Die Elfenkönigin von Shannara
- Автор: Брукс Терри
- Серия: Erbe von Shannara #3
- Год: 1992
- Язык: немецкий
- Переводчик: Karin Konig
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Elfenkönigin von Shannara». Краткое содержание книги:
Dann ging Phaeton plötzlich zu Boden. Es war unmöglich zu erkennen, was geschehen war, denn in einem Moment war er da, führte seine Leute an, und im nächsten Moment war er fort. Die Elfen schrien auf und drängten vorwärts, um ihn zu beschützen, Die Dämonen gaben widerwillig den Weg frei. Sie wurden von dem Ansturm zurückgeschlagen. Der Kampf verlagerte sich erneut in die Bruchstelle und dieses Mal auch darüber hinaus, als die Dämonen an der anderen Seite hinunter und durch das Licht zurückgestoßen wurden. Wieder ballte sich die Magie, die den Keel beschützte, zusammen, und ihre Linien begannen sich miteinander zu verweben.
Doch dann griffen die Dämonen ein drittes Mal an. Die Elfen waren erschöpft und wichen zurück.
Ellenroh Elessedil erhob den Ruhkstab und wies damit auf die Bruchstelle. Der Loden flackerte sofort auf. Warnrufe erschollen, und die Elfen drängten durch die Bruchstelle zurück. Licht trat explosionsartig aus dem Loden hervor und schoß auf den Keel zu, während die Magie des Elfensteins Kraft sammelte. Sie erreichte die Mauer, als sich die letzten Elfenkrieger gerade hindurchwarfen. Gesteinsbrocken wurden Stück für Stück hochgehoben, schleifend und kratzend bei jeder Bewegung, und die Mauer begann sich selbst wieder aufzubauen. Die Dämonen wurden in einem Wirbelwind gefangen und begraben. Steine legten sich aufeinander, und Mörtel füllte die Lücken. Die Magie arbeitete und führte sie, und die Macht des Loden dehnte sich aus. Wren hielt ungläubig den Atem an. Die Mauer wuchs, schloß das schwarze Loch, das in sie geschlagen worden war, und bildete sich neu, bis sie wieder vollständig war.
Innerhalb von Sekunden hatte die Magie ihr Werk vollendet, und die Dämonen waren erneut ausgeschlossen.
Die Königin stand bewegungslos mitten auf der Brücke, während weitere Trupps von Elfenkriegern an ihr vorbeieilten, um die Festungsmauern zu bemannen. Sie wartete, bis der Bote, den sie ausgesandt hatte, vom Schlachtfeld zurückkehrte. Der Bote kniete sich kurz hin und erhob sich dann wieder, um zu berichten. Wren beobachtete, wie die Königin kurz nickte, sich umwandte und über die Brücke zurückkam. Die Leibgarde bahnte ihr erneut den Weg, aber dieses Mal kam sie direkt auf Wren zu, nachdem sie es irgendwie geschafft hatte, sie in der Menge ausfindig zu machen. Die Fahrende erschrak vor dem, was sie auf dem Gesicht ihrer Großmutter erkannte.
Ellenroh Elessedil fegte zu ihr heran. Ihre Gewänder flatterten um sie wie ein Banner, das aus dem Ruhkstab geflossen war, den sie an ihren Körper gepreßt hielt und auf dem der Loden noch immer in bösem, weißem Licht glühte.
»Aurin Striate«, rief die Königin, als sie sie erreicht hatte, und ihre Augen hefteten sich flüchtig auf die Eule. »Geht voraus, wenn Ihr wollt. Ruft Bar und Eton aus ihren Räumen herbei – wenn sie noch dort sind. Sagt ihnen...« Ihr Atem schien in ihrer Kehle steckenzubleiben, und ihre Hand faßte den Ruhkstab fester. »Sagt ihnen, daß Phaeton bei dem Angriff umgekommen ist, daß es ein Unfall war und daß er durch den Pfeil eines seiner eigenen Bogenschützen getötet wurde. Sagt ihnen, daß ich sofort ein Treffen in den Räumen des Hohen Konzils wünsche. Geht jetzt, schnell.«
Die Eule verschmolz mit der Menge und war fort. Die Königin wandte sich Wren zu. Sie hob einen Arm, um ihn um die schmalen Schultern des Mädchens zu legen, mit der anderen deutete sie mit dem Stab in Richtung Stadt. Sie gingen los. Garth einen Schritt hinter ihnen und die Leibgarde überall um sie herum.
»Wren«, flüsterte die Elfenkönigin und beugte sich nahe zu ihr herüber. »Dies ist für uns der Anfang vom Ende. Wir werden jetzt entscheiden, ob es eine Rettung für uns gibt. Bleib nahe bei mir, ja? Sei Augen und Ohren und ein zuverlässiger rechter Arm für mich. Darum bist du zu mir gekommen.«
Ohne weitere Worte preßte sie Wren an sich und eilte weiter.
12
Die Räume des Hohen Konzils der Elfen lagen nicht weit vom Palast inmitten eines uralten Hains aus weißen Eichen. Das Gebäude bestand aus Fachwerk mit Mauern aus Stein. Der Raum des Konzils selbst, der den größten Teil des Gebäudes einnahm, war ein höhlenartiger, achteckiger Raum. Seine Decke wurde von Balken gestützt, die sich von den Mauern wie ein beschützender Stern zu einem Mittelpunkt erhoben. Schwere Holztüren öffneten sich an einer Wand, die einem dreistufigen Podium gegenüberlagen, auf dem der Thron der Elfenkönige und -königinnen stand. Flankiert wurde der Thron von Standarten und den Standern mit den persönlichen Insignien der regierenden Häuser. Vor den restlichen Wänden standen zu beiden Seiten Reihen von Bänken. Es gab auch eine Galerie für Zuschauer und Teilnehmer öffentlicher Treffen. In der Mitte des Raumes wurde ein weiter Bereich des Fußbodens von einem runden Tisch mit einundzwanzig Stühlen eingenommen. Wenn das Hohe Konzil tagte, saßen seine Mitglieder an diesem Tisch, und der König oder die Königin führte den Vorsitz.
Ellenroh Elessedil betrat schwungvoll den Raum. Ihre Gewänder rauschten hinter ihr her, und sie hielt den Ruhkstab vor sich. Wren, Garth, Triss und eine Handvoll Mitglieder der Leibgarde folgten ihr. Gavilan Elessedil saß bereits am Tisch des Konzils und erhob sich eiligst, als die Königin erschien. Er trug einen Kettenpanzer, und sein Breitschwert hing an der Rückenlehne seines Stuhls. Die Königin ging zu ihm hinüber, umarmte ihn herzlich und trat an den Kopf des Tisches.
»Wren«, sagte sie. »Setz dich neben mich.«
Wren tat, wie ihr geheißen. Garth schlenderte zu einer Wand des Raumes und machte es sich auf der Galerie bequem. Die Türen des Raumes schlössen sich wieder, und zwei Mitglieder der Leibgarde stellten sich zu beiden Seiten des Eingangs in Positur. Triss trat zum Tisch und setzte sich neben Gavilan. Sein hageres, hartes Gesicht wirkte merkwürdig abwesend. Gavilan richtete sich auf seinem Stuhl auf, lächelte Wren unbehaglich zu, glättete nervös seine Tunikaärmel und schaute fort. Ellenroh faltete die Hände vor sich und schwieg. Es war deutlich, daß sie auf jemanden warteten. Wer auch immer das sein mochte, er sollte noch kommen. Wren überschaute den Raum und spähte in dunkle Ecken, die das Lampenlicht nicht erreichte. Poliertes Holz schimmerte schwach in der Dunkelheit hinter Garth. Durch die Flammen der Lampe entstanden Bilder und tanzten am Rande des Lichts. Hinter ihr hingen die Stander schlaff und unbeweglich herab, ihre Insignien in schweren Falten verborgen. Der Raum war ruhig, und nur das sanfte Schaben von Stiefeln und das Rascheln von Kleidern störten die Stille.
Dann sah sie Eowen, die in den Schatten fast unsichtbar weit hinten auf der Galerie gegenüber von Garth saß.
Wrens Augen richteten sich sofort auf die Königin, aber Ellenroh ließ sich nicht anmerken, daß sie wußte, daß die Seherin da war. Ihr Blick war auf die Türen des Konzilraumes gerichtet. Wren schaute noch einmal kurz hinüber zu Eowen und starrte dann wieder in die Schatten. Sie konnte die Spannung in der Luft spüren. Jeder, der in diesem Raum saß, wußte, daß etwas geschehen würde, aber nur die Königin wußte, was es war. Wren atmete tief durch. Für diesen Augenblick, hatte die Königin gesagt, war sie nach Arborlon gekommen.
Sei Augen und Ohren und ein zuverlässiger rechter Arm für mich.
Warum?
Die Türen zum Konzilraum öffneten sich, und Aurin Striate betrat den Raum zusammen mit zwei anderen Männern. Der eine war alt und korpulent, mit ergrauendem Haar und Bart und langsamen, schwerfälligen Bewegungen, die vermuten ließen, daß er kein Mann war, der sich von irgend etwas aufhalten lassen würde. Der zweite war von durchschnittlicher Größe und glatt rasiert. Seine Augen waren fast verdeckt, aber wachsam, und seine Bewegungen anmutig und leicht. Er lächelte, als er eintrat, während der erste die Stirn runzelte.
»Barsimmon Oridio«, begrüßte die Königin den ersten, »Eton Shart. Danke, daß Ihr gekommen seid. Aurin Striate, bitte bleib.«
Die drei Männer setzten sich. Ihre Augen waren auf die Königin gerichtet. Alle sahen sie jetzt an und warteten.