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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L

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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
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»Ja«, sagte Dädalus. »Ich fürchte, ich habe euch in Schwierigkeiten gebracht.«

»Ach, mach dir keine Sorgen um uns. Vater wird glücklich sein, wenn er das Gold dieses alten Mannes einsacken kann. Und Kreta ist weit weg. Aber er wird dir den Tod des Minos anlasten. Du musst an einen sicheren Ort fliehen.«

»An einen sicheren Ort«, wiederholte der alte Mann. »Ich fliehe seit Jahren von Königreich zu Königreich und suche nach einem sicheren Ort. Ich fürchte, Minos hat die Wahrheit gesagt: Der Tod wird ihn nicht daran hindern, mich zu verfolgen. Es gibt keinen Ort unter der Sonne, wo man mich aufnehmen wird, wenn dieses Verbrechen erst einmal bekannt geworden ist.«

»Aber wohin willst du dann gehen?«, fragte Aelia.

»An einen Ort, den ich nie wieder zu betreten geschworen habe«, sagte Dädalus. »Mein Gefängnis könnte meine einzige Freistätte sein.«

»Das verstehe ich nicht«, sagte Aelia.

»Das ist auch besser für dich.«

»Aber was ist mit der Unterwelt?«, fragte eine der Schwestern. »Dort wartet ein entsetzliches Urteil auf dich. Und jeder muss irgendwann einmal sterben.«

»Mag sein«, sagte Dädalus. Dann zog er eine Schriftrolle aus seiner Reisetasche – dieselbe, die ich schon in meinem letzten Traum gesehen hatte, die mit den Notizen seines Neffen. »Oder auch nicht.«

Er streichelte Aelias Schulter und segnete sie und ihre Schwestern. Dann schaute er noch einmal die Kupferfäden an, die unten in der Badewanne funkelten. »Hol mich, wenn du dich traust, König der Geister!«

Er wandte sich der Mosaikwand zu und berührte eine Fliese. Ein glühendes Zeichen erschien – ein griechisches Δ – und die Wand schob sich zur Seite. Die Prinzessinnen keuchten auf.

»Du hast uns nie etwas von Geheimgängen gesagt«, sagte Aelia. »Du hast sehr viel erschaffen.«

»Das Labyrinth hat sehr viel erschaffen«, korrigierte Dädalus. »Versucht nicht, mir zu folgen, meine Lieben, wenn euch euer Verstand lieb ist.«

Mein Traum änderte sich. Ich befand mich unter der Erde in einer Steinkammer. Luke und ein weiterer Halbblutkrieger studierten im Licht einer Taschenlampe eine Karte.

Luke fluchte. »Das hätte die letzte Biegung sein müssen.« Er knüllte die Karte zusammen und warf sie weg.

»Sir!«, protestierte sein Begleiter.

»Hier unten sind Karten nutzlos«, sagte Luke. »Keine Sorge, ich finde den Weg.«

»Sir, stimmt das, je größer die Gruppe …«

»Desto wahrscheinlicher, dass sie sich verläuft? Ja, das stimmt. Was glaubst du wohl, warum wir anfangs einzelne Forscher losgeschickt haben? Aber keine Sorge. Sowie wir den Faden haben, können wir die Vorhut durchlotsen.«

»Aber wie kommen wir nun an den Faden?«

Luke knackte mit den Fingergelenken. »Ach, Quintus wird schon durchkommen. Wir brauchen nur die Arena zu erreichen, und die liegt an einer Weggabelung. Unmöglich, dort nicht vorbeizukommen. Deshalb müssen wir einen Waffenstillstand mit ihrem Meister abschließen. Wir müssen einfach irgendwie am Leben bleiben, bis …«

»Sir!«, rief eine neue Stimme aus dem Gang. Ein weiterer Typ in griechischer Rüstung kam angerannt, er hielt eine Fackel in der Hand. »Die Dracaenae haben ein Halbblut entdeckt!«

Luke runzelte die Stirn. »Allein? Und das war im Labyrinth unterwegs?«

»Ja, Sir. Kommen Sie, schnell! Sie sind eine Kammer weiter. Sie haben ihn in die Enge getrieben.«

»Wer ist es?«

»Hab ihn noch nie gesehen, Sir.«

Luke nickte. »Ein lieber Gruß von Kronos. Vielleicht können wir dieses Halbblut benutzen. Also los!«

Sie rannten durch den Gang und ich fuhr hoch und starrte in die Dunkelheit. Ein einsames Halbblut, das durch das Labyrinth irrt. Es dauerte lange, bis ich wieder einschlafen konnte.

Am nächsten Morgen überzeugte ich mich davon, dass Mrs O’Leary genug Hundekekse hatte. Ich bat Beckendorf, ein Auge auf sie zu haben, was ihn nicht gerade glücklich zu machen schien. Dann wanderte ich hinüber zum Half-Blood Hill und traf Annabeth und Argus an der Straße.

Annabeth und ich sprachen auf der Fahrt nicht viel. Argus sagte nie etwas, vermutlich, weil er überall an seinem Leib Augen hatte, sogar auf seiner Zungenspitze, wie ich gehört hatte – und die zeigte er nicht gern.

Annabeth sah nicht gut aus, so, als ob sie noch schlechter geschlafen hätte als ich.

»Schlecht geträumt?«, fragte ich schließlich.

Sie schüttelte den Kopf. »Eine Iris-Nachricht von Eurytion.«

»Eurytion! Ist Nico etwas passiert?«

»Er hat die Ranch vorige Nacht verlassen und ist zurück ins Labyrinth gegangen.«

»Was? Hat Eurytion nicht versucht, ihn aufzuhalten?«

»Nico war schon weg, als er aufgewacht ist. Orthos hat seine Witterung bis zur Viehsperre verfolgt. Eurytion hat in den letzten Nächten gehört, wie Nico Selbstgespräche geführt hat. Jetzt glaubt er, dass Nico wieder mit dem Geist gesprochen hat, mit Minos.«

»Er schwebt in Gefahr.«

»Allerdings. Minos ist einer der Richter über die Toten und seine Gemeinheit kennt keine Grenzen. Ich weiß nicht, was er von Nico will, aber …«

»Das habe ich nicht gemeint«, sagte ich. »Ich hatte vorige Nacht einen Traum …« Ich erzählte ihr von Luke; davon, dass er Quintus erwähnt hatte und dass Lukes Männer ein Halbblut gefunden hatten, das allein im Labyrinth unterwegs war.

Annabeth biss die Zähne zusammen. »Das klingt gar nicht gut.«

»Und, was sollen wir tun?«

Sie hob die Augenbrauen. »Na, ist doch gut, dass wenigstens du einen Plan hast, oder?«

Es war Samstag und in Richtung Stadt herrschte dichter Verkehr. Gegen Mittag kamen wir in der Wohnung meiner Mom an. Als sie die Tür öffnete, überfiel sie mich mit einer Umarmung, die nur wenig überwältigender war als der Angriff eines Höllenhundes.

»Ich hab ihnen doch gesagt, dass es dir gut geht«, sagte meine Mom, aber sie hörte sich an, als sei ihr soeben das Gewicht des ganzen Himmels von den Schultern genommen worden – und ihr könnt mir glauben, ich weiß aus eigener Erfahrung, was das für ein Gefühl ist.

Wir setzten uns an den Küchentisch und sie bestand darauf, uns mit ihren selbst gebackenen blauen Schokoplätzchen vollzustopfen, während wir von unserem Auftrag berichteten. Wie immer versuchte ich, die gruseligen Stellen zu entschärfen (also so gut wie alles), aber irgendwie hörte sich unser Bericht dadurch noch gefährlicher an.

Als ich bei Geryon und den Ställen angekommen war, tat meine Mom so, als wolle sie mich erwürgen. »Ich kann ihn nicht dazu bringen, sein Zimmer aufzuräumen, aber er entfernt hundert Tonnen Pferdemist aus dem Stall eines Monsters?«

Annabeth lachte. Es war das erste Mal seit langer Zeit, dass ich sie lachen hörte, und es hörte sich gut an.

»Also«, sagte meine Mom, als ich mit meiner Geschichte fertig war. »Ihr habt Alcatraz verwüstet, den Mount St. Helens hochgehen lassen, eine halbe Million Menschen umgesiedelt, aber wenigstens seid ihr in Sicherheit.« Das ist typisch meine Mom, immer sieht sie das Positive.

»Ja«, sagte ich. »Ziemlich gute Zusammenfassung.«

»Ich wünschte, Paul wäre hier«, sagte sie. »Er wollte mit dir reden.«

»Ach, richtig. Die Schule.«

Inzwischen war so viel passiert, dass ich das Schnuppertreffen an der Goode-Schule fast vergessen hatte – einschließlich der Tatsache, dass ich den Musiksaal abgefackelt hatte und dass der Freund meiner Mutter mich nicht mehr gesehen hatte, seit ich auf der Flucht aus dem Fenster gesprungen war.

»Was hast du ihm gesagt?«, fragte ich.

Meine Mom schüttelte den Kopf. »Was hätte ich schon sagen sollen? Er weiß, dass irgendetwas an dir anders ist, Percy. Er ist ein kluger Mann. Er glaubt nicht, dass du schlecht bist. Aber er weiß nicht, was los ist, und die Schule setzt ihn unter Druck. Immerhin hat er dafür gesorgt, dass du dort angenommen worden bist. Er muss ihnen irgendwie klarmachen, dass du an dem Feuer nicht schuld warst. Aber dass du weggelaufen bist, macht es nicht gerade leichter.«

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