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Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn

Электронная книга - «Die Tribute Von Panem. Flammender Zorn». Краткое содержание книги:

Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.
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Plutarch beeilt sich, mich zu beruhigen. »Aber Katniss! Doch nicht deine Hochzeit. Die von Finnick und Annie. Du brauchst nur zu kommen und so zu tun, als würdest du dich für die beiden freuen.«

»Da brauche ich ausnahmsweise gar nicht so zu tun, als ob«, sage ich.

Die nächsten Tage stehen ganz unter dem Zeichen des bevorstehenden Ereignisses und sind dementsprechend hektisch. Durch das Ereignis werden die Unterschiede zwischen dem Kapitol und Distrikt 13 erst richtig deutlich. Wenn Coin »Hochzeit« sagt, meint sie damit, dass zwei Menschen ein Formular unterschreiben und eine neue Wohneinheit zugewiesen bekommen. Plutarch dagegen schwebt vor, dass Hunderte von Menschen in schönen Kleidern ein dreitägiges Fest feiern. Es ist lustig, wie sie über die Einzelheiten zanken. Plutarch muss um jeden Gast, jedes Musikstück feilschen. Nachdem Coin Abendessen, Unterhaltung und Alkohol abgelehnt hat, brüllt Plutarch: »Wozu sollen wir einen Propo machen, wenn sich niemand amüsiert!«

Es ist schwierig, einen Spielmacher zum Sparen anzuhalten. Doch selbst eine stille Feier sorgt für Aufruhr in Distrikt 13, wo es überhaupt keine Feiertage zu geben scheint. Als es heißt, es würden Kinder gesucht, die das Hochzeitslied von Distrikt 4 singen sollen, melden sich fast alle. Auch beim Basteln der Dekoration mangelt es nicht an Freiwilligen. Im Speisesaal gibt es kein anderes Gesprächsthema als die bevorstehende Hochzeit.

Vielleicht geht es nicht nur um das Fest. Vielleicht sehnen wir uns einfach alle bloß danach, dass etwas Schönes passiert, und wollen daran teilhaben. Das würde erklären, weshalb ich - als Plutarch beim Thema Brautkleid ausflippt - mich bereit erkläre, Annie mit zu meinem Haus in Distrikt 12 zu nehmen, wo in einem großen Wandschrank im Erdgeschoss mehrere von Cinnas Abendkleidern hängen. Die vielen Hochzeitskleider, die er für mich entworfen hat, sind wieder im Kapitol gelandet, doch von den Kleidern, die ich auf der Tour der Sieger getragen habe, sind noch ein paar da. Ich bin in Annies Gegenwart etwas auf der Hut, denn ich weiß über sie eigentlich nur, dass Finnick sie liebt und alle sie für verrückt halten. Während des Flugs komme ich jedoch zu dem Schluss, dass sie eher labil ist als verrückt. Sie lacht an unpassenden Stellen und bricht das Gespräch zerstreut ab. Mit ihren grünen Augen starrt sie so intensiv auf einen Punkt, dass man sich fragt, was sie dort in der Luft sieht. Manchmal hält sie sich ohne Grund die Ohren zu, als wollte sie ein schmerzhaftes Geräusch ausblenden. Merkwürdig ist sie tatsächlich, aber wenn Finnick sie liebt, reicht mir das.

Ich durfte mein Vorbereitungsteam mitnehmen, muss also in Modefragen keine Entscheidungen treffen. Als ich den Wandschrank öffne, verschlägt es uns allen die Sprache. Cinnas Gegenwart ist in den fließenden Stoffen deutlich zu spüren. Octavia sinkt auf die Knie, streicht sich mit dem Saum eines Rocks über die Wange und bricht in Tränen aus. »Es ist so lange her«, stößt sie hervor, »dass ich etwas Schönes gesehen habe.«

Obwohl Coin die Hochzeit zu extravagant findet und Plutarch zu glanzlos, wird sie ein Riesenerfolg. Die dreihundert handverlesenen Gäste aus Distrikt 13 und die vielen Flüchtlinge tragen ihre Alltagskleider, die Dekoration ist aus Herbstblättern gebastelt, und die Musik wird von einem Kinderchor besorgt, begleitet von einem einsamen Geigenspieler, der mit seinem Instrument aus Distrikt 12 fliehen konnte. Nach den Maßstäben des Kapitols ist es eine schlichte, bescheidene Feier. Aber das spielt keine Rolle, denn die Schönheit des Paars ist unvergleichlich. Nicht wegen ihres Aufzugs - Annie trägt das grüne Seidenkleid, das ich in Distrikt 5 anhatte, Finnick einen von Peetas Anzügen, der geändert worden ist. Doch wer könnte an den strahlenden Gesichtern zweier Menschen vorbeisehen, denen dieser Tag einmal unerreichbar schien? Die Zeremonie wird von Dalton, dem Viehzüchter aus Distrikt 10, geleitet, da die Bräuche von 4 und seinem Distrikt ähnlich sind. Aber manches ist auch ganz einmalig in 4. Ein aus langen Grashalmen gewebtes Netz, das die beiden während des Heiratsversprechens bedeckt, das Berühren der Lippen des anderen mit Salzwasser und das alte Hochzeitslied, in dem die Ehe mit einer Schiffsreise verglichen wird.

Nein, ich brauche nicht nur so zu tun, als würde ich mich für sie freuen.

Nach dem Kuss, der den Bund besiegelt, den Hochrufen und dem Umtrunk mit Apfelwein spielt der Geiger eine Melodie, die alle Köpfe aus 12 herumfahren lässt. Wir waren zwar der kleinste und ärmste Distrikt von Panem, aber tanzen können wir. Offiziell ist an dieser Stelle nichts geplant, doch Plutarch, der von der Regie einen Propo haben will, drückt bestimmt die Daumen. Tatsächlich nimmt Greasy Sae Gale bei der Hand, zieht ihn in die Mitte und stellt sich ihm gegenüber. Andere Paare strömen auf die Tanzfläche, machen es den beiden nach und bilden zwei lange Reihen. Und dann beginnt der Tanz.

Ich stehe am Rand und klatsche den Rhythmus mit, als mich eine knochige Hand über dem Ellbogen anstößt. Johanna sieht mich böse an. »Willst du dir die Gelegenheit entgehen lassen, dass Snow dich tanzen sieht?« Sie hat recht. Was könnte den Sieg lauter verkünden als ein Spotttölpel, der fröhlich zu der Musik herumwirbelt? In der Menge entdecke ich Prim. An den Winterabenden hatten wir immer viel Zeit zum Üben, deshalb tanzen wir ganz gut zusammen. Ich wische ihre Bedenken wegen meiner Rippen beiseite und wir stellen uns in der Reihe auf. Das Tanzen tut zwar weh, aber im Vergleich zu der Genugtuung, dass Snow mich mit meiner kleinen Schwester tanzen sieht, erscheint alles andere nichtig.

Der Tanz verwandelt uns. Wir bringen den Gästen aus Distrikt 13 die Schritte bei. Bestehen auf einem bestimmten Stück für Braut und Bräutigam. Fassen uns an den Händen und bilden einen großen wirbelnden Kreis, in dem wir zeigen, was wir können. So lange hat es nichts vergleichbar Albernes, Lustiges, Vergnügtes gegeben. Es könnte die ganze Nacht so weitergehen, wäre da nicht noch etwas in Plutarchs Propo vorgesehen. Ich habe nichts davon mitbekommen, aber es sollte ja auch eine Überraschung sein.

Aus einem Nebenraum schieben vier Leute eine riesige Hochzeitstorte herein. Die meisten Gäste weichen zur Seite, sie machen Platz für dieses Wunder, diese umwerfende Kreation mit blaugrünen, schaumgekrönten Zuckergusswellen, in denen sich Fische und Segelboote, Robben und Seeanemonen tummeln. Ich zwänge mich durch die Menge, um die Bestätigung für das zu bekommen, was ich auf den ersten Blick erkannt habe. So sicher, wie die Stickerei auf Annies Kleid von Cinna gefertigt wurde, so sicher stammen die Zuckergussverzierungen von Peeta.

Das mag eine Kleinigkeit sein, aber es spricht Bände. Haymitch hat mir eine ganze Menge verheimlicht. Der Peeta, den ich vor Wochen zuletzt gesehen habe, der sich die Seele aus dem Leib schrie und seine Fesseln zu sprengen versuchte, hätte das nie zustande gebracht. Hätte sich niemals so konzentrieren, die Hände so ruhig halten und etwas so Vollkommenes für Finnick und Annie entwerfen können. Als hätte er meine Reaktion schon vorausgesehen, ist Haymitch an meiner Seite.

»Wir zwei müssen uns mal unterhalten«, sagt er.

Draußen im Flur, abseits der Kameras, frage ich: »Was ist los mit ihm?«

Haymitch schüttelt den Kopf. »Ich weiß nicht. Wir wissen es alle nicht. Manchmal ist er fast vernünftig und dann rastet er ohne jeden Grund wieder aus. Das mit der Torte war eine Art Therapie. Er hat tagelang daran gearbeitet. Wenn man ihm dabei zusah, konnte man meinen, er wäre fast wieder der Alte.«

»Dann darf er sich jetzt frei bewegen?«, frage ich. Die Vorstellung macht mich in mehr als einer Hinsicht nervös.

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