Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #6
- Год: 2018
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Verhüllte Drohungen eines Snowbird-Häuptlings«, gestand ich. »Er hat es John Stuart geschrieben. Aber nichts Konkretes. Wann ist dieser letzte Brand gewesen?«
Er zuckte mit den Achseln.
»Unmöglich zu sagen. Ich habe vor drei Wochen davon gehört, aber der Mann, der es mir erzählt hat, hatte es einen Monat zuvor erfahren – und er hatte es genauso wenig gesehen, sondern es nur von jemand anderem gehört.«
Er kratzte sich nachdenklich am Kinn.
»Vielleicht sollte sich jemand die Stelle einmal ansehen.«
»Mm«, sagte ich und gab mir keine Mühe, die Skepsis in meiner Stimme zu verschleiern. »Und Ihr meint, das ist Jamies Aufgabe, nicht wahr?«
»Ich würde es mir niemals anmaßen, Mr. Fraser über seine Pflichten zu unterrichten, Ma’am«, sagte er mit dem Hauch eines Lächelns. »Aber ich werde ihm nahelegen, dass die Situation von Interesse sein könnte, aye?«
»Ja, tut das«, murmelte ich. Jamie hatte sowieso eine weitere Reise zu den Snowbird-Dörfern vor, die er zwischen der Ernte und dem Einbruch des kalten Wetters eingeplant hatte. Die Vorstellung, ins Dorf zu marschieren und Bird-who-sings-in-the-morning über den Brand einer Siedlungsstätte auszufragen, kam mir persönlich mehr als nur leicht riskant vor.
Ein Anflug von Kühle ließ mich erschauern, und ich trank den Rest meines eigenen Cidres und wünschte plötzlich, er wäre heiß. Die Sonne war jetzt vollständig untergegangen, doch das war es nicht, was mir das Blut gefrieren ließ.
Was, wenn MacDonald mit seinen Vermutungen recht hatte. Wenn die Cherokee tatsächlich Siedlungsstellen niedergebrannt hatten? Und wenn Jamie dann auftauchte und unbequeme Fragen stellte …
Ich betrachtete das Haus, das solide und gelassen dastand, die Fenster von Kerzenschein erhellt, ein helleres Bollwerk vor dem zunehmenden Dunkel der dahinter liegenden Wälder.
Mit Trauer nehmen wir die Nachricht vom Tod James MacKenzie Frasers und seiner Gattin Claire bei einer Feuersbrunst zur Kenntnis, die in der Nacht des 21sten Januar ihr Haus in der Siedlung Fraser’s Ridge zerstörte.
Die Glühwürmchen kamen zum Vorschein und schwebten wie kühle grüne Funken im Schatten, und ich spähte unwillkürlich zum Schornstein hinauf, aus dem rote und gelbe Funken sprühten. Wann immer ich an diesen grauenvollen Zeitungsausschnitt dachte – und ich bemühte mich, es nicht zu tun, nicht die Tage von heute bis zum 21. Januar 1776 zu zählen –, war ich davon ausgegangen, dass das Feuer ein Unfall sein würde. Solche Unfälle geschahen häufig, von außer Kontrolle geratenen Herdfeuern und umgestürzten Kerzenständern bis hin zu Feuersbrünsten, die durch Sommergewitter ausgelöst wurden. Bis jetzt war ich nie bewusst auf den Gedanken gekommen, dass das Feuer mit Absicht gelegt werden könnte – als Mordanschlag.
Ich stieß Jamie mit dem Fuß an. Er regte sich im Schlaf, streckte eine Hand aus, und sie schloss sich warm um meinen Knöchel, dann schlief er mit einem zufriedenen Stöhnen weiter.
»Sei zwischen mir und jeder Grausamkeit«, murmelte ich halb vor mich hin.
»Slainte«, sagte der Major und leerte noch einmal seinen Becher.
Kapitel 20
Gefährliche Geschenke
Durch Major MacDonalds Neuigkeiten zur Eile getrieben, brachen Jamie und Ian zwei Tage später zu einem schnellen Besuch bei Bird-who-sings-in-the-morning auf, und der Major setzte seine rätselhaften Aufträge fort, so dass ich allein mit Bobby Higgins zurückblieb.
Ich brannte darauf, mich über die Kisten herzumachen, die Bobby mitgebracht hatte, doch da eins zum anderen kam – unter anderem unternahm das Schwein den schwachsinnigen Versuch, Adso zu fressen, eine Ziege bekam eine Euterentzündung, ein seltsamer grüner Schimmelpilz hatte unseren letzten Käse befallen, unsere dringend benötigte Sommerküche wurde endlich fertig, und ich richtete einige strenge Worte an die Beardsleys, den Umgang mit Gästen betreffend – dauerte es über eine Woche, bevor ich die Muße fand, Lord Johns Geschenk auszupacken und seinen Brief zu lesen.
4. August 1773
Von Lord John Grey, Mount Josiah Plantage
An Mrs. James Fraser
Meine werte Madam –
ich vertraue darauf, dass die Gegenstände, die Ihr erbeten hattet, intakt angekommen sind. Es macht Mr. Higgins ein wenig nervös, das Vitriol zu transportieren, weil er, wie ich höre, üble Erfahrungen damit gemacht hat, doch wir haben die Flasche mit Sorgfalt verpackt und sie so versiegelt gelassen, wie sie aus England gekommen ist.
Nach genauer Betrachtung der exquisiten Zeichnungen, die Ihr mir geschickt habt – entdecke ich die elegante Hand Eurer Tochter darin? –, bin ich nach Williamsburg geritten, um einen berühmten Glasbläser zu konsultieren, der dort wohnt und den (zweifellos dem Sagenreich entstammenden) Namen Blogweather trägt. Mr. Blogweather war der Meinung, dass es nichts Leichteres gäbe als die Pelikanretorte, die sein Können kaum auf eine faire Probe stellen würde, jedoch war er entzückt über die Anforderungen des Destillierapparats und ganz besonders über das abnehmbare Rohr. Er begriff augenblicklich, warum diese Konstruktion wünschenswert sei, da das Rohr so zerbrechlich ist, und hat drei Stück angefertigt.
Bitte betrachtet dies als mein Geschenk – eine höchst bescheidene Demonstration meiner fortwährenden Dankbarkeit für Eure zahlreichen Freundlichkeiten, sowohl gegenüber meiner Person als auch Mr. Higgins.
Euer bescheidener und ergebener Diener,
John Grey
Postscriptum: Bis jetzt habe ich meine vulgäre Neugier im Zaum gehalten, doch ich hege die Hoffnung, dass Ihr mir bei einer künftigen Gelegenheit den Gefallen tun werdet, mir zu erklären, welchem Zweck Ihr diese Gegenstände zuführen wollt.
Sie hatten mit Sorgfalt gepackt. Nachdem ich sie geöffnet hatte, stellte sich heraus, dass die Kisten mit Unmengen von Stroh gefüllt waren und die Glaswaren und versiegelten Flaschen dazwischen glitzerten wie rohe Eier in einem Nest.
»Ihr seid doch vorsichtig damit, nicht wahr, Ma’am?«, erkundigte sich Bobby ängstlich, als ich eine schwere, bauchige Flasche aus braunem Glas heraushob, deren Korken dick mit rotem Wachs versiegelt war. »Das ist furchtbar giftiges Zeug.«
»Ja, ich weiß.« Ich stellte mich auf die Zehenspitzen und hievte das Gefäß auf ein hohes Wandbord, wo es vor plündernden Kindern oder Katzen sicher war. »Habt Ihr seine Anwendung schon einmal gesehen, Bobby?«
Er presste die Lippen fest aufeinander und schüttelte den Kopf.
»Anwendung würde ich nicht sagen, Ma’am. Aber ich habe gesehen, wie es wirkt. Da war ein … ein Mädchen in London. Ich habe sie etwas näher kennengelernt, während wir auf unser Schiff nach Amerika gewartet haben. Ihre eine Gesichtshälfte war hübsch und glatt wie eine Butterblume, aber die andere Seite war so vernarbt, dass man kaum hinsehen konnte. Als wäre sie in einem Feuer geschmolzen, aber sie hat gesagt, es war Vitriol.« Er blinzelte zu der Flasche auf und schluckte sichtlich. »Eine andere Hure hatte damit nach ihr geworfen, hat sie gesagt, aus Eifersucht.«
Er schüttelte noch einmal den Kopf, seufzte und griff nach dem Besen, um das verstreute Stroh aufzukehren.
»Nun, macht Euch keine Sorgen«, versicherte ich ihm. »Ich habe nicht vor, damit nach jemandem zu werfen.«
»Oh, nein, Ma’am!« Er war völlig schockiert. »Das würde ich auch nie denken!«
Ich ignorierte diese Beschwichtigung, weil ich ganz damit beschäftigt war, nach weiteren Schätzen zu graben.
»Oh, seht nur«, sagte ich entzückt. In meinen Händen hielt ich die Früchte von Mr. Blogweathers Kunstfertigkeit: eine Kugel aus Glas, etwa von der Größe meines Kopfes, in perfekter Symmetrie geblasen und ohne die geringste Spur eines Bläschens. Das Glas hatte eine schwach blaue Tönung, und ich konnte mein verzerrtes Spiegelbild darin sehen, das mir mit breiter Nase und großen Augen entgegensah, als schaute eine Meerjungfrau aus dem Glas heraus.