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Der Borowski-Betrug

Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:

Er wurde aus der See gezogen — mehr Leichnam als Mann. An seinen Namen kann er sich nicht erinnern. Er ist ein Mensch ohne Vergangenheit und ohne Zukunft — gejagt von mächtigen Feinden; geliebt von einer schönen Frau, die nicht glauben kann, daß er wirklich das ist, was sich langsam herauskristallisiert: Ein Berufsmörder!
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War»»Carlos «der Mann auf dem Grashügel? Was für ein außergewöhnlicher Beginn einer außergewöhnlichen Karriere! Wenn der Präsidentenmord in Dallas tatsächlich seine»»Operation «war, wie viele Millionen Dollar muß sie ihm dann eingetragen haben? Sicher mehr als genug, um ein Netz von Informanten aufzubauen, ein internationales

Terrorunternehmen.

Der Mythos hat zu viel Substanz; Carlos kann sehr wohl ein Monstrum aus Fleisch und Blut sein.

Marie legte die Zeitschrift beiseite.»Was für ein Spiel hast du jetzt vor?«

«Bist du fertig?«Jason wandte sich vom Fenster ab.

«Ja.«

«Ich vermute, daß der Artikel eine Menge Theorien und Hypothesen enthält. Wenn etwas hier geschah und die Wirkung sich dort zeigte, gab es eine Beziehung.«

«Du meinst Verbindungen«, sagte Marie.

«Gut, dann eben Verbindungen. So ist es doch, oder?«

«Ja, das könnte man in gewissem Maße sagen. Der Bericht ist voll von Spekulationen, Gerüchten und Informationen aus zweiter Hand.«

«Da sind auch Fakten genannt.«

«Daten.«

«Von mir aus Daten.«

«Was für ein Spiel willst du spielen?«wiederholte Marie.

«Es hat einen ganz einfachen Namen. Es nennt sich >Falle<.«

«Und wer soll in die Falle gehen?«

«Ich. «Borowski beugte sich vor.»Ich möchte, daß du mir Fragen stellst. Über irgendwelche Dinge in dem Artikel. Über den Namen einer Stadt, über Daten. Irgend etwas. Wir wollen hören, wie ich darauf reagiere — blind reagiere.«

«Darling, das ist kein Beweis für…«

«Tu es!«befahl Jason.

«Also gut. «Marie griff wieder nach der Zeitschrift.

«Beirut«, sagte sie.

«Botschaft«, antwortete er.»Stationsleiter des CIA, als Attache getarnt. Auf der Straße erschossen. Dreihunderttausend Dollar.«

Marie sah ihn an.»Ich erinnere mich…«, begann sie.

«Ich nicht!«unterbrach Jason sie.»Weiter.«

Sie erwiderte seinen Blick und wandte sich dann wieder dem Magazin zu.»Baader-Meinhof.«

«Stuttgart. Regensburg. München. Zwei Morde und eine Entführung. Gelder aus…«Borowski hielt inne und flüsterte dann erstaunt:»… den USA: Detroit… Welmington,

Delaware.«

«Jason, was…«

«Weiter. Bitte!«

«Der Name, Sanchez.«

«Der Name ist Iljitsch Ramirez Sanchez«, erwiderte er.»Er ist… Carlos.«

«Warum Iljitsch?«

Borowski hielt inne. Seine Augen wanderten im Zimmer herum.

«Ich weiß nicht.«

«Das ist russisch, nicht spanisch. War seine Mutter Russin?«

«Nein… ja, seine Mutter. Es muß seine Mutter gewesen sein… das glaube ich, wenigstens.«

«Nowgorod.«

«Spionageausbildung, Kommunikation, Chiffren,

Frequenzen. Sanchez hat die Schule absolviert.«

«Jason, das hast du hier gelesen.«

«Das habe ich nicht gelesen! Bitte, weiter.«

Maries Blick wanderte zu dem Blatt zurück.»Teheran.«

«Acht Morde. Unterschiedliche Auftraggeber: Khomeini und PLO. Honorar: zwei Millionen Dollar. Ursprung: südwestliche Sowjetunion.«

«Paris«, sagte Marie schnell.

«Alle Kontrakte werden über Paris bearbeitet.«

«Was für Kontrakte?«

«Die Kontrakte… Morde.«

«Wessen Morde? Wessen Kontrakte?«

«Sanchez… Carlos.«

«Carlos? Dann sind es Carlos' Kontrakte, seine Morde. Sie haben nichts mir dir zu tun.«

«Carlos' Kontrakte«, sagte Borowski wie in Trance.»Nichts zu tun mit… mir«, wiederholte er ganz leise, fast im Flüsterton.

«Du hast es gerade gesagt, Jason. Nichts von all dem hat etwas mit dir zu tun!«

«Nein! Das ist nicht wahr!«schrie Borowski und sprang vom Sessel auf, hielt sich an der Lehne fest, starrte auf sie herunter. »Unsere Kontrakte«, fügte er dann mit leiser Stimme hinzu.

«Du weißt nicht, was du redest!«

«Ich reagiere! Blind! Deshalb mußte ich nach Paris kommen!«Er fuhr herum und ging ans Fenster, klammerte sich am Rahmen fest.»Wir suchen keine Lüge, wir suchen die Wahrheit«, fuhr er fort.»Erinnerst du dich? Vielleicht haben wir sie gefunden; vielleicht hat das Fragespiel sie aufgedeckt.«

«Das ist kein richtiger Test! Das ist eine schmerzhafte Übung, die zufällige Erinnerungen wachruft. Wenn eine Zeitschrift wie der Potomac Quarterly den Bericht veröffentlicht hat, ist es durchaus möglich, daß ein Dutzend Zeitungen in der ganzen Welt den Artikel nachgedruckt haben. Du kannst ihn irgendwo gelesen haben.«

«Entscheidend ist, daß ich die Fakten behalten habe.«

«Nicht ganz. Du wußtest nicht, wo das Iljitsch herkommt, daß Carlos' Vater ein kommunistischer Rechtsanwalt in Venezuela war. Das ist wichtig, denke ich. Du hast nichts von den Kubanern erwähnt. Wenn du das getan hättest, hätte das zu der Spekulation geführt, die mich am meisten schockiert hat. Davon hast du kein Wort gesagt.«

«Wovon redest du?«

«Dallas«, sagte sie.»November 1963.«

«Kennedy«, erwiderte Borowski.

«Fällt dir nur Kennedy ein?«

«Seine Ermordung ist damals passiert. «Jason stand reglos da.

«Ja, aber das ist es nicht, wonach ich suche.«

«Ich weiß«, entgegnete Borowski, und seine Stimme war wieder ausdruckslos.»Ein grasbedeckter Hügel… LumpenBilly.«

«Das hast du gelesen!«

«Nein.«

«Dann hast du es einmal gehört, es früher gelesen.«

«Das ist möglich, aber nicht von Bedeutung, oder?«

«Hör auf, Jason!«

«Wieder diese Worte. Ich wünschte, ich könnte das.«

«Was versuchst du, mir klarzumachen? Daß du Carlos bist?«

«Herrgott, nein! Carlos will mich töten, und ich spreche nicht russisch, das weiß ich.«

«Was dann?«

«Was ich am Anfang sagte. Das Spiel. Das Spiel heißt >Dem-Soldaten-eine-Falle-stellen<.«

«Ein Soldat?«

«Ja. Einer, der Carlos abtrünnig geworden ist. Das ist die einzige Erklärung dafür, warum ich all diese Details kenne.«

«Warum sagst du: >abtrünnig geworden<?«

«Weil er mich töten will. Das muß er; er glaubt, daß ich mehr als jeder andere Mensch über ihn weiß.«

Marie, die bis jetzt auf dem Bett gekauert hatte, schwang ihre Beine über den Bettrand.»Wenn das, was du sagst, stimmt, dann hast du es getan, dann bist… bist…«Sie hielt inne.

«Wenn man alles betrachtet, ist es ein wenig spät, um einen moralischen Standpunkt einzunehmen«, sagte Borowski und sah den Schmerz im Gesicht der Frau, die er liebte.»Ich könnte mir einige Gründe vorstellen, warum es zum Krach mit Carlos gekommen sein mag: Zum Beispiel wegen irgendwelcher Meinungsverschiedenheiten.«

«Sinnlos!«rief Marie.»Es gibt keinen einzigen Beweis dafür.«

«Massenhaft gibt es die, und das weißt du auch. Vielleicht habe ich von jemand anderem mehr bekommen können oder Honorare unterschlagen. Beides würde das Konto in Zürich erklären. «Er hielt kurz inne und starrte die Wand über dem Bett an.»Beides würde Howard Leland erklären und Marseille, Stuttgart… München. Die Fakten, an die ich mich nicht erinnere, und die nach und nach an die Oberfläche drängen; und besonders eine Tatsache: Warum ich bisher vermieden habe, seinen Namen auszusprechen. Ich habe Angst.«

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