Eiswelt
- Автор: Клемент Хол
- Год: 1983
- Язык: немецкий
- Год: Bastei-Lübbe
- ISBN: 978-3-404-22060-1
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Eiswelt». Краткое содержание книги:
Als Sallman die Rauschgiftwelt im Sichtschirm seines Raumschiffs auftauchen sieht, stockt ihm der Atem. Auf einem solchen Planeten soll es tatsächlich intelligentes Leben geben? Denn was er sieht, muß ihm als Bewohner einer Hitzewelt wie die Hölle erscheinen. So existiert Schwefel dort nicht als Gas, sondern in fester Form, und Wasser ist in flüssigem Zustand vorhanden.
»Das glaube ich nicht. Er kann es nicht wissen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich der Meinung war, Sie versuchten, Ihren Verrat zu tarnen. Woher wissen Sie, daß zwei Eingeborene durch den Brand gefährdet waren?«
»Ich habe sie gesehen. Und ich war es, der sie rettete. Ich habe sie auf dem Torpedo aus dem Feuer befördert. Dabei habe ich ziemlich viel Zeit verbracht, den Brand und seine Folgen zu studieren, denn etwas anderes gab es für mich ja nicht mehr zu tun. Ich kann es beweisen… dank einiger Proben von Pflanzenresten, die uns weitere Aufschlüsse über den Planeten geben können.«
Drai beäugte ihn schweigend. »Na, überzeugt bin ich noch immer nicht«, sagte er schließlich. »Und Sie tun gut daran, mich zu überzeugen, ehe die nächste Periode des Drogenhungers kommt. Wenn der Handel nicht mehr läuft, dann werde ich mir die Verteilung von Proben sehr gut überlegen.«
Feth, der sich im Hintergrund hielt, entfuhr ein Laut, der mit einem enttäuschten Aufstöhnen vergleichbar war. Ken konnte selbst nicht verhindern, daß man ihm momentan so etwas wie Angst vom Gesicht ablesen konnte. Er hatte eine kurze Periode Tafak-Hungers erlebt und schreckte vor einer ausgedehnteren zurück.
Drai nickte, als er die Wirkung seiner Worte sah. »Ja. Mein Vorrat ist nicht sehr groß, und wenn kein Nachschub mehr kommen sollte, dann werde ich etwas dafür verlangen. Was Sie mir eben berichteten, hat mich auf eine Idee gebracht. Wenn Ihre Geschichte von der Rettung zweier Einheimischer vor dem Tod durch Überhitzung stimmt, dann gehen Sie wieder runter und nützen Sie die Dankbarkeit aus. Sie können ja so tun, als ob Sie das Tafak eintauschen möchten. Sicher wird man dem Helden, der zwei Wesen vor dem sicheren Tod bewahrte, entgegenkommen wollen. Besonders wenn er ihnen zu verstehen gibt, daß ihm eine qualvolle Zeit bevorsteht, falls man nicht auf seinen Vorschlag eingeht. Sie machen sich sofort auf den Weg. Ihr Panzer hat sich inzwischen wieder gut erwärmt. Das andere Torpedo haben wir noch nicht hereingezogen. Sobald Sie unten von der Bodenstation erfaßt werden, schicken wir es Ihnen mit dem Metall nach, und dann können Sie feilschen nach Herzenslust.« Seine Miene drückte unverhüllt Verachtung aus.
»Die Tatsache, daß meine Sprachkenntnisse bestenfalls bruchstückhaft sind, macht Ihnen keine Sorgen?«
»Nein. Ich glaube nämlich, Sie können mehr, als Sie zugeben.«
»Und der Umstand, daß sich im Moment viele andere Eingeborene an der Brandstelle aufhalten? Ich versteckte mich zwischen den Bäumen, als sie eintrafen, aber das wird sich schwer machen lassen, wenn ich gleichzeitig handeln soll. Möchten Sie, daß ich ganz offen auf der Szene erscheine? Eine Zeitlang werden sie noch mit dem Brand zu kämpfen haben, dann aber werden sie Metall haben wollen.« Er machte eine Pause. »Ich sehe nicht ein, warum nicht jeder von ihnen derjenige sein könnte, mit dem Sie Geschäfte machten. Aber Sie haben sicher nichts dagegen, mit den anderen auch ins Geschäft zu kommen…« Da unterbrach Drai ihn. »Sie können noch warten.«
»Ach was, sicher braucht man nur einige Torpedoladungen Metall, um sie alle zufriedenzustellen.«
»Ich sagte, Sie können warten.« Drai mußte Ken dessen Befriedigung angesehen haben, denn er setzte hinzu: »Ich habe noch eine andere Idee. Die Karella wird mit Ihnen runtergehen und Sie beobachten und abhören. Und wenn der Eingeborene sich sträubt, dann könnten wir ein zweites Feuer ins Gespräch bringen.«
»Wollen Sie, daß die Eingeborenen sich das Raumschiff genau ansehen können? Das Auge des Gesetzes kümmert Sie wohl nicht?«
»Das sollten Sie am besten wissen. Außerdem haben die es ohnehin schon gesehen. Wir warten ab, eine Weile wenigstens. Ich glaube, wir werden in einem gewissen Abstand vom Brand landen und uns erst zeigen, wenn das Feuer erloschen ist. Auf diese Weise«, seine beiden Augen fixierten Ken, »werden wir mit Sicherheit wissen, wer jeweils spricht und wie lange.« Damit drehte er sich um, stieß sich von einer passenden Wand ab und glitt hinaus auf den Gang. Feth sah ihm mit einem besorgten Auge nach.
»Ken, in diesem Ton sollten Sie nicht mit ihm reden. Ich weiß ja, daß Sie ihn nicht ausstehen können, wer kann das schon, aber denken Sie daran, wozu er imstande ist. Ich dachte, Sie würden nicht mehr so scharf rangehen, sobald Sie einen kleinen Vorgeschmack davon bekommen hätten. Er ist imstande, Sie nur so zum Spaß hinzuhalten.«
»Ich weiß. Es tut mir leid, daß ich auch Sie in Schwierigkeiten gebracht habe«, antwortete Ken. »Aber ich halte ihn für ungefährlicher, wenn er wütend ist. Und jetzt heißt es, rasch alles besprechen, während er fort ist. Vor uns liegt viel Arbeit. Erstens: Stimmt das mit den knappen Tafak-Vorräten? Hat er das Zeug in dem gekühlten Safe, aus dem er immer unsere Dosis austeilt?«
»Ja. Und wahrscheinlich stimmt es. Der Großteil geht am Ende einer Saison ins sarrianische System. Er behält immer nur ein kleines Quantum da.«
»Wie groß ist eine Dosis? Beide Male konnte ich nicht richtig sehen, was in dem gefrorenen Luft-Ziegel drin war.«
»Ein kleiner Zylinder in dieser Größe.« Feth zeigte es ihm. »In der Lieferung sind die Zylinder länger. Drai schneidet sie ihn zehn Teile und friert sie einzeln ein.«
»Gut, das wollte ich sicher wissen. Und jetzt etwas anderes: Taugen die kleinen Kühlaggregate in den Vivarien-Behältern etwas? Können sie Luft gefrieren?«
»Sicher. Warum?«
»Abwarten. Sie werden schon sehen. Im Moment habe ich wieder mal eine Rolle zu mimen. Ich kann mir nicht denken, daß Drai sich abhalten läßt, wie geplant auf Planet Drei zu landen.« Ohne weitere Erklärungen abzugeben lief Ken zum Kontrollraum des Raumschiffes.
Er hatte recht. Der vor Ungeduld geplagte Rauschgifthändler hatte dem Piloten schon Anweisung zum Landen gegeben. Lee hatte sich diesmal widerstandslos gefügt, wenngleich seine Miene erkennen ließ, daß er alles andere als erbaut war. Der Anflug verlief glatt. Es war praktisch eine Wiederholung der ersten Landung, bloß peilten sie diesmal den festen Sender an und befanden sich daher etwa fünfzehn Kilometer östlich von ihrem ersten Landeplatz. In gehörigem Abstand von den höchsten Gipfeln stoppten sie den Landeanflug und sahen sich nach der Rauchwolke um. Sehr zu Drais Enttäuschung konnte man sie sehen. Sogar für ihre Augen unterschied sie sich deutlich von den gewöhnlichen Wolken.
»Hm, es scheint noch immer zu brennen«, bemerkte Ken dazu harmlos. »Sollen wir hier im Blickfeld aller treiben, bis der Brand gelöscht ist?«
»Nein. Wir landen und verstecken uns.«
»Zwischen den Pflanzen? Das große Schiff? Das erscheint mir als Methode höchst ungeeignet.«
Drais Blick verriet, daß er mit seiner Geduld am Ende war.
»Vielen Dank, ich weiß Bescheid. Die Vegetation wächst nicht überall, was auch Sie sicher schon bemerkt haben. Zum Beispiel dort unten.« Er wies nach Süden. In dieser Richtung sah man einen rechteckigen Fleck, der das Licht metallisch reflektierte. Es war einer jener Flecken, die Ken schon bei der ersten Landung aufgefallen waren. »Wir wollen uns das näher ansehen. Es liegt tiefer als das umgebende Gelände und könnte ein sehr gutes Versteck abgeben. Wenn es die Bodenbeschaffenheit des Flachländer-Gebietes hat, dann werden die hiesigen Eingeborenen die Gegend vielleicht meiden. Na, was sagen Sie dazu, Sie Naturwissenschaftler?«
»Mir scheint, Sie haben ein Quentchen Logik auf Ihrer Seite«, gab Ken gleichmütig zurück. Drai reagierte darauf nicht. Er wies Lee mit einer Geste zur Landung an, und der Pilot lenkte gehorsam das Raumschiff auf den schimmernden Fleck zu.
Als der Funk-Höhenmesser auf neunhundert Meter zeigte, begann Ken mit einer sorgfältigen Untersuchung des Gebietes. Der Fleck war größer, als es aus der Ferne ausgesehen hatte. Er konnte nicht dahinterkommen, welche Bewandtnis es damit hatte. Sicher, auf dem Planeten kamen sonderbare Mineralien vor. Ein kurzer Blick auf die von den Kindern gesammelten Proben hatte ihm dies gezeigt. Direkt unter dem Schiff konnte er keine Einzelheiten ausmachen. Aber ein Stück weiter, am Rande des Gebietes, spiegelten sich die Bäume darin, die dort wuchsen…