Die Elfenkönigin von Shannara
- Автор: Брукс Терри
- Серия: Erbe von Shannara #3
- Год: 1992
- Язык: немецкий
- Переводчик: Karin Konig
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Elfenkönigin von Shannara». Краткое содержание книги:
Als sie sich dem nächstgelegenen Brückenkopf näherten, wandte sich Wren an die Eule und fragte: »Wofür ist der Graben an der Innenseite der Mauer gedacht?«
Die Eule sah sie an und dann wieder von ihr fort. »Er trennt die Stadt vom Keel. Weißt du etwas über den Keel?«
Er zeigte auf die Mauer. Wren erinnerte sich jetzt an den Namen. Stresa hatte ihn zuvor genannt, als er gesagt hatte, daß die Elfen in Schwierigkeiten gerieten, weil seine Magie nachlasse.
»Er stammt aus der Magie der Zeit von Ellenrohs Vater, als die Dämonen erstmals zum Leben erweckt wurden. Er beschützt uns vor ihnen und hält die Stadt in dem Zustand, in dem sie schon immer war. Alles ist genauso, wie es war, als Arborlon vor mehr als hundert Jahren nach Morrowindl gebracht wurde.«
Wren grübelte noch immer darüber nach, was Stresa über die schwächer werdende Magie gesagt hatte. Sie wollte Aurin Striate fragen, ob das wahr sei, als sie erkannte, was er gerade gesagt hatte.
»Eule, hast du gesagt: als Arborlon nach Morrowindl gebracht wurde? Du meinst doch: als es gebaut wurde, nicht wahr?«
»Ich meine, was ich gesagt habe.«
»Daß die Gebäude hierher gebracht worden sind? Oder redest du vom Ellcrys? Der Ellcrys ist doch hier, nicht wahr, innerhalb der Stadt?«
»Dort hinten.« Er deutete vage in eine Richtung, und sein zerfurchtes Gesicht war umwölkt. »Hinter dem Palast.«
»Also willst du sagen...«
Die Eule unterbrach sie. »Die Stadt, Wren. Die ganze Stadt und alle Elfen, die darin leben. Das meine ich.«
Wren sah ihn an. »Aber... Sie wurde neu aufgebaut, meinst du, aus Holz, das die Elfen hierher überführt haben...«
Die Eule schüttelte den Kopf. »Wren, hat dir niemand vom Loden erzählt? Hat die Königin dir denn nicht erzählt, wie die Elfen nach Morrowindl gekommen sind?«
Er trat jetzt nahe an sie heran, und seine scharfen Augen fixierten sie. Sie zögerte und erklärte schließlich: »Sie sagte, es sei beschlossen worden, aus dem Westland auszuwandern, weil die Föderation...«
»Nein«, unterbrach er sie wieder. »Das meine ich nicht.«
Er wandte seinen Blick einen Moment ab, nahm sie dann am Arm und führte sie zu einem Steinpfeiler am Fuße der Brücke. Dort konnten sie sich hinsetzen. Garth folgte ihnen. Sein dunkles Gesicht war ausdruckslos, als er sich ihnen gegenüber niederließ, so daß er sehen konnte, was sie sagten.
»Ich habe nicht gedacht, daß ich dir das alles erzählen müßte, Mädchen«, begann die Eule, als sie es sich bequem gemacht hatten. »Andere könnten das wirklich besser. Aber es gibt nicht vieles, worüber wir reden können, wenn ich dir das nicht erklärte. Und außerdem hast du ein Recht, es zu wissen, wenn du Ellenroh Elessedils Enkelin bist und diejenige, auf die sie gewartet hat, die aus Eowen Cerises Vision.«
Er verschränkte seine kantigen Arme. »Aber du wirst es nicht glauben. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich selbst es glaube.«
Wren lächelte und fühlte sich ein wenig unbehaglich bei dieser Einleitung. »Erzähle es mir trotzdem, Eule.«
Aurin Striate nickte. »Hier ist also das, was man mir erzählt hat – nicht das, was ich unbedingt selber weiß. Die Elfen erlangten vor mehr als hundert Jahren einen Teil ihrer Elfenmagie wieder. Das war vor Morrowindl, als sie noch im Westland lebten. Ich weiß nicht, wie sie es geschafft haben. Es interessiert mich eigentlich auch nicht. Man sollte jedoch wissen, daß sie, als sie sich entschlossen auszuwandern, vermutlich alles, was an Magie noch vorhanden war, in einen Elfenstein namens Loden fließen ließen. Den Loden hat es, glaube ich, schon immer gegeben. Er war verborgen und wurde bis zu der Zeit, wo er gebraucht würde, geheimgehalten. Diese Zeit kam Hunderte von Jahren nicht – während der ganzen Zeit nicht, die seit den Großen Kriegen vergangen war. Die Elessedils hatten ihn wohl verborgen gehalten, oder sie fanden ihn wieder oder so ähnlich, und als die Entscheidung fiel, auszuwandern, nahmen sie ihn in Gebrauch.«
Die Eule atmete tief durch und preßte die Lippen zusammen.
»Dieser Elfenstein zieht wie sie alle seine Kraft aus dem Benutzer, wie man mir sagte. Außer daß es in diesem Falle keinen einzelnen Benutzer gab, sondern eine ganze Rasse. Alle Kraft des Elfenvolkes strömte in den Loden, um seine Magie herbeizurufen.« Er räusperte sich. »Als es vollbracht war, wurde ganz Arborlon hochgehoben wie... wie eine Schaufel Erde, zusammengeschrumpft zu nichts und in dem Stein versiegelt. Das meinte ich, als ich sagte, Arborlon sei nach Morrowindl gebracht worden. Es wurde zusammen mit den meisten seiner Einwohner im Loden eingeschlossen und von nur wenigen Verantwortlichen auf diese Insel gebracht. Als erst einmal ein Platz für die Stadt gefunden war, wurde der Vorgang umgekehrt und Arborlon wiederhergestellt. Männer, Frauen, Kinder, Hunde, Katzen, Vögel, Häuser und Geschäfte, Bäume, Blumen, Gras – alles. Auch der Ellcrys. Alles.«
Er lehnte sich zurück, und seine scharfen Augen verengten sich. »Was sagst du nun dazu?«
Wren war bestürzt. »Ich nehme an, daß du recht hast, Eule. Aber ich kann es nicht. Ich kann nicht verstehen, daß die Elfen so schnell etwas wiederentdecken konnten, was Tausende von Jahren verloren gewesen war. Woher kam es? Sie hatten zu Zeiten von Brin und Jair Ohmsford überhaupt keine Magie – nur ihre Heilkräfte!«
Die Eule zuckte die Achseln. »Ich behaupte nicht, daß ich weiß, wie sie irgend etwas davon tun konnten, Wren. Das alles geschah lange vor meiner Zeit. Die Königin könnte es wissen – aber sie spricht mir gegenüber niemals davon. Ich weiß nur, was man mir erzählt hat, und ich bin nicht sicher, ob ich es glauben soll. Die Stadt und ihre Bewohner wurden im Loden hierher gebracht. So wird es erzählt. Und so entstand auch der Keel. Er wurde tatsächlich in Handarbeit aus Stein erbaut, aber die Magie, die ihn beschützt, kam aus dem Loden. Damals war ich ein Junge, aber ich erinnere mich noch daran, wie der alte König den Ruhkstab gebrauchte. Der Ruhkstab birgt den Loden und leitet die Magie.«
»Hast du das gesehen?« fragte Wren zweifelnd.
»Ich habe den Stab und seinen Stein viele Male gesehen«, antwortete die Eule. »Aber ich habe nur ein einziges Mal gesehen, daß sie gebraucht wurden.«
»Was ist mit den Dämonen?« fuhr Wren fort, denn sie wollte mehr erfahren und einen Sinn in dem allen finden, was sie hörte.
»Was ist mit ihnen? Könnten der Loden und der Ruhkstab nicht gegen sie benutzt werden?«
Das Gesicht der Eule verdunkelte sich, und sein Gesichtsausdruck veränderte sich so schnell, daß Wren überrascht war.
»Nein«, antwortete er ruhig. »Die Magie ist gegen die Dämonen wirkungslos.«
»Aber warum ist das so?« drängte sie. »Die Magie der Elfensteine, die ich bei mir trage, kann sie zerstören. Warum kann die Magie des Loden das nicht?«
Er schüttelte den Kopf. »Es ist eine andere Art Magie, denke ich.«
Er klang nicht allzu überzeugt. Schnell hakte Wren nach:
»Kannst du mir erzählen, wo die Dämonen herkamen, Eule?«
Aurin Striate sah aus, als fühle er sich unbehaglich. »Warum fragst du mich, Wren Elessedil?«
»Ohmsford«, verbesserte sie ihn sofort.
»Das glaube ich nicht.«
Es herrschte angespanntes Schweigen, während sie sich ansahen und ihre Blicke sich trafen. »Sie kamen auch aus dieser Magie, nicht wahr?« fragte Wren schließlich, denn sie wollte nicht aufgeben.
Der scharfe Blick der Eule blieb ruhig. »Frage die Königin, Wren. Sprich mit ihr.«