Indiana Jones und das Schiff der Götter
- Автор: Хольбайн Вольфганг
- Язык: немецкий
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:
«Ich will Sie nicht auch noch mit meinen Problemen belästigen«, erwiderte Indiana, setzte sich aber trotzdem.
Doktor Rosenfeld seufzte.»Sie belästigen uns nicht, Doktor Jones«, sagte sie.»Jede Abwechslung ist besser als gar keine. Wenn dieser Flug noch länger dauert, dann sterbe ich vor Langeweile.«
«Was war los?«fragte Bates. Auch die beiden Dänen sahen ihn neugierig an, schwiegen aber wie meistens. Indiana machte eine wegwerfende Handbewegung.»Das Übliche. Ich habe versucht, vernünftig mit Lestrade zu reden. Aber das war vergebene Liebesmüh.«
«Vernünftig?«Doktor Rosenfeld runzelte übertrieben die Stirn.»Ich fürchte, mein lieber Doktor Jones, die Worte vernünftig und Lestrade schließen sich gegenseitig aus.«
Bates lachte leise, und auch über Eriksons Gesicht huschte ein flüchtiges Lächeln, während Baldurson stur an ihnen vorbei aus dem Fenster sah.
«Also?«fragte Bates noch einmal.»Was gab es?«
«Jemand hat versucht, Quinns Hunde umzubringen.«
Bates’ Augen weiteten sich ungläubig, und auch Doktor Rosenfeld sah ihn eher verwirrt als erschrocken an.»Die Hunde?«vergewisserte sich Erikson.
«Jemand hat ihnen vergiftetes Fleisch gebracht«, bestätigte Indiana.»Aber die Tiere waren klug genug, es nicht anzurühren.«
«Aber das ist doch völlig sinnlos«, rief Doktor Rosenfeld.»Die Hunde haben niemandem etwas getan!«
Indiana seufzte tief.»Ich weiß«, sagte er.»Aber es sieht so aus, als hätte irgendwer etwas dagegen, daß wir das Ziel unserer Reise erreichen.«
«Und deshalb vergiftet er die Hunde?« fragte Doktor Rosenfeld zweifelnd.»Das verstehe ich nicht.«
«Ich auch nicht«, gestand Indiana.»Wenn dieser Eisberg auch nur halbwegs so aussieht, wie Morton ihn uns beschrieben hat — und er auf den Fotos zu sehen ist —, werden wir das Schlittengespann sowieso nicht brauchen.«
«Vielleicht doch«, meinte Erikson.
Alle Blicke wandten sich dem Dänen zu.»Wieso?«wollte Bates wissen.
Erikson sah sie der Reihe nach an, beugte sich unter den Tisch und zog eine Aktentasche hervor, die mit Karten, Büchern und engbeschriebenen Blättern vollgestopft war. Er zog das Foto von Odinsland hervor, das er von Browning bekommen hatte, und dazu eine vielfach gefaltete, offensichtlich schon sehr alte Karte, die die Nordküste Grönlands und das angrenzende Meer zeigte. Indiana beugte sich ein wenig vor und sah, daß mit roter Tinte eine Anzahl gestrichelter Linien und kleiner schraffierter Kreise auf das Meer gemalt waren. Darüber befanden sich Worte in einer winzigen, gestochen scharfen Handschrift, die jedoch in einer Sprache abgefaßt waren, die er nicht zu lesen imstande war. Wahrscheinlich Dänisch.
«Sehen Sie«, begann Erikson,»ich bin kein Meteorologe, aber ich verstehe ein wenig von der Seefahrt, wie die meisten Dänen. «Er lächelte flüchtig. Sein Zeigefinger deutete auf einen der schraffierten Kreise und fuhr die gestrichelte Linie entlang, die ihn mit einem anderen verband.»Das hier ist die exakte Position, wo die POSEIDON auf Odinsland stieß«, sagte er.»Und das ist der Kurs, den der Berg genommen haben muß, wenn er der Strömung gefolgt ist, die in diesem Seegebiet herrscht. Aber es gab eine Anzahl schwerer Stürme während des vergangenen halben Jahres. Niemand weiß genau, wo sich der Berg befindet. Aber es ist immerhin möglich, daß er sich wieder Grönland genähert hat. Es ist sogar möglich, daß er irgendwo gegen die Küste geprallt ist.«
«Wieder?«fragte Indiana. Erikson nickte.
«Sie sind ein aufmerksamer Zuhörer, Doktor Jones«, sagte er anerkennend.»Ja, ich sagte: wieder. Und das war kein Versehen.«
«Sie meinen, er war schon einmal dort?«fragte Doktor Rosenfeld.
«Doktor Baldurson und ich sind sogar sicher, daß es sich bei diesem Eisberg um ein Stück des grönländischen Festlandeises handelt«, antwortete Erikson.
Erikson faltete seine Karte wieder zusammen und zog statt dessen eine Anzahl großformatiger, offenbar schon sehr alter SchwarzweißFotos aus der Aktentasche, die allesamt nichts anderes als Eisberge zeigten — genauer gesagt: eine gewaltige, schier endlose Eismasse, gegen deren Fuß das Meer brandete. Die winzige weiße Linie, an der die Brecher zu Schaum zerstoben, machte die gewaltige Größe dieser eisigen Küste deutlich.
«Ist das Grönland?«fragte Indiana.
Erikson nickte mit einem leichten Lächeln.»Ich sehe schon, Sie wissen genauso viel über Grönland wie die meisten — oder so wenig«, sagte er.»Diese Fotos zeigen tatsächlich die Nordküste Grönlands. Sie besteht zu einem großen Teil aus nichts anderem als Eis, das sich zum Teil meilenweit ins Meer vorschiebt. Und oft brechen Teile dieser Küste ab und werden fortgetrieben.«
«Sie meinen, wie in der Arktis?«
«So groß ist der Unterschied nicht«, sagte Erikson nickend.»Die arktischen Gletscher kalben häufiger, wenn Sie das mit Ihrer Frage meinten, aber im Prinzip ist es dasselbe, ja.«
«Und jetzt vermuten Sie, daß Odinsland ein Teil der grönländischen Küste gewesen ist — vor tausend oder zweitausend Jahren«, sagte Doktor Rosenfeld.
«Eher vor fünf oder sechs Jahren«, berichtigte sie Erikson.
«Und was führt Sie zu dieser Vermutung?«
Erikson lehnte sich zurück und legte die Hände flach nebeneinander auf den Tisch.»Logisches Überlegen«, sagte er.»Und auch ein wenig Erfahrung in solchen Dingen. Sehen Sie, Doktor Jones, Eisberge dieser Größe treiben nicht Jahrzehnte- oder jahrhundertelang auf den Weltmeeren herum. Sie werden nach Süden abgetrieben und schmelzen, oder sie prallen irgendwo gegen die Küste oder eine andere Eismasse und zerschellen. Dieser Berg kann noch nicht sehr lange unterwegs sein. Und es gibt nur zwei Orte, woher er stammen kann. Aus der Arktis oder aus Grönland.«
«Was spricht gegen die Arktis?«fragte Bates.»Immerhin ist dieses Schiff uralt.«
«Wenn es existiert«, fügte Erikson hinzu.
Bates wollte widersprechen, aber der dänische Wissenschaftler hob rasch die Hand und fuhr fort:»Mein Kollege und ich haben lange darüber diskutiert, Mister Bates. Wir sind nach wie vor skeptisch. Andererseits — wir sind nun einmal hier, und in ein paar Tagen werden wir sehen, ob die Fotos echt oder geschickte Fälschungen sind; es wäre also ziemlich sinnlos, wenn wir uns jetzt noch streiten wollten. Aber einmal unterstellt, das Schiff ist echt — dann spricht eine große Wahrscheinlichkeit dafür, daß es aus dem grönländischen Eis stammt, nicht aus dem der Arktis.«
«Waren die Wikinger denn in Grönland?«fragte Bates.
«Die waren so ziemlich überall«, antwortete Indiana an Eriksons Stelle.»Bisher ist es nur eine Theorie, aber es spricht sogar einiges dafür, daß sie Amerika ungefähr fünfhundert Jahre vor Kolumbus entdeckt haben.«
Bates sah ihn sehr zweifelnd an, aber Doktor Erikson sprang seinem amerikanischen Kollegen mit einem zustimmenden Nicken bei.»Das ist richtig«, sagte er.»Wie Doktor Jones bereits sagte: Es ist nur eine Theorie. Aber sehr vieles spricht dafür, und ich gehöre auch zu denen, die an diese Theorie glauben. Die Wikingerkolonie auf Grönland hingegen ist alles andere als eine Theorie. Ihre Existenz ist wissenschaftlich einwandfrei erwiesen.«
«Die Wikinger haben Grönland kolonialisiert?«vergewisserte sich Bates, immer noch zweifelnd.
«Kolonialisiert ist nicht unbedingt das richtige Wort«, sagte Erik-son.»Grönland ist ein hartes Land. Vielleicht das härteste, in dem sich Menschen jemals niedergelassen haben. Selbst heute ist das Leben dort nur unter enormem technischem und materiellem Aufwand möglich. Im Mittelalter, als die Männer auf ihren Reisen auf diesen neuen Kontinent stießen und dort Fuß zu fassen versuchten, muß es ungleich schlimmer gewesen sein. Trotzdem haben sie mehrere Städte gegründet und die Südküste mindestens ein Jahrhundert lang bewohnt.«
«Und dann?«fragte Doktor Rosenfeld.