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18 Gaensehaut Stories

Электронная книга - «18 Gaensehaut Stories». Краткое содержание книги:

Geschichten des Grauens und der Angst
herausgegeben von Manfred Kluge
Algernon Blackwood
Die Spuk-Insel
Honoré de Balzac
Die Zaubernacht in den Hochlanden
Lalcadio Hearn
Der Fall Chugoro
Philip Latham
Jeanettes Hände
Washington Irving
Die Geschichte vom schläfrigen Tal
Jonas Lie
Das Seegespenst
Nikolaj Gogol
Die Johannisnacht
Guy de Maupassant
Die Angst
Villiers de l’Isle-Adam
Folter durch Hoffnung
Edgar Allen Poe
Der schwarze Kater
H. P. Lovecraft
In der Gruft
Robert Bloch
Das unersättliche Haus
Alexandre Dumas
Die Katze, der Gerichtsdiener und das Skelett
H. G. Wells
Spuk im Klub
Andrew J. Offutt
Sareva, meine Hexe
Jack Sharkey
Die Dämonin
Lewis Hammond
Die Witwe vom Belgrave Square
I. M. Rymer
Vampir zu sein dagegen sehr …
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Am nächsten Morgen fragte sie: »Du weißt nicht, ob du mir glauben kannst, nicht wahr? Das ist das ganze Problem, stimmt’s? Ich … ich quäle dich!«

Ich wußte keine Antwort. Sie weinte, als ich die Wohnung verließ, um ins Büro zu fahren.

Meine Frau, dachte ich und sah mir andere Männer an, denen ich auf der Straße begegnete, überlegte mir, wie sie auf meine Story reagieren würden. Meine Frau ist eine Hexe, wissen Sie, aber sie hat der Hexerei abgeschworen. Sie hat versprochen, nicht mehr zu hexen und mich erfolgreich zu machen. Weil sie mich liebt, wissen Sie, und ich liebe sie auch – wie Browning und Barrett, wie Abelard und Heloise, wie Philemon und Baucis, wie das dümmste Liebespaar in einem rührseligen Liebesroman. Aber sie quält mich. Ich weiß nämlich nicht bestimmt, ob sie wirklich geheilt ist. Sie liebt mich und wünscht mir Erfolg; wie soll ich beurteilen können, welche Kräfte sie besitzt? Wer sagt mir, daß es nicht schon genügt, wenn sie mir Erfolg wünscht?

Pah, könnte irgendein Idiot antworten, ich wollte, meine Alte wäre eine Hexe! Ich könnte ein bißchen Unterstützung brauchen, und ich wäre nicht so dämlich wie Sie, Mister! Heutzutage ist jeder auf sich selbst angewiesen, und wer kümmert sich schon darum, wie man’s schafft?

»Etwas mußt du mir glauben, selbst wenn du nichts anderes glauben kannst«, hatte sie mir letzte Nacht unter Tränen in den Augen erklärt. »Ich könnte dir nie etwas antun, Liebster. Ich will dich nicht quälen, wie ich es jetzt tue. Aber ich weiß nicht, wie ich’s nicht tun kann! Ich könnte dich nie verletzten. Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich …«

Und sie mußte in meinen Augen gesehen haben, daß ich mich heimlich vor ihr fürchtete, denn sie sprach nicht weiter, sondern weinte wie nie zuvor. Und ich schwieg hilflos.

Wir waren jetzt auf etwas Neues gestoßen. Wir liebten einander, waren außerstande, einander zu verletzen, und quälten einander doch.

Ich weiß nicht einmal, wie es mit ihrem Tod war. Vielleicht hätte sie den Kaiserschnitt nicht überlebt, wie sie stets behauptet hatte. Vielleicht wäre sie auch gestorben, wenn sie keine Hexe gewesen wäre. Aber ich hatte einen deutlichen Hinweis bekommen. Als sie in den Kreißsaal gefahren wurde, hatte sie mir noch zugeflüstert:

»Ich werde dich nie mehr quälen, Liebling. Ich liebe dich.«

Dann wurde sie hineingefahren, und als sie wieder herausgeschoben wurde, war ihr Gesicht zugedeckt. Sie war gestorben, noch bevor das Baby den ersten Atemzug getan hatte. Aber es hatte ihn getan, und ich hatte das Glück, der Vater einer gesunden Tochter zu sein.

Sarevas Tod akzeptieren? Unmöglich!

Nicht, wenn man sich so geliebt hat. Oder noch liebt. Ich konnte, ich wollte und will ihren Tod nicht akzeptieren. Er ist mir unfaßbar. Ich hätte sie lieber selbst getötet. Im Augenblick nach ihrem Orgasmus, um zu wissen, daß sie ekstatisch glücklich gestorben wäre, und um zu wissen, daß sie tot gewesen wäre.

Ich konnte das Baby nicht Sareva nennen. Ich mußte es tun. Ich konnte es nicht. Ich mußte es tun.

Ich gab ihr den Namen Sarah Evelyn. Eines Abends, als sie sieben Monate alt war, hatte unsere Mrs. Goodall ihren freien Tag – ich hatte natürlich ein Kindermädchen anstellen müssen –, und ich warf noch einen Blick in Sarah Evelyns Zimmer, bevor ich begann, mich wie gewöhnlich in den Schlaf zu trinken.

Sie lag in ihrem Bettchen auf dem Rücken und sah zu dem bunten Mobile mit Walt-Disney-Figuren auf, das sich an der Decke bewegte. Ich wollte schon hinausgehen, als mir etwas einfiel. Irgend etwas stimmte hier nicht.

Warum bewegte sich das Mobile?

Ich trat näher heran und stellte fest, daß es in Bewegung geraten war, weil eine Spinne ihren Faden an einer der Figuren befestigt hatte und nun am anderen Ende weiterarbeitete. Sie krabbelte und spann, als setze sie das Mobile absichtlich in Bewegung, als gehe es ihr darum, es … mobil zu machen. Ich riß den im Mondschein leuchtenden Faden ab, schlug mit einer zusammengefalteten Zeitung nach der Spinne und erlegte sie beim zweiten Versuch. Bevor ich das Zimmer verließ, warf ich einen Blick in das Kinderbett, aus dem mich grüne Augen unverwandt beobachteten.

Ich berührte ihre Pausbacken mit einem Finger. »Schlaf gut, Schatz«, sagte ich. »Daddy läßt nicht zu, daß eine Spinne seinem Baby etwas tut.«

Und ich verließ den Raum und dachte dabei an Sarevas letzte Worte, bevor sie in den Kreißsaal gefahren worden war, wo sie versucht hatte – mit Erfolg? –, mich vom Übel zu erlösen. Von meinen Qualen.

Ich werde dich nie mehr quälen, Liebling. Ich liebe dich.

An diese Worte habe ich vor einigen Minuten wieder gedacht, als die Kleine zum erstenmal gesprochen hat. Ich bedaure jetzt, daß ich sie auf den Namen Sarah Evelyn habe taufen lassen. Ich hätte ihr den Namen Sareva geben sollen und habe sie schon oft versehentlich so genannt. Aber jetzt wünsche ich mir, ich hätte ihr irgendeinen idiotischen Vornamen wie Endora oder Samantha gegeben. Sie ist ein Jahr alt und hat vor wenigen Minuten zum erstenmal gesprochen. Sie hat mich mit ihren grünen Augen unter ihren hellroten Locken angesehen und langsam und deutlich gesagt: »Ich liebe dich nicht.«

Ich weiß, was sie mir damit erklärt hat.

Ich verstehe es. Und ich muß es akzeptieren, ich muß es ertragen, ohne zu wissen, was die Zukunft bringen wird. Ich darf Sarevas Kind nicht töten – ich darf Sarevas Tod nicht zum zweitenmal verursachen!

Die Dämonin von Jack Sharkey

Als Bob, von seiner Liebe zu Valerie geblendet, zum Traualtar schritt, gelobte er, eins zu sein mit ihr und sein Leben mit ihr zu teilen. Er braucht lange, um herauszufinden, daß Valerie gar kein Leben hat, sondern nur den Hunger und die Gier nach Leben … Die Ehe ist ein makabres Spiel, ohne Zweifel, aber sie verkehrt sich in schieres Grauen, wenn eine Dämonin das Gelöbnis des Teilens allzu wörtlich nimmt. Jack Sharkeys Story ist ein erschreckender Beweis dafür, wessen man sich alles vorsehen sollte, ehe man sich ewig bindet.

Er spürte den Schmerz – einen kurzen, messerscharfen Stich –, als er sich nach dem Zähneputzen den Mund ausspülte. Um seine Ursache herauszufinden, schob er mit den Fingerspitzen die Oberlippe beiseite und sah in den Spiegel. Das rosige Zahnfleisch war gesund, und die Zähne waren weiß und ohne Fehler. Er drückte dagegen – und wieder spürte er den Schmerz. Unangenehm berührt, spülte er den Mund noch einmal aus, trocknete sich die Hände ab und ging ins Schlafzimmer zurück.

Seine Frau lag noch im Bett. Ihre zusammengerollte Figur zeichnete sich unter den Decken ab.

»Weißt du was?« fragte er nachdenklich. »Ich glaube, ich habe einen losen Zahn.«

Die Figur unter der grünen Decke bewegte sich. Valeries Kopf erschien. Sie seufzte müde. Ihre Haare waren hellblond, und für einen Augenblick sah es so aus, als kröche ein hellblonder Schmetterling aus einem grünen Kokon. Sie betrachtete ihren Mann aus schläfrigen, braunen Augen.

»Auf was Hartes gebissen?«

»Nein – wenigstens kann ich mich nicht erinnern. Und wenn es so wäre, würde ich es bestimmt nicht vergessen haben.«

»Laß mich mal sehen«, sagte Valerie und richtete sich auf. Sie schob das Kopfkissen zurück, damit sie sich dagegen lehnen konnte. Mit der freien Hand strich sie sich die Haare aus dem Gesicht. Sie hatte ein hübsches, schmales Gesicht mit einem energischen Kinn.

»Hier«, sagte Bob, setzte sich auf die Bettkante und beugte sich zu ihr hinab. Wieder schob er die Oberlippe hoch. Seine Stimme klang leicht verändert. »Der Schneidezahn, glaube ich.«

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