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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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Diesmal antwortete Erikson nicht sofort. Er sah die junge Nervenärztin nachdenklich an, zuckte schließlich mit den Schultern und blickte aus dem Fenster auf das still daliegende Meer hinab.»Niemand weiß, was geschehen ist. Und wahrscheinlich wird es auch niemand mehr herausfinden, nach all der Zeit«, antwortete er.»Aber Tatsache ist, daß sie eines Frühjahrs einfach verschwunden waren. Alle.«

«Verschwunden? Sie meinen gestorben. Erfroren oder verhungert oder an einer Seuche zugrunde gegangen«, sagte Doktor Rosenfeld.

Erikson schüttelte den Kopf.»Nein. Einfach verschwunden. Wir wissen nicht sehr viel aus dieser Zeit, Doktor Rosenfeld. Nur wenig wurde aufgeschrieben. Die meisten Dinge wurden damals mündlich überliefert, wie Sie wissen. Aber in diesem Punkt stimmen alle Überlieferungen überein: Es war damals nicht möglich, im Winter an die grönländische Küste zu gelangen. Die Drachenschiffe der Wikinger waren zwar großartige Konstruktionen für ihre Zeit, aber einem Nordmeersturm hätten sie kaum standgehalten. Während der Wintermonate waren die Kolonien auf sich selbst gestellt und die Häfen sowieso meistens zugefroren. Aber in jedem Frühjahr kamen Schiffe aus der Heimat. In diesem Frühjahr nun fanden sie die Städte verlassen vor. Die Häuser waren unversehrt. Nichts fehlte. Selbst die Schiffe lagen unberührt im Hafen, zum Teil noch voll beladen. Aber von den Einwohnern fehlte jede Spur. Und es gab keine Anzeichen eines Kampfes. Niemand hat je erfahren, wohin sie verschwunden sind.«

«Aber es gibt eine Legende«, fügte Indiana Jones hinzu.

Er war nicht sicher — aber für einen winzigen Moment glaubte er so etwas wie Schrecken in Eriksons Augen aufblitzen zu sehen. Dann hatte sich der Däne wieder in der Gewalt.

Er nickte zögernd.»Sicherlich gibt es die. Ein Ereignis wie dieses muß die Phantasie der Menschen ungemein angeregt haben, zumal in einer Zeit, in der man noch viel stärker an die Macht der Götter und Dämonen geglaubt hat, als wir es heute tun.«

«Was ist das für eine Legende?«wollte Doktor Rosenfeld wissen.

Erikson lächelte.»Nichts als eine Geschichte«, sagte er.»Es heißt, Odin selbst sei mit seinem Drachenschiff gekommen, um die Bewohner der Neuen Welt heim zu den Göttern zu holen.«

Aus einem Grund, den Indiana selbst nicht begriff, erfüllten ihn diese Worte mit einem Schaudern. Und er war nicht der einzige, dem es so erging. Auch Doktor Rosenfeld blickte den Dänen eindeutig betroffen an, und selbst auf Bates’ Gesicht erschien ein verwirrter, unsicherer Ausdruck.

«Es ist nur ein Märchen«, beruhigte Erikson sie.»Aber wer weiß — möglicherweise finden wir ja die Antwort auf die Frage, was damals wirklich passiert ist, auf diesem Schiff. Falls es existiert.«

Hundert Meilen vor der Küste Grönlands

1. April 1939

Zehntausend Fuß unter dem Luftschiff erstreckte sich das Meer, so weit das Auge reichte. Der Himmel war wolkenlos und klar, und in ihrem Zenit stand eine Sonne, deren greller Glanz die eisigen Temperaturen vergessen ließ, die draußen herrschten. Irgendwo weit, weit im Osten, noch nicht wirklich zu sehen, sondern fast nur zu erahnen, war eine dünne weiße Linie: die Westküste Grönlands, der sie sich nun näherten. Und damit dem Punkt, an dem sich Odinsland jetzt befinden mußte, sollten die Berechnungen, die Browning hatte anstellen lassen, zutreffen.

Sie taten es nicht.

Browning war noch nicht bereit, es zuzugeben, und Lestrade hatte Indianas einzige Frage in diese Richtung mit einem so eisigen Blick quittiert, daß keiner der anderen nachgehakt hatte, aber im Grunde war allen im Steuerhaus klar, daß sie sich auf eine lange Suche einstellen mußten.

Dabei hätten sie eigentlich nicht enttäuscht sein dürfen. Allen war klar gewesen, daß Brownings sogenannte Berechnungen in Wirklichkeit eher Vermutungen waren. Und daß es schon an ein Wunder gegrenzt hätte, hätten sie die schwimmende Eisinsel auch nur im Umkreis von fünfhundert Meilen von dem angenommenen Punkt gefunden. Trotzdem wirkte nicht nur Browning enttäuscht. Auf Kapitän Mortons Gesicht lag ein verbissener, beinahe wütender Ausdruck, und Bates sah aus, als wäre er soeben zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Wahrscheinlich fühlte er sich auch so. Und nicht nur er.

Während der beiden vergangenen Tage war die Situation an Bord beinahe unerträglich geworden. Es war nichts weiter geschehen — wenn es einen Verräter an Bord gab und der Anschlag auf die Hus-kys nicht nur die Tat eines Wahnsinnigen war, so hatte er sich in den letzten beiden Tagen still verhalten —, aber ein Luftschiff, so groß und komfortabel eingerichtet es auch sein mochte, war trotz allem klein. Die Platzverhältnisse entsprachen in etwa denen an Bord eines Unterseeboots, und auch die Anfälligkeit der Besatzung und Passagiere für Klaustrophobie war ebenso hoch. Während der letzten beiden Tage war es mehrmals zu lautstarken Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der Besatzung gekommen, und einmal hatte Lestrade nur noch im letzten Moment den Ausbruch einer Schlägerei zwischen einem Soldaten und einem seiner Offiziere verhindern können. Und dazu kam — und das war vielleicht das Schlimmste — die Atmosphäre von Mißtrauen, die vom gesamten Schiff und seiner Besatzung Besitz ergriffen hatte. Irgendwie mißtraute hier jeder jedem, und das strikte Funkverbot, das Lestrade vor vier Tagen verhängt und seither nicht wieder aufgehoben hatte, machte die Situation auch nicht besser. Bisher hatte er sich beharrlich geweigert, seinen Befehl zu erklären. Und Browning, der vielleicht der einzige an Bord war, der außer Lestrade wußte, welchem Zweck diese übermäßige Geheimhaltung galt, schwieg ebenso stur und wich Indianas diesbezüglichen Fragen mit erstaunlicher Geschicklichkeit aus.

Selbst Indiana fühlte sich gereizt und nervös. Und auch er war wider besseres Wissen enttäuscht, daß sie nicht auf Anhieb den Eisberg gefunden hatten.

«Also?«Bates, der zwischen Morton und Browning am Fenster stand und wie sie die letzten zehn Minuten gebannt nach unten geblickt hatte, sah Lestrade fragend an.»Was tun wir jetzt?«

«Wir beginnen mit dem, weswegen wir hergekommen sind«, antwortete Lestrade unfreundlich.»Wir suchen nach diesem Berg.«

Bates zog eine Grimasse.»Und wie, wenn ich fragen darf?«

«Es gibt noch zwei, drei andere Punkte, an denen er sein könnte«, antwortete Browning an Lestrades Stelle.»Wenn wir ihn auch dort nicht finden, dann müssen wir kreisen. Sie kennen das ja: Man sucht sich einen Ausgangspunkt und sucht in immer weiter werdenden Spiralen.«

Bates japste.»Aber das kann Wochen dauern!«

Browning nickte ungerührt.»Möglicherweise sogar Monate«, sagte er.

«Aber so lange wird es nicht dauern.«

Alle blickten überrascht auf und sahen Morton an, der die Worte gesprochen hatte. Auch er stand am Fenster und sah hinunter, aber da sich alle Aufmerksamkeit in der letzten halben Stunde auf den Ozean konzentriert hatte, hatte niemand besonders auf ihn geachtet. Und auch Indiana fiel erst jetzt auf, daß der Ausdruck auf Mortons Gesicht zwar ebenso enttäuscht und verbittert war wie bei den anderen, aber daß auf seinen Zügen noch etwas war. Er wußte nicht genau, was, aber es erschreckte ihn.

«Was wollen Sie damit sagen?«fragte er.

Morton zuckte unglücklich mit den Schultern und schwieg fast eine halbe Minute lang.»Der Berg ist nicht mehr weit entfernt«, sagte er leise.

«Woher wollen Sie das wissen?«herrschte Lestrade ihn an.

Wieder vergingen Sekunden, ehe Morton antwortete:»Wir sind ganz in der Nähe. Ich… spüre es.«

Browning und auch Indiana sahen ihn sehr aufmerksam an, während sich Lestrades ärgerliches Stirnrunzeln vertiefte.»Was soll das heißen, Sie spüren es? Haben Sie so eine Art zweites Gesicht, oder was?«

Der beißende Spott in seinen Worten prallte von Morton ab, falls er ihn überhaupt registrierte. Er sagte nur noch einmaclass="underline" »Wir sind ganz in seiner Nähe.«

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