt. Das war früher mal ein olympischer Sport.«
»Danke für die Info«, sagte ich.
»Keine Ursache.«
Rachel beobachtete mich mit weit aufgerissenen Augen. Annabeth schüttelte energisch den Kopf, da der Laistrygone ihr noch immer den Mund zuhielt.
Ich zeigte mit dem Schwert auf Antaios. »Alles auf eine Karte. Wenn ich gewinne, sind wir alle frei. Wenn du gewinnst, dann sterben wir. Schwöre beim Fluss Styx.«
Antaios lachte. »Das dauert sicher nicht lange. Ich schwöre.« Er sprang von der Brüstung und in die Arena.
»Viel Glück«, sagte Ethan zu mir. »Du wirst es brauchen.« Dann trat er rasch zurück.
Antaios ließ seine Fingerknöchel knacken. Er grinste und ich sah, dass sogar seine Zähne mit Wellenmustern verziert waren, was das Zähneputzen nach dem Essen wirklich zur Qual machen musste.
»Waffen?«, fragte er.
»Ich bleibe bei meinem Schwert. Und du?«
Er hob seine riesigen Hände und bewegte die Finger. »Mehr brauche ich nicht. Meister Luke, du wirst bei dieser Runde den Schiedsrichter spielen.«
Luke lächelte auf mich herab. »Mit Vergnügen.«
Antaios griff an. Ich rollte mich unter seinen Beinen hindurch und stach mein Schwert in die Rückseite seines Oberschenkels.
»Arrgggh!«, schrie er. Aber dort, wo Blut hätte hervorspritzen müssen, kam nur Sand, so, als ob ich ein Stundenglas aufgeschlitzt hätte. Der Sand rieselte auf den Lehmboden und der Lehm legte sich um seine Beine, fast wie eine Art Gips. Als er wieder zu Boden fiel, war die Wunde verschwunden.
Wieder griff er an. Zum Glück hatte ich einige Erfahrung im Kampf gegen Riesen. Diesmal wich ich seitlich aus und traf ihn unter dem Arm. Springfluts Klinge steckte bis zum Heft zwischen seinen Rippen. Das war die gute Nachricht. Die schlechte war, dass mir mein Schwert aus der Hand gerissen wurde, als der Riese herumfuhr, und dass ich waffenlos quer durch die Arena geschleudert wurde.