Der Borowski-Betrug
- Автор: Ладлэм Роберт
- Язык: немецкий
- Переводчик: Heinz Nagel
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:
«Hier ist Marie St. Jacques in Paris, Lisa. Peter erwartet meinen Anruf.«
«Marie? O mein Gott… «Die Stimme der Sekretärin wurde von anderen Stimmen im Hintergrund übertönt. Jemand legte die Hand über den Hörer. Dann raschelte es am anderen Ende der Leitung, als der Hörer aufgenommen wurde.
«Marie, hier ist Alan«, sagte der stellvertretende Abteilungsdirektor.»Wir sind alle in Peters Büro.«
«Was ist denn, Alan? Ich habe nicht viel Zeit; kann ich ihn bitte sprechen.«
Einen Augenblick lang herrschte Schweigen.»Ich wünschte, ich könnte dir das leichter machen, aber ich weiß nicht, wie. Er ist tot, Marie! «
«Er ist… was?«
«Die Polizei hat vor ein paar Minuten angerufen; sie sind hierher unterwegs.«
«Die Polizei? Was ist passiert?«
«Wir versuchen das mit Hilfe seiner Telefonnotizen herauszufinden; aber man hat uns gesagt, wir sollen nichts auf seinem Schreibtisch anrühren.«
«Alan, sag mir endlich was geschehen ist!«
«Das ist es ja gerade, wir wissen es nicht. Er hat keinem von uns gesagt, was er macht. Uns war nur bekannt, daß er heute morgen zwei Anrufe aus den Staaten bekam: einen aus Washington, den anderen aus New York. Gegen Mittag sagte er Lisa, er würde zum Flughafen fahren, um jemanden abzuholen; er sagte nicht, wen. Die Polizei fand ihn vor einer Stunde in einer Frachthalle. Es war schrecklich; man hat ihn erschossen. Durch eine Kugel in den Hals… Marie? Marie?«
Der alte Mann mit den tiefliegenden Augen und den weißen Bartstoppeln humpelte in den dunklen Beichtstuhl, blinzelte ein paarmal und bemühte sich, die kapuzenbedeckte Gestalt auf der anderen Seite des Trenngitters zu erkennen. Die Augen des Achtzigjährigen waren nicht mehr besonders scharf; aber sein Verstand war klar; das war alles, worauf es ankam.
«Angelus Domini«, sagte er.
«Angelus Domini, Kind Gottes«, flüsterte die Gestalt in der Mönchskutte.»Sind deine Tage angenehm?«
«Sie neigen dem Ende zu; doch man gestaltet sie mir angenehm.«
«Gut… Zürich?«
«Man hat den Mann vom Guisan-Quai gefunden. Er war verwundet; man hat ihn über einen Arzt ausfindig gemacht, der in der Unterwelt für seine prompten Dienste bekannt ist. Unter scharfem Verhör gab er zu, die Frau attackiert zu haben. Cain ist zurückgekommen zu ihr; Cain hat auf ihn geschossen.«
«Der Mann vom Guisan-Quai glaubt das nicht. Er war einer der beiden, die sie auf der Löwenstraße aufgegriffen haben.«
«Und ein Narr ist er auch. Warum verging er sich auch an der Frau?«
«Er sieht seinen Fehler ein.«
«Ist er noch im Besitz seiner Pistole?«
«Ihre Leute haben sie.«
«Gut. Bei der Züricher Polizei gibt es einen Präfekten. Man muß ihm die Waffe geben. Cain ist sehr geschickt und versteht es, immer wieder zu entwischen. Die Frau ist viel harmloser. Sie hat Verbindungsleute in Ottawa, mit denen sie ständig Kontakt hat. Wir werden die Frau in die Falle locken und ihn aufstöbern. Hast du einen Bleistift bereit?«
«Ja, Carlos.«
Kapitel 13
Borowski hielt sie in der engen Telefonzelle fest und ließ sie vorsichtig auf den Sitz heruntersinken, der aus der schmalen Wand hervorragte. Sie zitterte, ihr Atem ging unregelmäßig, ihre Augen waren glasig.
«Die haben ihn getötet. Getötet! Mein Gott, was hab' ich getan? Peter!«
«Du bist nicht schuld. Wenn jemand schuld ist an seinem Tod, ich — nicht du. Begreif das doch.«
«Jason, ich habe Angst. Eine halbe Welt von mir entfernt… und die haben ihn getötet!«
«Treadstone?«
«Wer sonst? Da waren zwei Telefonanrufe, Washington… New York. Er fuhr zum Flughafen, um jemanden abzuholen, und wurde getötet.«
«Wie?«
«Du großer Gott…«Tränen traten in Maries Augen.»Erschossen! In den Hals!«flüsterte sie.
Borowski spürte plötzlich einen stumpfen Schmerz; er konnte ihn nicht lokalisieren, aber er war da, schnitt ihm die Luft ab.»Carlos«, sagte er, ohne zu wissen, warum er den Namen aussprach.
«Was?«Marie starrte zu ihm hinauf.»Was hast du gesagt?«
«Carlos«, wiederholte er mit weicher Stimme.»Eine Kugel in den Hals. Carlos.«
«Was willst du damit ausdrücken?«
«Ich weiß nicht. «Er nahm ihren Arm.»Gehen wir hinaus. Bist du wieder in Ordnung?«
Sie nickte, schloß kurz die Augen, atmete tief.»Ja.«
«Wir nehmen irgendwo unterwegs einen Drink, den brauchen wir beide. Und dann werden wir ihn finden.«
«Was finden?«
«Den Buchladen in Saint-Germain.«
Unter dem Stichwort» Carlos «waren drei antiquarische Ausgaben von Zeitschriften vermerkt: ein drei Jahre altes Magazin von Potomac Quarterly und zwei französische
Ausgaben von Le Globe. Sie kauften alle drei Hefte und fuhren mit einem Taxi zum Hotel zurück. Dort begannen sie zu lesen, Marie auf dem Bett, Jason in dem Sessel am Fenster. Nach einigen Minuten schoß Marie in die Höhe.
«Hier ist es«, sagte sie, und ihre Stimme wie ihr Gesicht verrieten Furcht.
«Lies vor.«
«>Carlos und seine Gruppe sollen eine besonders brutale Form der Bestrafung anwenden. Sie töten ihre Opfer durch einen Schuß in den Hals und lassen sie häufig unter schrecklichen Schmerzen sterben. Diese Todesart ist jenen vorbehalten, die nicht schweigen können oder die Loyalität brechen…<«Marie hielt inne, sie konnte nicht weiterlesen. Sie legte sich zurück und schloß die Augen.»Er war nicht bereit, es ihnen zu sagen, und ist dafür getötet worden. O mein Gott!«
«Er konnte ihnen nicht sagen, was er nicht wußte«, sagte Borowski.
«Aber du hast es gewußt!«Marie setzte sich erneut auf, die Augen weit aufgerissen.»Du hast das von dem Schuß in den Hals gewußt!«
«Ja, das stimmt. Mehr kann ich dir dazu nicht sagen.«
«Wie?«
«Ich wünschte, ich könnte das näher beantworten.«
«Gibst du mir einen Schluck zu trinken?«
«Sicher. «Jason erhob sich und ging zur Kommode. Er schenkte Whisky in zwei Gläser und sah zu ihr hinüber.»Willst du Eis haben?«
«Nein. «Sie warf die Zeitschrift aufs Bett und drehte sich zu ihm herum.»Ich werde verrückt!«
«Dann sind wir zwei Verrückte.«
«Ich will dir glauben; aber ich… ich…«
«Du bist nicht sicher«, sprach Borowski den Satz für sie zu Ende.»Ebensowenig wie ich. «Er brachte ihr das Glas.»Was soll ich denn sagen? Bin ich womöglich einer von Carlos' Soldaten? Habe ich etwa den Schwur gebrochen? Habe ich deshalb die Tötungsmethode gekannt?«
«Hör auf!«
«Das sage ich auch oft zu mir: >Hör auf.< Du darfst nicht denken, du mußt versuchen, dich zu erinnern; aber gehe behutsam vor. Es könnte sein, daß eine Lüge aufgedeckt wird, die zu zehn weiteren Fragen führt. Vielleicht ist es so, wie wenn man betrunken war und dann aufwacht und nicht mehr weiß, mit wem man sich gestritten hat oder… verdammt… wen man erschossen hat.«
«Nein…«Marie zog das Wort in die Länge.»Du bist du; du darfst mir den Glauben daran nicht rauben.«
«Das will ich nicht. Ich will ihn mir auch selbst nicht nehmen. «Jason ging zum Sessel zurück und setzte sich, das Gesicht zum Fenster gewandt.»Du bist auf den Artikel gestoßen, in dem geschildert wird, wie Carlos seine Leute liquidiert. Ich habe einen anderen entdeckt. Was darin steht, habe ich ebenso gewußt wie die Meldung über Howard Lelands Ermordung. Ich brauchte den Bericht nicht einmal zu Ende zu lesen.«