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Indiana Jones Die Gefiederte Schlange

Электронная книга - «Indiana Jones Die Gefiederte Schlange». Краткое содержание книги:

Als Indiana Jones einen verschollenen Freund in einem Andendorf endlich findet, ist dieser dem Tod nahe und übergibt ihm ein mysteriöses goldenes Amulett. Bald stellt sich heraus, daß dieser Anhänger zum rituellen Schmuck des Oberpriesters der Maya gehört und seinem Träger gewaltige magische Kräfte verleihen kann. Doch das Geschenk bringt Indiana Jones kein Glück: Einige Indios heften sich an seine Fersen, die zu allem entschlossen scheinen …
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Indiana deutete ein Achselzucken an und blickte aufs Meer hinaus. Nicht weit vor dem Bug des Schiffes hatte sich leichter Dunst über dem Wasser gebildet, der rasch näher kam.»Mit solchen Worten sollte man vorsichtig umgehen«, sagte er ausweichend.»Aber ich habe schon Dinge erlebt, die man als Zauberei bezeichnen könnte oder zumindest das Wirken von Kräften, die wir nicht verstehen.«

Er blickte abermals und etwas aufmerksamer auf die leichte Dunstschicht über dem Wasser. Irgend etwas darin irritierte ihn, aber er vermochte noch nicht in Worte zu fassen, was es war.

«Trotzdem«, beharrte Joana und schüttelte abermals den Kopf.»Die Vorstellung paßt einfach nicht zu José. Obwohl ich ihn nicht besonders nett finde, wie du weißt.«

Indiana gestattete sich ein flüchtiges Lächeln.»Auf der Ha-cienda hatte ich das Gefühl, du findest ihn zum Kotzen.«

Joana wurde rot vor Verlegenheit und funkelte ihn an, überging das Thema aber geflissentlich.»Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, daß er ein Mörder ist.«

«Wen hat er denn bisher umgebracht?«erkundigte sich Indiana.

«Niemanden«, gestand Joana.»Aber er hat es versucht. Außerdem scheinst du Nortens Männer zu vergessen. Und wenn er wirklich der ist, für den ihr ihn haltet — warum dann der Angriff auf die Hacienda?«

Indiana behielt das Meer vor dem Bug des Schiffes scharf im Auge, während er antwortete. Der Dunst hatte sich zu Nebel verdichtet, der mit fast unheimlicher Schnelligkeit heranwuchs; als würde er aus dem Wasser selbst herausquellen. Er begann sich zu fragen, ob so etwas in diesen Breiten normal war.»Aus dem gleichen Grund, aus dem sie uns in Martens Büro überfallen haben«, antwortete er,»und mich später im Hotel. Aus demselben Grund, aus dem sie dich entführt haben. Er wollte die Anhänger. Meinen, Nortens — und dich vielleicht außerdem noch, weil er annahm, daß dein Vater dir irgend etwas über sie erzählt hat.«

Der Nebel hatte sich weiter zusammengezogen. Aus der Nebelbank über dem Wasser war eine graue Wand geworden, die sich von einem Horizont zum anderen zu erstrecken schien, und der das Schiff nicht nur entgegenlief, sondern die sich im Gegenteil auch auf das Schiff zubewegte; lautlos und mit fast unheimlicher Schnelligkeit. Für einen Moment hatte Indiana das Gefühl, eine Bewegung in diesem Nebel zu erkennen.

«Was hast du?«fragte Joana plötzlich. Dann drehte sie sich herum, sah wie er den Nebel — und fuhr erschrocken zusammen.

Und sie waren nicht die einzigen, denen der unheimliche Nebel auffiel. Überall auf dem Deck erschienen plötzlich Männer und blickten nach vorn, und als Indiana aufsah, erkannte er einen verzerrten Schatten hinter den großen Fenstern der Brücke: Bentley, der dicht an die Scheibe herangetreten war und ebenfalls nach Westen blickte.

«Das ist … unheimlich«, sagte Joana. Ihre Stimme zitterte ein wenig und verriet mehr von ihren wahren Gefühlen als ihre Worte.

«Ja«, murmelte Indiana.»Dieser Nebel gefällt mir nicht. «Er zögerte einen Moment.»Laß uns hineingehen.«

Joana widersprach nicht, und so wandten sie sich auf der Stelle um und traten wieder durch die Tür, durch die sie das Deck erst kurz zuvor betreten hatten. Indiana spürte eine immer stärker werdende Beunruhigung. Dieser Nebel war nicht nur unnatürlich und unheimlich — er war gefährlich. Er wußte nicht, woher er dieses Wissen bezog, aber es war absolut sicher.

Daher war er wenig später auch erleichtert, als Joana zustimmte, in ihrer Kabine zu bleiben, während er Bentley aufsuchte.

Er fragte den ersten Matrosen, der ihm über den Weg lief, nach dem Weg zur Brücke. Nur wenige Minuten später betrat er den Kommandostand des Kreuzers; zu Indianas Überraschung, ohne daß er ein einziges Mal aufgehalten worden war. Offensichtlich hatte Bentley Befehl gegeben, ihn zu ihm durchzulassen.

Er brauchte gar nicht zu erklären, warum er hier heraufgekommen war — die wenigen Minuten hatten ausgereicht, daß der Nebel das Schiff fast erreicht hatte. Zwischen ihm und dem Bug des Kreuzers befanden sich jetzt allerhöchstens noch dreißig oder vierzig Meter. Und er näherte sich weiter, obwohl die Maschinen des Schiffes verstummt waren und es sich nicht mehr von der Stelle bewegte.

«Was ist das?«fragte Indiana übergangslos.

Bentley, der noch immer vor dem Fenster stand und mit besorgtem Gesichtsausdruck nach Westen blickte, zuckte mit den Schultern und drehte sich nicht einmal zu ihnen herum.»Ich weiß es nicht«, antwortete er.

«Sie haben so etwas noch nie erlebt?«vergewisserte sich Indiana.

«Natürlich habe ich schon Nebel erlebt«, erwiderte Bentley, ohne den Blick von der unheimlichen Erscheinung abzuwenden.»Aber niemals solchen Nebel. Und schon gar nicht bei einem solchen Wetter. Sehen Sie nur, wie schnell er sich bewegt.«

Indiana sah tatsächlich hin — und er sah auch noch mehr. Wieder nahm er eine Bewegung hinter der grauen Wand wahr, und diesmal war er sicher, daß es keine Einbildung war. Irgend etwas verbarg sich in diesem Nebel.

«Sie sollten beidrehen, Commander«, sagte er.

Bentley wandte nun doch das Gesicht vom Fenster ab und sah ihn an.»Beidrehen? Wegen ein bißchen Nebel?«

Indiana lachte humorlos. Der Mann hinter dem Ruder sah kurz und nervös auf und warf ihm einen erschrockenen Blick zu, senkte aber hastig wieder den Kopf, als Bentley böse in seine Richtung blickte.

«Das ist nicht nur ein bißchen Nebel«, sagte Indiana.»Und das wissen Sie genausogut wie ich, Commander Bentley.«

Bentley verdrehte die Augen, aber wie sein Lachen zuvor wirkte das nicht überzeugend.»Sie reden Unsinn, Dr. Jones«, sagte er.»Sie hören sich schon an wie N orten.«

«Und Sie wissen, daß wir beide verdammt recht haben«, fuhr Indiana unbeeindruckt fort.»Drehen Sie bei, oder legen Sie den Rückwärtsgang ein oder was immer dieses Schiff hat. Ich fürchte, dieser Nebel ist etwas, gegen das Ihnen Ihre heißgeliebten Kanonen nicht helfen werden.«

«Unsinn!«beharrte Bentley.»Gleich werden Sie mir erzählen, daß da draußen ein Seeungeheuer auf uns wartet, wie?«

Und vielleicht hätte ich damit sogar recht, dachte Indiana, wenn auch ein Ungeheuer ganz anderer Art, als du glaubst. Er sprach diesen Gedanken aber nicht laut aus, denn er wußte, daß die Worte so wenig nützen würden wie alles, was er zuvor gesagt hatte. Aber er trat dicht neben Bentley ans Fenster und blickte voll banger Erwartung nach Westen.

Die Nebelbank hatte in diesem Moment das Schiff erreicht und begann seinen Bug einzuhüllen. Nein, dachte Indiana — nicht einzuhüllen. Es war, als … löse sie ihn auf. Die Konturen des Schiffes wurden unscharf, schienen für einen Moment mit dem grauen Nebel zu verschmelzen und verschwanden dann einfach. Und an ihrer Stelle erschien etwas anderes, etwas Zuckendes, sich Windendes, das er nicht richtig erkennen konnte. Vielleicht weigerte er sich auch einfach nur, es zu erkennen, weil das, was er sah, einfach zu bizarr für den menschlichen Geist war.

Neben ihm atmete Bentley scharf ein und drehte sich mit einem plötzlichen Ruck zu dem Mann am Ruder um.

«Volle Fahrt zurück!«bellte er. An einen zweiten Mann gewandt, der neben dem Steuermann stand und mit leichenblassem Gesicht in den Nebel hinausblickte, sagte er:»Geben Sie Alarm. Es kann sein, daß wir angegriffen werden.«

Aber es war zu spät. Der Nebel hatte das vordere Fünftel des Schiffes verschlungen und kroch unerbittlich weiter. Einer der gewaltigen Geschütztürme, auf die Bentley so stolz gewesen war, verschwand in der grauen Wand und löste sich einfach auf.

Und dann geschah es. Etwas traf das Schiff.

Es war nicht besonders heftig. Indiana spürte nicht einmal eine Erschütterung, aber er hörte es: einen unheimlichen, dumpfen Laut, der in der grauen Unendlichkeit des Nebels unnatürlich lang widerzuhallen schien, dann einen zweiten, dritten und vierten. Und dann kletterte eine Gestalt über die Reling.

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