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Электронная книга - «Die Familie ohne Namen». Краткое содержание книги:

1825 wird eine franko-kanadische Verschwörung gegen die englische Regierung in Kanada verraten. Aber der Verräter verzweifelt an seiner Schuld und erschießt sich. Nun setzt die Familie alles daran, dieses Verbrechen zu sühnen, bis ihr guter Name wieder hergestellt ist. In spannenden Episoden schildert uns Verne das Schicksal der beiden Söhne des Verräters, die für ein freies Kanada kämpfen -bis zum bitteren Ende. Ein Abenteuerroman vor historischem Hintergrund, bei dem auch die kanadischen Indianer eine wichtige Rolle spielen.
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Der Lieutenant Weir, der sich unter Bedeckung auf der Landstraße befand, wollte, als er den Vortrab des Oberst Gore erblickte, entfliehen, um wieder zu diesem zu gelangen. Er that aber einen falschen Tritt, und ehe er Zeit gewann wieder aufzuspringen, war er durch Säbelhiebe getödtet.

Jetzt krachten die ersten Schüsse. Eine auf das steinerne Gebäude geschleuderte Kanonenkugel zerfleischte zwei im oberen Stockwerke befindliche Canadier, während ein dritter, der an einem Fenster stand, tödtlich verletzt wurde. Während einiger Minuten wurden nun von beiden Seiten zahlreiche Flintenschüsse gewechselt. Die ein bequemes Ziel bietenden Soldaten bezahlten sehr theuer die verwerfliche Unklugheit, mit der sie sich dem Feuer dieser »Bauern«, wie ihr Führer sagte, aussetzten. Sie wurden von den Vertheidigern des steinernen Hauses decimirt, und drei Kanoniere fielen mit der Lunte in der Hand neben dem von ihnen bedienten Geschütze. Trotzdem legten die Geschosse desselben bald eine Bresche, und das zweite Stockwerk bot damit keine genügende Sicherheit mehr.

»Nach dem Erdgeschoß! rief der Doctor Nelson.

- Ja, antwortete Vincent Hodge, und von da werden wir auf die Rothröcke desto besser schießen können!«

Alle eilten hinunter und das Gewehrfeuer begann mit erneuter Heftigkeit. Die Reformer bewiesen eine außerordentliche Tapferkeit; ja, einige von ihnen stürmten sogar auf die Landstraße hinaus, wo sie sich ohne Deckung der schlimmsten Gefahr aussetzten. Der Doctor sandte seinen Adjutanten O. Perrault von Montreal ihnen nach, um ihnen den Befehl zum Zurückgehen zu überbringen. Von zwei Kugeln durchbohrt, stürzte Perrault todt zu Boden.

Während einer Stunde kreuzten sich nun schon die Gewehrschüsse - im Ganzen mehr zum Nachtheil der Angreifer, obwohl diese sich hinter dickem Gebüsch und Holzhausen verbargen.

Da befahl der Oberst Gore im Augenblicke darauf, als die Munition schon fast zu Ende ging, dem Capitän Markman, die Stellung der Patrioten zu umgehen.

Dieser Officier sachte dem Befehl nachzukommen, verlor aber dabei den größten Theil seiner Leute. Er selbst fiel, von einer Kugel getroffen, vom Pferde und mußte von seinen Soldaten weggetragen werden.

Das Gefecht nahm für die Königlichen eine üble Wendung. Da drangen von der Landstraße laute Rufe her, und sie sahen jetzt ein, daß sie selbst in die Lage kamen, umzingelt zu werden.

Ein Mann war dort aufgetaucht - derselbe, um den die französischen Canadier die Gewohnheit hatten, sich wie um eine Fahne zu schaaren.

»Johann ohne Namen! Johann ohne Namen!« riefen sie, die Waffen schwingend.

Wirklich war es Johann, an der Spitze von etwa hundert Aufständischen, welche von Antoin, St. Ours und von Contrecoeur gekommen waren. Unter dem Pfeifen der Kugeln und unter dem Sausen der Kanonenkugeln, welche die Fläche des Flusses bestrichen, hatten sie den Richelieu überschritten, wobei eine der letzteren das Ruder im Hintertheile, an dem Johann stand, zerschmetterte.

»Vorwärts, Raketen und Biber!« rief er, seine Begleiter anfeuernd.

Beim Schall seiner Stimme wälzten sich die Königlichen heran. Die, welche sich noch in dem belagerten Hause befanden, machten, ermuthigt durch jene unerwartete Verstärkung, einen Ausfall. Der Oberst Gore mußte zum Rückzuge nach Sorel blasen lassen und ließ mehrere Gefangene und eine Kanone in den Händen der Sieger. Er zählte neben dreißig Todten ebensoviel Verwundete, gegen zwölf Todte und vier Verwundete auf Seiten der Reformer.

So verlief das Treffen bei St. Denis. Binnen wenigen Stunden verbreitete sich die Nachricht von diesem Siege durch die Nachbarkirchspiele von Richelieu und selbst bis zu den Grafschaften am Ufer des St. Lorenzo.

Es war ein ermuthigender Anfang für die Parteigänger der nationalen Sache, freilich nur ein Anfang. Da diese noch die Befehle ihrer Führer erwarteten, rief ihnen Johann, um ihnen die Aussicht auf einen neuen Sieg zu eröffnen, die Worte zu:

»Patrioten, auf nach St. Charles!«

Wir erwähnten schon oben, daß dieser Flecken von der Truppenabtheilung Whiterall's bedroht war.

Kaum eine Stunde später hatten Herr de Vaudreuil und Johann nach dem Abschiede von Clary, welche von dem schönen Erfolge des Tages unterrichtet worden war, sich ihren Genossen auf dem Marsche nach St. Charles wieder angeschlossen.

Hier sollte sich zwei Tage später das Schicksal des Aufstandes von 1837 entscheiden.

In Folge des Zusammenströmens der Reformer war dieser Flecken zum Hauptschauplatze der Empörung geworden, und ebendahin begab sich der Oberstlieutenant Whiterall mit verhältnißmäßig starken Streitkräften.

Brown, Desrivieres, Gauvin und Andere hatten die Vertheidigung nach Kräften organisirt. Sie konnten auf diese kampfesfreudige Bevölkerung rechnen, die sich schon durch Vertreibung eines Edelmanns hervorgethan hatte, welchen man einer Begünstigung der Anglo-Canadier verdächtigte. Rings um das in eine Festung verwandelte Haus dieses Edelmanns errichtete Brown ein Lager, in dem sich die ihm zur Verfügung stehenden Streitkräfte sammeln sollten.

Da St. Denis und St. Charles kaum sechs (englische) Meilen von einander entfernt liegen, hörte man im Laufe des 23. den Kanonendonner von dem einen Flecken bis zum anderen. Vor Einbruch der Nacht erfuhren es noch die Bewohner von St. Charles, daß die Königlichen zum Rückzuge nach Sorel gezwungen worden seien. Der moralische Eindruck dieses ersten Sieges war ein sehr tiefer. Aus allen Häusern, deren Thüren weit offen standen, strömten die Bewohner in überquellender patriotischer Freude hervor.

Nur ein einziges öffnete sich nicht, das geschlossene Haus an der Straßenbiegung, das durch seine Lage von dem Kampfplatze etwas entfernt war. Bridget's Haus drohte also etwas weniger Gefahr als den benachbarten Gebäuden, für den Fall, daß das Lager von den königlichen Truppen angegriffen und eingenommen wurde.

Allein zurückgeblieben, wartete Bridget, bereit ihre Söhne aufzunehmen, wenn die Umstände sie nöthigten, bei ihr Schutz zu suchen. Der Abbe Joann besuchte aber damals die Kirchspiele Ober-Canadas und predigte den Aufruhr, während Johann, der sich jetzt nicht länger verborgen hielt, an der Spitze der Patrioten erschienen war. Sein Name hallte jetzt in allen Grafschaften am St. Lorenzo wieder. So wenig Verbindung das geschlossene Haus auch mit der Außenwelt hatte, war doch dieser Name und mit ihm die Nachricht von dem Siege von St. Denis dahin gelangt, mit dem jener so rühmlich verknüpft war.

Bridget fragte sich, ob Johann nicht auch nach dem Lager bei St. Charles kommen und seiner Mutter einen Besuch abstatten werde; ob er nicht die Thür ihrer Wohnung überschreiten werde, um ihr zu sagen, was er noch zu thun gedenke, und vielleicht um sie zum letzten Male zu umarmen. Das hing natürlich von der Fortentwickelung des Aufstandes ab. Bridget hielt sich deshalb zu jeder Stunde des Tages wie der Nacht bereit, ihren Sohn im geschlossenen Hause aufzunehmen.

Bei der Nachricht von der Niederlage vor St. Denis hatte Lord Gosford, in Befürchtung, daß die Sieger die Patrioten von St. Charles verstärken könnten, Befehl ertheilt, die Colonne Whiterall's zurückzuziehen.

Es war schon zu spät. Die durch Sir John Colborne von Montreal abgesendeten Curiere wurden unterwegs aufgehalten, und statt umzukehren, marschirte die Truppenabtheilung auf St. Charles weiter.

Von jetzt ab lag es in keines Menschen Macht, den Zusammenstoß zwischen den Aufständischen dieses Fleckens und den Soldaten der regulären Armee zu verhindern.

Noch am 24. war auch Johann erschienen, um zu den Vertheidigern des Lagers von St. Charles zu stoßen.

Mit ihm eilten die Herren de Vaudreuil, Andre Farran, William Clerc, Vincent Hodge und Sebastian Gramont gleichzeitig herbei. Zwei Tage vorher hatte der Farmer Harcher mit seinen fünf Söhnen das Dorf St. Albans verlassen können. Sofort überschritten sie die amerikanische Grenze und begaben sich nach St. Charles, entschlossen, ihrer Pflicht bis zum Aeußersten genug zu thun.

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