Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
Annabeth beobachtete mich. Sie sah ziemlich mitfühlend aus. Ich wusste, dass sie schon in ähnlichen Situationen gewesen war. Halbblute haben es in der Welt der Sterblichen nicht leicht.
»Ich werde mit ihm sprechen«, versprach ich. »Wenn dieser Einsatz hinter uns liegt. Ich werde ihm sogar die Wahrheit sagen, wenn du willst.«
Meine Mom legte mir die Hand auf die Schulter. »Würdest du das wirklich tun?«
»Na ja, ich fürchte, er wird uns für verrückt halten.«
»Das tut er sowieso schon.«
»Dann haben wir ja nichts zu verlieren.«
»Danke, Percy. Ich sage ihm, dass du nach Hause kommst …« Sie runzelte die Stirn. »Aber wann? Was passiert jetzt?«
Widerstrebend erzählte ich.
Sie nickte langsam. »Das hört sich sehr gefährlich an. Aber es könnte klappen.«
»Du hast dieselben Fähigkeiten, oder?«, fragte ich. »Du kannst durch den Nebel schauen.«
Meine Mom seufzte. »Jetzt nicht mehr so gut. Es war leichter, als ich jünger war. Aber ja, ich habe immer mehr sehen können, als gut für mich war. Das gehört zu den Dingen, durch die dein Vater auf mich aufmerksam geworden ist. Sei nur vorsichtig. Versprich mir, dass dir nichts passiert.«
»Wir werden uns alle Mühe geben, Ms Jackson«, sagte Annabeth. »Aber für die Sicherheit Ihres Sohnes zu sorgen ist eine ganz schön heftige Aufgabe.« Sie verschränkte die Arme und starrte aus dem Küchenfenster. Ich zupfte an meiner Serviette herum und versuchte, nichts zu sagen.
Meine Mom runzelte die Stirn. »Was ist los mit euch beiden? Habt ihr euch gestritten?«
Wir schwiegen.
»Schon verstanden«, sagte meine Mom und ich fragte mich, ob sie durch mehr sehen konnte als nur durch den Nebel. Sie schien zu durchschauen, was bei Annabeth und mir ablief, während ich überhaupt nichts begriff. »Nicht vergessen«, sagte sie dann. »Grover und Tyson verlassen sich auf euch.«
»Ich weiß«, sagten Annabeth und ich wie aus einem Munde, und das stürzte mich noch mehr in Verlegenheit.
Meine Mom lächelte. »Nimm lieber das Telefon auf dem Gang, Percy. Viel Glück.«
Es war eine Erleichterung, die Küche verlassen zu können, obwohl mich das, was ich jetzt vorhatte, nervös machte. Ich ging zum Telefon und wählte die Nummer. Ich hatte sie schon längst von meiner Hand abgewaschen, aber das machte nichts. Ohne es zu wollen, hatte ich sie mir gemerkt.
Wir verabredeten uns auf dem Times Square. Rachel Elizabeth Dare stand vor dem Marriott Marquis und war komplett golden angemalt. Ihr Gesicht, ihre Haare, ihre Kleider – alles. Sie sah aus, als ob König Midas sie angefasst hätte. Sie stand da wie eine Statue, zusammen mit fünf anderen in unserem Alter, alle metallisch angemalt – Kupfer, Bronze, Silber. Sie waren in unterschiedlichen Posen erstarrt und Touristen eilten vorbei oder blieben stehen, um sie anzuglotzen. Einige warfen Geld auf die Plane auf dem Boden.
Vor Rachels Füßen lag ein Schild mit der Aufschrift URBANE KUNST FÜR KIDS, JEDE SPENDE WILLKOMMEN!
Annabeth und ich warteten fünf Minuten und starrten Rachel an, aber falls sie uns bemerkt hatte, dann ließ sie sich zumindest nichts anmerken. Sie bewegte sich nicht und ich glaube, sie zuckte nicht einmal mit der Wimper. Ich mit meinem ADHD hätte das nicht geschafft – so lange stillstehen zu müssen hätte mich wahnsinnig gemacht. Es war auch seltsam, Rachel so golden zu sehen. Sie sah aus wie ein Denkmal für eine Berühmtheit, eine Schauspielerin oder so. Nur ihre Augen waren ganz normal grün.
»Wir sollten sie umschubsen«, schlug Annabeth vor.
Ich fand das ziemlich gemein, aber Rachel reagierte nicht. Nach einigen weiteren Minuten kam ein Junge in Silber vom Taxistand des Hotels herüber, wo er eine Pause gemacht hatte. Er nahm eine Haltung ein, als ob er der Menge eine Standpauke halten wollte, gleich neben Rachel. Rachel erwachte aus ihrer Starre und verließ die Plane.
»Hallo, Percy.« Sie grinste. »Gutes Timing. Gehen wir einen Kaffee trinken.«
Wir gingen zu einem Lokal namens Java Moose auf der 23. Straße. Rachel bestellte einen Espresso extrem, von der Sorte, die Grover gefallen hätte. Annabeth und ich nahmen Smoothies und wir setzten uns an einen Tisch gleich unter einem ausgestopften Elch. Rachels goldener Zustand schien niemandem seltsam vorzukommen.
»Also«, sagte sie. »Du heißt Annabell, stimmt’s?«
»Annabeth«, korrigierte Annabeth. »Bist du immer so golden?«
»Eher nicht«, sagte Rachel. »Wir sammeln Geld für unsere Gruppe. Wir machen Kunstprojekte für die Grundschule, weil Kunst vom Lehrplan gestrichen worden ist. Wir stehen hier einmal pro Monat und an einem guten Wochenende kriegen wir an die fünfhundert Dollar zusammen. Aber ich vermute, das ist es nicht, worüber ihr reden wollt. Bist du auch ein Halbblut?«
»Pst!«, sagte Annabeth und sah sich um. »Schrei es doch gleich in alle Welt!«
»Okay.« Rachel stand auf und sagte sehr laut: »He, Leute! Die beiden hier sind gar keine richtigen Menschen. Sie sind zur Hälfte griechische Gottheiten!«
Niemand sah auch nur zu uns herüber. Rachel zuckte mit den Schultern und setzte sich wieder. »Denen scheint das allen egal zu sein.«
»Das ist nicht komisch«, sagte Annabeth. »Das hier ist kein Witz, Sterbliche.«
»Hört auf, ihr zwei«, sagte ich. »Beruhigt euch mal!«
»Ich bin ganz ruhig«, erklärte Rachel. »Immer, wenn ich euch treffe, werden wir von irgendeinem Monster überfallen. Warum sollte ich mich da aufregen?«
»Hör mal«, sagte ich. »Das mit dem Musiksaal tut mir leid. Ich hoffe, sie haben dich nicht rausgeworfen oder so.«
»Nö. Sie haben mir eine Menge Fragen über dich gestellt, aber ich hab die Doofe gespielt.«
»War das denn so schwer?«, fragte Annabeth.
»Okay, Schluss!«, schaltete ich mich ein. »Rachel, wir haben ein Problem.«
Rachel kniff die Augen zusammen und sah Annabeth an. »Du brauchst meine Hilfe?«
Annabeth starrte den Trinkhalm in ihrem Smoothie an. »Ja«, sagte sie mürrisch. »Vielleicht.«
Ich erzählte Rachel vom Labyrinth; dass wir Dädalus finden mussten und was bei unseren letzten Besuchen dort unten geschehen war.
»Ich soll euch also führen«, sagte sie. »Durch einen Ort, an dem ich nie gewesen bin.«
»Du kannst durch den Nebel sehen«, sagte ich. »Genau wie Ariadne. Ich bin sicher, dass du den Weg findest. Das Labyrinth wird dich nicht so leicht an der Nase herumführen.«
»Und wenn du dich irrst?«
»Dann sind wir verloren. Und in jedem Fall ist es gefährlich. Sehr, sehr gefährlich.«
»Es könnte mein Tod sein?«
»Ja.«
»Aber hast du nicht gesagt, dass Monster sich nicht für Sterbliche interessieren? Dein Schwert …«
»Ja«, sagte ich. »Himmlische Bronze kann Sterblichen nichts anhaben. Die meisten Monster würden dich ignorieren. Aber Luke … ihm ist das egal. Er benutzt Sterbliche, Halbgötter, Monster, was auch immer. Und er würde alle umbringen, die sich ihm in den Weg stellen.«
»Reizender Knabe«, sagte Rachel.
»Er steht unter dem Einfluss eines Titanen«, sagte Annabeth zu Lukes Verteidigung. »Er ist betrogen worden.«
Rachels Blicke wanderten zwischen uns hin und her. »Na gut«, sagte sie. »Ich mache mit.«
Ich zögerte. So einfach hatte ich mir die Sache nicht vorgestellt. »Bist du sicher?«
»Ich fand diesen Sommer ziemlich langweilig. Das ist bisher das beste Angebot. Also, wonach soll ich suchen?«
»Wir müssen einen Eingang zum Labyrinth finden«, sagte Annabeth. »Im Camp Half-Blood gibt es einen, aber dahin kannst du nicht mitkommen, das ist für Sterbliche verboten.«
Sie sagte Sterbliche, als sei das eine unappetitliche Krankheit, aber Rachel nickte einfach nur. »Okay. Und wie sieht so ein Labyrintheingang aus?«
»Der könnte überall sein«, sagte Annabeth. »Ein Teil einer Mauer. Eine Tür. Der Eingang in einen Abwasserkanal. Aber es ist immer das Zeichen des Dädalus darauf. Ein blau leuchtendes griechisches Δ.«