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18 Gaensehaut Stories

Электронная книга - «18 Gaensehaut Stories». Краткое содержание книги:

Geschichten des Grauens und der Angst
herausgegeben von Manfred Kluge
Algernon Blackwood
Die Spuk-Insel
Honoré de Balzac
Die Zaubernacht in den Hochlanden
Lalcadio Hearn
Der Fall Chugoro
Philip Latham
Jeanettes Hände
Washington Irving
Die Geschichte vom schläfrigen Tal
Jonas Lie
Das Seegespenst
Nikolaj Gogol
Die Johannisnacht
Guy de Maupassant
Die Angst
Villiers de l’Isle-Adam
Folter durch Hoffnung
Edgar Allen Poe
Der schwarze Kater
H. P. Lovecraft
In der Gruft
Robert Bloch
Das unersättliche Haus
Alexandre Dumas
Die Katze, der Gerichtsdiener und das Skelett
H. G. Wells
Spuk im Klub
Andrew J. Offutt
Sareva, meine Hexe
Jack Sharkey
Die Dämonin
Lewis Hammond
Die Witwe vom Belgrave Square
I. M. Rymer
Vampir zu sein dagegen sehr …
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Aber daraus wurde dann doch nichts. Ich kam mit einem ganzen Aktenkoffer voller Entwürfe, Aufstellungen und Skizzen zu der Konferenz und zeigte kaum die Hälfte davon vor. Ich saß da, hörte kaum, was die anderen sagten, und hatte den Kopf so voll neuer Ideen, daß ich das Gefühl hatte, er müsse demnächst platzen. Ich muß sehr desinteressiert gewirkt haben, denn Dalbys Stimme klang unfreundlich, als er mich als letzten Diskussionsteilnehmer aufrief.

Nach dieser Konferenz hatte ich starke Kopfschmerzen. Ich war aufgestanden und hatte einige einleitende Worte gesprochen, an die ich mich später nicht mehr erinnern konnte. Danach hatte ich für jeden der drei kritischen Fälle einen Vorschlag gemacht, der mir später nur noch bruchstückhaft in Erinnerung war.

Dalby nahm mich mit zu Pixieware, wo wir kühl empfangen wurden, aber als wir gingen, wurden wir herzlich verabschiedet – und hatten einen besseren Vertrag als bisher ausgehandelt. Ich wäre am liebsten nach Hause gefahren, aber ich mußte Marschak zu dem zweiten Dittmar-Klienten begleiten, den wir uns ebenfalls sichern konnten. Marschak war von diesem Erfolg so beeindruckt, daß er mir versprach, er werde mir diesen Klienten zur Betreuung überlassen.

Am nächsten Tag fuhr ich mit Marschak zu dem dritten Klienten. Dort erwartete uns eine unangenehme Überraschung: BBD & O hatte zwei ihrer Leute im Vorzimmer des Präsidenten sitzen. Aber die beiden wurden schon bald nach Hause geschickt, und wir hatten den dritten Klienten für uns gerettet. Das einzige Problem bestand darin, daß alle drei darauf bestanden, daß ich ihre Werbekampagne persönlich überwachte. Schließlich waren die Vorschläge dazu von mir gekommen.

Das Endergebnis war natürlich, daß Dalby, Lockwood & Marschak drei Klienten, die ihre Werbeetats aufgestockt hatten, und einen neuen Vizepräsidenten hatten. Ich betreute zu viele Klienten, um nicht befördert zu werden; ich hätte wegen der Umsatzprovision mehr als alle meine Kollegen verdient, und das durfte nicht sein.

Ein Vierteljahr danach starb Marschak mit 43 an einem Herzschlag, und Dalby fragte mich, ob mich das so erschreckt habe, daß ich nicht einverstanden sei, als Partner in die Firma einzutreten. Ich versicherte ihm, daß sei keineswegs der Fall.

Ich hatte mich bisher kaum darum gekümmert, daß Sareva einmal im Monat abends zu einem Clubtreffen wegging, aber an diesem Abend war ich doch etwas enttäuscht, als ich nach Hause kam und unser teures Luxusapartment leer vorfand. Dann fiel mir ein, daß Sareva heute ihren Bridgeabend hatte. Und dabei brannte ich darauf, ihr das Neueste zu erzählen: Ich sollte Partner der Firma Dalby, Lockwood & Benford werden!

Ich vergaß meine guten Vorsätze und feierte allein mit einer Flasche Cognac. Ich rauchte auch zuviel, und als ich die Zigarettenstummel im Aschenbecher sah, fiel mir ein, wie eifrig Sareva sich bemüht hatte, mich dazu zu bringen, weniger zu rauchen. Ich bemitleidete mich noch immer selbst, weil meine Frau nicht zu Hause gewesen war, als ich das goldene Vlies heimgebracht hatte, aber jetzt hatte ich noch dazu ein schlechtes Gewissen.

Deshalb tat ich etwas Ungewöhnliches: Obwohl ich mir darüber im klaren war, daß ich damit auch mich selbst betrog, ging ich mit den beiden Aschenbechern in die Küche und stellte sie neben dem Mülleimer ab. Dann suchte ich einen Müllbeutel heraus und begann, einen Teil des Mülls aus dem Eimer zu holen. Ich wollte natürlich die meisten Zigarettenstummel und die meiste Asche in den Mülleimer kippen und mit Abfällen zudecken.

In der Pfirsichbüchse klapperte etwas. Ich runzelte die Stirn, als ich sah, daß der Deckel nicht ganz aufgetrennt und später wieder zurückgeklappt worden war. Ich hatte eigentlich keinen Grund, ihn hochzubiegen und mir dabei auch noch in den Finger zu schneiden. Das war reine Neugier.

In der Konservendose fand ich eine kleine Tonfigur: eine merkwürdige kleine Gestalt mit Schmerbauch, sorgfältig herausgearbeiteter Brille und altmodischer Fliege. Auf ihrer Brust war der Name wie mit einer Nadel eingekratzt: F. Edwin Marschak. In die linke Brustseite war ein Herz eingeritzt.

Vielleicht mit der gleichen Nadel, die in dem Herzen steckte.

Ich will nicht behaupten, daß ich mir bei diesem Anblick nichts oder nur wenig gedacht habe. Andererseits war ich weit davon entfernt, aus diesem Fund Rückschlüsse auf Marschaks Tod zu ziehen. Voodoo? Das war doch allzu unwahrscheinlich!

Ich blieb auf dem Küchenfußboden hocken, betrachtete die kleine Tonfigur oder starrte sie vielmehr an und dachte lange angestrengt nach. Schließlich fiel mir wieder ein, wo ich war und was ich hier wollte. Ich leerte einen Aschenbecher in den Mülleimer, kippte die herausgenommenen Abfälle darauf und faltete den anderen Müllbeutel zusammen. Als ich ihn seitlich in den Abfalleimer stopfte, fragte ich mich, warum ich das nicht gleich mit den Zigarettenstummeln und der Asche getan hatte.

Die Pfirsichbüchse blieb obenauf liegen. Ich ließ den Deckel zufallen, verteilte den Inhalt des zweiten Aschenbechers und ging damit ins Wohnzimmer zurück. Dort stellte ich die Marschak-Figur auf den Sims unseres rein dekorativen offenen Kamins.

Dann setzte ich mich hin und machte meine Arbeit wieder zunichte, indem ich eine Zigarette nach der anderen rauchte, bis Sareva kurz nach ein Uhr nach Hause kam.

»Oh, du bist noch auf? Aber du hast dich ja nicht einmal umgezogen, Liebster!« Sie schritt auf mich zu, denn sie ging nie, meine langbeinige, rothaarige, grünäugige Frau: Sareva schritt. »Hmm«, meinte sie lächelnd, »als ich die Flasche zuletzt gesehen habe, war sie noch ganz voll. Und … oh, Byron! So viele Zigaretten!«

Sie meinte natürlich nicht Zigaretten, sie sprach von den zahllosen Stummeln in dem großen Aschenbecher auf dem Couchtisch.

»Na, wie war’s beim Hexensabbat?« erkundigte ich mich lächelnd.

Ich werde mir mein Leben lang wünschen, ich hätte diese Frage nie gestellt. Ich glaubte es nicht wirklich. Nicht richtig. Man kann manche Dinge halbwegs glauben, man kann Mutmaßungen darüber anstellen und sogar seiner Fantasie freien Lauf lassen. Aber ganz richtig glaubt man eben doch nicht daran.

Sareva holte erschrocken tief Luft, und ihre Sommersprossen schienen plötzlich zu leuchten, weil sie leichenblaß geworden war. Und ihre grünen Augen wurden riesig.

Wir starrten uns an – ich in meinem bequemen Sessel, den wir gemeinsam gekauft hatten, nachdem ich zum Vizepräsidenten befördert worden war, und sie vor mir stehend, eine schlanke weiße Hand an dem übervollen Aschenbecher.

»Woher hast du das gewußt?« fragt der entlarvte Verbrecher, und der clevere Detektiv lächelt schwach und antwortet: »Oh, eigentlich gar nicht, bis du’s mir eben gesagt hast!« Und dann kommt die große Verfolgungsjagd oder die Prügelei.

In diesem Augenblick glaubte ich plötzlich alles. Ich wußte, daß meine Sareva eine Hexe war.

Sie richtete sich seufzend auf. »Jetzt läßt sich nichts mehr vertuschen, was? Ich habe mich nicht schnell genug von diesem Schock erholt.«

»Richtig. Du hast dich nicht schnell genug davon erholt.«

»Ja, ich bin eine Hexe.«

»Das kann ich nicht glauben.« Ich schüttelte den Kopf, aber wir wußten beide, daß ich in Wirklichkeit anders darüber dachte.

Sareva lächelte. »Wie hast du das herausbekommen?«

Ich zeigte mit dem Daumen über die Schulter. Sie sah zum Kaminsims hinüber, wo der arme alte Marschak stand, mit einer Nadel im Herzen. Ich beobachtete sie, nicht Marschak. Sie seufzte. Ihre Schultern sanken etwas herab. Sie zeigte weder Schock noch Ärger; sie wirkte nur resigniert, als habe sie eine Niederlage erlitten. Meine Entdeckung bedeutete natürlich eine Art Niederlage für sie.

»Wie … wie lange schon, Sareva?«

Ich nannte sie kaum jemals Sareva, wie sie mich nur selten Byron nannte. Wir waren bei den Kosenamen geblieben, weil wir uns auch nach drei Ehejahren noch als Liebespaar fühlten.

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Главный герой
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