Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Историческая проза » Die Zypressen von Cordoba
Die Zypressen von Cordoba - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Zypressen von Cordoba

Электронная книга - «Die Zypressen von Cordoba». Краткое содержание книги:

Spanien im 10. Jahrhundert: Am Hof von Córdoba herrschen die Mauren. Der Kalif Abd ar-Rahman III. spürt, daß er von seinen Leibärzten verraten wird. Nur Da'ud ibn Yatom, dem Sohn des Vorstehers der jüdischen Gemeinde, vertraut er. Ihn beauftragt er, den großen Theriak wieder zu entdecken, ein Mittel, mit dem sich der Herrscher vor Schlangenbissen schützen will, vor denen er panische Angst hat. Falls Da'ud dies gelingt, wird er mit Gold überschüttet, falls nicht, droht der Kalif Da'ud und seine Familie auszulöschen …
1 ... 52 53 54 55 56 57 58 59 60 ... 105
Перейти на страницу:

Da'ud gab den vielen Dienern und Trägern, die wie kopflose Hühner umherrannten, einige rasche Befehle. Als die Ordnung endlich wieder hergestellt war, entließ er die Männer, die ihm der Kalif zur Verfügung gestellt hatte, und schickte seine Hausdiener wieder zu Bett. Nachdem alle fort waren, steckte er ein kleines Stück Papier in die Tasche, das ihm jemand in dem Aufruhr in die Hand gegeben hatte, und gesellte sich zu Sari, die in ihrem Schlafzimmer auf ihn wartete.

Mit der gleichen starken Leidenschaft, die ihn durch die Nacht getrieben hatte, liebte er sie nun, abwechselnd zart und stürmisch, sanft und herrisch, aber immer, wie eh und je, mit feinem Gespür für Rhythmus und Tempo ihrer Begierde. Die Morgenröte dämmerte bereits, als sie beide aufstanden, um zusammen ihren geliebten Sohn Hai zu betrachten. Er lag noch friedlich schlummernd da, die roten Locken umgaben seinen Kopf wie ein kupferner Heiligenschein.

Wie an jedem Donnerstag und Freitagmorgen, ob Da'ud anwesend war oder nicht, erschien Menahem frühzeitig im Hause Ibn Yatom, um seinen regelmäßigen Pflichten nachzugehen. Kaum war er ins Haus getreten, warf er einen schnellen Blick auf das Almosenkästchen. Panik ergriff ihn. Die Nische war leer! Warum? Aber natürlich, sagte er sich schnell. Djamila mußte das Kästchen herausgenommen haben, um es abzustauben, wie sie es ihm gesagt hatte. Es war ihr Kästchen. Warum sollte sie das nicht tun? Er durfte seiner Unruhe – oder seiner Liebe – nicht erlauben, ihn um den Verstand zu bringen …

Er betrat wie immer seine Kammer und begann in Erwartung der Rückkehr seines Dienstherrn die unzähligen Dokumente, die seiner Aufmerksamkeit harrten, in dringende, alltägliche und unwichtige zu sortieren. Er hatte bereits drei Stapel rings um sich ordentlich aufgeschichtet, als sich leise die Tür öffnete. Er hob den Kopf, die Augen strahlend vor Erwartung. Ein wenn auch noch so flüchtiger Blick auf Djamila, während sie das Almosenkästchen an seinen Platz zurückstellte, war mehr, als er erhofft hatte. Doch rasch verblaßte das Leuchten auf seinem Antlitz. Vor ihm stand Da'ud.

Auf diesen Anblick völlig unvorbereitet, fuhr Menahem auf, verbeugte sich tief vor seinem Dienstherrn und murmelte den traditionellen Segen für die Rückkehr von einer langen Reise. Während die vertrauten Worte über seine Lippen kamen, fragte er sich, wann Da'ud wohl eingetroffen war? Er selbst hatte das Haus am vergangenen Abend bei Einbruch der Dunkelheit verlassen, und bei Nacht waren Reisende doch eigentlich niemals unterwegs, um sich nicht der Gefahr eines Überfalls durch herumstreunende Räuberbanden auszusetzen. Aber dieses Risiko hatte Da'ud ja außer acht lassen können, wurde Menahem nun klar, da er im Geleitschutz der Garden des Kalifs sicher war. Sollte er vielleicht bemerkt haben, daß das Almosenkästchen nicht an seinem üblichen Platz stand? Hatte man den Dienern oder gar der armen Djamila selbst peinliche Fragen gestellt? Er musterte Da'uds Gesicht, um Anzeichen für eine Verstimmung festzustellen, fand es aber wie immer undurchdringlich. Das Kästchen gehörte Djamila, sagte er sich immer wieder, sie konnte damit machen, was sie wollte …

»Hattet Ihr eine angenehme Reise, Abu Hai?« erkundigte er sich, und trotz seiner tiefen Besorgnis klang seine Stimme ganz ruhig.

»Erfolgreich war sie, ja, aber nicht angenehm«, antwortete Da'ud kurz, während er hier und da Papiere von den verschiedenen Stapeln nahm und überflog.

»Dies sind die Angelegenheiten, die dringend Eurer Aufmerksamkeit bedürfen«, sagte Menahem und reichte ihm den kleinsten Stapel. »Die anderen können warten, bis Ihr Euch vollständig von den Strapazen der Reise erholt habt.«

»Wir kümmern uns gleich um alles«, befahl Da'ud und bat Menahem mit einer Handbewegung in sein Arbeitszimmer. »Ist eine Antwort vom König der Chasaren gekommen?«

»Nein, noch nicht.«

Die beiden Männer arbeiteten, bis die länger werdenden Schatten im Garten anzeigten, daß der Vorabend des Sabbats anbrach. Da'ud entließ seinen Sekretär gerade noch so rechtzeitig, daß sie ihr rituelles Bad nehmen, frische Kleidung anziehen und zum Abendgebet in die Synagoge eilen konnten. Hai war schon gewaschen und angezogen und wartete ungeduldig darauf, daß auch sein Vater fertig wurde.

Wie es Ya'kub gehalten hatte, so machte es auch Da'ud mit seinem einzigen Sohn Hai: Hand in Hand, beide in festliche Gewänder gekleidet, gingen Vater und Sohn in stiller Würde zum Sabbatgottesdienst. Aber sie besuchten nicht mehr die Synagoge, in der Ya'kub gebetet hatte. Seit Da'ud ein kleines, herrlich ausgeschmücktes Gebetshaus auf einem Stück Land hatte errichten lassen, auf dem einmal eines der Vorratshäuser Ya'kubs gestanden hatte, versammelte sich die Familie hier zum Gebet. Einige hervorragende Gelehrte der Gemeinde hatten sich ebenfalls angewöhnt, hierher zu kommen, aber Menahem wie auch Djamilas Vater waren der alten Synagoge treu geblieben, wo sich der Großteil der jüdischen Gemeinde von Córdoba, reiche Händler und niedrige Handwerker, wohlhabende Juweliere und Gerber mit verfärbten Händen, einfanden, um zu ihrem Gott zu beten.

Warme Worte des Willkommens wurden Da'ud ibn Yatom zuteil, während er auf den Ehrenplatz zuschritt, den man für ihn frei gehalten hatte. Nach den Gebeten eilte Saul auf ihn zu, entschuldigte sich wortreich, er habe von Da'uds Rückkehr nichts gewußt und daher auch keinen Lobgesang im arabischen Stil zur Ehre seiner wohlbehaltenen Wiederkehr verfassen können. Die beiden Männer wechselten einige kurze Worte, ehe sich die Gesellschaft zerstreute, und jeder an den heimischen Herd zurückkehrte.

Djamila sah ihren Ehemann erst beim traditionellen Familienmahl an jenem Abend wieder. Seit sie in seinem Haushalt weilte, war dies wohl das erste Mal, daß ihr seine unerschütterliche Miene Furcht einflößte. Im Morgengrauen, als sie nachsehen wollte, ob Menahem ihr in Ya'kubs Kästchen eine Nachricht hinterlassen hatte, erklärte ihr ein Diener, der den Boden fegte, das Kästchen sei im Aufruhr der unerwarteten Wiederkehr Da'uds zerbrochen. Was er ihr nicht sagen konnte und was sie ihn nicht zu fragen wagte, war, ob ein Zettel darin gelegen hatte …

Während die Mahlzeit voranschritt, schien Da'uds Verhalten ihr und ihrer Tochter gegenüber eine Spur wärmer zu sein, als sie es gewohnt waren, obwohl nur Djamila diesen Unterschied bemerken konnte: hier ein halbes Lächeln für Amira, dort eine Andeutung, daß er ihre Gegenwart wahrnahm. Obwohl sie sich hütete, diesen sparsamen, herablassenden Gesten zuviel Bedeutung beizumessen, so trugen sie doch einiges dazu bei, sie ein wenig zu beruhigen. Wenn Da'ud eine Nachricht von Menahem gefunden hatte, als das Kästchen herunterfiel, dann war ohnehin alles verloren. Wenn nicht, und das schien seine veränderte Haltung anzudeuten, und sie wollte es in ihrer Verzweiflung nur zu gerne glauben, dann hatte sie nichts zu befürchten. Es gab für sie keine andere Möglichkeit, das eine oder das andere herauszufinden, als still dazusitzen und die Ereignisse abzuwarten …

Diese Ereignisse sollten mit der plötzlichen Gewalt eines Sommergewitters aus heiterem Himmel über sie hereinbrechen.

Der Sabbat verlief friedlich. Im ganzen Haus herrschte gedämpfte Freude über die Rückkehr des Hausherrn. Nachdem die nachmittägliche Siesta vorüber war, trat Da'ud an Djamila heran, als sie sich gerade fertig machte, um das Haus zu verlassen. Mit dem ihm eigenen unwiderstehlichen höfischen Charme, den er nun schon viele Jahre nicht mehr auf sie verströmt hatte, bat er sie, auf ihren allwöchentlichen Besuch bei ihrem Vater zu verzichten. Es ging ihm nicht gut? Sie konnte ihn auch morgen besuchen. Auch er würde sich anschließen, falls das Fieber noch nicht nachgelassen hätte. Nach so langer Trennung von seinen Lieben wollte er jedoch heute einen ruhigen Abend im Kreise der ganzen Familie verbringen, sagte er mit leisem Nachdruck, während er ihr sanft den Arm um die Taille legte und sie in den Garten hinausführte.

1 ... 52 53 54 55 56 57 58 59 60 ... 105
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)