Die Elfenkönigin von Shannara
- Автор: Брукс Терри
- Серия: Erbe von Shannara #3
- Год: 1992
- Язык: немецкий
- Переводчик: Karin Konig
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Elfenkönigin von Shannara». Краткое содержание книги:
»Cort, Dal«, sprach sie die Wachen an der Tür an. »Bitte wartet draußen.«
Die Elfenjäger schlüpften durch die Tür und waren fort. Die Türen schlössen sich sanft.
»Meine Freunde.« Ellenroh Elessedil saß aufrecht auf ihrem Stuhl, und ihre Stimme durchschnitt die Stille mühelos, während sie sprach. »Wir dürfen uns nichts mehr vormachen. Wir dürfen uns nicht mehr selbst täuschen. Wir dürfen uns nicht belügen. Was wir mehr als zehn Jahre lang verzweifelt abzuwenden versucht haben, hat uns jetzt getroffen.«
»Hoheit«, begann Barsimmon Oridio, aber sie brachte ihn mit einem Blick zum Schweigen.
»Heute nacht haben die Dämonen den Keel durchbrochen. Die Magie wird nun schon seit Monaten schwächer – wahrscheinlich schon seit Jahren –, und die Wesen dort draußen haben seine Kraft für sich selbst gestohlen. Heute nacht hatte sich das Gleichgewicht ausreichend verlagert, um es ihnen zu ermöglichen, einen Durchbruch zu schaffen. Unsere Jäger haben tapfer gekämpft, dies zu verhindern, und alles getan, was in ihrer Macht stand, um den Angriff zurückzuschlagen. Es ist ihnen nicht gelungen. Phaeton wurde getötet. Schließlich war ich gezwungen, den Ruhkstab zu benutzen. Wenn ich dies nicht getan hätte, wäre die Stadt gefallen.«
»Hoheit, so ist das nicht!« Barsimmon Oridio konnte nicht länger ruhig bleiben. »Das Heer hätte sich erneut gesammelt. Es hätte obsiegt. Phaeton hat sich zuviel zugetraut, sonst wäre er noch am Leben!«
»Er hat sich zuviel zugetraut, um uns zu retten!« Ellenrohs Gesicht war wie versteinert. »Sprecht nicht abfällig von ihm, Kommandant. Ich verbiete es Euch.« Das Stirnrunzeln des großen Mannes vertiefte sich. »Bar!« Die Königin sprach freundlich mit ihm, und die Wärme in ihrer Stimme war offenkundig. »Ich war dort. Ich habe gesehen, wie es geschehen ist.«
Sie wartete, bis sich seine wilden Augen senkten, und wandte ihren Blick dann wieder dem gesamten Tisch zu. »Der Keel wird uns nicht sehr viel länger beschützen. Ich habe den Ruhkstab gebraucht, um seine Kraft zu stärken, aber das kann ich nicht wieder tun, weil wir es dann riskieren würden, dessen Macht ganz zu verlieren. Und das, meine Freunde, kann ich nicht zulassen. Ich habe Euch daher zusammengerufen, um Euch zu sagen, daß ich mich für einen anderen Weg entschieden habe.«
Sie wandte sich zu Wren um. »Dies ist meine Enkelin Wren, das Kind von Alleyne. Sie wurde aus der Alten Welt zu uns gesandt, wie Eowen Cerise es vorausgesehen hat. Sie kommt, so verspricht es die Vorhersage, um die Elfen zu retten. Ich habe viele Jahre lang auf ihre Ankunft gewartet, aber nicht wirklich geglaubt, daß sie kommen würde oder daß sie, wenn sie kommen würde, etwas für uns tun könnte. Ich wollte in Wahrheit gar nicht, daß sie kommt, weil ich Angst hatte, daß ich sie verlieren würde, wie ich Alleyne verloren habe.«
Sie streckte die Hand aus und berührte mit ihren Fingern sanft Wrens Wange. »Ich habe noch immer Angst. Aber Wren ist trotz meiner Ängste hier. Sie hat die große Weite der Blauen Spalte überquert und den Schrecken der Dämonen getrotzt und sitzt jetzt hier bei uns. Ich kann nicht länger daran zweifeln, daß es ihr bestimmt ist, uns zu retten, genau wie Eowen es vorausgesagt hat.« Sie hielt inne. »Wren kann dies im Moment weder glauben noch verstehen.« Ellenrohs Augen leuchteten warm, als sie Wrens Blick begegneten. »Sie hatte ihre eigenen Gründe, nach Arborlon zu kommen. Der Schatten Allanons hat sie berufen und sie gesandt, uns zu finden. Die Vier Länder sind offenbar von eigenen Dämonen belagert, von Kreaturen, die dort Schattenwesen genannt werden. Wir werden gebraucht, wie der Schatten Allanons beteuert, wenn die Vier Länder gerettet werden sollen.«
»Was in den Vier Ländern geschieht, ist nicht unser Problem, Hoheit«, erinnerte Eton Shart ruhig.
Sie wandte sich um und sah ihn an. »Ja, Erster Minister, das ist genau das, was wir mehr als hundert Jahre lang erklärt haben, nicht wahr? Aber was ist, wenn wir uns irren? Was, wenn unser Problem mit ihrem zusammenhängt? Was, wenn die Schicksale aller, anders als wir geglaubt haben, miteinander verbunden sind und das Überleben davon abhängt, ob wir einen gemeinschaftlichen Bund schließen? Wren, erzähle den Versammelten, wie es dazu kam, daß du mich schließlich gefunden hast. Erzähle ihnen, was dir von dem Schatten des Druiden und von dem alten Mann aufgetragen wurde. Erzähle ihnen auch von den Elfensteinen. Das ist jetzt in Ordnung. Es ist an der Zeit, daß sie es erfahren.«
Also erzählte Wren einmal mehr die Geschichte, wie sie und Garth nach Arborlon gekommen waren, wobei sie mit ihren Träumen begann und mit ihrer Entdeckung, wer sie war, endete. Sie sprach nur zögernd von den Elfensteinen, da sie noch immer unsicher war, ob sie von ihrer Existenz erzählen sollte. Aber die Königin nickte ihr ermutigend zu, als sie ansetzte, und so ließ sie nichts aus. Als sie geendet hatte, herrschte Schweigen. Diejenigen, die um den Tisch saßen, tauschten unsichere Blicke aus. Gavilan sah sie an, als sähe er sie zum ersten Mal.
»Versteht Ihr jetzt, warum ich es für unmöglich halte, noch länger zu leugnen, was jenseits von Morrowindl geschieht?« fragte die Königin leise.
»Hoheit, ich glaube, wir verstehen Euch«, sagte die Eule,
»aber jetzt sollten wir uns anhören, was Ihr zu tun vorschlagt.«
Ellenroh nickte. »Ja, Aurin Striate, das solltet Ihr.« Wieder breitete sich Schweigen im Raume aus. »Es bleibt uns hier auf Morrowindl nichts mehr zu tun übrig«, sagte sie dann. »Daher ist es an der Zeit, zu gehen und in die Alte Welt zurückzukehren. Wir sollten wieder ein Teil von ihr werden. Die Tage, wo wir verschwunden waren und in der Abgeschiedenheit lebten, sind vorbei. Es ist an der Zeit, den Loden wieder zu gebrauchen.«
Gavilan stand ruckartig auf. »Tante Ell, nein! Wir können doch nicht einfach aufgeben! Woher sollen wir wissen, ob der Loden nach all dieser Zeit überhaupt noch wirkt? Er ist nur eine Legende! Und was ist mit der Magie des Keel? Wenn wir fortgehen, ist sie verloren! Das können wir doch nicht tun!«
Wren hörte Barsimmon Oridio zustimmend murmeln.
»Gavilan!« Ellenroh war wütend. »Wir sind in der Beratung. Ihr werdet mich angemessen ansprechen!«
Gavilan errötete. »Ich entschuldige mich, Hoheit.«
»Nun setzt Euch wieder hin!« bellte die Königin. Gavilan setzte sich. »Es scheint mir, daß wir unsere gegenwärtige Lage unserer Unentschlossenheit verdanken. Wir haben es zu lange versäumt zu handeln. Wir haben dem Schicksal erlaubt, die Wahl für uns zu treffen. Wir haben sogar noch um die Magie gekämpft, als es für uns alle längst offensichtlich war, daß wir uns nicht mehr auf sie verlassen konnten.«
»Hoheit!« Ein bleicher Eton Shart beruhigte sich jedoch schleunigst wieder.
»Ja, ich weiß«, erwiderte Ellenroh. Sie sah Wren nicht direkt an, aber in ihren Augen war ein plötzliches Aufflackern zu sehen, das dem Mädchen sagte, die Warnung sei ihretwegen erfolgt.
»Hoheit, Ihr fordert also, daß wir die Magie vollständig aufgeben sollen?«
Die Königin nickte kurz. »Sie erfüllt doch nicht länger ihren Zweck, oder etwa nicht, Erster Minister?«
»Aber wie der junge Gavilan sagt, können wir doch nicht wissen, ob der Loden das vollbringen wird, was wir von ihm erwarten.«
»Wenn er versagt, haben wir nichts verloren. Außer vielleicht jegliche Möglichkeit zur Flucht.«
»Aber Flucht, Eure Hoheit, ist doch nicht notwendigerweise die Antwort, nach der wir suchen. Vielleicht Hilfe aus einer anderen Quelle...«
»Eton.« Die Königin unterbrach ihn. »Denkt doch erst einmal darüber nach, was Ihr da vorschlagt. Welche andere Möglichkeit gibt es denn? Schlagt Ihr etwa vor, noch mehr Magie anzurufen? Sollen wir die Magie, die wir zur Verfügung haben, vielleicht auf andere Weise nutzen und sie zu weiteren Schrecknissen umwandeln? Oder sollen wir bei jenen Menschen Hilfe suchen, die wir vor Jahren der Föderation überlassen haben?«
»Wir haben das Heer, Hoheit«, erklärte Barsimmon Oridio eifrig.
»Ja, Bar, das stimmt. Für den Moment. Aber wir können jene Leben nicht zurückholen, die wir verloren haben. Diese Magie fehlt uns. Jeder neue Angriff nimmt uns weitere Jäger. Die Dämonen materialisieren sich aus der Luft, wie es scheint. Wenn wir bleiben, werden wir bald kein Heer mehr haben.«