Indiana Jones und das Schiff der Götter
- Автор: Хольбайн Вольфганг
- Язык: немецкий
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:
«Vielleicht… war es ein Versehen?«meinte er unsicher.
Quinn lachte böse.»Kein Versehen!«sagte er überzeugt.»Ich bin rausgegangen, nur ein paar Minuten, und als ich wiederkam, lag das Fleisch da. Jemand hat gewartet, bis ich weg war, und es dann gebracht.«
«Ich begreife das nicht«, murmelte Indiana wahrheitsgemäß.»Wer sollte so etwas tun?«
«Jemand, der nicht will, daß wir ankommen«, vermutete Quinn. Er ballte die Fäuste.»Wenn ich den Kerl erwische, verfüttere ich ihn an die Hunde.«
Indiana lachte, aber sehr leise und nicht sehr echt. Quinns Worte waren keine leeren Drohungen, das wußte er. Der Eskimo liebte seine Hunde, als wären sie seine Kinder. Wenn jemand versuchte, ihnen ein Leid anzutun, dann spielte er mit seinem Leben.
«Ich werde von jetzt an hierbleiben«, sagte Quinn.»Sag den anderen, daß außer dir niemand hier rein darf. Ich dulde nicht, daß sich jemand den Hunden nähert.«
Indiana wußte, wie sinnlos es war, dem Eskimo widersprechen zu wollen. Vorsichtig wickelte er das Paket wieder zu, klemmte es sich unter den Arm und ging zur Tür.»Ich werde Lestrade erzählen, was hier passiert ist«, sagte er.»Und ich sorge persönlich dafür, daß hier niemand mehr raufkommt.«
Er ging zurück ins Passagierabteil der Dragon, lief im Sturmschritt an Morton und Bates vorbei, die ihm verwunderte Blicke zuwarfen, und riß die Tür zum Steuerhaus auf.
Auf der obersten Stufe der Wendeltreppe, die zu Lestrades Refugi-um hinabführte, blieb er stehen. Der Kapitän war nicht im Steuerhaus. Er hörte seine Stimme aus einer Tür, an der er soeben vorübergestürmt war. Indiana drehte sich um, streckte die Hand nach der Klinke aus — und zögerte.
Lestrades Stimme klang schrill und sehr erregt. Er schien kurz davor zu stehen, einfach loszuschreien. Und das war etwas, was Indiana an dem so selbstsicheren und zumindest nach außen hin beherrschten Colonel überhaupt nicht kannte. Neugierig trat er näher und legte das Ohr an die dünne Sperrholztür.
«…und noch eine einzige solche Verfehlung, Mister Pieters«, hörte er Lestrades Stimme durch die Tür,»und Sie können den Rest der Reise in einer Arrestzelle verbringen. Habe ich mich eindeutig ausgedrückt?«
«Ja, Sir«, antwortete eine kleinlaute Stimme.»Aber ich habe den Kapitän dieses Dampfers doch nur nach dem Wetterbericht gefragt. Ich dachte, das wäre in Ihrem Sinne.«
«Sie sind nicht hier, um zu denken, Matrose!«schrie Lestrade.»Sondern einzig und allein, um Ihre Arbeit zu tun und Befehle auszuführen. Ich habe absolute Funkstille befohlen, und wenn ich absolute Funkstille sage, dann meine ich absolute Funkstille!«
Indiana hatte genug gehört. Entschlossen öffnete er die Tür und betrat die Kabine.
Wie er nach den mitgehörten Worten bereits vermutet hatte, handelte es sich um die Funkkabine der Dragon; einen winzigen, scheinbar bis zum Bersten mit technischen und Funkapparaturen vollgestopften Raum, der gerade noch Platz für ein winziges Tischchen und einen Stuhl bot, auf dem ein im Moment ziemlich demoralisiert aussehender Funker hockte und mit angstvollen Blicken zu Lestrade aufsah, der mit hochrotem Gesicht vor ihm stand und die Fäuste geballt hatte, als könne er sich nur noch mit Mühe beherrschen, sich nicht auf ihn zu stürzen. Als Indiana eintrat, wirbelte Lestrade mit einer zornigen Bewegung herum, sein Blick verdunkelte sich noch mehr, als er Indiana erkannte.
«Was suchen Sie hier?«blaffte er.»Dieser Teil des Schiffes ist für Passagiere gesperrt.«
«Das ist mir neu«, antwortete Indiana ruhig.»Und außerdem wußte ich bis jetzt gar nicht, daß ich zu den Passagieren gerechnet werde.«
Lestrade setzte zu einer wütenden Antwort an, besann sich dann aber im letzten Moment eines Besseren.»Dann wissen Sie es jetzt«, zischte er mühsam beherrscht.»Also — was wollen Sie hier?«
Indiana hielt das Paket mit dem vergifteten Fleisch in die Höhe.»Das hat jemand den Hunden gegeben«, sagte er.
Lestrade faltete das Papier auseinander, warf einen flüchtigen Blick auf den Inhalt des Pakets und zuckte mit den Schultern.»Und?«fragte er.»Das ist Fleisch. Hunde fressen doch Fleisch, oder?«
«Sicherlich«, antwortete Indiana.»Nur nicht so gerne, wenn es vergiftet ist.«
«Vergiftet?«Lestrade blickte ihn ungläubig an.»Wer sagt das?«
«Quinn«, erwiderte Indiana.
«Woher will er das wissen?«fragte Lestrade.»Ist einer der Hunde gestorben?«
«Nein. Die Tiere waren gottlob klug genug, nichts von dem Zeug zu fressen.«
Lestrade runzelte die Stirn, sah das Fleischpaket ein zweites Mal und diesmal sehr viel aufmerksamer an und zuckte schließlich abermals mit den Schultern.»Aber wer sollte denn die Hunde vergiften wollen?«fragte er.
«Das weiß ich so wenig wie Sie«, antwortete Indiana unfreundlich.»Das einzige, was ich mit Sicherheit weiß, ist, wer es nicht war.«
«Und wer?«fragte Lestrade lauernd.
«Ihre beiden Gefangenen«, sagte Indiana.»Major von Ludolf und Major Loben.«
Lestrades Augen wurden schmal.»Was wollen Sie damit sagen?«
Indiana wickelte das Paket wieder ein und lächelte.»Eigentlich nichts«, erwiderte er.»Aber ich denke, wenn Sie ein bißchen darüber nachdenken, kommen Sie von selbst drauf.«
Er verließ die Funkkabine. Lestrade folgte ihm, schloß die Tür hinter sich und warf einen raschen Blick nach links und rechts, als wolle er sich davon überzeugen, daß sie auch wirklich allein auf dem kurzen Gang waren.
«Sind Sie sicher, daß das Fleisch vergiftet ist?«flüsterte er.
Indiana nickte überzeugt.»Hundertprozentig. Wenn Quinn sagt, es ist vergiftet, dann ist es vergiftet.«
«Quinn! Was weiß dieser Wilde schon?«
Indiana schluckte die ärgerliche Antwort herunter, die ihm auf der Zunge lag, und hielt Lestrade das Paket hin.»Wenn Sie so davon überzeugt sind, daß Quinn sich irrt, warum bringen Sie das Zeug dann nicht in die Küche und lassen es für sich braten?«zischte er böse.
«Aber wer sollte ein Interesse daran haben, die Tiere umzubringen?«fragte Lestrade. Er wirkte gleichzeitig wütend und hilflos.
Indiana zuckte mit den Schultern.»Vermutlich derselbe, der van Hesling getötet und versucht hat, auch Kapitän Morton umzubringen«, sagte er.
«Aber die beiden Offiziere sind eingesperrt«, protestierte Lestrade.»Meine beiden besten Männer bewachen sie rund um die Uhr.«
«Eben«, sagte Indiana.»Und selbst Sie sollten begreifen, was das bedeutet.«
«Sie meinen… es gibt noch einen Verräter an Bord?«
«Entweder das«, erwiderte Indiana,»oder Sie haben den falschen geschnappt, Colonel.«
Ein paar Sekunden lang weidete er sich an Lestrades betroffenem Gesichtsausdruck, dann drückte er ihm mit einem freundlichen Lächeln das Fleischpaket in die Hand, drehte sich um und ging wieder in den Aufenthaltsraum zurück.
Er wollte zu Quinn und den Hunden zurückgehen, aber als er an dem Tisch vorbeikam, an dem Bates mit den beiden Dänen und Doktor Rosenfeld saß, blickte die junge Neurologin auf und sah ihm ins Gesicht.»Ärger?«
Indiana blieb stehen. Ihm war bisher nicht klar gewesen, daß man ihm seine Gemütsverfassung so deutlich ansah. Aber das kurze Gespräch mit Lestrade hatte ihn wütender gemacht, als er zuzugeben bereit war. Er schüttelte den Kopf und sagte:»Ja.«
Doktor Rosenfeld lächelte flüchtig und deutete auf den freien Platz neben sich.»Warum setzen Sie sich nicht zu uns und erzählen?«fragte sie.