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Indiana Jones und das Schiff der Götter

Электронная книга - «Indiana Jones und das Schiff der Götter». Краткое содержание книги:

Indiana Jones — eine Legende lebt weiter! Im Jahr 1939 entdeckt das amerikanische Forschungsschiff Poseidon in der Nähe von Grönland einen riesigen schwimmenden Eisberg — und auf ihm einen halbverrückten Wissenschaftler. Einige Monate später machte sich ein internationales Forscherteam von New York aus in einem Zeppelin auf den Weg, um das Geheimnis dieses Eisbergs — genannt Odinsland — zu lüften. Und natürlich kann man bei einer so riskanten Expedition auf die Mithilfe von Indiana Jones nicht verzichten! Doch nach einem gefahrvollen Flug und einer noch katastrophaleren Landung muß das Team feststellen, daß irgend jemand seine Forschungstätigkeit auf Odinsland mit allen Mitteln zu vereiteln sucht…
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«Wer?«fragten Indiana, Browning und Doktor Rosenfeld wie aus einem Mund.

Aber Lestrade antwortete nicht, sondern fuhr statt dessen auf der Stelle herum und lief mit langen Schritten in den Aufenthaltsraum zurück.

Die beiden deutschen Offiziere saßen unverändert dort. Von Ludolf redete heftig auf Loben ein, der mit steinernem Gesicht aus dem Fenster blickte, brach aber mitten im Wort ab, als Lestrade, dicht gefolgt von Indiana und den anderen, in den Raum stürmte.

Lestrade baute sich herausfordernd vor den beiden deutschen Majoren auf und blickte von Ludolf und Loben eine Sekunde lang durchdringend an, ehe er mit ausdrucksloser Stimme fragte:»Major von Ludolf, dürfte ich Sie bitten, mir Ihr Messer zu zeigen?«

Von Ludolf sah den Colonel einen Moment lang mit ehrlicher Überraschung an, zuckte dann aber mit den Schultern und griff sich an den Koppel. Er runzelte die Stirn. Verwirrt senkte er den Blick, sah an sich herab und meinte:»Es ist nicht da.«

«Das hätte mich auch gewundert«, sagte Lestrade grimmig. Und damit griff er in seine Tasche und zog ein gut dreißig Zentimeter langes, wuchtiges Messer mit dunkelgrünem Griff heraus, das er so wuchtig vor den beiden Deutschen auf den Tisch knallte, daß Loben erschrocken zusammenfuhr.

«Ich nehme an, das hier ist Ihr Messer«, rief er.

Von Ludolf griff nach dem Messer, drehte es zwei-, dreimal in der Hand und zuckte schließlich mit den Schultern.»Das ist ein normales Wehrmachtsmesser«, sagte er.»Es gehört zu meiner Uniform. Spricht irgend etwas dagegen, daß ich es an Bord trage?«

«Nein«, antwortete Lestrade.»Solange Sie es in Ihrem Gürtel stecken lassen, nicht.«

«Wo haben Sie es gefunden?«fragte von Ludolf.

«Bitte, Herr Major, ersparen Sie sich und uns dieses unrühmliche Theater. Sie wissen besser als ich, wo ich dieses Messer gefunden habe.«

«Nein, das weiß ich nicht«, antwortete von Ludolf.

Lestrade seufzte.»Dann werde ich es Ihnen erklären, wenn Sie es vorziehen, weiter zu leugnen, statt wie ein Mann zu dem zu stehen, was Sie getan haben. «Er deutete anklagend auf das Messer.»Das ist die Waffe, die jemand nach Doktor Jones geworfen hat. Ich habe sie in dem zerstörten Gastank gefunden, in den er gestürzt ist.«

Von Ludolf sah plötzlich sehr hilflos drein. Aber er wirkte kein bißchen schuldbewußt, fand Indiana. Erschrocken, ja, und auch völlig überrascht — aber nicht so wie ein Mann, der sich irgendwie ertappt fühlt.

«Ich schwöre Ihnen, ich habe keine Ahnung, wie dieses Messer dort hinaufkommt«, sagte er.»Es muß mir gestohlen worden sein.«

Lestrade machte sich nicht einmal die Mühe, darauf zu antworten. Er trat zwei Schritte zurück, gab den beiden Soldaten hinter sich einen entsprechenden Wink und sagte:»Major von Ludolf, Major Loben, ich erkläre Sie für verhaftet. Bitte übergeben Sie meinen Männer Ihre Waffen.«

«Verhaftet?«krächzte von Ludolf erschüttert.»Aber warum denn, um Gottes willen?«

Lestrade schürzte abfällig die Lippen.»Warum? Nun, wegen versuchten Mordes an Doktor Indiana Jones und Mister Bates, versuchten Mordes an Kapitän Morton und höchstwahrscheinlich vollendeten Mordes an Professor van Hesling.«

Irgendwo über dem Atlantik

29. März 1939

Es dauerte zwei Tage, bis sich die Aufregung an Bord wieder so weit gelegt hatte, daß zumindest etwas Ähnliches wie ein normales Leben einkehrte. Falls das Leben auf einem Luftschiff, das sich in zehntausend Fuß Höhe dem Pol näherte, in irgendeiner Form normal sein konnte, hieß das. Indiana Jones hatte seine Zweifel, was von Ludolfs und Lobens Schuld an dem Attentat anging, nicht für sich behalten, sondern sie erst Browning und dann Lestrade gegenüber geäußert. Aber natürlich war er bei beiden auf taube Ohren gestoßen; wenn auch zumindest Browning nicht ganz so felsenfest von der Schuld der Wehrmachtsoffiziere überzeugt zu sein schien wie Lestrade. Aber er hatte Indiana unverblümt erklärt, daß er zwar der Kommandant der Expedition nach Odinsland, Lestrade aber der Kapitän dieses Schiffes sei und selbst er sich nach seinen Anordnungen zu richten hätte, bis sie den schwimmenden Eisberg erreicht hatten. Im übrigen hatte er Indiana versprochen, dafür zu sorgen, daß die beiden Deutschen mit aller ihnen zustehenden Sorgfalt behandelt würden und sich auch später in einem fairen Prozeß verteidigen durften.

Nicht, daß das Indiana wirklich beruhigte — er mochte die beiden Deutschen so wenig wie Browning oder Lestrade —, aber er verfügte auch über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Insgeheim nahm er sich vor, ein Auge auf sie und vor allem Lestrade zu werfen, solange sie sich an Bord dieses Schiffes befanden.

Den größten Teil der folgenden beiden Tage verbrachte er wie üblich bei Quinn und den Hunden und die restliche Zeit mit mehr oder weniger vergeblichen Versuchen, Doktor Rosenfeld zu trösten, die sich schwere Vorwürfe machte. Allerdings nutzten all seine und auch Mortons Beteuerungen, daß sie absolut keine Schuld an dem Tod ihres Schützlings träfe, überhaupt nichts. Sie war von Anfang an gegen diese Reise gewesen, und sie hatte die Verantwortung für van Hesling gehabt, der trotz seines Alters und seiner Stärke hilflos wie ein Kind gewesen war. Und keine Macht der Welt vermochte sie davon zu überzeugen, daß sie nicht einmal eine Mitschuld an seinem Tod traf — an dem es im übrigen keinen Zweifel mehr gab. Am Morgen nach dem mißglückten Mordanschlag auf Morton hatten Lestra-des Männer die Dragon noch einmal und noch gründlicher als während der Nacht von einem Ende zum anderen durchsucht. Nichts, was größer als eine Maus war, hätte ihnen entkommen können. Aber van Hesling war einfach nicht mehr da.

Und die Männer hatten noch etwas getan: Einen halben Tag lang hatte das Schiff von Hämmern und Sägen widergehallt, und als Indiana danach wieder nach oben ging, um Quinn zu besuchen, da hatte er eine gut drei Meter hohe Wand aus Sperrholz vorgefunden, die den Weg ins Innere des Luftschiffs verwehrte. So viel zu seiner Hoffnung, daß Lestrade ihm die Antwort geglaubt hatte, die er ihm auf die Frage gegeben hatte, was er dort oben denn überhaupt suchte.

Es war am Abend des vierten Tages ihrer Reise, die sie jetzt immer weiter nach Nordosten führte. Indiana saß mit Bates und Morton im Aufenthaltsraum, als plötzlich die Tür aufflog und Quinn hereinkam. Er sagte wie üblich kein Wort, aber Indiana kannte den riesigen Eskimo gut genug, um sofort zu spüren, daß irgend etwas mit ihm nicht stimmte.

Er entschuldigte sich mit einem flüchtigen Lächeln bei Bates und dem Kapitän und eilte zu Quinn hinüber.»Was ist passiert?«

Quinn drehte sich wortlos um und trat wieder durch die Tür. Indiana folgte ihm, aber Quinn ging auch jetzt weiter, und als er versuchte, ihn am Arm festzuhalten, streifte er seine Hand einfach ab und deutete wortlos auf die Treppe nach oben.

Erst als sie den Laderaum mit den Huskys und der Polarausrüstung erreicht hatten, brach der Eskimo das Schweigen. Mit grimmigem Gesichtsausdruck bückte er sich, hob etwas vom Boden auf und reichte es Indiana.»Schau«, sagte er.

Indiana nahm verwirrt den Gegenstand entgegen, den der Eskimo ihm hinhielt. Es war ein Stück Pergamentpapier, in das jemand eine Anzahl Knochen und Fleischreste eingewickelt hatte.»Und?«fragte er.»Das ist Hundefutter, oder?«

«Jemand hat es vergiftet!«sagte Quinn.

«Vergiftet!« Indiana blickte den Eskimo zweifelnd an.»Bist du sicher?«

Quinn nickte grimmig.»Die Hunde fressen es nicht«, meinte er.»Und man kann es riechen.«

Indiana hob das Paket mit dem Fleisch ans Gesicht und schnupperte vorsichtig daran. Für ihn roch es, wie ausgelöste Knochen und Fleischabfälle nun einmal riechen. Nicht gerade angenehm, aber auch nicht nach Gift. Trotzdem zweifelte er nicht an Quinns Worten. Der Eskimo hatte schon mehr als einmal bewiesen, daß er über Sinne verfügte, die weit schärfer als die Indianas und der meisten anderen Menschen waren. Er begriff nur nicht, warum jemand die Hunde vergiften sollte.

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